Batterie austauschen und aufrüsten: Wie viel Strom braucht man im Wohnmobil?

2013-04-27_18-19-32_Womo__MG_6284-1600Irgendwann ist es bei jedem Wohnmobil soweit: Die Batterie wird schwach, soll ausgetauscht oder erweitert werden.
Bei uns war die Aufbaubatterie wohl zwischen drei und fünf Jahren alt und vom Vorbesitzer nie gewartet worden.
Schon im Winter stellte ich fest: Die Batterie ist trocken. Mit destilliertem Wasser aufgefüllt und reconditioniert tat sie zwar noch ihren Dienst, aber Leistungsspitzen brachte sie nicht mehr und so war es an der Zeit sich Gedanken über die zukünftige Energieversorgung zu machen.Der Wohnmobil Fachmarkt ist voll von tollen Angeboten und  die einschlägigen Foren quillen über mit lesenswerten Artikeln: Welches ist die beste Lösung, um lange unabhängig zu sein. Blei-, Gel-, AGM, LiFePo. Fachchinesisch überall.

Für schnelle Leser: Mittlerweile fahren wir Exide / Sonnenschein

Am besten fand ich das Gespräch im hiesigen Wohnmobilcenter: „Batterie? Wir haben nur AGM. Im Wohnmobil darf man nichts anderes mehr einbauen. Kostet halt auch ein wenig mehr“ Ah, ja! Das nennt man Verkäuferherz. Der Käufer hat unwidersprochen gekauft. 250 Euro für 100 Ah.

Der Preis spielt da oft keine Rolle und ich überlege oft, ob Wohnmobilfahrer (wie in der Werbung) tatsächlich die grauhaarigen, gut aussehenden Männer und Frauen sind, die nach einem harten Managerleben ihre massiv vorhandenen Kröten gerne bereit sind für tolle Hardware auszugeben, statt es den Erben zu überlassen. Manche Wohnmobilfahrer sind so stark „Amperisiert“, dass mir beim hochrechnen des Gesamtwertes der Batterien schwindelig wird.

Aber natürlich sind die Ansprüche völlig verschieden und jeder muss schauen, wie er damit zu recht kommt.

Um das gleich zu Beginn zu sagen: Diese Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, skizzieren nur, wie wir uns informiert haben, was wir dabei gelernt und am Ende umgesetzt haben. Das kann für andere passen, muss es aber natürlich nicht. Vielleicht hilft es aber die eigene Linie zu finden.

Wir fahren bewusst ein 6 Meter Mobil und unter 3,5 Tonnen. Dementsprechend haben wir keine Subwoofer, Großfeld TV und Kühltruhe oder Kaffeevollautomaten dabei. Das einzige was regelmäßig viel Strom verbraucht ist am Morgen ein Fön, der über einen Wechselrichter betrieben wird. TV wurde bislang bei uns im Urlaub wenig geschaut, weil wir gar keinen dabei hatten, vielleicht wird das nun in Zukunft mehr. Dementsprechend sind wir bislang mit 100AH Stunden ausgekommen.
Nach dem aber fest stand, dass die Batterie immer schwächer wird, war es Zeit sich grundsätzlich Gedanken über den Stromverbrauch und das Thema Batterien zu machen:

Wie hoch ist der Tagesverbrauch? Und was läuft eigentlich den ganzen Tag im Wohnmobil? Bei uns sind es:

Heizung

TV / Sat / Antenne

Ladegeräte Handy, Navi, Laptop – Täglich

Ladegeräte Foto, EBook-reader – wöchentlich

Fön (Langhaar-Frauen und ein Kurzhaar-Mann)

Licht (LEDs)

Kühlschrank – gar nicht: läuft nur bei Fahrt auf Batterie, ansonsten GAS (!)

Wasserpumpe, Panel,

Das wird bei jedem Reisemobil und je nach den eigenen Sonderwünschen anders sein.

Schauen wir uns mal die Grundrechnung an:

Verbrauch (W) : Spannung (V) = benötigte Leistung (A)

und

benötigte Leistung * Zeit (in Stunden) = AH

Also eigentlich ganz einfach. Meist steht auf dem Typenschild auf der Rückseite der Geräte eine Watt-Angabe. Manchmal findet man auch schon die Ampere Angabe. Unterstellen wir einmal, dass diese auch stimmt (da wird gerne durch den Hersteller geschönt) können wir unseren Tagesbedarf recht leicht ermitteln:

Heizung (natürlich im Winter mehr, im Sommer je nach Reiseziel weniger):

TV: 45Watt : 12 V = 3,75A

Sat-Receiver 35 Watt : 12 V = 2,91A

Ladegerät Handy: 0,18A

Fön 1000 Watt : 230 V = 4,5 A aber 1000 Watt / 12 V (am Wechselrichter) = 83 A

Ladegerät Foto: 0,2A

Wasserpumpe: 3 A

 

daraus erstelle ich folgende Tabelle:

Produkt Watt Ampere Nutzung Zeit in h Ah Sommer Ah Winter
TV: 45Watt : 12 V = 3,75A TV 45 3,75 tgl. 2 Stunden 2 7,50 7,50
Sat-Receiver 35 Watt : 12 V = 2,91A Sat-Receiver 35 2,92 tgl. 2 Stunden 2 5,83 5,83
Ladegerät Handy: 0,18A Ladegerät Handy 0,18 5 Stunden, 6 Geräte 30 5,40 5,40
Fön 1000 Watt : 230 V = 4,5 A aber 1000 Watt / 12 V (am Wechselrichter) = 83 A Fön Winter 1000 83,00 3 Frauen (a 10 Min.)
1 Mann (3 Minuten)
0,5 41,50
Fön 1000 Watt : 230 V = 4,5 A aber 1000 Watt / 12 V (am Wechselrichter) = 83 A Fön Sommer 1000 83,00 3 Frauen (a 3 Min.)
1 Mann (2 Minuten)
0,15 12,45
Ladegerät Foto: 0,2A Ladegerät Foto 0,20 wöchentlich 5 Stunden 0,75 0,15 0,15
Ladegerät Notebook Ladegerät Notebook 5,00 täglich drei Stunden 3 15,00 15,00
Wasserpumpe: 3 A Wasserpumpe 3,00 täglich 45 Minuten 0,75 2,25 2,25
Truma-Heizung Schnitt 1,1A 1,1 Winter 16h 16 17,60
Truma-Heizung Schnitt 1,1A 1,1 Sommer 2h 16 17,60
Licht LED-Lampen 15 1,25 Winter 8h 8 10,00
Licht LED-Lampen 15 1,25 Sommer 3h 3 3,75
Gesamtverbrauch 69,93 105,23

