Archiv der Kategorie: Urlaub

Unsere wichtigsten Apps: Mit dem Wohnmobil in Schottland – Werbung

Urlaubs-Apps gibt es wie Sand am Meer. Übersetzungsprogramme, Wetterprognosen, Wanderführer, Einkaufstipps. Viele versprechen einem im Vorfeld das Blaue vom Himmel herunter, aber am Ende steckt oft nur Werbung drin.

Das sind die Apps, die wir wirklich ständig benutzt haben:

Die beste Wetter APP:

Met Office – WetterApp

Einfach aufgebaut, mit wenigen Funktionen, insbesondere die animierte „UK Maps“ hat uns immer und sehr genau gezeigt, wie das Wetter in den kommenden Stunden und am nächsten Tag wird.

Historic Scotland – Sehenswürdigkeit

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten mit aktuellen Terminen und Tipps. Erkennt, wo in der Nähe die nächste Sehenswürdigkeit ist.
Aufgepasst: Es sind nur die im Historic Scotland angeschlossenen Sehenswürdigkeiten vertreten.

Private Schlösser und Parks fehlen. Im Norden Schottlands gibt es ein konkurrierendes Netzwerk mit eigener App. Die Mitgliedschaft lohnt sich ab ca. 2 Wochen Aufenthalt und man spart enorm Eintrittsgelder und besucht durch die Mitgliedschaft eher einmal einen Park oder ein Schloss mehr. Sehr zu empfehlen.

Park4Night – Die Übernachtungs-Community!

In wenigen Jahren hat sich Park4Night zum Platzhirsch entwickelt. Die Community trägt ständig neue Stellplätze, Picknickorte oder sehenswerte Plätze ein. Lebt vom Mitmachen, also nicht nur nutzen, sondern auch selbst beurteilen, beschreiben und Bilder einstellen.
Mit dieser App fanden wir außergewöhnliche Übernachtunsgplätze und tolle Aussichten.

Google Maps – KartenApp

Eigentlich braucht man diese App nicht mehr beschreiben. Da wir sie aber täglich, quasi immer nutzen, nur der Tipp: Vor dem Urlaub sich Offline-Karten herunter zu laden.
Wenn dann vor Ort kein Internet verfügbar ist, hat man trotzdem seine Detailkarte dabei.
Gute Vorbereitung ist also wichtig

TomTom – Navigation Auto / Bike / Wandern

Unsere Lieblings-Navigation App.
Zwar hat unser Kennwood Naviceiver ein tolles eingebautes Navigationssystem.
Aber TomTom hatte auch in Schottland immer die Verkehrsnachrichten bereit. Zudem zeigt es die Geschwindigkeit automatisch ab der Grenze in Meilen an und warnt bei Überschreiten der Geschwindigkeit. Aufpassen muss man trotzdem. Oft ist der schnellste oder kürzeste nicht der beste Weg. Die Geräte führen einen in Schottland gerne einmal durch sehr kleine Gassen und Feldwege. Also vor Fahrtantritt genau schauen und lieber den Umweg auf einer großen Straße in Kauf nehmen.

Schottland Reisebericht:

Schottland - Wichtige Infos vor dem Start
Unsere Reiseführer - Buchempfehlung
Die TOP-Reiseziele
01 - Anreise, Jedburgh Abbey, Melrose Abbey
02 - Mit dem Kajak zum Bass Rock, Tantallon Castle, Basstölpel und Robben  
03 - Edinburgh mit dem eBike, Castle und Royal Mile
04 - Harry Potter Trail, Dean Village und die Kelpies
05 - Stirling Castle, Wallace Monument
06 - Zum Golfen nach St. Andrews
07 - Highlands und Balmoreal Castle: Die Queen ist zu Besuch
08 - Dunnotar Castle - Pennan
09 - Whiskytasting und das Schlachtfeld Culloden
10 - Dunrobin Castle und Loch Ness
11 - Delfine vom Stellplatz aus beobachten
12 - Das berühmteste Schloss: Eilean Donan Castle
13 - Hebrideninsel Skye und der Leuchtturm Neist Point
14 - Feary Pool ohne Wiederkehr
15 - Singing Sands
16 - Tobermory auf Mull
17 - PUFFINS!!!
18 - Islay - ein ganz privater Whisky Trip
19 - Clencoe,
20 - Radtour am Lake Katrine: Mit Sir Walter Scott unterwegs
21 - Calaeverock Castle, Hadrians Wall und Robin Hood
22 - Tipps
23 - Empfehlungen
24 - Reiseroute

Die wichtigsten Tipps für den Schottland Trip mit dem Womo

Unsere Schottlandtipps sind nicht die üblichen: „Hier ist es toll und da solltet ihr auch hin“.
Wir erzählen euch hier, was uns in Schottland aufgefallen ist und was wir auf unserer Wohnmobilreise als wichtig empfunden haben:

Historic Scotland - Membership

Wenn ihr länger als zwei Wochen unterwegs seid, holt euch an der ersten Sehenswürdigkeit von Historic Scotland die Jahresmitgliedschaft!

Dazu gibt es auch eine App und ihr könnt jederzeit sehen, welche Sehenswürdigkeit in der Nähe im Preis inbegriffen ist. Nach wenigen Besuchen hat sich die Mitgliedschaft schon gelohnt. Der Jahresbeitrag kostete uns £96,00 für 2 Personen - Bei Eintrittspreisen von 10-15£ pro Person bei einer Sehenswürdigkeit ist man ansonsten sehr schnell teurer.

