Wieviel „Solaranlage“ brauche ich im Wohnmobil? Teil 2

Teil  – jetzt mit Excel Kalkulation2

Selber kalkulieren:
Zieht euch die Geräte in eine Tabelle und rechnet euren eigenen Verbrauch aus:

 ProduktWattAmpereNutzungZeit in hAh SommerAh Winter
TV: 45Watt : 12 V = 3,75ATV453,75tgl. 2 Stunden27,57,5
Sat-Receiver 35 Watt : 12 V = 2,91ASat-Receiver352,92tgl. 2 Stunden25,835,83
Ladegerät Handy: 0,18ALadegerät Handy 0,185 Stunden, 6 Geräte305,45,4
Fön 1000 Watt : 230 V = 4,5 A aber 1000 Watt / 12 V (am Wechselrichter) = 83 AFön Winter1000833 Frauen (a 5 Min.)0,2520,75
1 Mann (3 Minuten)
Fön 1000 Watt : 230 V = 4,5 A aber 1000 Watt / 12 V (am Wechselrichter) = 83 AFön Sommer1000833 Frauen (a 3 Min.)0,1512,45
1 Mann (2 Minuten)
Ladegerät Foto: 0,2ALadegerät Foto 0,2wöchentlich 5 Stunden0,750,150,15
Ladegerät NotebookLadegerät Notebook 5täglich drei Stunden31515
Wasserpumpe: 3 AWasserpumpe 3täglich 45 Minuten0,752,252,25
Truma-HeizungSchnitt 1,1A 1,1Winter 16h1617,6
Truma-HeizungSchnitt 1,1A 1,1Sommer 2h22,2
LichtLED-Lampen151,25Winter 8h810
LichtLED-Lampen151,25Sommer 3h33,75
    Gesamtverbrauch 54,5384,48

Selbst kalkulieren?

Auf die Tabelle rechts klicken zum Dowload einer Excel-Datei.
Dort könnt ihr euren Verbrauch selbst kalkulieren

Wie viel verbrauchen wir im Wohnmobil

Je nach Batterietyp schafft unser Energiedepot nur wenige oder mehrfache Tiefentladungen.
Unter 50% der Nominalkapazität sollte man daher seine Batterie zügig laden. Im Zweifel, in dem man am nächsten Standort den Landstrom anschließt. Wer oft tiefentlädt und seine Batterie nicht pflegt, wird nicht lange Spaß haben.

Habe ich nur eine kleine Batterie mit 80 Ah an Bord, kann ich zuverlässig nur die Hälfte davon verbrauchen (maximal spricht man landläufig von 80% der Nennleistung, die die Batterie überhaupt abgeben kann – wer das ausreizt, riskiert einen plötzlichen Batterietot).

Vorteil Lithium:
Anders sieht das bei Lithium Batterien aus. Diese kann man fast bis auf Null herunterfahren, ohne dass die Batterie leidet. Wer sich für Lithium entscheidet, kann dementsprechend die volle Ah Zahl nutzen. Das hat Vorteile: Entweder kann man eine kleinere Batterie kaufen und damit Gewicht sparen (200Ah Blei = 100 Ah Lithium) oder sich einen großen Puffer leisten, denn wenn ich 200 Ah Blei durch Lithium ersetze kann ich auch 200 Ah komplett entnehmen und nicht nur die Hälfte (100 Ah), wie bei Bleibatterien.

Viele Informationen zum Thema Lithium und ein komplettes Profi-Interview findet ihr hier:

 

Viele Antworten auf spezielle Fragen

zum Beispiel, warum ein Ladebooster wichtig sein kann und wieso man auf die richtig dimensionierten Kabel achten muss, findet ihr im ausführlichen Video:

 

 



Noch einmal zurück zum Verbrauch:
40 Ah sind mit TV und Fön oder Kaffeemaschine und Wechselrichter ganz schnell beisammen. In kurzer Zeit viel Strom abgeben tut der Batterie nicht gut.
Wer nun durch Solar dagegen hält, verlängert zwar die Nutzungsdauer, führt die Batterie jedoch regelmäßig an ihre Belastungsgrenze.
Ein frühes Altern und gegebenenfalls einen frühen Tod  der Batterie ist so vorprogrammiert. Da helfen ebenfalls die Lithiumbatterien mit ihrem eingebauten Batteriemanagementsystem (BMS), aber auch diese wollen nicht ständig überfordert werden.

Umgekehrt nutzt es wenig, sich viele (Solar-)Watt aufs Dach zu kleben, ohne die Batteriekapazität zu erhöhen. Die Batterie ist zwar sehr schnell vollgeladen – aber mehr, wie die Nennleistung der Batterie, kann man nicht speichern. 
Wenn der Eimer voll ist, läuft er nicht etwa über: 
Der Solarladeregler schaltet einfach ab. 
(Das ist der Grund, warum viel Menschen bei schönstem Sonnenschein erstaunt feststellen, dass die Solarpanels 0 Watt liefern – da ist nichts kaputt. Die Batterie ist einfach voll!)

