Allein im Wald am See

Wir sind unsichtbar.
Zumindest versuchen wir es zu sein.
Niemand soll wissen, dass wir hier sind.

Wir wollen alleine bleiben. An unserem kleinen See, mitten im Wald in Schweden.
Diese Stille. Diese Ruhe.
Nur der Wind, der durch die Bäume bläst und ein paar Vögel. Von weit her muht es abends.
Kühe?
Oder doch ein Elch.
Auch wenn es stockdunkel ist, bleibt es ruhig hier im Wald.

Ein, zweimal am Tag kommen Leute aus dem Dorf hier an den See und führen ihren Hund aus oder gehen eine Stunde angeln. Sonst sehen wir niemanden.

Keine Flugzeuge, kein Autolärm, keine Motoren, nur die Geräusche des Waldes.
Selbst auf dem See fahren keine Boote. Auf der anderen Seite des Sees sehen wir zwar Häuser und weit entfernt gibt es wohl eine Siedlung und einen Badestrand. Aber bis zu unserem Teil des Sees dringt kein Laut und niemand stört uns.

Genau danach hatten wir gesucht.
Zwar ist es deutlich kälter, als wir erwartet hatten und der Wind bläst zum Teil heftig und lässt es noch kälter erscheinen.
Und doch sitzen wir stundenlang am See und schauen einfach den Wolken und den Wellen zu.

Vielleicht denkt ihr, dass sei langweilig.

Stimmt!

Aber wir halten das nun schon seit vier Tagen aus und fühlen uns extrem gut dabei.

Essen, trinken, schlafen, lesen, spazieren gehen, Kajak fahren.
Mit den eBikes sind wir an einem Nachmittag um den ganzen See gefahren.

Und obwohl er nach schwedischen Verhältnissen klein ist, gerade einmal 4 Quadratkilometer, brauchten wir einen halben Tag, um komplett um ihn herum zu fahren.
Pilze sammeln, kleine rote schwedische Häuser mitten im Wald entdecken, und immer auf der Suche nach einem Elch. Aber in diesem Jahr sehen wir keinen.

Hier in der Wildnis macht es sich wieder einmal bezahlt, dass wir unser Wohnmobil zunehmend auf „autark“ getrimmt haben.

Dank EFOY und Trenntoilette weitgehend autark

Der Wassertank ist immer noch ¼ voll und dabei haben wir jeden Tag geduscht. Die Batterien sind voll, obwohl die Solaranlange mitten im Wald und unter Bäumen nur wenig Strom produziert. Die EFOY hat das Aufladen ganz automatisch in der Nacht übernommen. Jetzt ist wieder alles voll. Und durch die Trenntoilette brauchen wir nicht entsorgen. Den Urin leeren wir einmal am Tag irgendwo im Wald aus – das stört ganz sicher die Bäume nicht.

Mehr bleibt von der Trenntoilette nicht übrig

Ein, zwei Tage würde das Wasser noch reichen, aber morgen müssen wir eh weiter.
Eine letzte Nacht an ‚unserem‘ See.
Heute Abend feiern wir noch ein wenig und machen ein Lagerfeuer. Mücken gibt es offenbar überhaupt keine! Dafür aber auch keine Singvögel. Vielleicht hängt das zusammen. Auch in Schweden scheint sich einiges zu verändern.

Morgen geht es wieder zurück in Richtung Göteborg. Noch eine letzte Nacht an einem See. Dann wartet das hektische Deutschland wieder auf uns.
Die Nächte werden schon ganz schön kalt und wir haben die Heizung eigentlich immer im Wohnmobil an. Wie wird das hier wohl im Winter sein? Irgendwann wollen wir auch das einmal ausprobieren.

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