„Das darf alles nicht wahr sein“, denke ich, als ich unter dem allerersten Fahrzeug auf der Messe liege.
„Haben die denn gar nichts in den letzten Jahren gelernt? Erst zuletzt in meinem Marktbericht habe ich die fehlende Qualität angemahnt – und jetzt bestätigt sich der Eindruck – SCHON WIEDER!“
Ich liege mal wieder unter neuen Messefahrzeugen und stoße wieder auf Erstaunliches und erste Roststellen, die mich an der Verarbeitungsqualität zweifeln lassen. Schaue mir an, wie Heizung, Wasserleitungen und Winterpakete umgesetzt sind, und zeige euch, wie schnell diese Schwächen beim Wintercamping zu echten Problemen werden können. Dazu der weiter wachsende Trend zu Dachzelten
Schöne neue Campingwelt
Aber wehe, man schaut hinter die Kulissen!
Da sieht es nach wie vor düster aus. Und jetzt habe ich nicht einmal die wirklich schlechten Türgriffe gezeigt, die immer noch verbaut werden.
Der Teufel steckt im Detail (und im Dreck)
Was ich dort gesehen habe, ist für mich kein bloßer Aufreger, sondern ein Spiegelbild der Branche. Wir reden oft darüber, dass Käufer fehlen, aber ich glaube, es ist umgekehrt: Die Qualität mangelt, und deshalb bleiben die Kunden weg.
Nehmen wir zum Beispiel diesen Kastenwagen mit Hochdach. Ein schönes Auto, eigentlich. Aber wenn ich in die Stauklappen schaue, ist es wie so oft: Überall liegt Produktionsdreck in den Ecken. In einem hochpreisigen Fahrzeug! In einer Ablage finde ich sogar eine herumliegende Schraube. Das sind Messefahrzeuge am ersten Tag – da sollte die Qualitätskontrolle doch eigentlich jedes Staubkorn kennen. Jede vergessene Schraube ist für mich ein Zeichen für unsaubere Arbeit im Werk.
Richtig unverständlich wird es beim Blick unter die neuen Fahrzeuge. Da entdecke ich an einem Neufahrzeug bereits eine kleine Roststelle. Warum? Weil weder Unterbodenschutz noch Hohlraumversiegelung gemacht wurden. Das rächt sich nach ein paar Jahren bitterlich. Jetzt noch klein, wächst das mit der Zeit.
Von „Sauna-Kinderzimmern“ und hängenden Schläuchen
In einem familienfreundlichen Wohnwagen ist mir eine Konstruktion aufgefallen, die mich erstaunt hat: Die Heizung ist direkt im Kinderzimmer verbaut. Zieht man die Schiebetür zu, damit die Eltern vorne Ruhe haben, werden die Kinder gegrillt, während es im Rest des Wagens kalt bleibt. Klar gibt es ein Gebläse, aber damit es warm wird muss die Heizung bullern und dann wirds bei den Kids zu warm, also stellt man die Heizung schwächer und dann wirds bei den Eltern nicht mehr warm genug. Wer denkt sich so etwas aus?
Beim Thema Winterfestigkeit war es ähnlich frustrierend. Ich habe Heizungsrohre gesehen, die so abenteuerlich verlegt waren, dass sie niemals in den verbauten Halterungen halten konnten. Wenn man viel Geld für ein Winterpaket zahlt, muss das auch bei minus 20 Grad funktionieren und nicht schon im Ansatz scheitern, weil das Wasser im Rohr gefriert, bevor es den Tank erreicht.
Der Blick in die Zukunft
Was bleibt hängen? Vor allem der gigantische Hype um Dachzelte. Eine halbe Halle voll! Ich frage mich zwar immer noch, ob das bei Sturm wirklich Spaß macht, aber der Markt boomt.
Mein dringender Rat an euch bleibt: Bevor ihr die Unterschrift unter den Kaufvertrag setzt, legt euch unter das Fahrzeug. Ich weiß, das macht kaum jemand, aber das dicke Ende kommt oft hinterher.
Es kommen weiter viele neue Camper in den nächsten Jahren dazu, und es wird enger werden auf den Plätzen und beim Freistehen. Wir müssen kritisch bleiben, damit die Qualität nicht völlig auf der Strecke bleibt.
Jürgen Rode
schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.
*Die hier verwendeten Links sind Provisions-Links, auch Affiliate-Links genannt. Wenn Sie auf einen solchen Link klicken und auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter oder Online-Shop i.d.R. eine Vermittlerprovision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.
Jürgen Rode
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Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.
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