Einen täglichen Gesamtverbrauch von 70 Ah im Sommer und 100 Ah im Winter  ist also für uns realistisch. Da unsere Handys, Kindles, Laptops uns sehr wichtig sind, werden wir da auch nichts ändern können. Aber planen wir lieber mit einem „mehr“. Weniger geht immer!
Den Kaffee-Vollautomat haben wir nicht dabei, denn der Kaffee aus dem Espressokocher schmeckt uns im Urlaub gut genug, dass wir darauf gerne verzichten!

Wenn nicht gefönt und kein TV geschaut wird, liegt der Verbrauch natürlich deutlich niedriger. Aber rechnen wir lieber mit den Spitzen, als später knausern zu müssen.

Die Tabelle können sie hier Ampere-Berechnung herunterladen und ihren eigenen Verbrauch einmal austesten. Natürlich müssen dann die eigenen Gewohnheiten berücksichtigt werden. Der eine guckt 8 Stunden am Tag Fernseher, der andere trinkt seinen Wein bei Kerzenlicht.

Ein paar Stromspartips:

Ladegeräte – überhaupt alle Geräte (TV/SAT) – vom Stromnetz trennen, wenn sie nicht gebraucht werden. Ansonsten fressen sie ein paar Watt Strom. Stunde um Stunde. Und das macht sich im Wohnmobil viel schneller bemerkbar, wie zuhause!

Lampen auf LED umrüsten! Wir kommen auf durchschnittliche 15 Watt beim Licht und haben es wirklich sehr hell im Wohnmobil. 15 Watt in Form einer Halogenbirne,  reicht kaum zum lesen. Wer sein Wohnmobil mit herkömmliche Lampenfährt beleuchtet kommt schnell auf 100 – 200 Watt, damit es angenehm hell ist.
200 Watt : 12 V = 16,6 A!
Bei 8 Stunden im Herbst summiert sich das auf satt 133 Ah (!) ->LEDs können mit 1/10 des Verbrauchs die gleiche Helligkeit bieten! Hier lesen sie, wie wir unser Wohnmobil auf LED umgerüstet haben: LED

Der Speicher

Nun kennen wir unseren täglichen Bedarf und können erstmals realistisch einschätzen, wie groß unsere Batterie sein sollte oder muss.

In unserem Wohnmobil ist eine 100Ah Batterie verbaut. Ohne Landstrom reicht das also ein bis zwei Tage.
Sollte man meinen.
Dem ist aber nicht so! Mehrere Faktoren spielen da eine wichtige Rolle:

Das Alter der Batterie
Der Ladezustand
Der maximal entnehmbare Strommenge.

An dieser Stelle der Hinweis: Ich versuche das alles für Laien zu beschreiben. Wenn jetzt der Profi die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, bitte ich um Nachsicht, aber die grundsätzliche Aussage soll verständlich bleiben.

Eine Batterie altert. Das hat jeder schon einmal an seinem Smartphone oder Mp3-Player bemerkt. Kann man das Gerät frisch aus dem Handel noch tagelang laufen lassen, geht ihm nach 3 Jahren innerhalb eines Tages die Luft aus.

So geht das auch bei Autobatterien. Schlecht gewartet und gelagert, lebt manche Batterie nur wenige Jahre. Gut gewartet und regelmäßig mit entsprechenden Ladegeräten reconditioniert packen es manche 8 Jahre und mehr, treu ihren Dienst zu tun. Dazu kommen so böse Worte wie „Tiefentladen“. Das sagt einem der Händler spätestens dann, wenn man die Batterie reklamieren will. „Die haben sie tiefentladen, damit ist die Garantie flöten“. Dabei hatte ich die Batterie immer nur im Wohnmobil und nie im Keller gehabt. Was der gute Mann mir sagen wollte: Eine Batterie sollte man nie bis zum allerletzten Ampere ausquetschen. Das vertragen sie gar nicht. Also immer darauf achten, dass man auch nicht benutzte Wohnmobile immer mal wieder – z.B. einmal im Monat – an das Stromnetz hängt. Gut, wer ein Solarpanel hat. Aber aufgepasst: Im Winter hilft nur Landstrom. Wer gar nicht fährt und das Wohnmobil weit entfernt abstellt, kann auch die Batterie ausbauen und im deutlich wärmeren Keller überwintern lassen. Dazu die Batterie einmal im Monat an ein Ladegerät gehängt und die Batterie wird noch lange treu den Dienst tun.

Bei den herkömmlichen Bleibatterien gibt es auf der Oberseite Schraubdeckel. Diese dienen dazu, zu überprüfen, ob die Batterie mit destilliertem Wasser aufgefüllt werden muss. Alle Halbjahr kontrolliere ich den Füllstand und fülle entsprechend der Batterieangabe auf.
Haben sie eine „Wartungsfreie“ Batterie entfällt das unter Umständen.

Wie viel Strom aus der Batterie kommt hängt natürlich auch maßgeblich vom Ladezustand ab. Wer nicht geladen hat, kann auch keinen Strom entnehmen. Hört sich trivial an, wird aber oft vergessen. Eine halbe Stunde mit dem Wohnmobil gefahren, wird nicht ausreichen, den Tagesverlust des Vortages auszugleichen! Die beste Solaranlage hilft nichts im Winter oder bei Starkregen im Sommer. Dementsprechend den Ladezustand überprüfen und im Zweifel mal an den Landstrom, dann gibt es keine bösen Überraschungen. (In Oberhof, im Winter fiel uns die Heizung aus, da die Batterie leer war. Gut, dass wir eine Ersatzbatterie dabei hatten.)