Manche Sehenswürdigkeit ist im Privatbesitz und dementsprechend nicht im Preis enthalten. Es lohnt trotzdem.
Wir haben bei all den Sehenswürdigkeiten am Ende durch den Pass mehr als 150 Pfund gespart!

Jede Möglichkeit der Ent- und Versorgung nutzen!

Manchmal findet man tagelang dazu keine Möglichkeit.Es gibt nur sehr, sehr wenige offizielle Ent- und Versorgungsplätze in Schottland.In öffentlichen Toiletten dürfen keine Chemietoiletten entsorgt werden! Mit SOG fährt man ohne Chemie. An Campingplätzen kann man oft gegen Gebühr Ent- und Versorgen, wobei die Gebühren manchmal dem Übernachtungspreis gleich kommen! Die wichtigsten Tipps für den Schottland Trip mit dem Womo weiterlesen

Schottland – Die schönsten Ziele – Der Roadtrip –

Schottland Reisebericht:

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02 - Mit dem Kajak zum Bass Rock, Tantallon Castle, Basstölpel und Robben  
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04 - Harry Potter Trail, Dean Village und die Kelpies
05 - Stirling Castle, Wallace Monument
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07 - Highlands und Balmoreal Castle: Die Queen ist zu Besuch
08 - Dunnotar Castle - Pennan
09 - Whiskytasting und das Schlachtfeld Culloden
10 - Dunrobin Castle und Loch Ness
11 - Delfine vom Stellplatz aus beobachten
12 - Das berühmteste Schloss: Eilean Donan Castle
13 - Hebrideninsel Skye und der Leuchtturm Neist Point
14 - Feary Pool ohne Wiederkehr
15 - Singing Sands
16 - Tobermory auf Mull
17 - PUFFINS!!!
18 - Islay - ein ganz privater Whisky Trip
19 - Clencoe,
20 - Radtour am Lake Katrine: Mit Sir Walter Scott unterwegs
21 - Calaeverock Castle, Hadrians Wall und Robin Hood
22 - Tipps
23 - Die wichtigsten APPS
24 - Reiseroute

21 Reisetage…

…haben wir in Schottland verbracht. Mit An- und Abreise waren es
3 1/2 Wochen in denen wir viel erlebt und gesehen haben. Unglaublich nette Menschen kennengelernt, einige abenteuerliche Straßen mit dem Wohnmobil bewältigt. Mit ein wenig Mut tolle Übernachtungsplätze gefunden und nicht nur die schönsten Kalender-Bilder in natura gesehen, auch Tiere aus nächster Nähe sehen dürfen, die wir sonst nur aus Tierfilmen kennen.

Schottland Reiseroute

StepMap

Schottland ist sicher mehr als nur eine Reise wert und wir sind dankbar in diesen drei Wochen keinen Regen gehabt zu haben, obwohl die Schotten uns immer wieder erzählten, dass zu Schottland der Regen einfach gehört und viele Landschaften im Regen schöner erscheinen.
Doch wir wollen nicht undankbar sein, haben aber gerne auf den Regen verzichtet.

Folgt uns doch auf unserem Roadtrip, gestartet haben wir in Newcastle und nach 3500 langen Kilometern ging es von dort auch wieder zurück nach Amsterdam.

Am besten ihr beginnt hier und arbeitet euch dann von Tag zu Tag durch unsere Reise: Jedburgh

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Schottland: Die Dreiecksburg und der Robin Hood Baum

Caerlaverock Castle,

das berühmte dreieckige Schloss an der Grenze zu England, sollte auf einer Schottlandreise nicht fehlen.
Wir nutzen den günstigen und perfekten Stellplatz einige hundert Meter entfernt zur Übernachtung und ent- und versorgen. Der Stellplatz bittet um einen Zuwendung übers Internet und das machen wir auch gerne.


Nach einer ruhigen Nacht am Meer starten wir morgens zum letzten Schloss unseres Urlaubs. Wir bekommen den Stempel für ‚Member“ in unseren Guide und unterhalten uns noch eine Weile mit den netten Damen am Empfang.
Wir kennen das Schloss von Kindesbeinen an: In „Robbi, Tobbi und das Fliwatüt“ gab es ein dreieckiges Schloss in Schottland. Das kann nur Caerlaverock Castle gewesen sein.
Anmutig sieht die Burg aus der Luft aus und auch in den noch stehenden Gemäuern spürt man den Geist der Jahrhunderte.

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Unweit der Burg stand eine noch ältere Anlage. Nur die Grundmauern sind übrig, doch auch hier weht ein Hauch der Geschichte.
Im Besucherzentrum läuft ein kurzer Film über die Belagerungen der Burg. Lange hielt sie stand, aber irgendwann wurden die Mauern überwunden.

Wir fahren weiter in Richtung Fähre. Newcastle könnten wir schnell auf der Autobahn erreichen, aber eine Nacht haben wir noch Zeit. So folgen wir der kleinen Straße parallel des Hadrian Wall und kommen auf diesem Weg nach England.

