Norwegen 2013: Tag 14 – Das Trondheim Fiasko

Norwegen 2013: Tag 13b – Trondheim-Fiasko

Wir kamen spät in Trondheim an, nachdem wir auf den letzten Kilometern vor Trondheim noch einen Elch gesehen hatten, der sich hinkniete, um das Gras vor ihm zu fressen.  Wir versuchten dann kurz vor Trondheim einen Übernachtungsplatz zu finden. Unmöglich.
Also fuhren wir in den Innenstadtbereich. Die uns bekannten Standplätze steuerten wir als erstes an, da sie auch unser Navi gespeichert hatte. Was wir nicht wussten: In Trondheim wird massiv gebaut! Ganze Straßenzüge waren nicht befahrbar. Riesige Baustellen überall. Der erste Stellplatz existiert nicht. Der zweite, direkt am Hafen, war Bürogebäuden und deren Parkplätzen gewichen.
Egal, wo wir anschließend hinfuhren- Parken war nicht erlaubt oder nur gegen 175 Kronen für max. 5 Stunden ab 8 Uhr. Mittlerweile ging es auf ein Uhr zu und wir waren hundemüde. Wir steuerten Stellplatz um Stellplatz an. Nicht einer existierte oder war befahrbar. Gegen zwei Uhr gaben wir auf und fuhren auf der E6 aus der Stadt hinaus. Auch dort war ein ausgewiesener Stellplatz durchkreuzt und auch die Entsorgung abgeschafft. Bei einem Wohnmobil-Händler bleiben wir dann in einem Vorort stehen und verbrachten die Nacht.

Offenbar will man hier keine Wohnmobilisten. Ziemlich sauer war ich am überlegen, ob ich überhaupt noch zum Nidaros-Dom wollte.

Am nächsten Morgen, die Sonne schien wieder strahlend über uns, fuhren wir dann doch wieder in die Stadt und fanden einen öffentlichen Parkplatz, berappten die 175 Euro, um uns nur wenige Augenblicke später zu ärgern. Direkt am Dom gibt es immer noch den Schulhof-Parkplatz, bei dem man für 100 Kronen den ganzen Tag stehen darf (Keine Übernachtung!)

Auch am Nidaros Dom hatte sich einiges verändert. Linker Hand ist nun ein Besucherzentrum gebaut und im Dom selber beleuchten viele Scheinwerfer die ansonsten düstere Decke.

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War uns der Dom vor zwanzig Jahren unglaublich dunkel und düster in Erinnerung geblieben, da die Fenster sehr klein und mit dunklen Glasfenstern verschönert sind, hat man heute durch eine Vielzahl von Strahlern dem Inneren ein freundlicheres Erscheinungsbild gegeben. Die frühere Krönungskirche der norwegischen Könige dient in der heuten Monarchie nur noch zur Segnung der Könige. Da die Macht vom Volke ausgeht, wird der König nicht mehr gekrönt, sondern das Amt seit der Abspaltung von Schweden nur noch vom Volke verliehen und zu einem späteren Zeitpunkt werden die Könige dann  in Trondheim gesegnet.

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Trondheim ist, wie alle Städte, die wir bisher sahen, gewaltig gewachsen. Die Stadt ist bunt und modern, die neuen Stadtviertel am Hafen wirken futuristisch: Norwegen schwimmt im Geld!

Wir bummeln aber lieber durch die alten Gassen, besuchen die rote Gamlebrücke und die alten Speicherhäuser.

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Weiter geht es über die E6 in Richtung Oddal. In einem engen Tal stehen wir plötzlich im Stau. Ein Unfall. Wir stehen eine Zeitlang und nach dem immer mehr Autos auf der Straße drehen und uns keiner entgegenkommt, entscheiden auch wir, über eine kleine Nebenstraße die Unfallstelle zu umfahren. Nun bewährt sich unser 6-Meter-Mobil ein weiteres Mal. Die 130 Ps ziehen uns einen steilen Hang hinauf. Der Weg wird rasch zu einer Schotterpiste, die über den Höhenzug geht. Die Straße ist sehr eng. So eng, dass wir mehrfach fast in den Graben müssen. An einer Bahnlinie müssen wir durch eine Unterführung: 3,10 sind angeschlagen.

Wir haben knappe 3,30 Meter!
Nadja geht vor und Svenja sichert hinten, denn von unten und oben kommen immer wieder Autos.

Werden wir durchkommen? Müssen wir das Kajak abnehmen? Umkehren?

Ganz langsam klettere ich den Hang hinauf. Wir passen durch!
Damit ist es aber noch nicht geschafft. Einmal müssen wir sogar an einem Bauernhaus rückwärts in die Einfahrt, weil ein sehr großes Wohnmobil den Hang hinauf kommt und zusammen passen wir nicht auf die schmale Straße.

Die Umfahrung ist geschafft, der Motor funktioniert prima. Ein Arbeitstier!

Wir fahren noch ein Stück und finden an einem Badesee in der Nähe der E6 einen tollen Nachtplatz. Baden, Grillen und mit einem anderen Womo ein Palaver halten.

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Endlich mal ein paar Stunden Campingurlaub

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Zeitraffer der Strecke:

 

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