Archiv der Kategorie: Norwegen-Lofoten2013

Norwegen – Durch Schweden bis auf die Lofoten – Reisebericht

Norwegen ist das Traumland für Wohnmobilreisen. Update 2018

Unser Roadtrip geht durch Schweden über Mora schnell bis zu den Lofoten und dann langsam über das Fjordland zurück.

Die schönsten Bilder unserer Reise
Planung

00 – Aller Anfang ist schwer

01 – Es geht los: Ziel Travemünde

02 – Travemünde Växjo und ein überraschendes EM-Spiel

03 – Von Växjö nach Mora

04 – Von Mora bis Bodø – Herkules-Tour

05 – Endlich wieder Lofoten

06 – Uttakleiv – Traumstrand im Geheimen

07 – Nusfjord und Strand von Flakstad

08 – Traumwetter in REINE! Wanderung zum Reinebringen

09 – Haeningsvaer bis Vesteralen – Die Bullen sind hinter uns her!

10 – Walsafari in Andenes

11 – Vogelinsel Bleik und Abschied nehmen

12 – Polarzirkel

Statoil Rallye mit Free coffee!

13 – Torghatten oder die Sache mit dem Loch

Torghatten: Nur an einer Stelle im Meer kann man durch das Loch hindurchschauen

14 – Das Trondheim Fiasko

15 – Von Andalsnes über die Trollstiegen nach Geiranger – The Golden Route

16 – Geiranger und die 5 + 2 Schwestern – Delfine und ein Regenbogen

17 – Vom Geiranger zum Briksdalbreen

18 – Stabkirche von Borgund

19 – Bergen

20 – Auf der Zunge des Trolls – 10h Fjellwanderung zur Trolltunga

21 – Stabkirche Heddal, Oslo und der Holmenkollen

22 – Oslo und Herrn Vigeland sein Park, Felszeichnungen in Tanumsvede und Abschied in Fjällbacka

23 – Fjällbacka – Vogelreservat Morups Tange

24 – Travemünde – Wieder in Deutschland

25 – Badetag an der Ostsee und Heimfahrt

Fazit und Statistk

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Norwegen: Die 100 Sehenswürdigkeiten, die man gesehen haben sollte

So beschreibt es zumindest Jesse Miller, der mich gebeten hat, seinen Blog zu verlinken.
Jesse hat die für ihn 100 schönsten Dinge in Norwegen aufgelistet.
In wenigen Worten beschreibt er die Attraktion und meist zeigt ein Bild, um was es geht. Zwar fand ich auch ein paar doppelte Attraktionen, aber als schnelle Übersicht, ist die Liste gut geeignet, auch wir fanden noch den einen und anderen Ort, den wir beim nächsten Mal berücksichtigen wollen.

Schaut euch doch einmal Jesse’s Seite an.

Wetter Norwegen

Habe gerade eine nette Seite mit dem Wetter in Norwegen gefunden: http://www.yr.no/

Und dort dann die Detailkarte:http://www.yr.no/kart/#lat=61.58248&lon=13.34127&zoom=5&laga=nedb%C3%B8rskyer&proj=3575

Gut den Ausblick mit dem Schieberegler auf die nächsten Tage. Jetzt brauchen wir nur noch eine Internet-Flat. Aber die werden wir wohl vor Ort bekommen.

Da unser Norwegenurlaub langsam näher kommt, wollen wir natürlich wissen, was uns erwartet. Aber schlimmer wie in den letzten Wochen in Deutschland kann es auch nicht sein…

Reisevideos / Zeitraffer Norwegen

Es ist wahrscheinlich völlig bescheuert und kein Mensch (außer mir) schaut sich das jemals an,
aber ich habe von unser Norwegenreise eine Reihe von Zeitraffervideos der Strecken erstellt.
Dabei hat eine Kamera alle drei Sekunden ein Bild erstellt. Aus den 180.000 Bilder sind nun Zeitraffervideos entstanden, die unsere Urlaubsreise zeigen.

Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen zu entscheiden, ob man die Tour selber machen kann und möchte.
Ich schaue mir gerne die einzelnen Videos an und erinnere mich an die Fahrten, frei nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel…

Zum Beispiel:

Von Geiranger zur Dalsnibba zum Briksdalbreen

https://www.youtube.com/watch?v=iBeVR07ZLQk

Reisevideos / Zeitraffer Norwegen weiterlesen

Nachtrag: Norwegen und die Maut – ohne Anmeldung ganz einfach

Große Aufregung unter Norwegenfahrern:

„Ihr müsst euch vorher registrieren, sonst kostet das Strafgebühren“
„Man schadet sonst den armen Menschen, die händig all die Daten zusammen suchen müssen und deswegen muss man mehr zahlen“
„An jeder Mautstelle werdet ihr fotografiert und wehe ihr zahlt nicht anschließend bei einer Tankstelle“

Solche und ähnliche Aussagen bekamen wir vor und während unseres Norwegenurlaubs. Vor zwanzig Jahren standen einfach überall Kassenhäuschen und man hat für jede Brücke und jeden Tunnel bezahlt. Fast überall. Doch der norwegische Staat ist fair: Ist eine Brücke bezahlt, wird das Kassenhäuschen abgebaut.
Mittlerweile gibt es nur noch wenige Straßen und Tunnels, die Mautpflichtig sind. In den Großstädten versucht man mit Maut eher den Verkehr zu regeln. Das kennt man ja von vielen europäischen Großstädten.