Die Geschichten von Robert the Bruce und William Wallace sind hier nicht mehr Gegenstand der Verehrung.
In diesem Teil von England scheint sich alles um die ersten Römer zu drehen, die nicht nur überall Forts hinterlassen haben, sondern auch den berühmten Wall, quer durch England, um sich vor den barbarischen Pikten zu schützen.

Hadrianswall

Dass dies so nicht stimmen kann, sieht man schnell, wenn man auf einem der Hügel über eine lange Strecke der Mauer schaut. So viele Römer können hier gar nicht gewacht haben, um an allen Enden einen Angriff abzuwehren.

Hadrianswall

So glauben wir viel eher der neueren Einschätzung, dass die Mauer dazu diente, den Warenverkehr zu bestimmten Übergängen zu lotsen, um Steuern erheben zu können und Schmuggel zu erschweren.
Auch ungewünschte Einwanderung sollte so unterbunden werden.

Das erinnert leider alles an heutige Zustände. Trumps Mauer und Seehofers Lager. Irgendwie scheint sich Geschichte immer zu wiederholen.

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Wir sind sehr beeindruckt von der immerhin 170km langen Mauer aus den Jahren 122-128.
Wie man zu dieser Zeit ein solches Bauwerk hier errichten konnte? Ohne Bagger, schwere Maschinen, Laster und moderne Logistik?
Offenbar waren die alten Römer zu mehr in der Lage, als wir es heute manchmal sind.

Beim Flug mit der Drohne entlang des Hadrianwalls fällt mir ein Baum auf.
Erst heute Morgen haben Nadja und ich gerade über diese  eine Filmszene gesprochen, die am Hadrianswall gedreht sein könnte, und nun ist doch tatsächlich dieser Baum direkt voraus. Wir wussten nicht einmal, dass der Film hier gedreht wurde

Robin Hood, König der Diebe. Mit Kevin Costner und Morgan Freeman.
An dieser Stelle rettet sich der Junge vor den Soldaten des Scherriffs auf den Baum und Robin Hood kämpft alleine gegen die Soldaten, während Morgan Freeman noch betet.

Nennt sich Sycamore Gap

Wir beschließen, die Nacht am Hadrianswall zu verbringen. An unserem Parkplatz ist dies verboten – ganz eindeutig sind Erklärungen am Parkautomat jedoch nicht. Irgendetwas steht von Kamera und Abfahrtszeit. Werden wir hier gescannt? Wir lesen weiter und finden einen Hinweis zu einem Stellplatz am Besucherzentrum mit dem bezeichneten Namen „The Still“ unterhalb des Hügels.
Dieser entpuppt sich dann als wahre Oase!Viele Wohnmobile könnten hier stehen. Aber wir sind ganz alleine!
Man bezahlt an einem Automaten, wenn man abfährt. Bei An- und Ausfahrt wird von einer Kamera das Nummernschild aufgenommen und das System erkennt, wie lang man auf dem Platz war. Nun kann man am Automat oder übers Internet bezahlen! Wer nicht bezahlt, bekommt nach einigen Wochen eine hohe Strafe in Rechnung gestellt.
Die Übernachtung kostet 10 Pfund – uns werden am nächsten Morgen, warum auch immer, nur 5 Pfund in Rechnung gestellt.

Der Platz ist himmlisch gelegen, sanfte Hügel tausende von bunten Blumen, Schmetterlingen, Vögeln.
Die nahegelegene Straße hört man überhaupt nicht.
So sitzen wir lange in der Abendsonne, warten auf den Sonnenuntergang.
Morgen geht es wieder nach Hause. Leider.

Schottland Reisebericht:

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04 - Harry Potter Trail, Dean Village und die Kelpies
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09 - Whiskytasting und das Schlachtfeld Culloden
10 - Dunrobin Castle und Loch Ness
11 - Delfine vom Stellplatz aus beobachten
12 - Das berühmteste Schloss: Eilean Donan Castle
13 - Hebrideninsel Skye und der Leuchtturm Neist Point
14 - Feary Pool ohne Wiederkehr
15 - Singing Sands
16 - Tobermory auf Mull
17 - PUFFINS!!!
18 - Islay - ein ganz privater Whisky Trip
19 - Clencoe,
20 - Radtour am Lake Katrine: Mit Sir Walter Scott unterwegs
21 - Calaeverock Castle, Hadrians Wall und Robin Hood
21 - Tipps
22 - Empfehlungen
23 - Reiseroute

Schottland: Bei Sir Walter Scott

The Lady of the Lake (vertont von Schubert), Ivanhoe und natürlich Rob Roy machten Sir Walter Scott bekannt. Natürlich hat es etwas mit Heldenverehrung zu tun und die Schotten suchten  zu dieser Zeit ihre Nationalhelden.
Hier am Loch Katrine hat Sir Walter Scott einige seiner Geschichten angesiedelt und dementsprechend geliebt wird dieser See von vielen Schotten.
Auch hat Queen Viktoria ein Cottage hier, das alte Dampfschiff trägt den Namen der großen Ikone und am Ende des Sees steht tatsächlich auch noch das Haus des legendären Rob Roy. Ein Viehdieb und Clanoberhaupt, der sich gegen die Engländer behauptet – heute zum schottischen Robin Hood erkoren.
Grund genug, dass Lake Katrine zumindest bei Engländern und Schotten ein begehrtes Ausflugsziel ist. Schottland: Bei Sir Walter Scott weiterlesen

