Archiv der Kategorie: Reisebericht

Rumänien – ich schick dich in die Walachei!

Die Walachei.
Wenn mir irgendjemand jemals wieder sagen sollte, er will mich in die Walachei schicken, werde ich antworten:

Ja – SOFORT!

Seit drei Tagen sind wir nun hier an den Schlammvulkanen und genießen es einfach, das satte Grün und die Wolken anzuschauen sowie über gigantische Blumenwiesen zu schlendern.

Auf dem gegenüberliegenden Hang wandert ein Hirte mit seinen Schafen.
Tausende von Vögeln zwitschern und die Luft ist gefüllt mit dem Summen von Bienen und Insekten.
Die Sonne scheint warm, aber nicht heiß.

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Rumänien – aktive Vulkane

Was sind denn eigentlich Schlammvulkane?
Sprüht es da heißen Schlamm aus dem Boden?

Das haben wir uns am Morgen gefragt, bevor der Guide kommt.

Die Gruppe ist längst auf den Beinen und frühstückt schon, als wir uns dazu gesellen.
Der Guide erweist sich als Experte aus Deutschland, der der Liebe wegen in der nahegelegenen Stadt eine Heimat gefunden hat. Der Mann weiß von was er spricht und erzählt uns als erstes einmal etwas, das uns noch gar nicht aufgefallen ist:

Wir sind hier in der Walachei.

Und wir sind in einem geologisch einzigartigen Gebiet. Vergleichbare Vulkane findet man noch auf Island und auf Java.
Aus rund 3000 Meter Tiefe wird Wasser, Schlamm, Öl und Gas an die Oberfläche gefördert.
Nicht heiß, dafür stinkend nach Methan und durch das Öl glitschig und mit tollen Farben.

Und wo der Schlamm austritt, verwandelt sich die Landschaft in eine Einöde. Wenn es dann im Sommer noch heiß wird, kommt es einem vor, als sei man in einer Wüste.

Wir müssen den nächsten Hügel hinauf.
Und gleich noch ein Hinweis:
Die Schlammvulkane oberhalb des Campingplatzes sind deutlich größer, wie die auf der anderen Seite des Hügels. Obwohl auf dem Schild vor der letzten Abzweigung der Straße, der Pfeil, der nach links zeigt viel, viel größer ist. Rechts geht es zum Campingplatz.

Die Erklärung ist einfach. Der Besitzer eines Restaurants am anderen, kleineren Schlammvulkan hat dieses Schild aufgestellt. Kein Wunder, das sein Pfeil viel größer ist.
Wir sind also zu den richtigen Vulkanen unterwegs.

Und tatsächlich, kaum haben wir die Kuppe erreicht, die noch satt und tiefgrün bewachsen ist, wird der Bewuchs spärlich und hört ganz auf.
Wie Sandberge liegen vor uns. Festgestampft, der Schlamm der letzten Jahrhunderte oder Jahrtausende. Denn der ölige Schlamm kommt nicht in großer Menge aus dem Boden, dafür aber rund um die Uhr, Tag für Tag. Mal mehr, mal weniger.

Kaum haben wir die Hütte der ‚Bewacher‘ hinter uns und unseren Eintritt bezahlt, stehen wir auf der sandigen Fläche und es wird deutlich wärmer und in der Sonne sind wir froh, unsere Hüte dabei zu haben.
Unser Führer holt die Gruppe zusammen und erklärt uns die geologischen Vorgänge.
Tief unter uns gibt es Öl- und Gasvorkommen, die Gase entweichen durch feine Risse und reißen Öl und Wasser mit nach oben. Bis zur Oberfläche ist es ein schöner Mix, der als Schlamm durch mehr oder minder große Löcher an die Oberfläche kommt.
Um die Löcher ist es weich. Wer hier hinein kommt, kommt alleine nicht mehr heraus.
Da es in den letzten Wochen viel geregnet hat, ist der Schlamm sehr dünnflüssig.
An einem Krater können wir dann sehen, wie es den Schlamm zähflüssig heraus drückt.

Die Gruppe ist schon wieder weiter gezogen, ich mache noch Filmaufnahmen, als ich mit einem Fuß im Matsch stehe.
Wenn es hier regnet, lässt man keine Touristen auf das Areal und nun weiß ich auch warum. Wie auf Schmierseife rutsche ich weg.
Nur weg von dem Trichter.

An einer anderen Stelle hat offenbar ein Vulkan größere Mengen ausgestoßen und im Minutenrhythmus hört man Gas entweichen. Pfeifend und zischend entweicht es aus dem Loch.
Ich gehe ganz nah heran, um das Zischen aufzunehmen und am Ende liegt meine Kamera mitten im Matsch. Prima.
Den halben Nachmittag verbringe ich dann damit, das ölige Gemisch abzutupfen. Nichts passiert aber gelernt: Schlamm aus Schlammvulkanen lässt sich nur schwer abwischen.

Der Rest ist schnell erzählt:
Faul in der Sonne gesessen, viel Bier und Wein getrunken, gegrillt, geschlafen, gelesen. Noch mehr getrunken und nichts gemacht.

So kann es weiter gehen.