Aber halten wir uns lieber an die Fakten:

Für Norwegen kann man sich vor der Reise im Internet registrieren lassen (AutoPass) und kann dann überall durch die Mautanlagen durchfahren. Dazu muss man vorab einen Geldbetrag überweisen und bekommt am Ende etwas zurück oder muss nachzahlen.

Man kann! Man muß nicht.

Für Gäste – und das ist ausdrücklich so von Norwegen gewollt – besteht da entgegen aller Wohnmobil-Foren keine Pflicht!
Man kann auch ganz einfach so durch die Mautanlagen fahren, wird dann fotografiert und aufgrund des Kennzeichens erhält man nach einigen Wochen eine Rechnung aus England mit der fälligen Maut. Die Technik ist simpel und funktioniert offenbar zuverlässig. Norwegen spart sich so einiges an Verwaltungsarbeit.

Keine zusätzlichen Gebühren oder Strafen!
Das ist ausdrücklich erwünscht!

Einzig bei Mautstellen, bei denen auch noch ein Mensch im Kassenhäuschen sitzt oder eine Kartenzahlung notwendig ist, darf man dann nicht einfach vorbei fahren. Das wird dann teuer. Aber das waren bei uns im gesamten Urlaub zwei Stellen und diese waren vorher gut kenntlich gemacht.
Ansonsten sind wir überall durch gefahren, in den Großstädten wird man auf den Autobahnen eh fotografiert und gestern (Nach drei Monaten!) kam dann endlich die Rechnung aus England von EPCplc. Auf deren Webseite kann man sich übrigens noch alle Bilder vom Auto anschauen und die Maut überprüfen. bei uns waren es gerade einmal 38 Euro. Bei 8000 km und drei Großstädten haben wir mit mehr gerechnet.

Also: Keinen Stress machen, bei Bezahlstellen direkt bezahlen, ansonsten durch die Mautstelle fahren und nach einigen Monaten per Überweisung bezahlen.

Einfacher geht es nicht.

Norwegen 2013 – Fazit und Statistik

2013-08-01_15-52-15_Norwegen2013__MG_0286-1600Nun sind wir schon einige Tage zuhause und es war Zeit den Urlaub noch einmal Revue passieren zu lassen:

Wir sind 7200 km gefahren, mit Fähren waren es 8000 km.
860 Liter Diesel haben wir getankt, rund 1300 Euro waren das.
Die Fähre nach Schweden schlug mit 260 Euro zu Buche und wir waren froh eine Kabine zu haben und zu duschen oder einige Stunden zu schlafen. Das war sehr erholsam. Bislang hatten wir auf eine Kabine immer verzichtet.

Eingekauft haben wir häufig. Brot, Milch, Eier, Butter, Äpfel, Paprika und ein wenig Obst. Dabei empfanden wir die Preise nicht als teuer, zahlten aber i.d.R. das Doppelte wie in Deutschland. Das weiche Brot hing uns bald zum Hals heraus und wir waren froh einige Packungen Vollkornbrot, z.T. in Dosen, dabei zu haben.

Unsere riesigen Vorräte schrumpften zusehends, wobei wir zu viel Nutella und Marmelade dabei hatten. Oft, wenn es schnell gehen musste, gab es Nudeln und sofern das Wetter gut war, grillten wir.

Das Bier reichte exakt bis Schweden. Perfekte Planung! Ergänzt mit Radler, da unter 2,5% durften wir davon ja zusätzlich mitnehmen. Am Ende hatten wir noch einige Dosensuppen und Müsliriegel übrig. In Summe vielleicht 5 kg zuviel dabei gehabt. Wenn wir all unsere Vorräte in Norwegen gekauft hätten, wären wir nicht weit gekommen! Es lohnt sich – insbesondere bei vier Personen – genau zu planen.

Wir standen fünf Mal auf einem Campingplatz und zahlten Norwegen 2013 – Fazit und Statistik weiterlesen

Norwegen 2013: Tag 25 – Badetag und Heimfahrt

Es ist schön wieder zuhause zu sein!

Gesund, ohne Unfall, wenn man dann daheim ist, ist es auch schön, auch wenn man wehmütig an die Erlebnisse zurück denkt.

Heute morgen sind wir in Timmendorf an den Strand gegangen. Der Stellplatz war gut besucht, wenn man in Timmendorf ist, kann man es hier aushalten.

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Ein paar Stunden haben wir dann mit jonglieren und baden am Strand vergnügt, bis wir uns nachmittags auf den Heimweg machten.

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Samstagmittag, Hauptreisezeit, einige Bundesländer haben Ferienende. Da weiß man, was einen erwartet. Daher wollte ich lieber spät los, viele werden morgens gefahren sein.

Und ob man es glauben mach oder nicht, wir hatten kaum Verkehr, keinen Stau und so konnte Svenja fast zwei Stunden das Wohnmobil fahren. Hier in Deutschland darf sie ja mit 17 wieder fahren und ich hatte Pause!

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Abends waren wir dann glücklich zuhause, haben die Meerschweinchen begrüsst und uns langsam aber sicher vom Urlaub verabschiedet. Die nächsten Tage heisst es ausräumen und sauber machen, die Defekte reparieren – irgendwo haben wir wohl auch unsere Radioantenne verloren – und das Wohnmobil für die nächste Reise vorbereiten.

Denn die kommt ganz sicher!

Für ein Fazit ist es noch zu früh, dafür muss ich noch einiges an Statistik aufarbeiten.