Schottland: Glencoe – Das Wunderland

Glencoe ist vielen Wanderern ein Begriff. Hunderte Trails ziehen sich durch das Hochland, viele Touristen vergessen dabei, dass sie sich quasi im Hochgebirge bewegen. Schnell kann das Wetter umschlagen und den höchsten Berg, Bidean nam Bian, einmal ohne Nebel zu sehen, soll eins der Weltwunder sein.
Wir starten sehr früh am morgen und der Nebel sitzt noch auf den Bergspitzen, die Sonne tastet sich aber langsam voran. Und so ahnen wir, wie verwunschen die Landschaft aussehen kann.
Wir fahren eine kleine Straße parallel der Hauptroute entlang. Es lohnt sich obwohl die Straße für ein Wohnmobil schon recht schmal ist. Aber da sind wir von Skye schlimmeres gewohnt.

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An einem Bach halten wir uns erfrischen uns nahe der Quelle am sauberen Wasser. Davon nehme ich doch gleich mal ein wenig mit, denn entgegen der viel verbreiteten Meinung, verdünnen die Schotten gerne einmal ihren Whisky mit Wasser. Quellwasser.

Am Clachaig Inn kommen wir (leider) wieder auf die Hauptstraße. Das Tal wird enger, die Berge höher und wir wollen an fast jeder Ecke aus dem Auto springen und die Landschaft feiern. Am „Meeting of three waters“ tun wir das dann auch, drehen dann noch einmal um, fahren zu einem weiteren Aussichtsparkplatz, können uns nicht satt sehen.

Weiter geht es zur Moorlandschaft am Loch Ba.

Das Wetter spielt wieder einmal mit. Was sollen wir erzählen? Von Libellen, die um uns herum sausen? Der Sonne, die heiß vom Himmel scheint? Von Spiegelungen weit entfernter Berge im See?

Schaut einfach selbst:

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Der Tag vergeht viel zu schnell, am Nachmittag fahren wir an Kilchurn Castle vorbei. Die Sonne hat hier wohl den Hochnebel den ganzen Tag nicht bezwungen.

Erst am späten Nachmittag, als wir am Invernary Castle ankommen, erbarmt sich die Sonne und will uns auch dieses Schloss mit seinem schönen Garten im besten Licht zeigen.

Invernary Castle

Invernary Castle ist im Privatbesitz (so nutzt uns unsere Member-Karte nichts) lohnt aber den Besuch.
Der attraktive Garten bietet biedere und wilde Teile und viele Bänke, die zum verweilen einladen.
Die Midges lassen uns zumindest im sonnigen Teil in Frieden, im eher schattigen Teil lauern sie hingegen.

Das Innere des Schlosses ermöglicht einem ein Einblick in das Familienleben des Duke of Argyll.
Viel bekannter durfte das Schloss hingegen allen Bewunderern der Serie Downtown Abbey sein. Aber auch James Bond Skyfall wurde hier gedreht.

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Gegen Abend übernachten wir auf einem Campingplatz am Loch Lomond. Doch hier sind Schwärme von Midges unterwegs und obwohl der See und Landschaft schön sind, bleiben wir lieber im Wohnmobil.
Der Campingplatz liegt wie fast alle Übernachtungsplätze am nördlichen Teil des Sees, direkt an der Straße und richtig ruhig wird es dort nicht. Vielleicht wären wir doch besser gleich zum Loch Katrine gefahren. Dort erwartet uns morgen kein geringerer als Sir Walter Scott.

Schottland Reisebericht:

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Schottland: Papageientaucher knutschen und Erdgeschichte auf Staffa erleben

Mit dem Boot fahren wir heute zu den Treshnish Islands und nach Staffa.

Die Crew von „Staffa Tours“ sammelt uns am Morgen in Tobermory auf und da das Meer spiegelglatt ist, fährt das hochmoderne und schnelle Boot uns ziemlich rasch und komfortabel zu den Treshnish Islands.

Tipp:
Von Tobermory aus lässt sich mit einigen Booten die Inseln vor Mull gut erreichen. Staffa Tours hat eins der schnellsten Boote und bietet Tagestrips an.
Auf den Treshnish Islands kommt man dann bis auf wenige Meter an die Puffins heran. Wer sich vorsichtig nähert und leise ist, dem sind unvergessliche Bilder garantiert.

Auf Lunga haben wir zwei Stunden Aufenthalt und können die Insel erobern.
Und unsere Models warten schon.
Die Vögel auf der Insel sind nicht gezähmt, aber wenn man sich ihnen vorsichtig und überlegt nähert, hat man gute Chancen Papageientaucher, Trottellummen und Toralke aus nächster Nähe zu beobachten.

Mein 300 mm Teleobjektiv hätte ich auch zuhause lassen können.
Dieses Video ist aus einem halben Meter Entfernung mit dem Handy gemacht.
Eigentlich will ich gar nicht mehr von der Insel, aber man hat uns vorgewarnt: es wird nicht gewartet, gerne kann man auch am nächsten Tag wieder mit dem Schiff zurückfahren.

