Wir bauen eine mittelalterliche Burg – Schlösser der Loire #8

Im Herzen Frankreichs, im nördlichen Burgund, hat ein Team von vierzig Baumeistern die außergewöhnliche Herausforderung angenommen, eine Burg mit der Technik und den Materialien des Mittelalters zu bauen.
Im Waldes von Guédelon, in einem verlassenen Steinbruch, baut ein Team von Baumeistern eine Burg aus dem 13. Jahrhundert auf. Steinbrucharbeiter, Steinmetze, Zimmerleute, Holzfäller, Schmiede, Dachdecker, Fuhrleute und Seiler… arbeiten zusammen, um alte Handwerkstechniken wiederzubeleben und die Welt des mittelalterlichen Bauwesens zu beleuchten.
Wir sind auf dem Rückweg von der Loire und besuchen das großartige Vorhaben.

Schlösser der Loire

Im Vorfeld haben wir 37 Schlösser herausgesucht, die wir gerne besucht hätten.
Jedoch sind drei Wochen dafür einfach zu wenig Zeit.
Noch dazu gibt es hunderte große und kleine Schlösser in der Region.
Unbekannte, eher kleine Burgen, große Villen, alle sehenswert und mit viel (Familien-) Geschichte.
Wir konzentrieren uns daher auf die 10 schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten

Zum selberplanen könnt ihr eure Tour auf DigiCamper gestalten. Dort haben wir alle Schlösser für euch schon verlinkt. Link zum Planungstool

In unserem kleinen Appetizer seht ihr, wie schön es an der Loire ist.
Vielleicht finden wir die Zeit aus dem gesammelten Material noch einen kompletten Film zu machen.

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Guédelon

Eine Burg wird gebaut!

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Guédelon ist Projekt, das tief in den Wäldern von Burgund, Frankreich, stattfindet. Es handelt sich um den Bau eines mittelalterlichen Schlosses mit den Techniken, Werkzeugen und Materialien des 13. Jahrhunderts. Ins Leben gerufen wurde das Projekt 1997 von Michel Guyot und Maryline Martin. Michel Guyot, der bereits Erfahrung mit der Restaurierung historischer Gebäude hatte, war inspiriert von der Idee, ein neues Schloss von Grund auf nach den Originalmethoden zu errichten. Ziel dieses Projekts ist es, die Bauweisen und Handwerkstechniken des Mittelalters zu erforschen und zu bewahren und so nebenbei eine einzigartige Bildungs- und Tourismusattraktion zu schaffen.

Die Bauarbeiten bei Guédelon sind ein intensives Studium der mittelalterlichen Handwerkskunst. Die Handwerker und Bauarbeiter verwenden ausschließlich Werkzeuge und Methoden, die im 13. Jahrhundert gebräuchlich waren. Steine werden von Hand gebrochen und bearbeitet, Holz mit Äxten und Handwerkzeugen zugeschnitten und Eisenarbeiten in einer traditionellen Schmiede gefertigt.
Dabei kommen die Handwerker aus ganz Europa und arbeiten meist ehrenamtlich für einige Monate auf der Baustelle.
Dabei sind dann die Arbeitsweisen nicht nur ein Fenster in die Vergangenheit, sondern bieten auch wertvolle Erkenntnisse über die alltäglichen Herausforderungen und innovativen Lösungen der mittelalterlichen Baumeister. Wir sind sehr beeindruckt über die Begeisterung der Baumeister, Handwerker und Gehilfen.
Alles ist durchdacht und greift Hand in Hand, bis am Ende die Burg entsteht.

Das Projekt Guédelon hat zu einem Umdenken in der Forschung über mittelalterliche Bauweisen und Handwerkstechniken geführt. Durch das Experimentieren und Rekonstruieren konnten technologische Innovationen des Mittelalters wiederentdeckt werden. Beispielsweise wurden Techniken zur Herstellung von Mörtel, die Nutzung bestimmter Baugerüste und die Anwendung von Hebe- und Transportgeräten rekonstruiert und in ihrer Effizienz bestätigt.
Wir sprachen mit Handwerkern und Studenten, die begeistert von ihren neuen Erkenntnissen erzählten. Und es ist eine Sache, einen mittelalterlichen Kran im Modell zu bauen, oder im großen Rad zu stehen und tonnenschwere Steine nur mit Muskelkraft an Ort und Stelle zu heben.

Der Bau von Guédelon verdeutlichte, wie eng verschiedene Handwerker – Steinmetze, Zimmerleute, Schmiede, und Töpfer – zusammenarbeiteten, um komplexe Bauprojekte erfolgreich umzusetzen. Diese enge Zusammenarbeit und die gegenseitige Abhängigkeit der verschiedenen Gewerke kann man hier vor Ort erleben. Und die Mitarbeiter nehmen sich immer die Zeit, einem zu erklären, was und warum sie gerade dies oder das tun. Gerade diese Möglichkeit, Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen, hat uns ganz besonders gut gefallen.
Ein Vorteil war vielleicht, dass wir unter der Woche dort waren.

Stell- / Campingplatz

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Aufgepasst: Auf dem Parkplatz direkt an der Burg ist das Parken erlaubt, das Übernachten hingegen verboten. Auch in der Umgebung gibt es nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten.
Daher haben wir in Beaulieu sur Loire übernachtet – unweit der Loire und mit der Möglichkeit Radtouren am Kanal und an der Loire zu machen.
Der Camping Muncipal „Camping Touristique du Canal“ ist klein und einfach ausgestattet, kostet gerade einmal 20 Euro für eine großzügige Parzelle.

Ausflug / Lohnenswert

Mit den Rädern immer an der Loire entlang und dann am parallel verlaufenden Kanal wieder zurück. Dabei durch kleine Dörfchen und an schönen Ausflugslokalen vorbei. Wir nutzen die Gelegenheit bei einem guten Wein mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen und unser französisch aufzufrischen, bis sich herausstellt, dass unsere Gesprächspartner aus dem Elsass kommen und gut Deutsch sprechen.

Wir sind am Ende unserer Schlössertour.
Guedelon haben wir zu Beginn unserer Reise besucht, man kann es aber auch gut für den Heimweg planen.
Natürlich gibt es noch viele schöne Schlösser, Villen und Sehenswürdigkeiten an der Loire.
Und vielleicht noch wichtiger: Hier gibt es viele der kleinen, wunderschön gelegenen Campingplätze.
Wir waren im Mai und Juni unterwegs, da ist es schon angenehm warm, ohne heiß zu sein und da noch keine Schulferien sind, sind die Campingplätze meist leer.

Schlösser der Loire

In DigiCamper könnt ihr eure eigene Route basierend auf unseren Einträgen erstellen.
Dann einfach in Google Maps übertragen und losfahren.
DigiCamper ist kostenlos!

Picture of Jürgen Rode

Jürgen Rode

schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.

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Eine Antwort

  1. Moin, ich bin schon länger bei YouTube bei euch und nun wollte ich hier mal lesen. Paul und ich haben noch kein WoMo, aber es winkt quasi schon zur Tür hinein. Deswegen bin ich froh, das ich an verschiedenen Orten soviel Wissenswertes lesen kann und werde euch hier auch mal abonnieren.

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