Eine Info zum Schluss: Ihr erinnert euch an die Fototasche, dei wir auf den Lofoten fanden? Den Besitzer konnten wir tatsächlich ermitteln und mittlerweile auch die Adressen tauschen, so geht die Tasche morgen auf die Reise nach Amerika. Alleine das Objektiv hat einen Wert von fast 2000 Euro. Er wird sich sicherlich freuen, es wieder in Händen zu halten.

Norwegen 2013: Tag 24 – Travemünde

Eine Fährfahrt ist doch immer etwas aufregendes.

Dieses Jahr war die Rückfahrt nach Deutschland so extrem langweilig. Die Sonne brannte heiß vom Himmel, sogar an Deck war es in der Sonne kaum auszuhalten. Die See lag absolut ruhig da. Nichts ereignete sich, nichts passierte. Der Horizont war von Dunst verdeckt, somit auch nichts zu entdecken. Wir lasen oder verschliefen den Tag.

Auch nett!

 

In Deutschland war es dann heiß und stickig – wir das nicht geohnt, recht schnell genervt. Die Hitze setzte uns zu, der viele Verkehr, die Hektik.

Ich hasse das mittlerweile, wenn ich wieder nach Deutschland komme und es braucht einige Tage, bis ich mich eingewöhnt habe. Und wenn es dann noch so abrupt heiß wird, macht es das nur noch schwieriger.

Wir verbringen die Nacht am Stellplatz am Timmendorfer Strand, werden noch einen Strandtag einlegen, bevor dann endgültig nach Hause fahren.

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Zeitraffer der Strecke:

Von Trelleborg nach Travemünde

https://www.youtube.com/watch?v=JOdFhB2Eya8
https://www.youtube.com/watch?v=JOdFhB2Eya8

Von Travemünde nach Frankfurt

https://www.youtube.com/watch?v=aa4bqjF6Z2Y
https://www.youtube.com/watch?v=aa4bqjF6Z2Y

Norwegen 2013: Tag 23 – Fjällbacka – Vogelreservat Morups Tange

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Panorama vom „Berg“ von Fjällbacka

Wie kam ich eigentlich auf Fjällbacka?

Eigentlich muss das jeder kennen, denkt man, wenn man einmal dort war. Hier machen die Schweden wohl Sommerurlaub. Gut gekleidete Menschen flanieren in den Gassen der kleinen, in die Schären gezwängte Stadt. Kleine weiße Boote springen über das Meer. Tausend kleine Inseln liegen vor der Küste. Die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite, der Badestrand ist gut besucht. Tiefbraun gebrannt sind die Menschen hier.

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Nadja ist restlos begeistert von den netten Läden und den ansprechenden Dekorationen an den Fenstern der ganz normalen Wohnhäuser.

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Hier möchte man immer wohnen.
Über Fjällbacka gibt es einen Berg!

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Anderswo würde man es Hügel nennen, aber hier ist es „der Berg“.

Über eine Treppe kann man den Hügel erklimmen und das erstaunliche Panorama in Ruhe genießen.
Die Fläche ist riesig, sogar einen kleinen Tümpel habe ich gefunden. Einfach Picknick mitbringen und die Seele baumeln lassen.

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Später gehen wir an den Badestrand und wollen eigentlich gar nicht weg. Aber morgen geht die Fähre nach Deutschland und wir müssen nach Trelleborg.

Spontan fahre ich zum Abendessen von der Autobahn ab und wir finden uns unversehens in einem Naturreservat wieder. Vor Jahrhunderten habe ich mich mit Ornithologie beschäftigt und viel Spaß dabei gehabt. So blamierte ich mich dann wenigstens nicht bei den Einheimischen, die mich durch ihre gewaltigen Ferngläser schauen ließen: „Ein Knut“, Ein „Sandregenpfeifer“. Fast richtig, es war ein Goldregenpfeifer. Wir waren mitten im bedeutendsten Vogelbeobachtungsgebiet Schwedens gelandet.

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In Morups Tange in Halland verbringen die Vögel einige Zeit auf ihren Zugwegen, um sich zu erholen und Nahrung zu finden. Zur Brut findet man hier Vögel, wie es sie auch an unseren Küsten gibt, aber im Herbst und im Frühling finden sich Vögel ein, die man sonst nirgendwo sieht.

Hier treffen sich dementsprechend Ornithologen aus ganz Schweden und fachsimplen und beobachten alles, was hier durchfliegt. Und so sitzt ein bunt gemischter Haufen an einer Wiese und schaut mit großen Spektiven stundenlang den Vögeln zu. Sie nehmen mich einen Moment mit auf ihre Reise und ein alter Schwede erklärt mir mit Blick auf die vielen jungen Männer in ihrer Gruppe, dass er den Kindergarten mitgebracht hat. Sie kommen alle aus der Gegend und treffen sich hier nachmittags. Nett sind sie und übersetzen mit dem Smartphone die schwedischen Vogelnamen für mich ins Deutsche.

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Auch die Landschaft  hier sieht ungemein einladend aus. Ein weiterer Grund wieder zu kommen.

Die letzte Nacht auf schwedischen Boden verbringen wir kurz vor Trelleborg an einem Sportplatz. Zwar gibt es kurz vor der Fähre einen Stellplatz, an dem sich immer viele Wohnmobile einfinden, doch wollen wir (noch nicht) im großen Pulk übernachten. Der Kulturshock kommt schon noch früh genug, wenn wir wieder in Deutschland anlegen.

Zeitraffer der Strecke:

Von Oslo nach Tanum (S)

https://www.youtube.com/watch?v=zoiTt9JkDCM
https://www.youtube.com/watch?v=zoiTt9JkDCM

 

Norwegen 2013: Tag 22 – Oslo und Herrn Vigeland sein Park, Felszeichnungen in Tanumsvede und Abschied in Fjällbacka

Der Tag begann am Holmenkollen und endete in Fjällbacka in Schweden.