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Der nächste Halt ist die Insel Staffa.
Staffa ist eine Vulkaninsel, von der wir schon früher öfters gehört haben. Sehenswert sind die Basaltblöcke, die achteckig die ganze Insel zu bilden scheinen. Dabei sind originelle Strukturen entstanden, eine erinnert uns an eine Sprungschanze.

Das Schiff fährt dank des ruhigen Wasser bis in die Höhle „Fingals Cave“ und entlässt uns dann an Land.

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Auf dem Rückweg fahren wir noch an einem Schloss vorbei und können aus der Ferne einen Seeadler erkennen. Unser Skipper kennt den Horst des Pärchens und fährt auch dort noch vorbei. Ich bin dankbar, dass er das aus großer Entfernung tut, denn Seeadler in der Brut zu stören, finde ich unmöglich.
Am späten Nachmittag kommen wir im sonnigen Tobermory an, gönnen uns eine weitere Hafenrunde mit Eis und Kaffee und freuen uns über die tollen Eindrücke des Tages.

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Schottland Reisebericht:

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Schottland: Single Road Trip to Tobermory

Von der restlichen Landschaft auf „Ardemacken“ (Ardnamurchan) habe ich nicht viel gesehen.
Auf dem Weg zur Fähre nach Tobermory war ich dermaßen auf die Straße fixiert, dass ich von der Landschaft (wunderschön sagt Nadja) und den tollen Landhäusern (wunderschön sagt Nadja) absolut nichts mitbekommen haben.
Warum ich mich so auf den Weg konzentriert habe: na schaut einfach selbst.

Nach einiger Zeit habe ich nur noch Randstreifen, Ausweichbuchten und ab zu einen Rhododendron gesehen.

Einige Kilometer vor dem Fährhafen hält uns dann ein Wohnmobil an.
„Die Fähre fährt heute nicht mehr. Auf dem Meer ist dichter Nebel“
Das hat uns gerade noch gefehlt. Aber die Straße ist so eng, dass wir die 50 Meilen Umweg nicht fahren wollen. Im Zweifel warten wir bis zum nächsten Tag.

Direkt vor der Fähre hält uns wieder ein Wohnmobil an.
„Die Fähre fährt frühestens am Nachmittag, vielleicht auch erst morgen“
Es ist nun 11 Uhr geworden und wir sind froh angekommen zu sein. Dann geht es halt erst morgen weiter.
An der Fähre stellt man uns (mal wieder) die Frage: „Haben sie reserviert ?“ Nein, haben wir nicht.
„Wegen Nebels können wir nicht fahren“
Vielleicht später. Ich frage, ob denn überhaupt Platz für uns sei. Die Antwort: „Ja. Es sind zwei Wohnmobile weggefahren. Daher haben wir wieder Platz“.
Am Hafen scheint fett die Sonne auf den Asphalt, aber keine Meile entfernt, steht auf dem Meer eine undurchdringliche Nebelwand.
So etwas haben wir noch nicht gesehen.

Wir warten und nur eine Stunde später öffnet die Fähre ihre Tore und es geht tatsächlich schon los.
Gut, das die anderen Wohnmobilfahrer und Autofahrer ungeduldig waren, sonst hätten wir an diesem Tag vielleicht keinen freien Platz bekommen.

Nach kurzer Überfahrt kommen wir auf der Isle of Mull im sehenswerten Tobermory an.
Wir finden einen Parkplatz direkt am Hafen und der Mitarbeiter eines Reservierungsbüros ermutigt uns, trotz Warnschild, auf dem Parkplatz zu übernachten.
Wir buchen bei ihm eine Bootstour für den nächsten Tag nach Staffa und zu den Treshnish Islands.
Den restlichen Tag genießen wir beim Bummel durch die kleinen Läden, die Destillerie (bäh – schmeckt wie Medizin) und nette Cafés.
Gegen Abend besuchen wir das Mishnish, den Pub in Tobermory.
Grandioser Name – nach drei Ale spricht sich der ganz automatisch.
Alle Innenräume sind individuell und jeden Abend gibt es irgendetwas Besonderes. Meist wechseln sich wohl Fußball und Live-Musik ab.

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Mull wimmelt von Ottern. Überall an der Küste besteht die Möglichkeit, welche zu sehen.
Aber wir hatten genug Aktion in den letzten Tagen und so sitzen wir nur faul auf einer Bank vorm Wohnmobil, lesen, trinken Kaffee, schlafen, essen, lesen und schlafen.
Genau das ist es, was uns am Wohnmobil gefällt: wir machen gerade das, was uns gefällt.

Schottland Reisebericht:

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09 - Whiskytasting und das Schlachtfeld Culloden
10 - Dunrobin Castle und Loch Ness
11 - Delfine vom Stellplatz aus beobachten
12 - Das berühmteste Schloss: Eilean Donan Castle
13 - Hebrideninsel Skye und der Leuchtturm Neist Point
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Schottland: Von Harry Potters Viadukt und singenden Stränden

Sehr, sehr früh am Morgen verlassen wir die kleine Straße an den Fairy Pools und fahren zurück zur Talisker Brauerei. Erst dort duschen und frühstücken wir. Noch einmal Touristenchaos, darauf hatten wir keine Lust.
Sehr, sehr viele Besucher in Schottland fahren mit Mietautos durch die Gegend. Die Cleveren haben kleine Wagen gebucht – die anderen dicke Schlitten. Und auf den kleinen Straßen ihre Entscheidung sicher oft bereut.
Wir wollen zügig nach Armadale und dann mit der Fähre nach Mallaig.
Was wir nicht ahnen: diese Fähre sollte man immer vorbuchen. Ansonsten kann es passieren, dass man länger warten muss, manchmal auch bis zum nächsten Tag. Naiv, wie wir sind, fahren wir munter drauf los. 
Erstes Highlight an diesem Tag sind dann unverhofft: Hochlandrinder!
Es gibt sie gar nicht mehr so oft. Häufig zu sehen sind mit Hochlandrindern gekreuzte Rinder. Aber echte Highland Cattle haben wir nur drei Mal im ganzen Urlaub gesehen.

