Schweden – Urlaubstraum in Blau-Gelb

Mit dem Wohnmobil nach Schweden.
Das ist für uns jedes Mal ein Urlaubstraum. Ein wenig fühlt es sich an, wie heimkommen.
Warum das so ist und was euch in Schweden als Wohnmobilfahrer erwartet, berichten wir in diesem Blog.
In den weiteren Teilen zeigen wir euch nicht nur unseren aktuellen Trip, sondern gehen auch auf viele andere tollen Plätze ein und stellen euch unsere Schweden Traum-Tour vor.

Das erste Mal in Schweden mit dem Wohnmobil

Immer, wenn man das erste Mal ein Land bereist, ist es ein wenig aufregender. Nicht nur eine andere Sprache, eine andere Währung, auch die Frage, wie sind die Leute und natürlich wie funktioniert das mit den Wohnmobil oder Wohnwagen?

Denn da in Schweden alles sehr weitläufig ist, kann man einen Roadtrip auch sehr gut mit dem Wohnwagen fahren. Und das sieht man in Schweden auch oft, denn viele Schweden fahren selbst mit dem Wohnwagengespann von Platz zu Platz.
Aber auch die Menge an Wohnmobilen hat massiv zugenommen: Der Schwede fährt gerne und im eigenen Land viel mit seinem Wohnmobil.
Und das Schweden schon lange kein Geheimtipp mehr ist, zeigen spätestens im Juli und August die Massen an ausländischen Wohnmobilen, die – wie überall – auch Probleme bereiten können.

 

Wohnmobilland Schweden

Was macht für uns Schweden als Urlaubsland aus?
In erster Linie die Weite! Und das meist stabile Sommerwetter
Sollte es doch einmal regnen, besteht aber immer die Chance, dass sich das nach wenigen Stunden ändert.
Überhaupt sind die Wolken für Nadja das Schönste an Schweden!
Schäfchenwolken oder auch große Wolken, meist in einer Höhe, dass sie imposante Bilder an den typisch schwedischblauen Himmel malen. Wir könnten Bildbände von diesen Wolken füllen.
Und so sucht man sich gerne ein Plätzchen und schaut eine Zeit einfach den Wolken beim Ziehen zu.

Das ist herrlich entspannend.

Wolkenträume

Natur in Hülle und Fülle

Und dann ist da natürlich die Natur.
Überall, wirklich überall gibt es kleine Naturschutzgebiete, Parklandschaften und Wälder, durch die man streifen kann.
Die Schweden haben einen Fabel fürs Wandern und so finden sich überall gute Wander und mittlerweile auch Radwege. Das Fernwandernetz ist gigantisch, und bei den Fernradwegen haben wir im Dalsland in diesem Jahr selbst erlebt, wie stark Schweden hier aktiv ist.
Die Schweden sind im Sommer gerne draußen und so findet sich oft und überall eine Bank, eine Hütte für die Nacht, eine Feuerstelle.
Und das meist auch noch liebevoll dekoriert oder an besonderen Orten im Wald angelegt.
Das geht soweit, dass wir dieses Jahr im Wald einen Platz für Zelte fanden, der extra begradigt wurde, damit die Wanderer, die mit Zelt kommen, eine ebene Fläche vorfinden.

 

Problem: Jedermannsrecht

Gerade unter Wohnmobilfahrern ist der Glaube verbreitet, in Schweden gelte das Jedermannsrecht und deshalb dürfen sie sich überall hinstellen.
Dem ist aber nicht so. Und gerade im Süden wird das mittlerweile geahndet und endet mit Sperrungen von Plätzen und Verbotsschildern an Badestellen und mitten im Wald.

Das Jedermannsrecht gilt für den Wanderer mit Zelt. Das ist die eigentliche Zielgruppe. Und davon gibt es viele. Und wer nicht im Zelt unterkommt, findet überall im Land Wanderheime, eine Art Jugendherberge, manchmal ganz einfach, nicht selten gut ausgestattet.
Und man findet eigentlich überall an den Trails Hütten, teils nur Unterstände mit Schlafmöglichkeit.
Und wer lieber sein Zelt aufbauen will, der darf das immer und überall – wenn er sich an die Regeln hält. Dann darf er sogar auf Privatgrund übernachten, wenn er weit genug vom nächsten Haus entfernt bleibt.
Aber das gilt eben nicht für Wohnmobile oder Gespanne!