In Teil 14 werden wir in die Walachei geschickt

Teil 1 : Temeswar
Teil 2 : Die Burg von Eisenmarkt und die mystischen Daker
Teil 3 : In Karlsburg eine orthodoxe Taufe
Teil 4 : Im Freilichtmuseum Rumänien 
Teil 5 : Hermannstadt 
Teil 6 : Verschneite Pässe und Hobbits
Teil 7 : Lustig ist das Zigeunerleben
Teil 8 : Biertan und Malmkrog, erste Kirchenburgen
Teil 9 : Schäßburg ohne Dracula
Teil 10: Die mutigen Frauen von Deutsch-Weißkirch

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Rumänien – So schön ist kein anderes Schloss

Schloss Peles grüßt uns von jedem Poster, jedem Flyer, ist in jedem Reiseführer. Nun sind wir auf dem Weg dorthin.
Die Straßen sind übelst, werden gerade neu gemacht und dementsprechend stehen wir alle 500 Meter in einem Stau vor einer Baustelle. Das nutzen die Verkäufer von Erdbeeren und bieten direkt am Auto ihre Waren feil.
Wir versüßen uns das Warten – kostet 2 Euro. Wahrscheinlich hätten wir handeln müssen, aber, ey, 2 Euro!
Was die Verkäufer wohl machen, wenn die Straßen fertig sind und der Verkehr wieder hier vorbei rauscht?
Die Straße führt nun in tiefe Täler und langsam aber sicher in die Berge.
Neben der Straße sehen wir immer wieder Hirten und ganze Familien, die mit Kuhherden in Richtung Berge wandern.

Dann kommen die ersten Serpentinen und nach dem ersten Pass hat sich nicht nur die Landschaft schlagartig geändert, sondern auch der Baustil.
Die Häuser sind nun Jagdhütten gewichen. Es sieht elitär aus. Und immer wieder schließen sich neue Siedlungen an. Wir nehmen an, dass hier im Winter viel los ist und im Sommer gewandert und gejagt wird.
Der Weg ist das Ziel und wir fahren mit großen Augen durch diese Landschaft. Karg und einsam kommt es uns vor. Bis, ja bis wir wieder auf die Hauptstraße treffen und eine große Stadt vor uns liegt. Was machen all die Menschen hier?
In der nächsten Ortschaft dann das Schloss Peles
Es geht steil den Weg hinauf und wir nehmen nach der Kirche den Parkplatz – ein Fehler, denn der letzte Parkplatz vor dem Schloss ist größer und man kann dort sogar übernachten. Dafür sind die Parkgebühren unten mit 1 Euro günstiger.
Dafür wandern wir durch den Wald in Richtung Schloss, an Verkaufsbuden vorbei. Schön kühl ist es, denn mittlerweile brennt die Sonne recht heftig und es wird ziemlich warm.

Schloss Peleș

Der erste Blick aufs Schloss ist dann schon einmal Bestätigung: Die lange Anfahrt war es wert!
WOW, so muss doch ein Schloss aussehen.
Aber der Kenner merkt sofort: das ist doch noch gar nicht so alt.
Stimmt.
Das Schloss wurde 1875 gebaut und in dem weitläufigen Areal findet sich neben dem Hauptschloss, noch das kleine Schloss (Villa Pelisor), der Sitz der Wache mit seiner Terrasse (schöner Ausblick bei leckerem Kaffee und Kuchen) und im Park noch ein Jagdschlösschen.

Wir stehen auf der Terrasse vor dem Schloss und sind erst einmal erstaunt. Der kleine Park dort, mit Brunnen und Statuen erinnert an Italien, die Außenfassade mit seinen rötlichen Holzverzierungen an Jagdhäuser oder Villen in den Alpen.
König Karl hatte sein Schloss schon 1900 mit modernster Technik ausstatten lassen. So war das gesamte Schloss durch eine Zentralheizung beheizt und komplett elektrifiziert. Dazu gab es eine ganze Reihe von Aufzügen (!) und das Kuppeldach der Ruhmeshalle ließ sich elektrisch öffnen!!!

Nadja will sich unbedingt auch drinnen umsehen, ich bin müde und ein modernes Schloss. Och nö.
Aber wie meine bessere Hälfte nun so ist, kauft sie Eintrittskarten und nicht viel später finde ich mich in der Warteschlange für die nächste Führung wieder.
Und allein der Innenhof, in dem wir warten, begeistert mich. Die Fresken an den Fassaden sehen sehr lebendig aus und die Holzarbeiten sind meisterlich.

An vielen Stellen erkennen wir, dass die nächste Renovierung dringend nötig wäre, der Zahn der Zeit nagt unbarmherzig.
Einen Fehler haben wir beim Kartenkauf gemacht: Wir vergaßen eine Fotografen-Lizenz zu kaufen. Wenige Euro, aber als wir dann im Schloss waren, durfte ich nicht fotografieren. Also unbedingt ein paar Euro für diese Zusatzkarte berappen.

WOW!

Als ich ins Schloss komme, muss ich mich erst einmal bei Nadja bedanken, dass sie mich ‚gezwungen‘ hat, mit zu gehen.
Das Interieur ist der HAMMER. Ehrlich.
Überall Holzarbeiten, Stuck, Sammlungen, Fresken. Die Wände übervoll. Wunderschön.
Leider kann ich euch nur drei verstohlen geschossene Bilder zeigen, aber ich denke, ihr seht, was ich meine.

Die Führung geht über zwei Etagen, wir hatten auch die zweite Etage mitgebucht (lohnt sich; auch dies ist eine extra Eintrittskarte) und stehen nach ca. 90 Minuten wieder auf der Terrasse.
Das ist mal ein Schloss. Da könnte man auch heute gut drin wohnen.
Und die Ausstellungsstücke sind wirklich sehenswert.
Einzelne Räume sind nach Regionen dekoriert: Arabisch, Nordisch usw.
Ach, ich will jetzt nichts verraten: Fahrt hin und schaut es euch an.