Ich habe mir ernsthaft überlegt, ob ich ein paar Bilder aus dem Odenwald oder der Rhön in unseren Reisebericht einbaue. Dort sieht man häufiger Hochlandrinder als in Schottland.

Die Fahrt durch den unteren Teil von Skye gestaltet sich geruhsam: mit europäischen Fördermitteln sind weite Teile der Straßen ausgebaut worden und so kommen wir gegen 11 Uhr am Hafen von Armadale an. „Wie, nicht gebucht? Dann bitte zur Seite fahren, die nächsten Fähren sind ausgebucht.“ Glücklicherweise findet sich dann doch schon auf der nächsten Fähre ein Plätzchen.
Nadja hat sich derweil Armadale Castle und den großzügigen Park angeschaut, ich in der Nähe an einer öffentlichen Toilette entsorgt. Unser Zeitplan kommt zwar wieder einmal durcheinander, aber noch sind wir im Plan.

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In Mallaig fahren wir dann kurz nach der Ankunft an der schon unter Dampf stehenden Lokomotive des Jakobite Train vorbei. Wenn nun alles klappt und wir gut vorankommen, schaffen wir es tatsächlich rechtzeitig zum Harry Potter Viadukt in Glenfinnan, um die fahrende Dampflok zu sehen. Im Bewusstsein, dass wir später die Strecke auch wieder zurück fahren, rasen wir an einigen schönen Ecken vorbei, stellen unser Wohnmobil auf den letzten freien Parkplatz unterhalb des Viadukts und schnappen die Räder, um rasch die zwei Kilometer auf einer für den Verkehr gesperrten Straße zu fahren.
Wir hasten den steilen Hang zum bekannten Aussichtspunkt hinauf und keine 20 Minuten später kommt der erste Jakobite Train aus Fort Williams und kurz danach die Dampflok aus Mallaig.

Glenfinnan Viadukt

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Perfektes Timing!
Die Drohne hatte ich aufgrund eines Hinweisschildes im Wohnmobil gelassen, ein Ungar erklärt mir dann, dass das Schild nicht auf ein Flugverbot hinweist, sondern nur darauf, dass man sich eine Erlaubnis für 10 Pfund kaufen muss, wenn man den Zug aus der Vogelperspektive filmen möchte.
Freundlicherweise überlässt uns Tommy Plugor seine Bilder und Videos.

created Tommy Plugor

Nun haben wir viel Zeit und so fahren wir tiefenentspannt und zufrieden bei schönstem Sonnenschein zurück in Richtung Mallaig, um nach dem Loch Eilt auf kleinen Straßen in Richtung Westen abzubiegen.
Könnt ihr euch noch an Leith aus Edinburgh erinnern? Am Campingplatz vor dem Tantallon Castle haben uns Leith und seine Frau Heather ihre Lieblingsorte auf Skye und  Ardnamurchan (wenn er es ausspricht, hört es sich wie „Ardemacken“ an) auf unserer Planungskarte eingezeichnet.
Von  den „Singing Sands“ haben sie mehr als nur geschwärmt!
Obwohl wir davon nie gehört hatten und auf dieser Halbinsel auch sonst keine großen Ziele kennen, war es für uns selbstverständlich hier her zu fahren. Schließlich wollten wir wissen, was Leith an den Singing Sands so begeistert.

Die Straße wird zusehends enger und wir kommen nur langsam voran. Landschaftlich ist es wunderschön und es gibt hier viele Hütten und Ferienhäuser. Als wir nicht sicher sind, ob wir mit dem Wohnmobil einen noch kleineren Weg befahren können, fragen wir eine andere Autofahrerin, die gerade an uns vorbei fahren will. Und oh Wunder: sie antwortet auf Deutsch! Sie ist Deutsche und wohnt schon lange in diesem einsamen Winkel Schottlands und fängt ebenfalls sofort an, von den Singing Sands zu schwärmen. Ja, wir könnten bis ca. 4 km vor den Singing Sands mit dem Wohnmobil fahren und dann mit den Rädern bis zum Strand.
Und übernachten könnten wir auf dem Parkplatz auch, das sein kein Problem.
Wunderbar! Denn mittlerweile ist es später Nachmittag, dann haben wir schon einen Platz für die Nacht.
Was die nette Frau natürlich nicht einschätzen kann: kurz vor dem Parkplatz geht es durch ein enges Tor und noch enger stehende Hecken und wir schrubben ganz gut mit dem Wohnmobil an den Ästen entlang. Glücklicherweise gibt es keinen Gegenverkehr.
Der Parkplatz liegt dann völlig einsam an einer flachen Bucht. Perfekt für die Nacht.
Mit den eBikes geht es über sehr grobe und holprige Wege an der Bucht entlang durch Wälder über einen steilen Höhenrücken und einem weiteren Wald.
4 Kilometer, eher mehr. Und wir sind froh, die Räder zu haben.
Und dann stehen wir vor feinstem Sandstrand, die tiefstehende Sonne wärmt uns, wir sitzen am Strand, trinken ein mitgebrachtes Bier.
Völlig allein.
Sind wir wirklich in Schottland?
Dieser Strand könnte auch irgendwo weit im Süden liegen.
Aber warum heißt der Strand „Singing Sands“?