 

Übernachtungsplätze

Und doch gibt es viele tolle Möglichkeiten frei zu stehen. 
Tagsüber an Badestellen am Meer oder Seen völlig unproblematisch und nicht selten haben wir die Anwohner gefragt, ob wir am Straßenrand an einem See übernachten dürfen und bekamen die Erlaubnis.
Und nicht zu vergessen: Es gibt unglaublich viele, gut gelegene und nicht teure Campingplätze.

Und einige sind kleine Familienbetriebe – eine einfach Wiese direkt am See. Absolut liebenswert!
Einen solchen haben wir am See Åsnens gefunden, aber es gibt sie überall und kosten wenig. Familienanschluss inklusive.
Wobei es sich bemerkbar macht: Je weiter im Süden, desto weniger gern werden Camper und Wohnmobile gesehen. In Mittelschweden oder im Norden haben wir eher das Gefühl, dass die Menschen sich freuen, dass wir uns für ihre Landschaft und ihre Region begeistern.

Und deswegen ist Fingerspitzengefühl gefragt und wir fahren immer dann weiter, wenn wir das Gefühl haben, zu stören oder nicht willkommen zu sein. Und wir stellen uns auch nie zu anderen Wohnmobilen dazu. Niemand sagt etwas gegen ein, zwei Wohnmobile, aber wenn der Parkplatz mitten im Wald zu einem Campingplatz verkommt, dann fühlt sich kein Anwohner mehr wohl und Stress ist vorprogrammiert.

 

Ver- und Entsorgung

Natürlich gibt es ganz offizielle Stellplätze mit Ent- und Versorgung. Aber in manchen Regionen sind diese spärlich gesät.
Mit unserer Trenntoilette sind wir selten darauf angewiesen, aber die Wohnmobile und Wohnwagen mit der normalen Toilettenkassette wollen alle zwei Tage entsorgt werden. 
Eine Zusatzkassette entspannt dann die Situation.

An den vielen Rastplätzen an großen Straßen gibt es Toilettenhäuschen, die oft auch eine Kassettenentsorgung ermöglichen.
Bitte schüttet eure Toiletten nicht in Dixie Klos oder Plumpsklos, die es regelmäßig an Naturschutzgebieten gibt.
Grauwasser in Schweden zu entsorgen ist dann schon schwieriger. Auf dem Land gibt es meist nicht einmal einen Gully und wenn es so etwas auf einem Parkplatz gibt, geht das Wasser meist einfach in den nächsten Bach. Und dort gehört Grauwasser nun einmal nicht hin.
Am besten fragt ihr – wir machen das oft bei Tankstellen in Städten. Gefragt und wenn erlaubt, raus mit dem Grauwasser.
Oder einfach alle paar Tage auf einen Campingplatz fahren und dort Ver- und Entsorgen.

Wasser

Gerade im Norden und immer dann, wenn kein offizieller Versorgungsplatz zu finden war, haben wir an Tankstellen Wasser gebunkert.
Auch dort fragt Nadja immer erst an und noch nie (!) wurden wir abgewiesen. Im Gegenteil.
Ihr findet den Wasserhahn dann meist in einem Schrank, in dem auch die Luftdruckgeräte stehen.
Erst einmal einiges Wasser ablaufen lassen, um die Leitung zu spülen.
Dann den eigenen Gardena-Adapter und unseren DIY Grobfilter aufschrauben. Natürlich den eigenen Schlauch benutzen und Wasser auffüllen.

Da es in Schweden in Supermärkten keine Sprudelwasserflaschen gibt – also, es gibt sie schon, aber für die Schweden ist es völlig normal sein Wasser aus dem Wasserhahn zu trinken und dementsprechend ist Flaschenwasser eher für feierliche Gelegenheiten und meist teuer, auf jeden Fall füllen wir meist dann am Wasserhahn auch 6-8 Wasserflaschen auf, damit wir neben dem Wasser im Tank, auch noch ein paar frisch gefüllte Flaschen Wasser dabei haben.

Dem Wasser in Schweden vertrauen wir völlig. Zusätzlich haben wir eine UV Entkeimung und neuerdings das Tank-O3 im Tank. Aber auch ohne diese Maßnahmen kann man das Wasser aus dem Hahn trinken.
Ausnahmen bestätigen die Regel: Sieht der Hahn oder das Umfeld schlecht aus, fahren wir lieber weiter.

