Schweden 2015: Ystad und Ales stenar

Auch im Mittelalter mochte man es bunt
Auch im Mittelalter mochte man es bunt

Geregnet und gestürmt hat es die ganze Nacht.

Am Morgen waren wir daher relativ früh wach und fuhren schon früh nach Ystad. Wallander City. Blöd nur, wenn man kein Krimifan ist. Vor dem Rathaus höre ich einer Reisführerin zu: „Und da geht Wallander immer rein und raus.“ Aha, offenbar habe ich doch etwas verpasst, denn rund 50 Busfahrer sind begeistert und fotografieren jeden Winkel.
Wir tingeln durch die Gassen und freuen uns einfach über das ganz normale Schweden. Inga sieht in jedem Fenster eine Ikealampe. Durch manche Häuser kann man hindurch schauen. Gardinen sind nicht üblich. Das gefällt mir!

Gegen Mittag wird das Wetter schlechter und wir fahren weiter nach Ales stenar.
Vor 25 Jahren waren wir schon einmal dort. Damals gab es keinen großen Wohnmobilparkplatz und auch keinen extra angelegten Weg, geschweige denn Läden und Turi-buden.
Ich erinnere mich, dass wir mit einer jungen Familie alleine bei den Steinen waren.

Heute sind gut 100 Menschen um uns herum, aber da sie rasch kommen und wegen des starken Windes nicht lange bleiben, haben wir immer mal wieder die Steine für uns. So gelingen Bilder, die glauben machen, das hier nichts los sei.

Was ich nicht ganz verstanden habe: Sind die Steine wirklich noch aus der Wikingerzeit oder gezielt wieder dort errichtet worden. Im Weltkrieg stand hier ja eine Aufklärerstation und auf alten Bilder stehen nicht alle Steine. Zwar sind die Steine schon im 17 Jahrhundert belegt und wohl Reiseziel gewesen, aber so richtig „in“ scheinen sie erst heute zu sein.

Als Kalender interpretiert oder einfach nur zur Erinnerung an den alten Ales.
Ales Steine halt – Ales Stena.

Wir ziehen weiter. Jetzt sollen erst einmal ein paar Tage Nichtstun folgen. Sofern das Wetter mitspielt.
In Almhult erzählt uns eine Schwedin, dass bislang der Sommer Schweden ausgelassen habe. Zu kalt und zu naß. Nun – wir sind da, lieber Sommer – du kannst jetzt mal richtig Gas geben.

In Almhult, am See Möckeln wollen wir auf dem beschaulichen Campingplatz kajaken, Rad fahren, den Linee-Garten besuchen und wandern. Nadja zieht es noch zu einem Elchpark. Ich bin gespannt, was die Tage so für uns bereit halten. Nur bitte keinen Dauerregen!

Ach eins noch:
Was ich an den Schweden bewundere: Sie lieben Oldtimer, insbesondere Amischlitten aus den 50ern.
Und die pflegt man nicht und stellt sie in die Garage und fährt vielleicht mal eine Oldtimer-Rallye, nein, hier ist der Oldtimer ein Alltagsauto. Immer wieder sieht man sie ganz normal auf der Straße oder einem Parkplatz. Ab und an sieht man sogar einen Handwerkswagen im Einsatz oder einen uralten Volvo vergammelt in einem Hinterhof. Offenbar gibt es noch viel Potential zum Aufbereiten.

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