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Wir entdecken es nicht sofort. Erst als wir nicht über den Sand gehen, sondern die Füße schleifen lassen, geht es los.

Der Sand gibt tatsächlich Töne ab. Wir sind völlig perplex. WIESO? WIE GEHT DAS?
Man kann sogar unterschiedliche Töne erzeugen. Es quietscht, je länger man durch den Sand schlurft.
Je tiefer der Sand, desto lauter.
Das ist der Knaller!

Und das genialste ist: niemand weiß, warum das so ist.
In unserer ach so perfekt erforschten Welt, gibt es noch immer Dinge, die nicht erklärbar sind.

Lange sitzen wir am Strand und genießen die Ruhe. Einmal taucht eine Robbe kurz auf – ansonsten passiert einfach nichts. Unweit des Strands gibt es noch ein idyllisches Becken mit einem Wasserfall.
Ebenfalls ein schönes Fotomotiv.

Zurück am Wohnmobil offenbart uns sich die Kehrseite der Medaille: mit dem Sonnenuntergang (geniale Bilder durch die Spiegelung im flachen Wasser der Bucht!!!) kommen die Midges!
Unmengen. Schwärme. Ich grille im Freien. Komplett eingesprüht mit Nobite. Doch das reicht nicht. Hut, lange Jacke, Strümpfe, dicke Schuhe. Bloß nicht den Mund aufmachen und immer wieder habe ich Midges in den Ohren und der Nase.

Ein langer Tag neigt sich dem Ende zu. Wieder haben wir viel gesehen und erlebt. Wieder war uns der Wettergott gewogen und auch die Technik passt bislang perfekt.

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Schottland Reisebericht:

Schottland - Wichtige Infos vor dem Start
Unsere Reiseführer - Buchempfehlung
Die TOP-Reiseziele
01 - Anreise, Jedburgh Abbey, Melrose Abbey
02 - Mit dem Kajak zum Bass Rock, Tantallon Castle, Basstölpel und Robben  
03 - Edinburgh mit dem eBike, Castle und Royal Mile
04 - Harry Potter Trail, Dean Village und die Kelpies
05 - Stirling Castle, Wallace Monument
06 - Zum Golfen nach St. Andrews
07 - Highlands und Balmoreal Castle: Die Queen ist zu Besuch
08 - Dunnotar Castle - Pennan
09 - Whiskytasting und das Schlachtfeld Culloden
10 - Dunrobin Castle und Loch Ness
11 - Delfine vom Stellplatz aus beobachten
12 - Das berühmteste Schloss: Eilean Donan Castle
13 - Hebrideninsel Skye und der Leuchtturm Neist Point
14 - Feary Pool ohne Wiederkehr
15 - Singing Sands
16 - Tobermory auf Mull
17 - PUFFINS!!!
18 - Islay - ein ganz privater Whisky Trip
19 - Clencoe,
20 - Radtour am Lake Katrine: Mit Sir Walter Scott unterwegs
21 - Calaeverock Castle, Hadrians Wall und Robin Hood
21 - Tipps
22 - Empfehlungen
23 - Reiseroute

Schottland: Wir sitzen fest – Fairy Pools

Als hätten wir es geahnt.
Dieser schottische Morgen ist anders. In der Nacht hat eine steife Brise uns auf dem Plateau über Neist Point ordentlich durchgeschüttelt und als wir die Rollos öffnen, begrüßt uns der neue Tag mit einem wohl echt schottischen Ausblick.
Wolken treiben über die Bergspitzen und das Meer peitscht gegen die Felsen.
Ende der sonnigen Phase?

Wir beeilen uns mit dem Frühstück, denn am Vormittag kommen viele Touristen die Single Track Straße in unsere Richtung und bis dahin wären wir gerne schon weit weg von den engsten Stellen.
Doch weit kommen wir nicht. Am Wegesrand war Nadja schon auf der Herfahrt ein Schild aufgefallen und so halten wir wieder einmal spontan an. Der Weg sieht für unser Wohnmobil zu eng aus und um Risiko zu vermeiden, bleiben wir auf dem Parkplatz an der „Hauptstraße“. Eine gute Entscheidung!
Wir laufen zu Skye Weavers, einer kleinen Manufaktur, die Stoffe, insbesondere Tweet herstellt. Mit einer Webmaschine aus Harris wird auf traditionelle Weise Tweet hergestellt. Nur mit eigener Muskelkraft darf die Maschine betrieben werden!
Der Weber freut sich über unseren Besuch und fängt sofort an zu erklären und zu erzählen. Und das macht er nicht nur gut, sondern auch spannend.
Nadja darf dann auch an die Maschine und einige Reihen weben.