Spätestens an einem Tag, mit wenig Sonnenschein, ereilt dann eine kleine Batterie das o.g. Schicksal: oft über 50% entladen. Schnelle Alterung vorprogrammiert.
Zwar können neue Batterien, wie Lithium, auch deutlich höher entladen werden, jedoch verschiebt sich damit nur das Problem. Mehr Entnahme als Ladung über den Tag hinweg.
Daher: Die Kapazität erhöhen = Sicherheit im Alltag

Für unseren Wunsch, auch im Winter mehrere Tage autark stehen zu können, benötigen wir ca. 200 Ah Batteriekapazität. Das entspricht 100 Ah Lithiumbatterie.

Zu der 200 Ah Batterie passt dann sehr gut eine 200 – 300 Watt Solaranlage.
Wir entschließen uns für 200 Watt auf dem Dach* und werden noch einen 100 Watt Solarkoffer dazu schalten, sofern wir einmal längere Standzeiten einplanen.
Da wir derzeit jeden zweiten Tag einige hundert Kilometer fahren – somit eher ein Reisemobil fahren – ist das noch Zukunftsmusik für uns.
Wer täglich den Standort wechselt, sollte sich überlegen einen Ladebooster zu installieren: Moderne Lichtmaschinen schalten das Laden der Batterie nach kurzer Zeit ab, ältere Steuerungen laden die Batterien nur langsam. Mit einem Ladebooster kann man seine Batterie auch auf kurzen Strecken schnell laden!

Einen Benzin-Generator (Moppel) lehnen wir des Lärms und Gestanks wegen rundweg ab, alternativ haben wir seit 2017 eine EFOY Brennstoffzelle im Einsatz. In der Anschaffung teuer, im Betrieb auch im Winter unübertroffen. Strom, wann immer wir ihn brauchen.

Die Erfahrung der letzten vier Jahr hat uns gezeigt, dass wir mit 200 Ah im Keller und 200 Watt auf dem Dach großzügig genug ausgerüstet sind. Und an den trüben Herbst- und Wintertagen schalten wir die Brennstoffzelle von EFOY hinzu.

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*Dieser Artikel enthält Affiliate Links / Werbelinks zu verschiedenen Produkten

Jürgen Rode

Jürgen Rode

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6 Antworten

  1. Die genaue Rechnerrei bringt nur theoretische Werte. Grundsatz heißt, wenig bringt nicht viel. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass 200WP in vielen Fällen ausreichen. Ein guter Laderegler oder sogar eine Licium- Batterie steigern den Ertrag erheblich.

    1. Eckhard, du hast grundsätzlich recht. Aber es ist doch gut, sich gegenwärtig zu machen, wieviel jedes Gerät ungefähr verbraucht.
      Denn nicht jeder will einen TV oder braucht eine Kaffeemaschine. Und manchmal ist dann weniger auch mehr 🙂

  2. Hallo Jürgen,
    ein toller Rechner. Ich habe mir auch so einen gebastelt (bzw. für einen Bekannten). Da sieht man schön durch die Veränderung der Zahlen wo die Reise hingeht.
    Allerdings vermisse ich in Deiner Aufstellung den Kühlschrank.

    1. Gute Idee! Und eine Kaffeemaschine. Und Thermomix. Muss ich gleich mal ausmessen. Sind ja einige mit dem halben Hausstand unterwegs 🙂

  3. Hallo Jürgen
    Habe Dich schon lange abonniert und verfolge Deine Beiträge ständig .
    Bin auch mit halben Hausstand unterwegs ,und mit 300 W ,Generator und Efoy . Leider noch keine Lifepo4 und da ist es trotzdem knapp mit dem Strom wenn die Sonne nicht scheint ,da wir 90 % frei stehen und da kommt noch die Waschmaschine ins Spiel und im Winter der Trockner.
    Da ich alles in einen Hymer 680 B untergebracht habe wird es ganz schön knapp und dafür ist dein Rechner super und werde mir auch eine Tabelle machen damit ich den Generator nicht mehr anwerfen muß. Aber werden die Lithium Batterien mein Problem lösen ?
    oder kann man den Generator an einen Ladebooster anschließen ? und würde das überhaupt was bringen bei 300 W.

    LG von Reiner aus dem Spreewald

    1. Ich kann dir nicht sagen, ob dein Moppel deine Batterie brät, die die ich kenne haben einen Regler. Auf jeden Fall wären Lithium in der Lage höhere Ströme aufzunehmen.

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