Dazwischen gaben wir für Dale Norweger und Mützen viel Geld aus, fuhren nach Schweden und besuchten den Vigelandpark und die Steinritzungen in Tanum.

Aber der Reihe nach:

In Oslo verbrachten wir einen schönen Morgen im Vigelandpark. Vigeland hatte noch zu Lebzeiten seine Skulpturen der Stadt Oslo geschenkt und weitere versprochen, wenn die Stadt einen Park gestaltet und unterhält.

Beim ersten Besuch Oslos hatten wir den Park links liegen lassen und wurden zuhause beschämt, als ein langer Filmbericht von den wirklich sehenswerten Plastiken berichtete. Beim nächsten Besuch in Oslo machten wir den Fehler wieder gut und heute schauten wir uns den Park ein weiteres Mal in Ruhe an.

Es ist wunderschön, die flanierenden Menschen dabei zu beobachten, wie sie die Szenen nachstellen. Kinder werden von Eltern hochgehoben. Man kann sich in jede Figur hineinversetzen.

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Die große Menschensäule am Ende ist das Meisterwerk, an dem man immer wieder neue Details entdecken kann. Ich liebe diesen Park.

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Und dieses Kind kennt wohl die ganze Welt. Und die Haltung ist für jeden erkennbar eingefangen.

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Wehmütig verließen wir Oslo in Richtung Göteborg. Vor der Grenze gab es dann den letzten Statoil-Kaffee und dann nahmen wir von Norwegen Abschied.

Als erste Station in Schweden steuerten wir Tanum an. Hier findet man die berühmten Steinritzungen mit den roten Figuren. Wenn man bedenkt, dass diese Kunstwerke 8000 Jahre alt sind, bekommt man Gänsehaut. Noch heute kann man sich die Geschichten dazu einfallen lassen. Und wieder muss ich an all die Menschen denken, die dies geschaffen haben. Was haben sie erlebt, wie ist es ihnen ergangen. War es ein gutes Leben oder entbehrungsreich und grausam?

2013-07-31_16-37-27_Norwegen2013__MG_0139-1600Wie nah diese fern zurückliegende Zeit eigentlich ist, wird deutlich, wenn man im Museum erfährt, dass man hier in Schweden Gegenstände aus dem Mittelmeerraum fand. Auch vor 8000 Jahren gab es schon Transithandel. Ganz so armselig war es damals also auch nicht. Vielleicht ging es den Menschen besser, wie uns heute. Ganz ohne Internet und Smartphone.

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Walfang zur Bronzezeit – Steinzeichnungen in Tanum / Schweden

Ich las einmal, dass die Menschen in der Bronzezeit vier Stunden für die Lebenserhaltung am Tag benötigten. Heute sind es 6-8 Stunden! Wem geht es also besser?

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Das Hochzeitspaar von Tanum

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Von Tanumsvede ist es nur einen Katzensprung bis nach Fjällbacka. Der exklusive Urlaubsort der Schweden wird immer beliebter und auf dem Hügel über der Stadt werden zahlreiche neue Villen gebaut.

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Wir bekommen den letzten Stellplatz auf dem Campingplatz und genießen in den Schären den Abend. Morgen haben wir nichts, absolut nichts vor. Ausschlafen, spielen, spazieren gehen. Nach den vielen tausend Kilometern wird das ein außergewöhnlicher Tag werden.

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Zeitraffer der Strecke:

Von Oslo nach Tanum (S)

https://www.youtube.com/watch?v=zoiTt9JkDCM
https://www.youtube.com/watch?v=zoiTt9JkDCM

 

Norwegen 2013: Tag 21 – Stabkirche Heddal, Oslo und der Holmenkollen

Der gestrige Marsch zur Trolltunga war hart. Zu hart, als dass wir nun auch noch den Preikestolen am Lysefjord schaffen würden. Noch dazu müssten wir in einer Nachtfahrt erst noch bis dorthin kommen. Denn die 300 Kilometer sind in Norwegen nur in fünf bis sechs Stunden zu schaffen. Um 0 Uhr ankommen, schlafen, wandern. um dann in einer weiteren Gewaltfahrt nach Oslo zu kommen?

Wir entscheiden uns ganz schnell dagegen. Wir rasen schon jetzt viel zu viel durch die wunderschöne Landschaft. Wenn ich mir etwas wünschen würde, wären es drei Monate am Stück und immer stehen bleiben können, wann immer man eine schöne Ecke entdeckt.

 

So fahren wir nun nach Notodden, um die Stabkirche von Heddal anzuschauen. Anschließend geht es in Ruhe nach Oslo.

Unser Navi führt uns durch geniale Landschaften, meidet aber die großen Straßen. Erst ärgere ich mich darüber, denn mehr als 60 km/h sind meist nicht drin, dafür sind die Berge und engen Täler, die Bäche und Wasserfälle einfach umwerfend schön.

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Langsam nehmen wir Abschied von den Bergen, denn uns ist bewusst, wenn wir die Telemark hinter uns haben und wenn erst einmal Oslo erreicht ist, ändert sich die Landschaft zunehmend und nur die Erinnerung und die Bilder werden bleiben.

In Heddal kommt doch gerade rechtzeitig die Sonne hervor. Oft hatte es wieder geregnet auf der Fahrt und nun scheint die Sonne.