In unserem ersten Wohnmobil steckte so gut wie keine Technik. An die Batterie wurden die Verbraucher direkt angeschlossen. Die Folge war, dass man lesen konnte, bis die Lampe immer dunkler und dunkler und dunkler wurde. Irgendwann war die Lampe aus. Und die Batterie richtig leer. Total leer. Tiefentladen.

Damit dies nicht passieren kann, gibt es in modernen Wohnmobilen eine Elektronikeinheit, die sofern eine bestimmte Spannung unterschritten wird, abschaltet. (Manche warnen freundlicherweise vorher). So kann man die Batterie nicht zerstören.

Das bedeutet aber auch, dass man nicht an die volle Kapazität der Batterie heran kommt. Man sagt als Faustformel 20% bleiben in der Batterie.
Da ich die Batterie auch nicht ganz voll bekomme, kann man davon ausgehen, dass man 60-80% der aufgedruckten Leistung tatsächlich nutzen kann.

So bleiben von unseren 100 Ah noch 60-80 Ah übrig und im Lauf der Zeit dürfte der Wert eher unter 60 Ah gewesen sein.

Damit kommen wir im Winter kaum noch einen Tag weit, ohne zu fahren oder Landstrom.

Neue Batterie:

Das wirft unweigerlich eine Vielzahl weiterer Fragen auf:

Welche Art von Batterie soll ich kaufen?
Eine große oder mehrere kleine Batterien?
Kann ich die alte Batterie weiter verwenden?
Batterietypen mischen?
Verschiedene Leistungen mischen?
Wo sollte die Batterie hin und was muss ich beachten?

Viele Wohnmobilanbieter liefern nach wie vor ihre Wohnmobile mit einfachen Blei-Säure Batterien aus. Das hat natürlich auch den Grund, dass man den Gewinn maximieren will, wobei daran grundsätzlich nichts auszusetzen ist. Blei-Säure Batterien sind preiswert, die Technik ausgereift, Ladegeräte können fast immer ungesehen verwendet werden. Aber sie haben einige Nachteile: Man muss sie warten (ich schaue alle halbe Jahre nach dem Füllstand) und sofern sie im Wohnmobil verwendet werden, muss am Vergassungsauslass der Batterie ein Schlauch nach außen verlegt werden. Während des Ladens (mit über 14,4 V) entsteht Gas. Und das sollte nicht ins Wohnmobil gelangen. I.d.R. stehen Autobatterien im Auto im Motorraum und daher hat man dort keinen Schlauch an der Batterie. Wer sich aber einmal eine einfache, nicht wartungsfreie Batterie anschaut, findet am oberen Rand meist ein Loch oder Ventil. Dort soll das Gas entweichen können. Wer also eine einfache Batterie im Wohnmobil verwendet, muss sich auch Gedanken über den Gasungsschlauch machen. Ein wesentlicher Unterschied zu den normalen Startbatterien gibt es außerdem. Zwar könnte man auch eine solche verwenden, doch sind Starterbatterien für kurze, starke Ströme beim Starten des Motors gemacht. Im Wohnmobil benötigt man aber stetige und kleine Strommengen. Ein weiteret Begriff ist „Zyklenfest“. Wobei der Zyklus eine komplette Ent- und Ladung bedeutet. und beim Wohnmobil lade ich ja oft und regelmäßig nach. Damit kommen Startbatterien meist nicht klar. Daher eignen sich für unsere Zwecke besser die oft als Solar-Batterien bezeichneten Blei-Säure Batterien.

Ein weiterer Nachteil sei noch erwähnt: eine Blei-Säure Batterie kann auslaufen, wenn sie umfällt (Hoffentlich nicht das ganze Wohnmobil) Daher werden sie z.B. nicht bei Motorrädern oder Fahrrädern verbaut.

Und Blei-batterien sind schwer!

Alternativ gibt es Gelbatterien. Der Unterschied liegt schon in der Füllung und in der Bleidicke. Diese Batterien sollen leistungsfähiger sein und versprechen eine lange Lebensdauer mit einer großen Anzahl von Ladezyklen. Auch sollen ihnen Tiefentladungen wenig ausmachen. Dafür sind sie deutlich teurer! Und vertragen weniger gut niedrige Temperaturen. Daher gehören diese am besten an einen warmen Platz im Wohnmobil.

Die Wohnmobil-Zubehörläden haben fast nur noch AGM Batterien im Angebot. Diese sind Wartungsfrei, haben keine schraubbaren Öffnungen und sind ebenfalls sehr zyklenfest. Dass sie deutlich teurer sind dürfte eher dem Markt helfen, als dem Verbraucher und dass sie auch Nachteile z.B. bei Hitze haben, bleibt unerwähnt.

Dazu gibt es einige experimentelle Batterien, die vielversprechende Ansätze haben: Wenig Gewicht, extrem Zyklenfest – aber unerschwinglich teuer! Und wie lange sie halten, weiß natürlich auch noch niemand.

Was also tun?

Die Foren sind voll von Berichten über die guten, wie schlechten Erfahrungen der Wohnmobilisten. Kaum jemand wird zugeben wollen, dass seine teure Lösung ein Fehlkauf war und oft entwickeln sich sachliche Diskussionen zu  Glaubenskriege.

Daher sammelte ich für mich die wichtigen Punkte:

ich möchte:

– ausgereifte Technik
– einfache Handhabung
– preiswerte Angebote
– lange Lebensdauer
– gleichmäßige Stromversorgung
– Gewicht ist nicht wichtig
– halbjährliche Wartung ist unproblematisch

Irritiert haben mich Berichte von Gel- und AGM-Benutzern, dass auch hier nach wenigen Jahren oft Defekte auftraten. Wartungsfrei? Zyklenfest? Und dafür doppelt so teuer?