Wir wandern zurück zur Terrasse an der königlichen Wache.
Nach wirklich gutem Kaffee und Kuchen (Empfehlung) und ganz frechen Spatzen, die fast auf dem Kuchenteller sitzen, laufen wir noch einmal um dieses Ensemble herum: Allein die hier stehenden Gebäude sind einen Besuch wert. Quasi ein weiteres Schloss. Am späten Nachmittag wandern wir zum Parkplatz mit dem Wohnmobil zurück. Der Himmel sieht bedrohlich dunkel aus, aber der Regen bleibt aus.
Noch.
Kaum sind wir einige Kilometer gefahren, kommen gerade ins nächste Tal, als uns ein heftiges Gewitter ereilt. Im Schritttempo geht es weiter, wir merken gar nicht, dass wir die Karpaten schon hinter uns gelassen haben.
Eine weite Ebene liegt vor uns.

Klick auf die Karte für die Reiseroute

Wir sind nun auf dem Weg zu den Schlammvulkanen von Berca – dem östlichsten Punkt unseres Roadtrips durch Rumänien.
Wir haben den viel, viel weiteren Weg über Ploiesti gewählt. Dafür ist die Straße breit und wir kommen rasch voran. So zumindest die Planung.
In der Ebene haben wir das Gefühl, in einem völlig anderen Land zu sein. Ein wenig erinnert es uns an Italien. Es ist heiß hier und trocken. Überall Obstplantagen und auch die Häuser werden hier wieder ganz anders gebaut.
Die Strecke zieht sich, wir sind müde, aber wir wollen nicht mehr anhalten. Ankommen. Füße hoch legen. Aber der Weg scheint immer länger zu werden. Eine kleine Straße, die das Navi vorgibt, lassen wir aus und nehmen erneut einen weiteren Weg in Kauf. Jetzt nicht auch noch eine Piste mit Schlaglöchern.
Kurz vor den Schlammvulkanen fahren wir von der Hauptstraße ab und es kommt, wie es kommen musste. Die Straße wird anspruchsvoll, der Asphalt endet und fast wäre ich umgedreht. Dabei wandelt diese Schotterstraße sich nach dem nächsten Hügel in eine gute, neu gemachte Asphaltstraße. Die Menschen winken uns immer wieder und beäugen unsere Kajaks und plötzlich sind wir aus dem letzten Dorf heraus und stehen mitten in grünen Hügeln. Die Sonne steht schon sehr tief und taucht alles in ein mildes Licht.
Wir sind total geflasht, halten an und können unser Glück kaum fassen. So schön ist es hier.

Auf dem Weg zu den Schlammvulkanen

Das muss das Paradies sein.
Wir finden die Abzweigung zum Campingplatz. Freistehen ginge auch, aber hier der wichtigste Tipp für heute: geht unbedingt auf diesen Campingplatz!!!
Die Leute sind unglaublich nett, das Essen gut, die Preise sehr günstig und sollte der Campingplatzbetreiber fragen, ob ihr Strom und Dusche usw. braucht, sagt JA, auch wenn ihr es nicht braucht. Denn ob ihr 9 Euro oder 11 bezahlt. Der Platz ist es wert.

Wir sind glücklich angekommen und fahren gerade die Einfahrt hinauf, als eine junge Frau neben unserem Auto steht. Unfassbar!
Das ist unsere Anca! Von Burgreisen.eu!
Wir wussten zwar, dass sie in Rumänien mit einer Gruppe unterwegs ist, hatten aber keinen Kontakt mehr mit ihr.
Und nun steht sie vor uns, ihre ganze Gruppe ist schon beim Abendessen versammelt und wir mittendrin. Welch eine Freude. Dieses zufällige Treffen hätte man nicht besser organisieren können.
So erleben wir dann einen Abend mit einer Gruppe von Wohnmobilreisenden und dürfen am nächsten Tag bei der Führung zu den Schlammvulkanen teilnehmen.

Der Abend wird lustig, wir unterhalten uns lang und gut, essen und trinken, was uns der Wirt herbeibringt – der Schnaps ist lecker und nach Sonnenuntergang gibt es noch ein Lagerfeuer für die Gruppe und irgendwann singt alles Schlager.
Das muss man einfach einmal erlebt haben.

Campingplatz an den Schlammvulkanen

Ein wirklich langer Tag geht zu Ende.
Wir haben viel erlebt und noch mehr gelernt.
Hier auf dem Campingplatz an den Schlammvulkanen haben wir das erste Mal das Gefühl angekommen zu sein. Daheim zu sein.
Danke Anca! Ohne dich wären wir nie nach Rumänien gefahren.

Teil 13 führt uns zu den Schlammvulkanen, die aus 3000 Metern Tiefe Öl, Wasser und Schlamm nach oben sprudeln.

Teil 1 : Temeswar
Teil 2 : Die Burg von Eisenmarkt und die mystischen Daker
Teil 3 : In Karlsburg eine orthodoxe Taufe
Teil 4 : Im Freilichtmuseum Rumänien 
Teil 5 : Hermannstadt 
Teil 6 : Verschneite Pässe und Hobbits
Teil 7 : Lustig ist das Zigeunerleben
Teil 8 : Biertan und Malmkrog, erste Kirchenburgen
Teil 9 : Schäßburg ohne Dracula
Teil 10: Die mutigen Frauen von Deutsch-Weißkirch

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Rumänien – Besuch bei Königin Maria

Heute ist ‚Burgtag‘.
Früh morgens fallen wir in Bran ein und am Nachmittag erobern wir Peles. Auf unserer Reise müssen wir jetzt einmal Gas geben, um alle Ziele zu erreichen. Das ärgert uns zwar, denn wir würden lieber länger an manchem Ort verweilen. Aber dafür ist vielleicht ein nächster Urlaub in Rumänien gut, da wir dann schon wissen, wohin. So sammeln wir heute wieder Kilometer.