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Die kleine Ausstellung im Keller des Besucherzentrums informiert uns über die Umbauten 1850 und die Rück-Bauung 1952. Gut, dass man heute wieder das ursprüngliche Bild der Kirche sehen kann!

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Wir schauen uns die Kirche aus jedem Winkel an und stellen uns vor, wie das vor Jahrhunderten hier gewesen war.

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Stabkirche Heddal

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Anschließend besuchen wir noch das kleine Museum mit den historischen Bauernhäusern. Wirklich sehenswert. Die Räume sind erstaunlich geräumig und die Tafeln riesig! Das müssen sehr reiche Bauern gewesen sein.

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Als wir gehen, kündigt sich ein heftiges Gewitter an. Kaum zu glauben, dass wir zwei Stunden Sonne hatten.

Wir fahren nach Oslo und finden hinter dem Skizentrum am Holmenkollen einen tollen Stellplatz, fahren auf die Skisprungschanze und besuchen das Skizentrum.

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Und tatsächlich. In einer Ausstellung finden wir das Bild eines entfernten Verwandten:

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Nach dem Sonnenuntergang zeigt sich noch Oslo von seiner schönsten Seite:

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Zeitraffer der Strecke:

Nach Oslo

https://www.youtube.com/watch?v=AkSnjBD6cdQ

Norwegen 2013: Tag 20 – Auf der Zunge des Trolls – 10h Fjellwanderung zur Trolltunga

2013-07-29_13-15-50_Norwegen2013__MG_0236-1600Inga träumt seit Wochen davon auf die Trolltunga zu gehen.

Es gibt nur wenige Bilder von Norwegen, die quasi in jedem Werbespot oder Flyer über Norwegen zu sehen sind. Das eine Bild ist vom Preikestolen am Lysefjord. Zwei Stunden Wanderung einfach über schweres Geläuf. Vielleicht ist es mittlerweile entschärft worden, vor zwanzig Jahren waren dort nur wenige, heute stehen ganze Horden auf dem Plateau.

Das andere Bild ist von der Trolltunga. Springende Menschen, als X in der Luft stehen, über der dünnen Felszunge hoch über dem Abgrund. In der Ferne ein Fjord.
Von diesem Bild also träumte Inga.

Nach Skjeggedal geht ein kleiner, sehr enger Serpentinenweg. Am Ende ein unbeleuchteter Tunnel. Für kleine Wohnmobile machbar. Am Stausee gibt es genügend Platz

Wir kommen spät Abends in Skjeggedal an. 200 Kronen Ticket am Automat gelöst und einen Platz für die Nacht gesucht. Wir liegen schon in den Betten als starker Wind vom Berg kommend bläst. Er wird in der Nacht so stark, dass ich um 2 Uhr in der Nacht das Auto hinter einer Halle im Windschatten parke. Es schwankte wie ein Schiff in der Dünung. Da fand keiner Ruhe.

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Am Morgen schaue ich aus dem Fenster und es ist grau und regnerisch. Wir schlafen weiter – das wird wohl nichts.
Eine Stunde später drängt Inga dann doch. Wir packen und entschließen zumindest einmal auf das erste Plateau zu laufen und dann weiter zu sehen.

Das Infoschild an der Information zeigt uns den Weg und die Route. Mit 8 Stunden Wanderung sollte man rechnen. Elf Kilometer einfach! Insgesamt also 22 Kilometer. Ein Halbmarathon!
Wenn man in Deutschland eine solche Information liest, kommen Fußkranke in 8 Stunden durch und halbwegs gute Wanderer  brauchen 6 Stunden.

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Wenn man in Norwegen eine solche Zeitangabe liest, dann schaffen Wanderer in Topform die Strecke in der angegebenen Zeit, alle anderen sollten deutlich mehr Zeit einplanen. Wir kalkulieren mit 10 Stunden, wenn das Wetter hält. Aber auch 15 Stunden könnten am Ende herauskommen!

Inga und ich starten gegen neun Uhr. Eineinhalb Stunden später, wie ursprünglich geplant. Der Himmel ist wolkenverhangen, an manchen Ecken sieht es nach Regen aus.

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Die ersten Meter an der alten Seilbahn entlang gehen schon steil durch den Wald, nach den ersten 100 Höhenmetern wissen, wir, dass das noch der flache Teil war. Der Weg geht extrem steil nach oben. Die Treppen der Seilbahn sind verboten. Sehen aber auch nicht gemütlicher aus.
Der Weg schlängelt sich durch den Wald und wir springen von Fels zu Fels und Matschloch zu Matschloch. 500 Höhenmeter später stehen wir auf dem ersten Plateau. Wir sind schweißgebadet, sogar die Stechmücken gehen auf Abstand. Offenbar stinken wir zu sehr. Wir hatten einige Mitwanderer überholt. Die besten waren Russen in Jogginghose und Turnschuhen und ein anderes Pärchen, sie mit Chucks.

Die allermeisten sind aber gut ausgerüstet: Ohne Bergschuhe, vernünftigen Rucksack, erste Hilfe Ausrüstung, Notfallversorgung, Zumindest eine Rettungsdecke und Wechselklamotten, sollte man die Tour erst gar nicht beginnen. Uns begleiten eine Reihe von Fjell-Wanderern mit schwerem Rucksack, Zelt und Schlafsack und Angelroute. Wo zum Henker gehen die hier Angeln?

 

Auf dem  ersten Plateau stehen viele Hütten. Ein Skidoo sehen wir. Machen die Norweger hier ihren Fjellurlaub? Oder im Winter Wandertouren? Es gibt keinerlei Straße. Wie bringen die ihre Sachen hierher?