Im Solarbedarf fand ich dann einen günstigen Anbieter, der mir am Ende meine Batterie lieferte: Winner Solar. (Achtung: Leider kann ich Winner Batterien nicht mehr empfehlen. Nach etwas über zwei Jahren fiel die Leistung unserer Batterien trotz regelmäßiger Wartung und Reconditionierung massiv ab. Mehrere Anfragen bei der Firma Winnerbatterien wurde spätestens bei der Frage nach Kulanz überhaupt nicht mehr beantwortet. Das empfinden wir als unprofessionell. Ein Händler und Batterieexperte schreibt mir dazu:

Einer meiner Kunden hatte vor zwei Jahren die gleichen Probleme mit Winner Batterien. Winner Batterien sind im Vergleich zu anderen Hersteller deutlich günstiger und das schlägt sich dann vor allem auf die Ladezyklen nieder.
Bei meinem Kunden waren es nur 300 Ladezyklen lt. Datenblatt. Werden diese Ladezyklen erreicht, dann ist das Blei (Platte, Vlies, …) schon gut aufgebraucht und die Batterie kann nicht mehr die volle Kapazität aufnehmen und deswegen fällt die Spannung schnell wieder auf unter 12 Volt.
Empfehlen kann ich hochwertige Batterien von Exide / Sonnenschein.)

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Mit Sicherheit nicht neuste Technik. Mit Sicherheit kann ich nicht das letzte Ampere herausholen. Aber wenn die Batterie nach vier Jahren den Dienst quittiert, wird mich ein Neukauf auch nicht ärgern. Denn für den Preis einer AGM beim Wohnmobilhändler kann ich hier zwei Batterien kaufen.

Bleibt die Frage: Behalte ich die alte Batterie und packe die neue einfach dazu?

Da streiten sich die Gelehrten: Von „das habe ich schon immer so gemacht“ bis zu „Damit macht man die neue Batterie schneller alt“ habe ich alles gehört und gelesen. Da werden wissenschaftliche Untersuchungen zitiert, aber auch Abhandlungen von Leuten, die es trotzdem gemacht haben und keine Beeinträchtigungen feststellen konnten.
Da unsere Batterie aber nachweislich am Ende war, wäre es bestimmt nicht sinnvoll, diese mit einer neuen Batterie zu koppeln.

Auch hätte die alte Batterie eine geringere Leistung gehabt. Wäre das problematisch? Kann man verschiedene Leistungen mischen?
Da sind sich viele einig: Unproblematisch.

Eine 120 Ah Batterie (Erinnerung ca. 60-80% sind verwertbar) wird uns etwa 1-2 Tage versorgen können. Im Sommer sicherlich noch länger. Also gehen wir auf Nummer sicher und bauen noch eine zweite Batterie ein.

Doch wohin mit dem ganzen Strom? Immerhin wiegt eine Batterie 24kg?
Wer regelmäßig auch im Winter unterwegs ist sollte bedenken, dass Batterien auch an Leistung einbüßen, je kälter sie stehen. Daher sollte man ihnen einen Platz im warmen gönnen. Die beiden Batterien passen im Ford Transit übrigens exakt unter den Beifahresitz. Da dort auch schon alle Kabel liegen, ist der Einbau rasch erledigt.

Wie lade ich am besten meine Batterien?

Bei uns im Wohnmobil ist ab Werk ein Ladegerät verbaut. Und das schöne ist, die Technik ist einfach und passt schon für die ebenso einfachen Blei-Säure Batterien. Bei Gel-, AGM etc. sollte man abklären, ob das vorhandene Ladegerät geeignet ist. Mein Ladegerät, dass für eine Batterie ausgelegt war, braucht etwas länger, um zwei Batterien zu laden. Da ich aber auch eine Solaranlage als weiteres Ladegerät habe, dürfte das eher nebensächlich sein.
Zusätzlich habe ich ein Ctek 7. Diese Geräte können einer Batterie neues Leben einhauchen. Das war ein Tip unseres Autohändlers. Einmal im Jahr hänge ich jede Batterie an das Gerät und reconditioniere die Batterie. Für mich hört sich das wie Zauberei an: Die Beläge auf den Bleiplatten bilden sich angeblich zurück und die Batterie somit aufgefrischt. Unsere alte Startbatterie haben wir so über viele Jahre am Leben erhalten. Vielleicht ist es eine Glaubenssache, vielleicht funktioniert es. Fakt ist: Allein das Ladegerät ist gut und wenn die Reconditionierung auch funktioniert ist es um so besser 🙂

Wie weit kommen wir jetzt? 

Rein rechnerisch dürften wir zusammen mit unserer 200 Watt Solaranlage (derzeit pumpt diese bei Mai-Sonne 6-9 A in die Batterien) autark sein. Der Verbrauch von 60-90 AH wird von der Solaranlage weitgehend über den Tag aufgefangen. (6 AH * 10 Stunden). Die Erfahrung zeigt, dass man so von April bis Oktober keinen Landstrom braucht. Im restlichen Jahr sollte man einen Standplatz mit Landstrom einplanen.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch noch einen Ladebooster einbauen. Dieser hilft während der Fahrt die Batterie schneller zu laden. Die Lichtmaschine lädt nach einiger Fahrzeit die Batterien nicht mehr ganz so stark. Der Ladebooster kehrt dieses Phänomen um und pumpt die Batterien voll. Wer also öfters weiter zieht, kann auf diesem Weg auch ohne Solaranlage seine Leistung erhalten. Zwar gibt es hier ebenfalls Glaubenskriege, da wir uns für eine Solaranlage entschieden haben, habe ich keine eigenen Erfahrungen mit diesen Systemen.

Zu erwähnen wäre noch der gute alte Moppel. Woher der Name kommt, weiß ich nicht genau: Angeblich aus dem Militärjargon: die Engländer sagten wohl mobil und die Deutschen verstanden Moppel. Gemeint ist ein Stromerzeuger mit Benzinmotor. Der tuckert dann neben dem Wohnmobil und erzeugt Strom. Für uns nicht nachvollziehbar, da laut und stinkend.