Burg Bran

Bram Strokers Dracula sollte jeder einmal gelesen haben.
Und natürlich verbindet man spätestens seit dem genialen Werk „Tanz der Vampire“ von Roland Polanski eine rumänische Landschaft mit Schnee und Bergen und düsterem Schloss.

Klick auf die Karte – Zur Reiseroute

Und da passt perfekt das Schloss Bran dazu. Jeder Bus, jede Reisegruppe, jede Anzeige wirbt mit dem „Dracula Schloss

Rumänien – Besuch bei Königin Maria weiterlesen

Unterwegs in Rumänien

Auf Facebook, Instgramm und Twitter liefern wir euch ja täglich ein paar Eindrücke aus Rumänien.

Heute regnet es (wieder) und so finde ich die Zeit auch den Blog zu bedienen.

Die Anreise war lang und es war gut, dass wir dem Feiertagsverkehr aus dem Weg gehen konnten, in dem wir kurzerhand schon Dienstags gestartet sind.

Unsere Töchter sind daheim geblieben und so sind wir auch ganz sicher nicht überladen. Auch ein gutes Gefühl.

Um Wien und noch schlimmer bei Budapest holte uns der Dauerstau dann ein.

Übernachtet haben wir dann mitten in der Puszta. Bei Licht erwies sich dann unser Übernachtungsplatz, den wir dank Park4night fanden (die beste App für Frei- und Stellplätze) als Zufallstreffer: wir standen direkt am Mittelpunkt Ungarns.

Rumänien begrüßte uns dann erst einmal mit Sonnenschein. In Temeswar standen wir frei am Zoo – sehr ruhig – und fuhren mit den Rädern in die wunderschöne Stadt.

Besonders die orthodoxe Kirche hat es mir angetan.

Leider trübte sich das Wetter wieder ein und mit Tränen in den Augen schielen wie nach Deutschland, wo 30 Grad und Sonne herrschen.

In Eisenmarkt besuchten wir die Burg.

Das ist mal eine Burg. Da hat sich Neuschwanstein einiges abgeguckt.Auch wenn die Industriestadt rundherum noch das alte Rumänien widerspiegelt, die Burg ist und wird ein Touristenmagnet.

Auf dem Weg in die Wälder und Berge kommen wir an Zigeunervillen in Eisenmarkt vorbei. Großartig. Leider gelingt mir kein Bild davon.

Aber offenbar sind hier die Roma oder Sinti daheim. Wir haben zu wenig Ahnung um die Volksgruppen einzuordnen, aber vielleicht klärt uns ja noch jemand auf.

Die Nacht verbringen wir mitten im Wald an der Ausgrabungsstätte der Daker aus der Römerzeit.

Sarmizegetusa Regia

Es regnet und Nebel zieht durch die Wälder. Eigentlich ärgerte ich mich, dass die Sonne nicht scheint. Aber der Nebel lässt alles mystisch und aufregend erscheinen. Ein wilder Hund gesellt sich zu uns und liegt die Nacht vor dem Womo.

Wie es weitergeht?Folgt uns:

Norwegen – Durch Schweden bis auf die Lofoten – Reisebericht

Norwegen ist das Traumland für Wohnmobilreisen. Update 2018

Unser Roadtrip geht durch Schweden über Mora schnell bis zu den Lofoten und dann langsam über das Fjordland zurück.

Die schönsten Bilder unserer Reise
Planung

00 – Aller Anfang ist schwer

01 – Es geht los: Ziel Travemünde

02 – Travemünde Växjo und ein überraschendes EM-Spiel

03 – Von Växjö nach Mora

04 – Von Mora bis Bodø – Herkules-Tour

05 – Endlich wieder Lofoten

06 – Uttakleiv – Traumstrand im Geheimen

07 – Nusfjord und Strand von Flakstad

08 – Traumwetter in REINE! Wanderung zum Reinebringen

09 – Haeningsvaer bis Vesteralen – Die Bullen sind hinter uns her!

10 – Walsafari in Andenes

11 – Vogelinsel Bleik und Abschied nehmen

12 – Polarzirkel

Statoil Rallye mit Free coffee!

13 – Torghatten oder die Sache mit dem Loch

Torghatten: Nur an einer Stelle im Meer kann man durch das Loch hindurchschauen

14 – Das Trondheim Fiasko

15 – Von Andalsnes über die Trollstiegen nach Geiranger – The Golden Route

16 – Geiranger und die 5 + 2 Schwestern – Delfine und ein Regenbogen

17 – Vom Geiranger zum Briksdalbreen

18 – Stabkirche von Borgund

19 – Bergen

20 – Auf der Zunge des Trolls – 10h Fjellwanderung zur Trolltunga

21 – Stabkirche Heddal, Oslo und der Holmenkollen

22 – Oslo und Herrn Vigeland sein Park, Felszeichnungen in Tanumsvede und Abschied in Fjällbacka

23 – Fjällbacka – Vogelreservat Morups Tange

24 – Travemünde – Wieder in Deutschland

25 – Badetag an der Ostsee und Heimfahrt

Fazit und Statistk

Belgien mit dem Wohnmobil – ohne Maut und Anmeldung – Urlaubstip

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Belgien ist vielleicht nicht eure erste Wahl für einen Urlaub oder Kurztrip mit dem Wohnmobil.
Das wollen wir mit diesem Artikel ändern.

Belgien kennen viele nur als kleiner Nachbar der Niederlande, an der Küste gelegen und vielleicht auf der Durchfahrt in die französische Bretagne.
Wer an Belgien denkt, denkt in diesem Jahr vielleicht noch an die gelungenen Auftritte der Fußballer bei der WM, an den alten Formel 1 Parcours in Spa oder ein Hoch auf die Royal-Fans: an das belgische Königspaar.