Sehenswürdigkeiten oder Natur

Alle unsere Roadtrips in Schweden drehten sich um das Thema Seheswürdigkeiten. Meist verbinden wir tolle Bilder auf der Landkarte zu einer Tour und nicht selten landen wir dann unweigerlich mitten in der Natur.
Und da in Schweden manche Sehenswürdigkeit die Natur oder ein Landschaft selbst ist, sind unsere Roadtrips immer eine Mischung aus Städtetrips und Naturwunder.

Dabei kann man sich verzetteln!
Wenn ihr das erste Mal nach Schweden fahrt, nehmt euch nicht zu viel vor!
Denn es gibt so viele unglaubliche Highlights, dass man entweder permanent große Strecken fährt oder sich zu wenig Zeit für die einzelnen Highlights nimmt.

Plant lieber weniger, dafür mehrere Schwedenreisen.

Lange Strecken!

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Unterschätzt die Dimensionen nicht.
Auf der Landkarte oder bei Google Maps sieht Schweden gar nicht so groß aus. 
Doch aufgepasst. Viele unterschätzen die Strecken in Schweden.
Zum einen liegt das an der Länge Schwedens, zum anderen gibt es keine Autobahnen mit Tempo 120 mit denen man große Strecken in kurzer Zeit fahren kann. Die gibt es, aber regional und meist nicht lange.
Realistisch sind Landstraßen mit stellenweise 100 Km/h, aber nicht selten fahren die Schweden auch da langsamer und wir haben auch in diesem Jahr wieder Laster gesehen, die knapp hinter PKWs fuhren. 
Der Schwede fährt gelassen, hält gerne Abstand und Vollgas ist nicht jedem bekannt.
Gott-sei-Dank!
Und je nördlicher und ursprünglicher die Landschaft, desto eher stoßt ihr auf 70 Km/h Straßen oder gar auf Schotterstraßen (die sich gut fahren lassen!!). Dann geht es noch langsamer vorwärts.
Das macht das Fahren in Schweden so unglaublich entspannt. Sofern man selbst Zeit hat!
Das bedeutet aber auch, dass man für 300 Kilometer schon mal 5 Stunden braucht. Oder länger! Denn am Wegesrand gibt es einen See, eine tolle Landschaft, nette Häuschen und dort einfach vorbei zu rasen, sollte man nicht. Schweden heißt genießen! Und das geht nicht im Rennmodus.
Daher unser Tipp: Lieber kurze Strecken fahren. Oder eine lange Strecke so schnell wie möglich und dann wieder vor Ort länger verweilen.
Wir haben in den ersten Jahren den Fehler gemacht, dass wir uns zu viele Orte abhaken wollten und am Ende zu viel Zeit hinter dem Steuer verbrachten. Entspannung stellte sich bei diesem Urlaub nicht ein.

Wohin in Schweden

Die Frage ist natürlich nicht zu beantworten. Ganz egal, wen ihr fragt, ihr werdet unterschiedliche Antworten finden.
Aber wir behaupten natürlich: Womo.blog hat die schönsten Orte gesehen. (ALLE!)
Das ist natürlich völliger Quatsch, aber jeder Reiseführer behauptet das, dann können wir das auch.
Blöde nur, dass wir auf jeder neuen Reise wieder neue Orte und Plätze finden, die uns begeistern und die wir gerne teilen wollen.
Und sogar unsere schwedischen Freunde wundern sich, was wir in ihrem Land schon alles entdeckt haben. Aber das ist bei uns in Deutschland ja nicht anders. Wer von uns würde behaupten, alle tollen Plätze zu kennen? Und manche ausländische Tourist kennt sich bei uns besser aus, wie wir selbst.

So bleibt uns nur, euch die Highlights, die wir auf gut 10 Reisen in und durch Schweden gesehen haben, zu zeigen.
Dem geneigten Leser sei empfohlen, sich dann seine eigene Reise zusammen zu stellen und uns vielleicht auch Rückmeldung über andere schöne Flecken, Museen, Parks und Schlösser zu geben.

 

Der Start - Schiff oder Brücke?

Bevor wir ganz im Süden starten:
Wie kommen wir nach Schweden?
Vor dreißig Jahren stellten wir uns diese Frage und damals gab es die Vogelfluglinie oder die Fähre ab Travemünde.
Damals musst es so günstig, wie möglich sein und doch hatten wir uns für die Fähre der TT-Line entschieden: Von Travemünde nach Trelleborg.
Hier zahlt man die gefühlt hohen Fährkosten, spart aber auf der anderen Seite viel Zeit auf der Piste und nicht unerheblich Sprit und Mautgebühren.
Und das hat sich bis heute nicht geändert.

