Braucht man Chemie in der Toilette? Egal ob Wohnmobil oder Caravan

In einem Forum kam die Frage auf:
„Wie ist das mit der SOG-Toilette? Bbraucht man da Chemie?“

Falls ihr es noch nie gemacht habt:
Wie funktioniert die Toilette im Wohnwagen oder Wohnmobil?

Abgesehen davon, dass diese ganzen chemischen Zusätze entsetzlich künstlich riechen und ein wenig Essig in der Toilette kostengünstiger wäre, mit einer SOG (Einbauanleitung findet ihr hier C250 und hier C200) braucht ihr gar keine Chemie. Und könnt somit eure Toilette im Zweifel in jedem Klo entsorgen. Trotzdem wurde viel diskutiert, ich habe es dann einmal wie folgt zusammengefasst:

„Ok, dann müssen wir das einmal grundsätzlich beschreiben:“

Die SOG besteht aus einem kleinen Ventilator und einem Schlauch, der an der Toilettenkassette angeschlossen ist.
Immer dann, wenn der Schieber der Kassette betätigt wird, schaltet der Ventilator ein und zieht die Luft aus der Kassette nach außen.
Die Luft wird also durch die Toilettenöffnung (aus dem Bad) in die Kassette gesogen und von dort nach außen transportiert.
Der Ventilator schaltet nach dem Schließen wieder ab.
Überdruck in der Kassette wird durch den Schlauch der SOG permanent nach außen transportiert – deswegen ist es wichtig, dass der Kohlefilter außen regelmäßig gewechselt wird, ansonsten riecht man außehalb des Wohnmobils den Kassetteninhalt. Da es keinen Überdruck in der Kassette geben kann, spritzt auch nie etwas aus der Kassette, wenn man den Schieber öffnet (Kann bei vollen Kassetten ohne SOG schon mal passieren)

und die Abdeckung aufsetzen

Wichtig ist, dass man die Toilette regelmäßig leert. Wer alleine fährt und vier Tage mit einer Kassette auskommt, ohne sie zu leeren, der wird eher etwas riechen, wie der, der täglich seine Toilette leert.
Wir sind zu zweit und müssen alle zwei Tage die Kassette leeren, trotzdem tun wir es (sofern möglich) täglich.

So, nun kommen wir zum eigentlichen „Geschäft“

Eigentlich ist die Wohnmobiltoilette kein (!) Plumpsklo.
Das heißt, man hat den Schieber der Kassette geschlossen und erledigt sein großes, wie kleines Geschäft und DANACH öffnet man den Schieber (Die SOG geht an usw. wie oben beschrieben). Nun spült man kurz und schließt den Schieber wieder. Sollten auf der Schieberplatte nun Streifen zurück geblieben sein (kann man verhindern, indem man vor dem Klogang ein wenig Wasser in die Toilette laufen lässt) sollte man (Die Betonung liegt auf MANN) die Bürste (die auch im Womo zur Ausrüstung gehören sollte) benutzen, sauber wischen, Wasser dazu und noch einmal Schieber öffnen.
Da die Schieberplatte über eine Gummilippe schabt,  bleibt im Normalfall nichts zurück.

Kaputter Gummi

Soweit so gut:
Manchmal schließt der Gummi an der Schieberplatte nicht mehr. Dann können dort natürlich Düfte in den WC-Raum entweichen. Das kann man leicht prüfen, in dem man einfach einmal Wasser in die Toilette laufen und stehen lässt. Bleibt der Wasserstand über längere Zeit erhalten, ist die Dichtung dicht – dann riecht auch nichts.

Riecht trotzdem etwas?

Dann überprüft mal den Schlauch der SOG. Unser ist immer mal wieder, nach Jahren der Benutzung am Ende abgeknickt und hat dann ein Loch. Da kommt natürlich auch ‚Dampf“ heraus. Schlauch kürzen oder wechseln.

Die Plumpsklo Fraktion:

Es gibt aber auch eine Fraktion von Campern, die Angst haben, sie könnten so große Geschäfte abliefern, dass die kleine Toilette voll wird.
Diese Menschen benutzen die Campingtoilette bei geöffneten Schieber. Und benutzen so die Toilette, wie ein altertümliches Plumpsklo.
Da kann dann natürlich durch herabfallende Teile auch mal etwas aus der Kassette wieder bis zum Po spritzen. Und viel wichtiger: Bei längerer Sitzung werden auch die Düfte aus der Kassette genügend Möglichkeit haben in das Bad zu entweichen. 
Das dürfte dann natürlich auch riechen.

Also, wer die Toilette als Plumpsklo benutzt, dem hilft bei langen Sitzungen auch keine SOG.
Alle anderen dürften, wie oben beschrieben, eine geruchsfreie Toilette ihr eigen nennen.

Wem das alles zu viel ist, dem sei im Übrigen eine Trenntoilette empfohlen. Da riecht gar nichts. Denn die Gerüche der Toilette sind Hausgemacht. Kot und Urin beginnen nur in Verbindung mit Wasser zu stinken. Das fehlt bei der Trenntoilette komplett.
Einen guten Artikel dazu findet ihr bei unseren Schweizer Bloggerkollegen auf www.womoblog.ch

Mehr zum Thema:
So funktioniert die Toilette
Toilettenhygiene
So wechselt man die Dichtung der Toilette

SOG Einbauanleitung:  hier: C250 und hier: C200

 

2 Gedanken zu „Braucht man Chemie in der Toilette? Egal ob Wohnmobil oder Caravan“

  1. Hallo Camper,
    die Idee mit dem Essig als Sanitärersatz ist nicht schlecht.
    Aber war der Ernst gemeint? Denn Essig ist nicht unkritisch
    für Gummis!
    Grüsse
    Harald
    P.S. Wir nutzen unsere Bordtoilette nur fürs kleine Geschäft…

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