Manch einer erinnert sich vielleicht sogar an Fritten: Die Pommes Frittes sollen in Belgien erfunden worden sein, oder gar an die weltbesten Biere. Auch da rühmt sich Belgien mittlerweile nicht zu Unrecht: Belgische Biere sollen im internationalen Vergleich Spitze sein.

Tim (in Belgien Tintin genannt) und Struppi sind belgische Comic-Helden und verzaubern heute noch die Menschen. Auf mancher Fassade, auf T-Shirts und Taschen, sogar in Museen und in vielen Geschäften sind die beiden zu finden.

Unsere Videos zu Belgien:

Belgien - Mit dem Wohnmobil in die Ardennen
Belgien - mit dem Wohnmobil durch die Ardennen
Belgien - auf dem Weg nach Brügge
Brügge - mit dem Wohnmobil
Belgien Roadtrip Zurück im Hohen Venn

Viele mittelalterliche Städte, von Kriegen unzerstört, warten auf Besucher.
Eine Bevölkerung, die auf der einen Seite sehr weltoffen ist, aber leidenschaftlich um ihre Herkunft und ihre Nationalsprache ringt.
So gibt es drei offizielle Sprachen: Französisch, Niederländisch und Deutsch, die in den entsprechenden Landesteilen strikt gesprochen werden. Das Ringen der Flamen und Wallonen ist schon Jahrhunderte alt.

UMWELTZONEN in Belgien

Es gibt verschiedene Umweltzonen in Belgien, bei denen ihr euch registrieren müsst.
Zumindest wenn ihr NICHT mit dem Wohnmobil in eine solche Zone einfahren wollt.
Wohnmobile sind von den Umweltzonen ausgenommen.
Solltet ihr trotzdem ein Ticket bekommen, müsst ihr unbedingt Einspruch einlegen. Offenbar können die automatischen Kameraanlagen nicht erkennen, dass ihr ein Wohnmobil fahrt.
(Tip von Torsten Berning, Autor des Buchs Europa mit dem Wohnmobil*)

Und dann natürlich Brüssel als Vermittler mittendrin.
„Die europäischste aller Hauptstädte in Europa,“ hat ein Belgier mir erklärt, „ist Brüssel. Die Stadt gehört eigentlich gar nicht zu Belgien.
Ohne Brüssel könnte man Belgien in ein flämisches und wallonisches Belgien teilen. Aber in Brüssel wird alles gemixt. Und das funktioniert auch noch.“ Er schüttelt dabei den Kopf und kann das nicht verstehen. Auf dem Land hat man es gerne ruhig und einfach und nicht so hektisch wie in den großen Städten.

Die Brüsseler sind weltoffen und dank der europäischen Behörden und Bediensteten hat sich dort ein ganz eigener Lebensflair entwickeln können.

Mit dem Wohnmobil nach Belgien zu fahren ist also eine gute Idee.
Wenn da mittlerweile nicht die Umweltzonen wären. Aber dazu im obigen Kasten ein Tip.
Neben Antwerpen, Gent, Brüssel gibt es eine Reihe von lohnenden kleineren Städten wie Brügge, Lüttich, Tournai oder Charleroi.

Und überall gibt es Campingplätze, Stellplätze, Yachthäfen und auch gute Möglichkeiten frei zu stehen.
Wobei man das in den Sommermonaten unterlassen sollte, dann ist Belgien überfüllt, Franzosen und Italiener, Spanier und Holländer haben längst den Urlaubswert Belgiens erkannt.Insbesondere am Meer wird es dann eng und man muss schon vorgebucht oder Glück haben, um auf einem der Stellplätze noch einen Platz zu bekommen.

Dafür gibt es auf der anderen Seite Belgiens ein echtes Kleinod.

Mehr dazu im 2ten Teil über Belgien

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Schottland – Bass Rock – mit den Basstölpeln auf Du und Du

Die Kajaks haben wir immer mit dabei. Wohnmobilurlaub ohne Spielzeug wie Kletterausrüstung, Kajak oder Drohne ist bei uns nicht denkbar. Und daher lassen sich immer wieder tolle Sachen erleben. 
Wie zum Beispiel eine Kajaktour zum Bass Rock. Einem Felsen nur wenige Kilometer vor der Küste von Edinburgh, der die größte Basstölpel Kolonie Europas beherbergt. Abertausende der großen und eleganten Vögel nisten auf dem Vulkanberg und so konnte ich gar nicht anders, als in die Urlaubsplanung einen Tag zum Kajakfahren einzuplanen.
Da noch dazu im Fernsehen die königliche Hochzeit übertragen wurde, konnten Nadja und ich an diesem Tag einvernehmlich getrennte Wege gehen. 
Vom Campingplatz Tantallon Caravan Park aus lasse ich – nach einer Wanderung mit dem Kajak auf unserem Wägelchen durch (!) den Golfplatz – das Kajak ins Wasser. Wieder haben wir blauen Himmel und das Meer ist spiegelglatt. Der neue, dickere Neoprenanzug bleibt im Wohnmobil, die Strecke sollte kein Problem sein.
Unweit vom Bass Rock, am Seacliff-Beach, werden wohl auch Kajaktouren zum Bass Rock angeboten. Von dort aus sind es gerade einmal 3 Kilometer zum Felsen.
Auf meiner Tour von North Berwick aus bringe ich es am Ende immerhin (oder gerade mal) auf 13 km. Auch dort lassen sich Boote mieten.