Relativ neu sind auch alternative Systeme wie der Efoy oder neuerdings von Truma. Im Grunde eine Brennstoffzelle, die Wasserstoff erzeugt und Strom herstellt. Klein und im Unterboden eine gute Lösung – aber mit 4000 – 6000 Euro m.E.  unerschwinglich. Daher habe ich mich nicht damit beschäftigt.

Der Einbau der Batterien:

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Unter dem Beifahrersitz ist Platz für zwei Batterien der Größe L:353mm x B:175mm x H:190mm
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Der Beifahrersitz wird von fünf Torx-Schrauben gehalten.
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Die Originalbatterie wird demontiert. Zuerst das Minus-Kabel abnehmen, dann kann es keinen Kurzschluß mehr geben, wenn man mit dem roten Kabel an Masse kommt. Am rechten Boden kann man das schwarze runde Ausgangsloch für die Entgasung erkennen.
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reichlich Platz für zwei Batterien!
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Zwei Batterien eingebaut
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Und verkabelt. Die Batterien parallel schalten! Plus-Pol zu den Verbrauchern von der einen Batterie, Minus-Pol von der anderen Batterie. So laden und entladen beide Batterien gleichmäßig. Links erkennt man mit Klebeband die Vergasungsschläuche, die nach unten, aus dem Wohnmobil geleitet werden.
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Um die Batterien miteinander zu verbinden benötigt man Kabel >10mm

Den Beifahrersitz wieder anschrauben und sich über die neu gewonnene Freiheit freuen!

 

35 Gedanken zu „Batterie austauschen und aufrüsten: Wie viel Strom braucht man im Wohnmobil?“

  1. Hallo!
    Da meintest du sicherlich LED anstelle von Halogen!?!
    Zitat:“Lampen auf Halogen umrüsten! Wir kommen auf durchschnittliche 15 Watt beim Licht und haben es wirklich sehr hell im Wohnmobil. 15 Watt in Form einer Halogenbirne, reicht kaum zum lesen.“

  2. Hallo,
    echt super beschrieben!
    Aber da haben wir bei unserem Ford (Hobby Siesta) leider Pech mit dem Platz einer 2. Batterie unter dem Befahrersitz. Da sitzt bei uns das Ladegerät und ein Sicherungskasten.
    Haben vielleicht unter der Fahrersitz Platz, muß mal schauen.

    Gruß
    Oliver

  3. Hallo,
    danke für den ausführlichen Bericht und die vielen Denkanstösse. Stehe gerade vor einer umfangreicheren „Strom-Optimierung“ in unserem Clou, Bj. 1992. Da hilft mir Dein Beitrag hier und auch der bezüglich der Solaranlage.
    Hast Du für die Entgasungsschläuche neue Löcher gemacht?
    Danke und Gruß vom Niederrhein
    André

      1. Ah, okay 😉
        Wird bei mir aber auch nicht zwingend passen, hab ein bisschen übertrieben bei den Batterien 😀 Nun bleiben sie doch unter der Dinette ;-), trotzdem Danke!

  4. Hallo Admin,
    danke für deinen Bericht. Habe als Superlaie sogar einiges verstanden. Weil ich das Womo beruflich nutze und häufig den Standort wechsele habe ich einen Booster/Büttner einbauen lassen. Aber auch der braucht seine Zeit damit die Gels, 2 Stück 90 A, wieder voll sind.
    Jederzeit gute Fahrt:)

  5. Vielen Dank !
    Schön erklärt habe ein paar Fragen zu meiner Installation
    bei mir war eine Starter Batterie und eine Verbraucher Batterie
    a 100 A verbaut mit einer Trenndiode verbunden an die Verbraucher Batterie war ein weitere einfach mit plus und minus verbunden
    habe gelesen man soll diagonal verbinden wie bei Deiner Anlage
    habe ich auch gemacht nun möchte ich da der Strom verbrauch gestiegen ist eine Weitere 100 oder 120 A Batterie dazu bauen
    und zwar an die eine Verbraucher Batterie ist das Sinnvoll
    zum Laden habe ich eine Lichtmaschine 55 a
    Solarpannel 160 A
    sowie ein Waeco 35 A

    Vielen Dank für eine Anwort

  6. Hallo Admin,

    Ich wollte nicht nur lesen und dann unerkannt ins Web verschwinden.

    Alle Achtung für deine Seite hier. Habe auch als Mechaniker noch einiges Gute gelesen. Vor allem gab mir dein Satz : „Wir haben noch repariert “ zu denken. Macht man zu wenig. Warum? Wenn das Teil eh am Ende ist kann man es auch zerlegen. Wie beim AGR eben.
    Bei der Solaranlage hast Du super Arbeit geleistet. Viele können das jetzt selbstständig nachmachen.
    Die Sache mit den Batterien sehe ich auch wie Du es hier darstellst. Es macht keinen Sinn Hochpreisige Dinge einzubauen. Alles muss einen Nutzen ergeben und dieser soll günstig sein. Ich will ja noch reisen.
    Zum Laden der Batterien während der Fahrt: Wir haben ein Schaudt (Superkundenorientiertes Team) EBL 99. Das kann bis 16A laden. Bei 170 Ah an Akkuleistung ( Gelakkus, unterschiedlich alt und unterschiedliche Leistung. Laufen seid 3 Jahren zufriedenstellend)kommen wir in Verbindung mit einer 180 Wp Solaranlage gut hin. Einzig im Winter benötige ich ab und zu Landstrom. Aber das wird sich ändern. Ich werde auch etwas mehr Akku einbauen.

    Danke für Deine Mühe uns zu helfen. Vielleicht trifft man sich mal unterwegs.

    Wünsche Dir immer einen tollen Stellplatz mit netten Nachbarn.

    Ralf

  7. Ein klasse Beitrag und deine Einstellung zum Moppel teile ich. Wir arbeiten lieber an unserem Stromverbrauch. Ich habe gerade das Ladegerät für die Akkus (AAA,AA und 9V-Blocks) durch eine 12 V-Variante ersetzt.

