Wohnmobil: Mieten oder Kaufen

Euramobil ProduktionDie Antwort kann aus finanzieller Sicht nur lauten: Mieten!
Insbesondere neue Wohnmobile fallen ebenso rasant im Wert, wie Autos. Und der jährlich Verlust ist dann gewaltig, was sich gut im Gebrauchtwagenmarkt ablesen lässt.

Jedoch wenn die Antwort so einfach wäre, warum mieten dann nicht alle?
Sicher ist, dass die Mietflotte Jahr um Jahr wächst. Immer mehr regionale Anbieter kommen auf dem Markt, meist Wohnwagenverkäufer, Campingshops, aber auch die Hersteller selbst.

Die Nachfrage ist riesig. Die Angebote auch, ebenso die Preise.

Für ein Wohnmobil in der Größe 6 Meter, vier Schlafplätze kostete uns im Herbst 2012 die Miete 95 Euro am Tag plus Abnahme und Endreinigung und Versicherung. Womit ich an einem Herbstwochenende bei 350 Euro gewesen wäre. Die Fixkosten schlagen bei so einer kurzen Mietdauer natürlich überproportional zu Buche!
Abholen konnte ich das Wohnmobil am Freitag um 16 Uhr – für die Übergabe ist eine Stunde einzuplanen. Hier sollte man sehr, sehr genau jeden Kratzer dokumentieren, ansonsten kann am Ende der Reise das große Erwachen folgen. So wurden in der Vergangenheit manchmal alte und verdeckte Schäden aufgeführt, die die Rechnung erheblich verteuerten.

Unwissend hatte ich angenommen, das außerhalb der Ferien, Nachsaisonpreise möglich seien, jedoch verriet mir der Anruf bei verschiedenen Vermietern, dass eigentlich das ganze Jahr Hochsaison herrscht und nur im tiefen Winter es eine billigere Zeit gibt. In den Sommerferien steigt dann der Preis bei unserem Mobil sogar auf 150 Euro pro Tag.

Gegen 18  Uhr könnten wir dann erst zuhause Packen und los fahren, der Freitag ist somit als „Urlaubstag“ stark zusammengeschrumpft.
Am Sonntag sollte das Wohnmobil bis 18 Uhr wieder abgegeben werden. Nach 18 Uhr sei niemand mehr da, der den Wagen abnehmen und checken würde. Einzige Möglichkeit: einen Tag länger mieten und am Montagvormittag das Wohnmobil abgeben.
So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Die Kosten würden damit auf 445 Euro steigen. Dafür schöne Stunden im Grünen gewonnen.

Die Rechnung sieht natürlich besser aus, je länger man das Wohnmobil braucht. Wer eine ganze Woche unterwegs ist oder gar drei Wochen im Süden verbringt, der plant den Rückreisetag mit ein und die Fixkosten fallen nicht mehr so stark auf. Zudem gibt es manchmal einen „Mengenrabatt“.

Für einen Kurztrip ist das Prozedere des Abholens und Bringens sowie der Kostenfaktor ein Malus, der zumindest uns das Mieten als unattraktiv erscheinen lässt.

Man muss also sehr genau überlegen, was man machen möchte und wie lange! Wie flexibel ist man mit seiner Zeit (holen, packen, auspacken, bringen)?
Und ganz wichtig: Wie lange vorher kann ich meine Termine planen? Wenige Tage bis Woche: würde ich mir nicht mehr antun. Monate im voraus: Damit kann man planen und auch kostengünstige Anbieter checken. Wichtig hierbei auch: Zum Abholen und Bringen des Wohnmobils muss man sich fahren lassen oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Sind die überhaupt vorhanden? Was nutzen 10 Euro pro Tag Ersparnis, wenn man das Wohnmobil erst aus 100km Entfernung abholen muss?

Für Urlaubsnutzer, die  nur in ihrem Urlaub ein Wohnmobil fahren wollen, ist das Mieten mit Sicherheit die günstigere Lösung,

wer jedoch unregelmäßig oder ungeplant am Freitag über das Wochenende los will oder häufiger im Jahr mit dem Wohnmobil verreist, der kommt am eigenen Wohnmobil nicht vorbei.

Und es ist wie immer: Hat man ein Wohnmobil, fallen einem tausend Dinge ein, die man damit machen kann. Sei es ein Besuch mit  Übernachtung bei entfernt wohnenden Freunden (sonst hätte man noch heim fahren müssen), der Besuch eines Konzerts, Jahrmarkts, Sportveranstaltung.
Da unsere Töchter Fussball spielen, fahren wir mit zum Training oder Spiel und auf diesem Weg die Möglichkeit im Winter im warmen zu sitzen und seine eigene Toilette zu haben. Das Nickerchen zwischendurch ist auch möglich. So wird die Wartezeit zur Freizeit!

Die Kosten stehen dann sicherlich nicht mehr im Vordergrund. Einfach und unkompliziert sind dann einiges mehr wert!

 

3 Gedanken zu „Wohnmobil: Mieten oder Kaufen“

  1. Hallo,
    meiner Meinung nach kann sich der Kauf einer Wohnmobil Occasion auch lohnen. Aber auch ich finde, dass das Wohnmobil mieten total unterschätzt ist. Man braucht ja auch schliesslich keine Unterkunft. Das lohnt sich. Neben den Anschaffungskosten kommen ja auch Kosten für Reparatur dazu. Eine Garage will ja auch etwas verdienen. Verständlich.
    Ich persönlich bin ja eher ein Audi und VW Bus Fan. Da hab ich erst kürzlich wieder traumhaft schöne VW Auto Busse zum Verkauf gesehen. Ich bin verliebt!

  2. Vielen Dank für den tollen Beitrag. Meine Frau und ich haben drei Kinder. Da wir in Zukunft mehr verreisen möchten, haben wir überlegt uns einen Wohnmobil anzuschaffen. Zurzeit besitzen wir einen simplen Multivan. Ein Freund hat mir empfohlen, sich lieber ein Wohnmobil für die bestimmten Anlässe zu mieten.

  3. Hallo.
    Ich bin der Meinung dass sich Wohnmobilmiete nicht lohnt.
    Habe durch viele Gespräche die Erfahrung gemacht dass die meisten WOMO Mieter 14 Tage irgendwo auf einem CP stehen dort vielleicht am Tag für 4 Personen 40€ und mehr bezahlen, dazu die Miete des Fahrzeugs, das rechnet sich nicht.
    Wenn ich aber Reise, Land und Leute sehe, so kommen noch die Dieselkosten dazu, und dann denke ich ist die Rechnung positiver.

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