Unterwegs zum Felsen hält ein kleines Fischerboot neben mir an. Der Mann hatte mich verwechselt, wir kommen trotzdem ins Gespräch und er erklärt mir eine Stelle unterhalb der Seacliff-Beach, die ich unbedingt nach dem Bass Rock noch ansteuern soll.
Das ist das Tolle an den Schotten: sie helfen gerne und geben hervorragende Tipps!

Nach zwei weiteren Kilometern stehe ich unterhalb des Leuchtturms von Bass Rock und es stinkt erbärmlich.
Gott sei Dank habe ich an einen Hut gedacht, denn über mir fliegen hunderte von Vögeln durch die Luft und lassen ab und zu auch etwas fallen!

Die nächsten Stunden (!) umrunde ich den Felsen und liege dank kaum spürbaren Seegangs bewegungslos vor der Basstölpel Kolonie im Wasser. Um mich herum schwimmen Toralke und Trottellummen und lassen sich nicht von mir stören. In aller Ruhe kann ich eindrucksvolle Bilder schießen.

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Irgendwann muss ich dann doch einmal weiter und so steuere ich die Felsen unterhalb der Seacliff Beach an.
Und tatsächlich, als würden sie auf mich warten: Robben.
Ganz langsam nähere ich mich ihnen und so komme ich auf wenige Meter an sie heran, ohne dass sie sich gestört fühlen.

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Total geflasht merke ich erst spät, dass mittlerweile Wind aufgekommen ist und die Wellen zunehmen. Aber alles unter einem Meter Welle.
Gemütlich fahre im Küstensaum entlang, an Tantallon Castle vorbei.
Es ist erst Mittag und am Nachmittag werden Nadja und ich die eBikes schnappen und der alten Burg einen Besuch abstatten.

Zurück am Strand kommt der härteste Teil meines Ausflugs. Jetzt muss ich das Kajak viele Höhenmeter auf die Klippe des Campingplatzes zurück bringen. Einfacher ließe sich das Kajak  an der Strandpromenade von North-Berwick einsetzen, dafür wollte ich aber nicht noch einmal das Womo bewegen.

Kleiner Hinweis am Rande: unterhalb des Campingplatzes 
gibt es einen Parkplatz, den viele Wohnmobile trotz der Kennzeichnung „no overnight Parking“ auch nachts nutzen.

Zurück am Campingplatz schaue ich mir rasch eine Zusammenfassung der Hochzeit an und dann packen wir die eBikes, um zum Tantallon Castle zu fahren.
Schon nach wenigen hundert Metern ist uns klar, dass eBikes für Schottland wie geschaffen sind: ständig geht es ziemlich – zum Teil sehr steil – auf und ab. Außerdem haben wir mittlerweile heftigen Gegenwind.

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Tantallon Castle ist auch in unserer Membership Historic Scotland enthalten und so sparen wir die 6 Pfund pro Person für den Eintritt.
Die Burg wurde lange erfolgreich verteidigt, aber irgendwann war es dann soweit: Cromwell eroberte und schleifte sie.
Zurück blieb ein eindrucksvolles Zeugnis der bewegten Geschichte Schottlands.

Ein Besuch der Kleinstadt North-Berwick lohnt sich zum Abschluß:
Die preisgekrönte Eisdiele in der Mitte der Stadt ist schon umlagert und man muss sich hineinkämpfen. Aber das ausgezeichnete Eis lohnt die Anstrengung.

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Am Strand schauen wir dann den spielenden und schwimmenden (!) Schotten zu. Das Wasser ist unseres Erachtens viel zu kalt, aber die Menschen hier sind offenbar aus einem anderen Holz geschnitzt.

Schottland Reisebericht:

Schottland - Wichtige Infos vor dem Start
Unsere Reiseführer - Buchempfehlung
Die TOP-Reiseziele
01 - Anreise, Jedburgh Abbey, Melrose Abbey
02 - Mit dem Kajak zum Bass Rock, Tantallon Castle, Basstölpel und Robben  
03 - Edinburgh mit dem eBike, Castle und Royal Mile
04 - Harry Potter Trail, Dean Village und die Kelpies
05 - Stirling Castle, Wallace Monument
06 - Zum Golfen nach St. Andrews
07 - Highlands und Balmoreal Castle: Die Queen ist zu Besuch
08 - Dunnotar Castle - Pennan
09 - Whiskytasting und das Schlachtfeld Culloden
10 - Dunrobin Castle und Loch Ness
11 - Delfine vom Stellplatz aus beobachten
12 - Das berühmteste Schloss: Eilean Donan Castle
13 - Hebrideninsel Skye und der Leuchtturm Neist Point
14 - Feary Pool ohne Wiederkehr
15 - Singing Sands
16 - Tobermory auf Mull
17 - PUFFINS!!!
18 - Islay - ein ganz privater Whisky Trip
19 - Clencoe,
20 - Radtour am Lake Katrine: Mit Sir Walter Scott unterwegs
21 - Calaeverock Castle, Hadrians Wall und Robin Hood
21 - Tipps
22 - Empfehlungen
23 - Reiseroute

Schottland: Links fahren muss gelernt sein!

Endlich ist es soweit, es geht los: Schottland!
Seit vielen Jahren wollen wir dorthin, aber dann wurde es Schweden, Norwegen, Frankreich und wieder Schweden.
Diesmal geht es nun nach Schottland.
Dreieinhalb lange Wochen!
Wobei schon bei den Planung klar wurde, dass wir nie im Leben alle Highlights des Landes in drei Wochen sehen können – da braucht es eher drei Monate dafür.