Ein kleiner Ausflug, der wirklich Spaß gemacht hat, noch dazu merkt man, dass diese Menschen ihre Arbeit lieben und niemals von ihrer Insel, aus ihrer Bucht weg wollen. Irgendwo an der Hauptstraße wären sie eine großartige Touristenattraktion und könnten viele Stoffe und Tweet verkaufen.
Ich liebe die Lebensphilosophie dieser Menschen. Und frage mich mehr als einmal, warum ich das nicht auch machen kann. Oder wir alle. Immer höher, schneller, weiter. Was treibt uns?
Wenn ich das Leben hier sehe –  das mit Sicherheit nicht einfach ist – dann ahne ich, dass die Leute sich nicht verbiegen lassen wollen. Ihnen ist die Natur, der Wind, das Wetter, die Freunde wichtiger.

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Das sieht man oft auch am Aussehen. Schiefe Zähne, bei jungen Leuten. Ganz normal.
Bei uns wird jeder schon in jungen Jahren in die Form gepresst. Die Klamotten sind uniform, obwohl wir Uniformen ablehnen. Hier in Schottland siehst du Menschen in Klamotten herumlaufen, die keinerlei vergleichbaren Stil kennen. Bunt, gestreift, gestreift und bunt. Eng und weit kombiniert. Dazu ein Hut, eine Weste, einen Überwurf in wieder völlig anderer Art.
Alles ganz normal.

Die Schulkinder in ihren Uniformen. Und trotzdem heben sie sich durch Kleinigkeiten voneinander ab. Die Mädels durch ein enges Röckchen oder Tuch, die Jungs allenfalls durch ‚Hemd aus der Hose‘- diese Form der Ablehnung der Norm, kenne wir ja selbst von früher.
Ach, die Leute hier haben einfach Stil – einen völlig eigenen und jeder für sich.

Nach unserer Tweetorgie folgt der Whisky.
Wir kommen zur Destillerie Talisker.
Die liegt nicht in Talisker, sondern wurde vom Gründer in Carbost, direkt am Hafen errichtet. Auch vor fast 200 Jahren konnten die Menschen schon kaufmännisch voraus denken.
Heute gehört die Destillerie zu einem Großkonzern, wie eigentlich fast alle Whisky Brennereien.

Von einer Freundin haben wir ein kleines Büchlein mit Wanderungen auf Skye bekommen und da eine dieser Touren gar nicht weit entfernt beginnt, fahren wir einen einsamen Single Road Track in Richtung Berge.
Zu den Fairy Pools wollen wir.
Aus dem Fels gewaschene Becken, in denen hartgesottene sogar Baden sollen.

Chaos

Der Weg ist wie so oft sehr eng. Und als wir uns dem Ziel nähern, stellen wir fest, dass wir mit dem Wohnmobil wohl hier fehl am Platz sind, denn unsere Vorstellung vom einsamen Wanderweg, haben auch einige hundert andere Touristen als Urlaubsziel auserkoren.
Die steil nach unten führende Straße ist völlig verstopft. Parkende Autos versperren die Ausweichstellen, Autofahrer, die nicht einmal richtig rückwärts rangieren können. Überforderte Linkslenker in Rechtslenker Autos. Totales Chaos.
Von unten wollen Autos aus dem Tal und geben den Weg nicht frei. Einige Busse wollen Touristengruppen ausladen.
Wir kommen am eigentlichen Parkplatz vorbei, ärgern uns, dass wir nicht auf der Passhöhe einen Parkplatz gewählt hatten (dort standen einige Wohnmobile, der Platz war auch voll), können natürlich nicht im Straßengraben parken und entscheiden, weiter ins Tal zu fahren.
Und irgendwie auf anderen Wegen wieder raus aus dem Chaos.
Das geht aber am Ende gar nicht.
Zwar sagt Google Maps, dass es noch weiter Straßen gibt, aber das sind gesperrte Wege, allenfalls für Offroader und Mountainbikes nutzbar.
Wir bleiben an einer Brücke über einen Bach stehen und beschließen mit den eBikes den steilen Weg zurück zum Anfang des Wanderwegs zu nehmen. Somit entgehen wir dem Chaos.
Und da der Platz wirklich schön ist, werden wir die Nacht bleiben und früh am Morgen – noch bevor das nächste Verkehrschaos los geht – weiter zu fahren.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, was auf den zwei Kilometern los ist. Manche Menschen sehen offenbar nur ihren eigenen Parkplatz. Egal, ob dann noch Busse oder Wohnmobile vorbei kommen. Und wenn Gegenverkehr kommt: Pech gehabt. Und die Straße ist richtig eng.

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Die Wanderung und die Fairy Pools sind wirklich nett. Die ausgewaschenen Felsformation bieten das eine oder andere Fotomotiv, aber dafür den ganzen Stress und aberwitzig viele Badeschlappen-Touristen – nein, dafür gibt es keine Empfehlung.
Kein Wunder, dass oberhalb der Pools ein Schild darauf hinweist, dass man sich nun im Hochgebirge befindet und ganz schnell Wetterwechsel und Steinschlag drohen.

Zurück am Wohnmobil verbringen wir eine außerordentlich ruhige Nacht. Die Straße war übrigens auch um 21 Uhr noch zugeparkt! Ach, und die Sonne scheint weiterhin.

 

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