Und die Hütten sind nicht klein: riesige Veranden umschließen Häuser mit einem halben Dutzend Zimmern.
Der Weg bleibt leider nicht so einfach, sondern führt plötzlich wieder steil nach oben.

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auf 1210 Metern haben wir das erste Etappenziel erreicht. 4 Kilometer sind geschafft, die Uhr zeigt deutlich über zwei Stunden an.

Wir rennen. Pausen gönnen wir uns nicht. Unser Wanderschritt erinnert eher an Jogging. Gut, dass wir Wanderstöcke tragen, das macht die Route deutlich einfacher. Wie oft ich die Stöcke während der nächsten Stunden gepriesen habe, weiß ich nicht.
Noch sind wir fit. Das Wetter hält einigermaßen, aber wir möchten nicht auf dem Hinweg in schlechtes Wetter geraten. Lieber jetzt rasch zum Etappenziel und dann in Ruhe zurück. Ab und an nieselt es.

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Wir kommen durch Tundra, müssen wieder 150 Höhenmeter nach unten, bevor wir den nächsten Höhenzug erklimmen. Diesmal sind es 1230 Meter.
Nur um direkt im Anschluss wieder 200 Meter abzusteigen. Über Felsplatten und moosige Wege, über viele , viele Steine und durch Bäche. Nach dem zweiten Gipfel kommen wir in ein Gebiet mit kleinen Seen, die wie Diamanten funkeln. In der Ferne sehen wir einen Bergrücken, das muss der Berg mit dem hiesigen Preikestolen sein.

Bei knapp 7 Kilometern finden wir die Schutzhütte. Vier Stockbetten und eine Küche. Für Wetterwechsel und Notübernachtungen passen sicher noch weit mehr Menschen hier hinein. Am Ende des Tages haben wir etwa 40 Menschen getroffen, die vor und nach uns zur Trolltunga unterwegs waren. Hoffentlich kamen alle gesund hin und wieder heim.

 

Der Weg führt nun an Seen vorbei und geht wieder in die Höhe. Noch steiler, wie die letzten beiden Anstiege. 1259 zeigt der Höhenmesser.  Es geht wieder 200 Meter nach unten. Diesmal wird der Fels wilder und wir kommen an einer Reihe von Bächen vorbei. An einem füllen wir die Flaschen und trinken das herrlich erfrischende Bachwasser.
Der Himmel klart zunehmend auf und zeigt immer wieder einmal ein klitzekleines Wolkenloch. Weit unter uns können wir nun den See sehen. Der Stausee wird von der Stadt Odda zur Stromerzeugung benutzt, die hiesige Schwerindustrie zeugt davon.2013-07-29_11-24-58_Norwegen2013__MG_0083-1600

An einem der Flüsse macht der Weg einen harten Knick und führt sehr steil nach oben. Wie steil erkennen wir erst auf dem Rückweg. Der Weg ist trocken und wir kommen gut voran. Aber so langsam könnte der Weg zu Ende sein. Aber wir haben immer noch 3 Kilometer. Weiter geht es auf den letzten Berg und wieder sind wir bei 1200 Meter angekommen.

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So langsam bekommen wir auch einen Eindruck, wo die Reise hingehen wird. Das unter uns liegende Tal bietet einen beeindruckenden Anblick. Noch dazu, wenn man weiß, dass der See schon vor über 100 Jahren für die Stromerzeugung angestaut wurde:

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Die Uhr zeigt über drei Stunden an.
Bei Kilometer zehn kommen wir an einen kleinen Stausee. Von der Trolltunga ist immer noch nichts zu sehen. So langsam gehen wir widerwillig. War es die Anstrengung wert?2013-07-29_11-47-10_Norwegen2013__MG_0109-1600 Über dem Berg auf der anderen Seite des Sees (Es ist kein Fjord, wie man bei den bekannten Bildern vermuten könnte) stehen dunkle Wolken, aber ein blaues Loch kommt langsam in unsere Richtung.

2013-07-29_12-03-32_Norwegen2013__MG_0127-1600

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Wir geben noch einmal Gas und verlieren mehrfach den Weg aus den Augen, als wir plötzlich vor dem letzten Schild stehen „Trolltunga“

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Endlich!

Die Uhr zeigt fast exakt 4 Stunden! 11,54 Kilometer! Und wir haben 19 Minuten Pause auf der ganzen Strecke gemacht!

Wir freuen uns, schauen zu, wie die Menschen sich für ihre Bilder anstellen, helfen anderen beim fotografieren und bekommen dann auch unsere Chance. Freundliche Menschen machen von Inga und mir gemeinsam ein Hüpfbild und tatsächlich: Die Sonne kommt heraus, und wir machen noch viele weitere Bilder mit freundlichen Farben.

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Inga auf der Trolltunga

Es ist unfassbar. So grau, wie es den ganzen Tag aussah, haben wir tatsächlich eine helle Stunde mit Wolkenlöchern geschenkt bekommen. Kein blauer Himmel, aber für Erinnerungsfotos langt es allemal.

Wobei mich Inga schon am Morgen begeistert hatte, als wir auf dem zweiten Stück Nieselregen hatten: „Auch wenn wir nachher Regen haben,“ meinte sie, „kann ich später sagen: Ich war dort gewesen! Mehr will ich gar nicht.“ Für eine 14jährige finde ich das ziemlich Klasse!