Dazu muss man noch die An- und Abreise  rechnen, die ganz schnell schon vier, fünf Tage kosten kann.
Statt die günstige Fähre Dover – Calais oder ähnliches zu nehmen, um dann durch ganz England fahren zu müssen, haben wir uns für die lange und mit 800 Euro (Hin- und Rückfahrt) nicht billige Fähre von Amsterdam nach Newcastle entschieden. Im Preis inbegriffen waren Abendessen, Frühstück und eine kleine Außenkabine.
Durch die Fähre spart man natürlich Sprit und bekommt schon von Anfang an echte Urlaubsstimmung. Einfach sich irgendwo hinsetzen und lesen und sich fahren lassen – wer Lust hat kann sich in Kino, Disco, Bar vergnügen. Aber das ist unsere Sache nicht.

So sitzen wir auf dem Deck und lassen uns die Steife Prise um die Nase wehen.
Der Seegang ist heftig und die hohen Wellen schlagen mit solcher Wucht gegen das Schiff, dass die Bordwand unter uns jedes Mal einen dumpfen, hallenden Ton abgibt. Das Schiff schlingert und manch ein Gast sieht etwas grün um die Nase aus.
Vorausschauend wie sie nun einmal ist, hat Nadja Tabletten gegen Reisekrankheit im Gepäck und ich sage nicht nein. Lieber ein wenig müde und früh im Bett als am Ende seekrank werden.

Zum Frühstück auf See ist es immer noch ziemlich unruhig, aber je näher wir Newcastle kommen, desto ruhiger wird die Nordsee, der Himmel reißt auf und England begrüßt uns mit einem herrlich blauen Himmel.
Ach könnte es nicht den ganzen Urlaub so bleiben!

Wir haben in den letzten Wochen viele Regenklamotten dazu gekauft, einen langen Poncho, Regenhosen, Gummistiefel. Fürs Kajak noch einen dickeren Neoprenanzug – bei 12 Grad Wassertemperatur überlebenswichtig, wenn man ins Meer fällt.

Durch viele Reiseberichte haben wir uns gelesen und jeder berichtet von den Regentagen und Nebelschwaden, von Sturm, aber auch, dass in Schottland das Wetter sich binnen einiger Stunden völlig verändern kann. Und der Mai soll oft der beständigste Monat sein. Wobei uns gleich die Nachbarn der Nebenkabine auf dem Schiff erzählten, dass es vor einem Jahr im Mai ununterbrochen geregnet hat. Soweit zum Thema Statistik.
Aber heute ist der Himmel blau und wir fahren aus der Fähre hinaus zu neuen Ufern.

Etwas aufgeregt bin ich schon, denn noch nie bin ich im Linksverkehr unterwegs gewesen. Dazu noch mit einem Linkslenker. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen.
Die ersten Meter geht es im Hafengebiet noch auf der rechten Spur voran, irgendwann kommt dann eine Wechselspur und ab jetzt ist man in England angekommen: Linksverkehr.
Und jeder, wirklich jeder, hat mich in den letzten Wochen vor den Kreiseln in England gewarnt: bloß nicht in die falsche Richtung fahren. Oder aus der falschen Richtung die ankommenden Autos erwarten.

Alles gar nicht so schlimm.
Lasst euch einfach nicht stressen und auf gar keinen Fall schnell fahren.
Ganz locker hänge ich mich an einen Laster, der offenbar auch in Richtung Schottland fährt und fahre konsequent hinter ihm her.
Schon nach wenigen Metern der erste Kreisel und dann kommen die Kreisel wirklich im Minutentakt.

Irgendwann fährt mein Laster dann eine andere Richtung und ich bin wieder auf mich allein gestellt. In einem Kreisel drehe ich dann eine Ehrenrunde, weil ich nicht kapiere, welche Ausfahrt unser Navi meinte. Dank Baustellen sieht das manchmal aus.
Dann kommt schon die Autobahn in Richtung Edinburgh: und hier zeigt sich das erste Mal der große Nachteil eines Linkslenkers! Insbesondere bei Wohnmobilen, wo man nicht mal durch die (nicht vorhandenen) hinteren Fenster als Fahrer schauen kann.
Spitze Winkel nach rechts hinten sind absolut nicht einsehbar.
So muss Nadja diese Rolle ab jetzt übernehmen und wir sprechen ab, dass sie das Kommando zum losfahren gibt: auf ihr „LOS“ fahre ich sofort und ohne etwas nach hinten zu sehen auf die Autobahn.
SEHR gewöhnungsbedürftig.
Aber es klappt und dank klarer Absprache, klappt das nun jedes Mal. Der Beifahrer wird hier wirklich gut gebraucht. Ohne Nadja geht es nicht. Aber das weiß ich ja seit mehr als dreißig Jahren.

Wir sind auf der Hauptroute gen Schottland und als wir die Grenze erreichen haben wir auf dem Parkplatz Glück und stehen direkt am Grenzstein. Wenige Minuten später kommen Busse und PKW’s und überfluten den Platz, der von einem Imbisswagen und einem dudelsackspielenden Verkäufer beherrscht wird.

Kitschig, aber auch wieder irgendwie gut. Uns gefällt unser erste Blick auf unser Urlaubsland: ewige Weiten und in der Ferne erste Berge.


Nach einem Imbiss fahren wir weiter und stehen unversehens vor der ersten Sehenswürdigkeit:
Man kann sie gar nicht verpassen und sollte auf keinen Fall weiterfahren! Das hatte ich eigentlich vor:
Jedburgh Abbey

Jedburgh Abbey

TIPP: Historic Scotland - Membership

Wenn ihr länger als zwei Wochen unterwegs seid, holt euch an der ersten Sehenswürdigkeit von Historic Scotland die Jahresmitgliedschaft!
Dazu gibt es auch eine App und ihr könnt jederzeit sehen, welche Sehenswürdigkeit in der Nähe im Preis inbegriffen ist. Nach wenigen Besuchen hat sich die Mitgliedschaft schon gelohnt. Der Jahresbeitrag kostete uns £96,00 für 2 Personen - Bei Eintrittspreisen von 10-15£ pro Person bei einer Sehenswürdigkeit ist man ansonsten sehr schnell teurer.
Manche Sehenswürdigkeit ist im Privatbesitz und dementsprechend nicht im Preis enthalten. Es lohnt trotzdem.

