Frankreich – Klettern am Roc Aiguille

2014-08-07_15-52-56_Frankreich_IMG_0495-1600Paddeln wir auf dem Tarn zurück zum Campingplatz, steht links über den Hügeln eine Felsnase hervor. Die lockt uns schon seit Tagen und irgendwann brechen gegen Mittag  auf, um ihn zu erobern. Morgens liegt die Klettertour noch in der prallen Sonne, aber ab dem Nachmittag ist Schatten und auch im Sommer das Klettern erträglich. 2014-08-05_16-43-44_Frankreich_IMG_0184-1600 2014-08-05_16-43-40_Frankreich_IMG_0182-1600 Aus dem Kletterführer erfahren wir, dass die Nase auch einen Namen hat: Roc Aiguille – für uns einfach Geiernase. Für Inga und mich ist der Aufstieg das, was wir gar nicht mögen. Am liebsten fährt man mich direkt an die Felswand. Dann klettere ich gerne. Für Alpenüberquerungen muss man sich andere suchen. Und so ist der Aufstieg eher eine Qual – noch dazu bei 30 Grad. 2014-08-07_13-00-00_Frankreich_IMG_0366-1600 Am Fuß der Felswand angekommen, strömt aus einem Riss eiskalte Luft. Offenbar gibt es hier Höhlen. Der Unterschied zur Außentemperatur ist so gewaltig, dass ich nach kurzer Zeit friere. Nur gut, dass ich nun klettern darf und Inga hier in der Eishöhle bleiben muss. Ein Blick nach oben zeigt die Route: 2014-08-07_13-15-32_Frankreich_IMG_0368-1600 Es klettert sich einfacher, wie es aussieht. Die Schwierigkeit wird mit französischen 5c, also 6- angegeben. Unter dem Dach muss man durch einen Riss klettern. Was eher auf dem Bauch durchrobben bedeutet. Dann beginnt die eigentliche Kletterei. Und die ist ausgesprochen schön. Es sind einfache Route und so macht das Klettern – noch dazu in einer fantastischen Landschaft – um so mehr Spaß. Rasch kommen wir voran. 2014-08-07_14-03-53_Frankreich_IMG_0399-1600 Auf halber Höhe entdecken wir die Geier. Inga zählt 34 Exemplare, die über uns ihre Kreise ziehen. Auf was die wohl warten? Doch hoffentlich nicht auf uns! 2014-08-07_14-27-29_Frankreich_IMG_0424-16002014-08-07_14-11-29_Frankreich_IMG_0405-1600 Wir klettern weiter. Ich immer vorweg und Inga steigt die Route nach. Die Griffe sind herrlich, Schöne Henkel, Schuppen für die ganze Hand. Wenn es mal kleingriffig wird taucht irgendwo ein Loch auf. So geht es Meter für Meter voran. Am nächsten Standpunkt sichere ich uns und lasse Inga nachkommen. Sie ist kaum gestartet, als ein Geier direkt unter ihr vorbeischwebt. Keine 20 Meter. Natürlich kann ich nicht fotografieren, ich sichere ja gerade meine Tochter. Aber das Bild habe ich immer noch vor Augen. Am nächsten Haken sichert sie sich und ich nutze die Gelegenheit das Prachtexemplar zu fotografieren: 2014-08-07_14-54-34_Frankreich_IMG_0432-1600 2014-08-07_14-54-40_Frankreich_IMG_0434-1600 Geier im Tiefflug: 2014-08-07_14-58-11_Frankreich_IMG_0447-16002014-08-07_14-58-46_Frankreich_IMG_0458-1600 Die Route führt uns weiter in die Höhe. Mittlerweile dürften wir etwa 100 Meter geklettert sein und 600 Meter über der Schlucht:   2014-08-07_14-54-59_Frankreich_IMG_0444-1600 Mit Abstand das schönste Bild der ganzen Tour. Unten tummeln sich die Schwimmer im kalten Flusswasser und oben schwitzen wir am Fels 🙂 Am Ende der Tour wurde es dann sogar noch einmal richtig anstrengend. Denn entgegen der Aussagen war die letzte Route nicht so einfach. Am Gipfelgrad musste man sich entlang hangeln. Sah schon sehr spektakulär aus! 2014-08-07_15-49-27_Frankreich_IMG_0479-1600 Dafür war dann der Ausblick auf den Fluss eine echte Belohnung: 2014-08-07_15-52-56_Frankreich_IMG_0495-1600 2014-08-07_15-54-59_Frankreich_IMG_0523-1600 Mittlerweile hatte der Himmel sich stark bewölkt und es sah nach regen aus, weswegen wir nicht ganz so lange die Aussicht genießen konnten. 2014-08-07_15-53-08_Frankreich_IMG_0500-1600 Fazit: Eine tolle Mehrseillänge, nicht schwer, aber auch nicht immer einfach. Ein 70 Meter Seil sollte man schon dabei haben. Zum Abseilen hat es uns gerade so gereicht. 2014-08-07_15-54-04_Frankreich_IMG_0505-1600 unsere Geiernase – vom Aussichtpunkt Point Sublime2014-08-10_15-50-20_Frankreich__MG_8104-1600

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