Nun hat sie ihre Bilder bekommen und diese werden ihre Geschichte immer bestätigen:

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Wir waren dort. Haben gekämpft und gelitten und sind angekommen.
Überrascht schauen wir auf die Uhr: Fast zwei Stunden sind vergangen. Gegessen und getrunken und auch einmal gesessen, aber viel öfters aufgeregt hin und her gelaufen und geschaut, was sich die anderen, Gruppen wie Einzelpersonen so einfallen ließen.

Der Himmel sieht wieder sehr bedrohlich, als wir uns auf den Heimweg machen.

Und kaum haben wir die steile Passage erreicht beginnt es heftig an zu regnen. Wir sind im nu klitschnass. Die Hosen kleben an den Beinen. Noch immer kommen Gruppen den Weg hinauf.
Wir überqueren auch den zweiten Hügel, als die Sonne plötzlich wieder lacht und uns bis zur Schutzhütte die Hosen wieder trocknet. Aber der Weg ist nass, die Felsen klitschig. Inga stürzt in einem Bachbett mit der Hüfte auf einen großen Stein. Das hätte böse ausgehen können.

Sie beißt die Zähne zusammen und wir gehen weiter. Immer noch haben wir 5-6 Km/h und holen einige Wanderer ein. Eine Frau war wohl auch gestürzt, ihre Hose sprach eine deutliche Sprache.

Jetzt nicht die Konzentration verlieren.
Wir überqueren den dritten und vierten Hügel und sehen schon das Tal unter uns. An der Maglibahn zeigt die Uhr 2:39 Minuten. Sagenhaft. Wir sind gleich zuhause!
Ich schicke Nadja eine SMS mit dem Text „Sind gleich da“. Sie macht sich immer große Sorgen, wenn wir zu Unternehmungen starten.

Es beginnt wieder zu regnen. Ausgerechnet auf den letzten Metern. Noch dazu ist der Boden aufgeweicht und matschig. Entweder wir versinken im Matsch oder rutschen auf Felsen aus. Der Weg geht nun steil abwärts. So extrem war es uns beim Aufstieg gar nicht vorgekommen. Der Weg zieht sich ins Endlose. Dachten wir, wir wären gleich da? Meine Knie schmerzen immer mehr. Inga jammert sich den Berg hinunter. Die 400 Höhenmeter gehen mit 15% nach unten! Wir unterqueren wieder die Bahn und ich sehe unten Nadja auf uns warten. Wir winken und wissen: Jetzt sind wir wirklich bald unten.

Die Trolltunga ist ein Ziel, dass sich wirklich lohnt. Eine tolle Fjell-Wanderung erwartet einen, aber man sollte einige Erfahrung in den Bergen mitbringen.
Hier ist kein „Wanderweg“ deutscher Prägung zu erwarten. Keine Holzbohlen, keine Tritthilfen. Es geht über Stock und Stein und moderne Wanderstöcke sollten Pflicht sein. Gutes, eingelaufenes Schuhwerk mit groben Sohlen. Turnschuhe sind absolut ungeeignet.

An schönen sonnigen Tagen wird es sicher leichter sein, an wechselhaften Tagen, mit denen man hier immer rechnen muss, kann es schwerer sein und deutlich länger dauern.
Eine gute Kondition sollte man auf jeden Fall mitbringen. Für zehn Stunden muss sie mindestens reichen, ansonsten wird der Abstieg zum Problem.
Auf Hinweisschildern wird darauf hingewiesen, ausreichend Wasser zu trinken. Bäche und Seen gibt es genug, um seine Flasche zu füllen, nur trinken muss man. Und die letzte Gruppe Asiaten, die in Turnschuhen an uns vorbei stapfte, hatte weder einen Rucksack, noch eine Trinkflasche dabei. Das kann hier oben ins Auge gehen. Denn es gibt kein Telefonnetz, kein Internet und Hilfe ist dementsprechend fern! In Deutschland ist Hilfe auch in den Bergen meist in wenigen Minuten zu erreichen – hier muss jemand Stunden absteigen, bis er Hilfe rufen kann.

Ein wenig Statistik: (km Daten folgen noch)

Hinweg 11.54 km

Gesamtzeit 4:08 – Ruhezeit 25 Minuten

Max. Höhe 1259 Meter

Höhenunterschiede 990 Meter – Startpunkt auf 480 Meter

Rückweg 11.17 km

Gesamtzeit: 3:29 – Ruhezeit 19 Minuten

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Wie oft hält die Trolltunga, wenn Inga und Jürgen gemeinsam springen?

Zeitraffer der Strecke:

Von der Trolltunga in Richtung Oslo

https://www.youtube.com/watch?v=qmLe740tiSc

Norwegen 2013: Tag 19 – Bergen

Warum wir nach Bergen gefahren sind, wusste anschließend eigentlich keiner mehr.

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Ok, man kann bei Berichten im Fernsehen über die Hanse oder Terra X sagen: „Da waren wir auch mal“ aber so richtig toll ist Bergen dann halt doch nicht. Dieses Mal waren wir auf einem Campingplatz in einer Vorstadt und fuhren mit dem Bus in die Stadt. Ein Fehler, wie ein halbvoller Stellplatz noch näher an der Innenstadt zeigte. Aber man sollte nicht versuchen mit dem Womo einen Parkplatz zu finden. Zu viele Wohnmobile versuchten das krampfhaft, während wir schon am flanieren waren.

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Natürlich besuchten wir wieder den Weihnachtsladen, in dem wir einmal ein paar als Nikoläuse verkleidete Mäuse (die sich besaufen) kauften.