    Gruß
    Andreas von 14qm

  8. Guten Abend,

    nur ganz kurz, ein großes Dankeschön für Deine tolle HP.
    Gerade für Neulinge wie mich sind solche Seiten wie diese Gold wert!!!

    LG
    Ronald

  9. Hallo,

    gute Beiträge, danke

    Bei Parallellschaltung von Batterien sollte man noch eine Sicherung verbauen. Falls eine der beiden ein Plattenschluss bekommen sollte, liefert die 2. Strom und die defekte fängt an zu kochen. Nur so als freundlich gemeinter Hinweis

  10. Leider blieb bei deinem Beitrag unerwähnt,dass Winner nur 6 Monate Garantie gibt.Also nicht im Spätjahr kaufen.Da die Benutzung ja dann erst im Folgejahren ca März erfolgt und du dann in der Nachweispficht bist.Unsere 2 AGM von Winner waren nach Kauf Nov. 2014 im Mai 2015 schon nicht mehr voll funktionsfähig und haben nach 8000km in Norwegen nach weiteren 2 Monaten den Geist aufgegeben.Herstellungsdatum War die 22 Woche 2014.Der Nachweis,ob diese schon vorher nicht voll funktionsfähig waren liegt also bei uns.Warten wir mal ab ,wie die Fa .Winner entscheidet.

    Freundliche Grüsse

  11. Ich bin Neuling 🙂 Was für mich immer schwer einzuschätzen ist… Was ist mit dem Gesamtgewicht? Braucht man wirklich eine zusätzliche Bordbatterie?

    Danke.

    LG

    Bernd

    1. Ja, eine zweite Batterie bringt Sicherheit: Sicherheit, im Herbst und Winter einige Tage ohne Landstrom auszukommen. Wenn man häufig weiter fährt, oder im Sommer (mit Solaranlage auf dem Dach) braucht es eine zweite Batterie nicht unbedingt. Uns ist die Leistungreserve aber wichtiger. Da müssen dann eher andere Sachen daheim bleiben, als dass wir auf die zweite Batterie verzichten. Im Herbst schleppen wir sogar noch eine „Notbatterie“ mit. Da stehen wir aber auch fünf, sechs Tage frei. Im Wintercamping haben wir Landstrom, da braucht es die Batterie nicht.

  12. HAllo Admin, wir fahren erst seit zwei Jahr mit dem Wohnmobil. Unsere Bordbatterie hat es leider nicht geschafft und wir müssen eine neue Anschaffen. Meine Frage ist: kann ich einfach eine 100AH einbauen? Vorher hatten wir eine 80AH Blei Gel Batterie von Exide und wollen jetzt eine Winner kaufen. Die Batterien haben die gleichen Maße. Im Sommer wollen wir Solar nachrüsten. Für eine Zweite Batterie ist leider kein Platz.
    Unser Ladegerät heißt CB-522.
    LG Heidi

    1. Hallo Heidi,
      ja, natürlich kannst du „mehr“ einbauen. Wobei 100 AH eben nicht bedeutet, dass man 100 AH auch heraus bekommt. Aber mehr ist immer richtig. Noch besser wären mehrere Batterien. Ist nicht irgendwo doch noch ein Plätzchen? Mittlerweile sind mir sogar meine zwei zu wenig. Dazu kommt, dass im Lauf der Zeit die Batterien schlechter werden und als gerne mal Freisteher die Batteriekapazität wirklich wichtig wird. Insbesondere im Herbst oder Frühjahr. Im Winter eh.
      Mit der Solaranlage streckst du (bei Sonnenschein) natürlich die Leistung.
      Dein Ladegerät kannst du auf jeden Fall weiter benutzen.

  13. Noch ein Tipp:

    Warum altern Bleiakkus trotz Vermeidung von Tiefentladung und trotz ständig vollem Säurestand?

    Bleiakkus haben eine große Schwäche – Stöße und Vibrationen. Ein Wohnmobil ist in der Regel deutlich härter gefedert als ein PKW. Deshalb halten Akkus im PKW deutlich länger als im Womo.

    Wie vermindert man Stöße und Vibrationen? Eine Luftfederung gibt es meist nur für die Hinterachse. Diese hilft etwas, aber die Aufbaubatterie ist meist über der Vorderachse angebracht. Also muss die Übertragung der Stöße und Vibrationen auf die Akkus gedämpft werden. Das erreicht man, indem man unter die Akkus eine Gummimatte legt. Diese sollte nicht zu dünn sein und darf durch das Akkugewicht nicht zusammen gedrückt werden. Eine Möglichkeit besteht darin, diese Gummimatte aus einer Gummiplatte zu schneiden, welche es für Waschmaschinen zu kaufen gibt, damit sich beim Schleudern keine Vibrationen auf das Haus übertragen, welche durch Unwuchten durch die Verteilung der Wäsche entstehen. Hat man dünnere Gummimatten, sollten mehrere übereinander gelegt werden, so dass die Gesamthöhe im Belastungszustand (mit Akku darauf) größer als 1 cm ist.

    Auch unter die Spanngurte zur Fixierung der Akkus sollten zugeschnittene Gummimatten untergelegt werden.

    Warum halten GEL-Akkus normalerweise etwas länger? Zum einen wird ein zu niedriger Säurestand vermieden. Entscheidend ist aber, dass das Säuregel das Abfallen einer wichtigen (nicht regenerierbaren) Schicht von den Bleiplatten durch die Vibrationen und Stöße behindert. Womos sind aber so hart gefedert, dass diese Schutzwirkung durch das Gel nicht ausreicht.

  14. Hallo,
    ich habe den Bericht aufmerksam gelesen, habe viel dazu gelernt und war entschlossen, die Winner Solar zu bestellen.

    Ich fahre einen Fiat Ducato mit 2,3 L und 131 PS BJ 2013 mit Solarpanel. Stromfressenden Firlefanz habe ich nicht an Bord, aber die Batterie ist dahin.