Die nette Frau am Empfang begrüßt uns, als seien wir alte Bekannte. Fragt nach unserem Wohlergehen, wo wir herkommen und wir üben das erste Mal wieder unser Schulenglisch. Es quietscht etwas, aber wir können uns verständlich machen und verstehen auch alles.
Als sie erfährt, das wir länger als zwei Wochen unterwegs sind und viele Sehenswürdigkeiten besuchen wollen, empfiehlt sie uns eine Mitgliedschaft im Historic Scotland.

Zwar gibt es auch ein Angebot 7 Tage in 14 Tagen. Dann darf man an diesen 7 Tagen in so viele Sehenswürdigkeiten wie man will, aber bei längerem Aufenthalt bekommt man für ein paar Pfund mehr unbegrenzten Zutritt.
Und das rechnet sich schon nach 5 Schlössern, Parks oder Museen.

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Und so werden wir MEMBER!
Und werden ab sofort auch so behandelt.
Wir bekommen kostenlos Audioguides, dürfen an den Warteschlangen einfach vorbei gehen und werden am Empfang oft herzlich begrüßt. Tolle Sache und sehr zu empfehlen.

Es gibt noch einen zweiten Verein, der sich ebenfalls lohnt, wenn man mehr im Norden und in Museen und Parks unterwegs ist. Dazu ein anderes Mal mehr.

Jedburgh Abbey ist somit für uns das erste Highlight und kaum sind wir weitergefahren, stehen wir schon vor Melrose Abbey.

Melrose Abbey

Und natürlich besuchen wir diese auch – wir sind schließlich Member.
Dürfen an allen vorbei an die Kasse, bekommen unseren exklusiven Stempel (sie dürfen erst aus Schottland heraus, wenn sie alle Kästchen mit Stempeln voll haben) bekommen einen Audioguide und los geht es.
Eindrucksvoll sind die Gemäuer und liegen im sanften Abendlicht direkt vor uns.
Wir fühlen uns wie zur Zeit von Robert the Bruce, dessen Herz hier begraben sein soll.

Überhaupt stoßen wir immer wieder auf unser Reise auf die Lichtgestalten Schottlands: Rob Roy, Maria Stuart, William Wallace und Robert the Bruce. Der liegt ja an verschiedenen Ecken Schottlands verteilt begraben. Das war damals halt so, wenn man beliebt war. Jeder sollte etwas zum Andenken bekommen.

Von Melrose fahren wir direkt an die Küste. Das Wetter verspricht schön zu bleiben und morgen ist die große Hochzeit in England. So kann Nadja in Ruhe die Hochzeit im Fernsehen anschauen und ich mit dem Kajak die erste Tour machen. In der Nähe von Tantallon Castle finden wir einen Campingplatz, von dem aus ich zum Bass Rock starten kann.

Und Leith gibt uns den Tipp zum „singing Sand“

Nach wenigen Minuten auf unserem Platz haben wir schon Kontakt zu den Schotten von nebenan uns. Leith und seine Frau Heather kommen aus dem wenige Kilometer entfernten Edinburgh und erzählen uns, dass das Wetter ungewöhnlich warm und sonnig sei – und ob wir schon auf Skye gewesen wären und ob wir da und dort und hier hin wollen. Im Nu haben wir eine ganze Liste guter Tipps und Orte beisammen und den Hinweis: sollte irgendwas passieren, wir könnten sie anrufen, sie würden helfen.
Leith ist Bauunternehmer und handfest und meint, was er sagt –  und sofort fühlen wir uns einfach nur gut aufgehoben: Danke Leith!

Unser erster Tag in Schottland war schon aufregend und ereignisreich.
Freut euch, wir haben noch 24 Tage vor uns!!

Schottland Reisebericht:

Schottland - Wichtige Infos vor dem Start
Unsere Reiseführer - Buchempfehlung
Die TOP-Reiseziele
01 - Anreise, Jedburgh Abbey, Melrose Abbey
02 - Mit dem Kajak zum Bass Rock, Tantallon Castle, Basstölpel und Robben  
03 - Edinburgh mit dem eBike, Castle und Royal Mile
04 - Harry Potter Trail, Dean Village und die Kelpies
05 - Stirling Castle, Wallace Monument
06 - Zum Golfen nach St. Andrews
07 - Highlands und Balmoreal Castle: Die Queen ist zu Besuch
08 - Dunnotar Castle - Pennan
09 - Whiskytasting und das Schlachtfeld Culloden
10 - Dunrobin Castle und Loch Ness
11 - Delfine vom Stellplatz aus beobachten
12 - Das berühmteste Schloss: Eilean Donan Castle
13 - Hebrideninsel Skye und der Leuchtturm Neist Point
14 - Feary Pool ohne Wiederkehr
15 - Singing Sands
16 - Tobermory auf Mull
17 - PUFFINS!!!
18 - Islay - ein ganz privater Whisky Trip
19 - Clencoe,
20 - Radtour am Lake Katrine: Mit Sir Walter Scott unterwegs
21 - Calaeverock Castle, Hadrians Wall und Robin Hood
21 - Tipps
22 - Empfehlungen
23 - Reiseroute

 

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