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Dieses Mal waren es dann Weihnachtselche. Irgendeinen Schnickschnack finden wir immer 🙂

Die deutsche Brügge war gar nicht so überlaufen, wie wir befürchtet hatten, nur die Bahn auf den Aussichtspunkt haben wir versaubeutelt. Wir waren sehr früh in Bergen und hätten gleich fahren sollen. Als wir gegen 13 Uhr dort ankamen, stand eine riesige Schlange davor. Ich schätze 30 – 60 Minuten Wartezeit waren das locker.

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So verabschiedeten wir uns wieder von Bergen und fuhren den Hardangerfjord entlang nach Odda. Eine schöne, aber endlos erscheinende Fahrt. Noch dazu sind die Straßen sehr schmal! Und die Fähre kommt nicht allzu oft.

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Zeitraffer der Strecke:

Von Bergen zur Trolltunga

https://www.youtube.com/watch?v=EkpWMA_p9ns

Norwegen 2013: Tag 18 – Stabkirche von Borgund

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Die Nacht auf unserem Kuhparkplatz verlief ungeahnt ruhig. Keine Kuhglocken weckten uns und erst beim Frühstück schauten uns die Kühe wieder auf die Teller. Inga ließ es sich nicht nehmen die Kühe zu streicheln. Sah es früh morgens noch nach einem regnerischen Tag aus, klarte es auf den ersten Kilometern immer auf und ab und zu ließ sich die Sonne blicken. Unser nächstes Ziel sollte Borgund werden. Die große Tour über die Hardangervidda strichen wir aufgrund der Terminenge. Dazu hätten wir einen weiteren Tag gebraucht und hätten auch nur im Auto gesessen. Nein, das muss man genießen und sich viel Zeit nehmen. Ein anderes Mal vielleicht.

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Auf unserer alten Karte fanden wir den vom Routenplaner vorgeschlagenen Weg nicht immer. Zu oft hatten die Norweger sich einfach einen Tunnel durch die Berge gebohrt. Irgendwann hörte ich auf die Tunnel zu zählen. Mussten wir vor zwanzig Jahren noch um viele Fjorde herum fahren, geht der Weg nun ziemlich direkt von Sognedal nach Borgund.

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Vor Borgund kommen wir durch ein weiteres enges Tal, dass wieder atemberaubende Eindrücke bietet. Nach einem Tunnel stehen wir vor einer Gletscherzunge. Auch hier kann man gut erkennen, wie stark der Rückgang der Gletscher ist.

Es beginnt plötzlich und ohne Vorwarnung zu schütten. Schade. Ich hoffte die Stabkirche vom Burgund bei schönem Wetter zu sehen. Aber so ist es in Norwegen. Im einen Moment schönes Wetter, im nächsten geht die Welt unter.

Wir fahren durch einen Tunnel und strahlender Sonnenschein empfängt uns. Die Wolken sind am Berg hängen geblieben. Von der E16 abgefahren sind es nur einige Hundert Meter bis zu Stabkirche Burgund.

Klein sieht sie aus. Aber wenn man bedenkt, wie alt die Kirche schon ist, wächst die Begeisterung. Die Bäume sollen 1180/81 geschlagen worden sein. Was diese Kirche schon alles erlebt haben muss? Wie viele Feste, wie viele Tragödien und Kriege?

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Wir lassen uns viel Zeit.

 

Als wir dann wieder zurück fahren, scheint auch in dem Tal mit dem Starkregen die Sonne. Wie unterschiedlich die gleiche Landschaft bei schönen, wie schlechtem Wetter erscheint.

Der Weg nach Bergen führt uns an Flam vorbei.

Vor Flam kommt dann der größte Autotunnel der Welt: Über 24,5 Kilometer. Alle 6 Kilometer kommt ein kompletter Wendekreis! In dem auch Laster wenden und bei Gefahr wieder zurückfahren können. Hier ist alles gigantisch.

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In Flam hielten wir spontan an, aber wie ich es vermutet hatte, ist das reiner Touristennepp. Für Eisenbahnfreunde ein Highlight, mein Vater wäre begeistert gewesen. Für mich ein Graus. Zu oft habe ich irgendwelche Modelleisenbahnen reparieren müssen, um mich heute am Thema Eisenbahn zu begeistern. Zwar lese ich gerade das in Norwegen spielende Buch „Die Brückenbauer“, das den entbehrungsreichen Bau einer Eisenbahn um 1900 von Kistiana nach Bergen beschreibt, jedoch hatte ich nicht die Geduld mir einige solcher Bauwerke aus einem fahrenden Zug heraus anzuschauen. Da wollte ich mir lieber den Bergener Bahnhof noch anschauen, dessen Bau im Buch auch beschrieben wird.

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Durch das schmale Tal in Stahlheim führt uns dann noch der Weg und ganz spontan entschließe ich mich, doch den Serpentinenweg zurück zu fahren. Dann muss man eben die Tunnel zweimal fahren. Aber bei schönem Wetter eine Straße mit 18% Gefälle und einem Dutzend Spitzkehren. Das muss einfach sein. Noch dazu, wenn man weiß, dass einem niemand entgegen kommen kann: Die Straße ist Einbahnstraße, der auffahrende Verkehr muss durch den modernen Tunnel.

In Bergen finden wir Platz auf einem Campingplatz in der südlichen Vorstadt. Morgen wollen wir mit Bus und Bahn in die Stadt fahren: Einen Parkplatz oder Stellplatz direkt bei den Sehenswürdigkeiten zu finden, wagen wir dann nach den Erfahrungen von Trondheim lieber erst gar nicht.

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Zeitraffer der Strecke:

Briksdalbreen, Borgund, Flam, Bergen

https://www.youtube.com/watch?v=i37xnLXVU5g

 

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