    Ich habe bei Winner angerufen, weil mir der Preis mit „Nebennkosten“ nicht klar war und habe nebenbei gefragt, ob die Winner Solar SMF 120Ah zu meinem Wagen passt.
    Nachdem die Dame am Tel. feststellte, dass zZ. diese Batterie nicht auf Lager ist, bemerkte sie, dass die Ladeschlussspannung für meinen Wagen zu hoch sei und ich besser ein Gel-Batterie nehmen solle.
    Eine technische Erklärung konnte sie nicht geben.

    Irgendwie fühle ich mich …………

    Watt nu?

    1. Hallo Hans-Dieter,

      ja, mir geht es gerade ähnlich. Auch ich bekomme gerade von der Firma nicht wirklich verwertbare Auskünfte.
      Wenn du noch ein paar Tage Zeit hast, warte mal. Ich schreibe gerade einen weiteren Artikel und habe dann hoffentlich auch die Lösung für dich.
      Aber dazu warte ich noch auf Antworten von Winner bzw. von einer Akkufirma, die schon einmal hier einen Artikel verfasst hat.
      Gruß
      Jürgen

  15. Hallo Jürgen,
    danke für die schnelle Antwort.

    Ich habe noch Zeit, weil ich erst Ende April wieder auf Tour gehe.

    Beste Grüße
    Hans-Dieter

  16. Hallo,

    ich denke die beste Lösung für das Stromproblem an Bord wäre ein leiser Generator der praktisch keinen Sprit verbraucht und keine Abgase erzeugt – bestimmt gibt es sowas in 20 Jahren. Bis dahin ist Sonnenenergie ja eine tolle Lösung. Ich finde die Idee der „Booster“ auch nicht verkehrt, das ist vor allem gut, wenn man – wie Du schon sagst – viel von Ort zu Ort springt. Ich habe mir vor einer Weile beides in meinem Bus verbaut, in einem Gerät. Anders als Du läuft mein Kühlschrank mit Strom, weil ich den einfacher nachfüllen kann als Gas. Ich hab mich für Solar auf dem Dach und einen Ctek C250s Dual entschieden. Das ist ein Solar Laderegler und ein DC-DC Ladegerät in einem. Er nimmt die Generatorspannung die in meinem alten Bus bei 13,8V liegt und spannt sie hoch auf 14,4v (sogar höher, wenn es sehr kalt ist, weil die Akkus dann eine höhere Ladeschlussspannung haben) und wenn die Sonne scheint kommt noch Strom über die Solarzelle dazu. Einziges Manko: Das Ding hat kein Display auf dem man ablesen kann wieviel Strom reingegangen ist. An Speichern habe ich Exide GS900 Gel Akkus mit insgesamt 240Ah die wohl etwas überdimensioniert sind, aber so schön unters Bett gepasst haben. Um die leer zu kriegen, müsste ich wohl noch eine Klimaanlage einbauen. 😉

    beste Grüße aus der Hauptstadt,
    mischa

  17. Hallo Mischa,

    das mit dem Generator in 20 Jahren ist ein super Vorschlag.
    Aber….dann tut mir kein Zahn mehr weh :-((

    Beste Grüße
    HaDi

  18. Thema Ladebooster:
    Ich habe mir den Büttner 45A Ladebooster auf Anraten von Profis eingebaut. Eigentlich wollte ich ne 160W Solaranlage für meine beiden 80A GEL-Batterien einbauen lassen. Doch man traf dort die Aussage: „schmeiss lieber das Trennrelais raus und verwende den Ladebooster“. Gesagt, getan, und erstmals werden die Batterien bereits während der Fahrt richtig voll geladen, was bei der Trennrelais-Version nie der Fall war. Das Ding arbeitet tatsächlich derart effektiv, dass man auf eine Solaranlage verzichten kann wenn man das Fahrzeug ab und zu bewegt.
    Mein Energiebilanztest bisher: 90L Kompressorschrank und LED Beleuchtung laufen seid nun 6 Wochen ununterbrochen, zusätzlich nun auch noch die Truma E-Heizung Tag und Nacht. Und es reichen 2x täglich 30 min Fahrt in die Firma, ohne dass die Batteriespannung auch nur ein einziges mal einknickt. Ich kann wirklich nur empfehlen einen Ladebooster einzubauen.

  19. Darf ich dich auf einen nicht ganz so nebensächlichen Fehler aufmerksam machen?
    Du kalkulierst für das Handy-Ladegerät 0,18A. Das mag auf dem Gerät stehen, gilt aber für die Stromaufnahme bei 240V!!!
    (5V Ladestrom kanns nicht sein, das wäre viel zu wenig.) Abgesehen von Verlusten (bei jeder Umwandlung ca 20%) heißt das, dass bei einem 20igstel der Spannung (240V/20=12V) ein Strom in 20-facher Höhe (3,6A) fließt, da du ja sonst nicht diese Leistung (240Vx0,18A=43,1W) schaffst. Da du 30h Ladezeit kalkulierst und auf 5,4Ah kommst wären das 5,4×20=108Ah! Naja, eh nur um eine ganze Batterie verrechnet.
    Ich empfehle dir jedoch dringendst, die 12V direkt auf USB 5V umzuwandeln, diese Steckdosen bringen 1-2A bei 5,5V, brauchen also über die Ladezeit durchschnittlich 0,5A bei 12V. Das sollte dann bei 30h etwa 15Ah sein.
    Was dein Ladegerät mit 0,18A, also rund 43W macht, wo doch nur 1A x 5V=5W ins Handy fließen, ist mir schleierhaft. Für´n Winter kannst es aufheben – als Heizung!
    Genauer ist die Rechnung, wenn du die Akkukapazitäten addierst (z.B. 3500mAh=3,5Ah bei 3,8V das entspricht 1,108Ah bei 12 V + 30% Ladeverlust= 1,44Ah pro Volladung, dies x 6 =8,6Ah. Also nicht weit von deiner Annahme entfernt…
    (Mehr Glück als Ver… äh Wissen 😉 )
    Allgemein: Wo nur geht, die doppelte Umwandlung (von12V auf 240V und per Netzteil retour auf 9 bis 18V) vermeiden. Der Spannungswandler ist nicht ohne Grund so groß mit vielen Kühlrippen – Verluste! Fast jedes Gerät mit Netzteil im Spannungsbereich 9-18V verträgt 12V genausogut. Also Direktversorgung löten!
    Ansonsten: Ich freue mich über jeden WoMo-Blog und daher: Danke für den Deinen!