Wir nehmen lieber das Schiff!

Mit dem spitzen Bleistift gerechnet ist die Fahrt mit der Fähre am Ende nicht teurer – für uns sogar günstiger, denn den Erholungswert setzen wir mittlerweile höher an und gönnen uns jedes Mal eine Kabine.
Wer früh planen kann, spart bei der Fähre manchmal erheblich. So haben wir für Hin- und Rückfahrt mit Kabine und Essen für drei Personen schon mal nur 230 Euro bezahlt. In diesem Jahr war der Normalpreis fällig und wir kamen auf 366 Euro – inklusive Essen und Fika für zwei Personen. Aber das Essen kann man sich getrost sparen, die Qualität ist, vielleicht wegen Corona, bei der TT-Line nicht mehr so, dass wir das wieder buchen werden.
Das war früher übrigens anders. Überhaupt sehen die Schiffe momentan wirklich nicht gut aus. Man merkt, dass die Reisebranche leidet und vielleicht deswegen an der Erhaltung und am Service gespart wird.

Das soll den Urlaub nicht trüben. So eine Fährfahrt ist keine Kreuzfahrt und wir sind nach 7-9 Stunden wieder von Bord.
Auch die Kabine kann man sich sparen, aber da wir immer bis spät in die Nacht nach Travemünde fahren (eher rasen), duschen wir an Bord ausgiebig und verschlafen in der Kabine den größten Teil der Überfahrt und starten dann am späten Nachmittag erholt in Schweden.
Und weil die Sonne im Sommer in Schweden spät untergeht, kann man von Trelleborg aus noch zwei, drei Stunden in bis zum ersten Ziel fahren.

Und das ist für euch und uns Ystad und Ales stenar.
Damit starten wir in der nächsten Folge
.

Jürgen Rode

Jürgen Rode

Womo.blog
Jürgen Rode schreibt seit 2012 auf Womo.blog
Der gelernte Wertpapierspezialist ist in der elterlichen Maschinenbaufirma groß geworden und arbeitet noch heute gerne in seiner Werkstatt. Als Sportler wurde er 1991 Bumerang-Europameister

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5 Antworten

  1. Ja, nun haben wir euren Bericht gelesen. Erfolg: unser Hunger darauf dieses Land zu bereisen ist nochmal größer geworden😁. Aber die paar Wochen bis zum Urlaub vergehen bestimmt rasch.
    Unsere Recherche Ziele betreffend hat uns schon jetzt auf den Boden zurück geholt. So viele Ziele kann man in einen Urlaub gar nicht hineinpacken wie wir da gefunden haben. Aber Schweden wird es die nächsten Jahre ja auch noch geben😉
    Viele Grüße… Conny & Martin

    1. Martin, wir können euch bestimmt noch einige oben drauf packen 🙂
      Aber im Ernst: Das größte Highlight ist das Land selbst!
      Du fährst durch Wiesen, Felder und Wälder, dann kommt ein See und Schwupps sitzt du beim Fika unter blauen Himmel und der Tag dürfte nie zu Ende gehen!

  2. Bin schon ganz neidisch. Aber bis zum Urlaub ist es auch noch ein bisschen Vorfreude. Wir fahren nun schon seit 14 Jahren ein bis zweimal im Jahr dorthin und sind immer noch total begeistert. Vor allem die Natur und die scheinbar grenzenlose Freiheit begeistern auch unsere schon großen Kinder immer noch. Und das mit den günstigen und oft wunderschön gelegenen Plätzen kann ich wirklich nur bestätigen.

    Bin Mal auf die Überfahrt gespannt. Das hörte sich jetzt nicht ganz so soll an, aber wir fahren nachts, dann schlafen wir eh. Unser Frühstück gibt’s dann in Trelleborg im ICA.

    Schöne sommerliche Wochen😀☀️

  3. Toll erzählt, Danke. Zwei Drittel davon können wir zustimmen und voll Bestätigen weil wir an einigen der Ziele und Eindrücke selbst 2018 für 6 Wochen vor Ort waren. So wie es aussieht werden wir in 2022 Wiederholungstäter werden.

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