Frankreich – Ardeche: übers Wasser laufen…

Bislang wurden unsere Befürchtungen, in Frankreich sei es in der Haupturlaubszeit zu voll, gänzlich ins Reich der Fabel verwiesen.
Zumindest bis wir an die Ardeche kamen. Schon auf den letzten Kilometern vor Vallon Pont d’Arc wurde uns klar: Hier ist irgendetwas anders.
Am Straßenrand wimmelten Badegäste, vor den Campingplätzen gab es Schlangen, überall standen Schilder „ausgebucht“.
Als wir dann das erste Mal einen Blick auf den Fluss werfen konnten, verschlug es mir die Sprache:2014-08-15_15-53-53_Frankreich__MG_9438-1600

Schon früher hatte ich von Kajakfreunden gehört, dass man im Sommer die Ardeche überqueren könne, ohne einen Fuß ins Wasser setzen zu müssen. Die Boote fuhren so eng auf dem Fluss, dass man bequem von einer Seite zur anderen laufen könne.
Ok, dachte ich immer, das ist wie mit den riiiiiesigen Fischen, die man irgendwo angelt. Im Laufe der Zeit werden sie immer länger und schwerer2014-08-15_15-53-24_Frankreich__MG_9435-1600

Aber dieses Mal hatten die alten Recken recht: Wir sahen so unglaublich viele Boote auf der Ardeche und am Rand. Hunderte, Tausende. An den Einstiegstellen waren Türme aus Booten gebaut. Mancher Kleinbus hatte drei (DREI) volle Anhänger hintereinander (ich schätze mit 60 Booten) angehängt und fuhr die Straße entlang.

Wir mühten uns irgendwo einen Campingplatz zu finden und nach dem vierten oder fünften Fehlschlag fanden wir tatsächlich noch irgendwo ein Loch. In der Nacht laut und nah der Straße, aber immerhin konnte ich von dort aus mit dem Kajak auf den Fluss.
Dazu noch um die 40 Euro für die Nacht. Ansonsten alles ausgebucht und am ende doch preiswert, da manch anderer Campingplatz für ein ähnliches Angebot 60 Euro berechnete.

In der Nähe des berühmten Felsbogens der Ardeche fanden wir Quartier und fuhren einmal die Ardeche mit dem Auto ab.

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Im Gegensatz zur Tarn kommt man nur an hochgelegenen Aussichtspunkten zu einem Blick auf den Fluss:

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Die tiefen Schluchten und das klare Wasser reizen einen schon zu einer Bootsfahrt, aber für den ersten Tag lassen wir es gemütlich an und besuchen auf dem Rückweg noch einen riesigen Flohmarkt in Barjac. Dort finden in den Sommermonaten eine ganze Reihe von Märkten und Flohmärkten mit unterschiedlichen Themen statt. Bei unserem Besuch fanden wir den wunderschönen Plunder der letzten 300 Jahre. Offenbar gibt es noch viele Scheunen und Häuser, die ausgemistet werden wollen.
Ein toller Fundus für alle Flohmarktfreunde:

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Zurück am Campingplatz Camping L’Ardechois schauten wir uns noch einmal die Schwallstellen an und Nadja entschloss sich, lieber mit dem Womo zum Unterlauf zu fahren, um mich abzuholen. Für die 34 km-Strecke empfahl ein Kajakführer, sehr früh los zu fahren und so richtete ich am Abend schon alles für die große Fahrt.

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