  20. Lieber Jürgen,

    Ihre Website finde ich sehrgut.
    Die technischen Themen und Erklärungen sind klasse und auch für Laien gut verständlich.
    Das Thema Batterie und Solaranlage ist gut erklärt.
    Nur eines vermisse ich wie in allen anderen Foren auch.
    Eine Wohnraumbatterie muss ja irgendwann mal gewechselt werden.
    Wie gehe ich vor wenn ich in einer bestehenden Solaranlage eine, oder beide defekte Wohnraumbatterie/n austauschen möchte ?
    Reicht es aus die Solarpanele abzudecken bevor die Batterieanschlusskabel entfernt werden ?
    Muss zurvor der Solarregler komplett abgeklemmt werden, oder reicht es nur das Minuskabel zu lösen ?
    Klemme ich zuerst die Batterie, oder den Laderegler ab ?
    Bei den hohen Strömen die im Falle eines ungewollt verursachten Kurzschluss fließen fände ich eine Schritt für Schritt Anleitung sehr hilfreich.

    Viele Grüße
    Herbert BW

  21. Vielen Dank für die Beschreibung.
    Ich habe nun 160 Watt Solar und alles auf LED umgestellt.
    So bin ich unabhängig. Was ich bei der Umstellung von Halogen auf LED sofort bemerken konnte ist die Tatsache, dass die Lampenschirme der Leselampen über den Betten nicht mehr heiss werden, und so verbrenne ich mir die Finger bein Lichterlöschen nicht mehr.

  22. Hallo, danke für den umfangreichen Artikel.
    Truma-Heizung Schnitt 1,1A 1,1 Sommer 2h 16 17,60
    hier hat sich wahrscheinlich ein Übertragungsfehler eingeschlichen. 2 Srunden sind bei mir 2,2 AH im Sommer.
    Gruss

  23. Hallo, du hattest mir schon mal mite der Ambientebeleuchtung an meinem 2017er Eura Activa 690 geholfen.
    Ich habe jetzt leider das Problem, dass ich bei ausgeschalteten 12 V Verbrauchern Spannung auf der Wohnraumbatterie verliere.
    Ehe ich jetzt direkt zum Händler fahre ( leider weit weg und unmotiviert) wollte ich der Sache selber auf den Grund gehen und am Sicherungskasten neben der Aufbaubatterie mit dem Messgerät nach Verbrauch suchen.
    Meine zweite Frage ist: wie bekomme ich die Verbraucherbatterie am besten aus der Sitzkonsole unter dem Beifahrersitz.
    Bin eigentlich ein guter Schrauber, aber so besch….. wie die Batterie verbaut ist muss es bestimmte einen besonderen Trick geben. Ich hab den Sitz schon runter genommen. Trotzdem noch keine Chance die Batterie raus zu heben.

    Will in diesem Zug gleich einen Büttner 25Ah Booster einbauen. Irgendwelche Tips oder Dinge auf die ich achten muss.

    Besten Dank schon mal im voraus.

    Ralf

    1. Hallo Ralf.
      Bei waren die Batterien nur mit einer Querstange und zwei Schraubhalterungen am Boden gesichert.
      War eigentlich nicht so schwer. Nur der Stuhl war schwer abzunehmen. Dann ging’s.

      Zu deinem Stromproblem: Mit einem Batteriecomputer lässt sich das einfach nachvollziehen.
      Wir haben ja den BMV 700 und ich ärgere mich, den nicht schon beim letzten Wohnmobil eingebaut zu haben.
      Nur mit dem Voltmeter geht es halt nicht.
      Booster oder Solaranlage. Wir haben lieber Solar. Daher habe ich mich für Booster noch nicht interessiert. Aber das kommt vielleicht auch noch.

  24. Ich hab den Sitz von den Sitzschienen runter geschraubt.
    Jetzt sind diese aber auch noch im Weg. Muss ich wohl auch noch runter nehmen.

    Wenn die Batterie wieder voll ist werde ich den Übeltäter suchen.
    Könnte mir vorstellen daß das Truma Frostschutzventil der Verbraucher ist.

    Der BMV700 ist sicher sehr informativ bringt uns aber an Leistung nicht weiter.
    Werde einen Büttner 25 Ah Booster dazwischen hängen. Sollte dann bei kürzeren Strecken die Batterien voll pumpen.
    Ich melde mich wenn ich weiter gekommen bin.

    Grüße

  25. Hallo zusammen,

    Ich bin im Winter schon mehrfach frei gestanden und habe keine Sorgen mit der Bordbatterie.Trotz der allgemeinen Entrüstung habe ich einen Inverter (wichtig) Stromerzeuger von Pramac mit an Bord.
    Den betanken ich mit Aspen Kraftstoff und rieche gar nichts ,auch läuft der Kumpel bei wenig Strombedarf sehr leise ohne mich und die Natur groß zu stören. Bei Maximalleistung zum Kaffee kochen wird es dann schon für ein paar Minuten lauter. An meinem Womo ist alles original (Chausson 714) ohne Schwierigkeiten. Mein Händler lacht meistens über die Ängste der Kunden (was passiert nach mehreren Tagen frei stehen?). Die wenigsten machen das doch und 2 Tage überlebt meist jeder.
    Aus Kosten und Zuverlässigkeitsgründen kann ich einen Moppel nur empfehlen.
    Eine zweite Klokassette mitzuschleifen ,das ist ja mal richtig abgefahren und würde mir im Traum nicht einfallen .
    Mein Frischwassertank hat 120 Liter Volumen und reicht für mindestens 3 Tage.Und das alles mit einem Standard Alkoven Wohnmobil.

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