Camargue – Die Anreise

Zehn Tage hatten wir nur zur Verfügung und dementsprechend war klar, dass wir in einem Rutsch von Frankfurt bis nach Saint Maries de la Mer fahren mussten. 
So machten wir uns an einem Mittwoch vor Himmelfahrt im Bewusstsein auf die Autobahn, dass spätestens am Nachmittag der große Stau auf uns warten würde. Die A5 in Richtung Stuttgart war schon kurz nach Darmstadt eine einzige Blechlawine.
Mit viel Geduld tasteten wir uns bis zur französischen Grenze durch. Doch auch danach wurde der Verkehr nicht weniger. 

Highlights:
Gut Übernachten auf dem Weg: in Dole / Frankreich
Entsorgen in Frankreich an fast jeder Autobahnraststätte möglich
Maut für Wohnmobile >3m deutlich teurer
Gut per Mastercard zu bezahlen
In der Camargue ist der Stellplatz Clos du Rhone erster Anlaufpunkt, um erst einmal anzukommen und sich zu orientieren

Dank drei neuer Stell- und Campingplatz-Apps konnten wir dann nicht weit von der Autobahn einen schnell Stellplatz identifizieren.
Über die drei App und ihr Vor- und Nachteile, folgt in Kürze ein eigener Bericht: CaraMaps, Womo Stellplatz Pro und Camping.Info Pro

Stellplatz Dole

In Dole, einige Kilometer von der Autobahn entfernt, fanden wir gegen 23 Uhr dann ein ruhiges Eckchen direkt am Fluss.
Erst am nächsten Morgen, als es hell wurde, sahen wir, wie schön wir es getroffen hatten!

Eigentlich wäre dieser Platz gut für mehr als eine Nacht, vielleicht  für einen ganzen Urlaub wert. Denn auch die nahe liegende Stadt ist sehenswert. Da wir nur auf der Durchreise waren, machte ich keine Bilder. Jedoch kann man in Streetview sich einen guten Eindruck verschaffen.
Zurück auf der Autobahn entsorgten wir an der nächsten Raststätte: In der Regel gibt es in Frankreich an jeder Autobahnraststätte die Möglichkeit zu Ver- und Entsorgen.
Wobei wir dort nie Frischwasser zapften. Zu nah liegen da Fäkalienabgang und Frischwasserschlauch beieinander. Wer weiß, was andere mit dem Frischwasserschlauch schon alles angestellt hatten…

In Frankreich zahlt man die Maut auf der Autobahn an Automaten. Das funktioniert hervorragend mit der Mastercard (mit Visa und Co sicher auch). An der ersten Station ein Ticket ziehen, an der nächsten Ticket einstecken, Mastercard einschieben – herausnehmen nicht vergessen und bei Bedarf Quittung drücken.
Im PKW noch einfach, im Wohnmobil kommen wir dank unser weit abstehenden Spiegel oft nicht nah genug an die Automaten. Da ist das manchmal kniffelig.
Dazu gibt es automatische Höhenmessungen: Über drei Meter wird es deutlich teurer. Wir haben mit den Kajaks auf dem Dach gute 3,60 Meter Höhe und bekommen daher immer die Tickets aus dem oberen LKW Schlitz.
Vor drei Jahren standen wir einmal länger an einem Automat, der uns kein Ticket auswarf – bis wir bemerkten, dass das Ticket nicht am oberen, sondern am unteren Schlitz ausgeworfen wurde.
Also immer mal einen Blick nach unten (oder oben) wagen.

Die Autobahnen der Route Soleil sind außer vor den Feiertagen recht leer und der Fahrstil der Franzosen, sowie die allgemeine Geschwindigkeitsbeschränkung, ermöglicht ein gelassenes Fahren.
Es ist bei weitem nicht so hektisch, wie in Deutschland und man kommt geruhsam vorwärts.
An Himmelfahrt war es hingegen eng und voll und die 600 Kilometer durch Staus und Baustellen gar nicht entspannt zu fahren. Einige Male fuhren wir daher auf die neben der Autobahn verlaufende Nationalstraße und kamen über diese genauso schnell, wahrscheinlich sogar schneller vorwärts. Vor Avignon fuhren wir dann sogar auf die gegenüberliegende Rhoneseite auf eine kleinere Straße. Das war sicherlich nicht schneller, aber landschaftlich attraktiver und so konnten wir eine länger Pause am Fluss und ein erholsames Nickerchen machen.

Als wir dann am Nachmittag wieder auf die Autobahn zurückkamen, hatte sich der Stau weitgehend aufgelöst.

Was wir an unserer Urlaubsplanung nicht bedacht hatten: An Himmelsfahrt findet in Saint Maries de la Mer jedes Jahr eine Zigeunerwallfahrt statt und nicht nur tausende Sinti und Roma pilgern in die kleine Stadt, auch schätzungsweise 60000 Touristen wollen dieses Spektakel miterleben.
Von Mittwoch bis Samstag herrscht daher in dem eigentlich beschaulichen Küstenstädtchen Ausnahmezustand.
Von daher hatten wir Glück, erst abends durch die Camargue in Richtung Saint Maries zu rollen – unsere Fahrbahn war frei, aber die Kolonne der abendlich nach Hause fahrenden Touristen schob sich kilometerlang uns im Schritttempo entgegen.
Unsere Befürchtungen, aufgrund der Menschenmassen keinen Übernachtungsplatz zu finden, bewahrheiteten sich dann nicht.
Zwar mieden wir instinktiv die Stadt und fuhren einen Stellplatz am Rand an (Auch hier halfen uns die drei neuen Stellplatz-Apps). Dort war ein eigentlich gesperrter PKW Parkplatz schon geöffnet für die Wohnmobile. Wir fanden dann aber auch auf dem Stellplatz nebenan einen Platz und konnten Ent- und Versorgen.
13 Euro kostet die Übernachtung auf einem staubigen Schotterparkplatz. Dieser liegt dafür direkt am Meer. Nach wenigen Metern sitzen wir das erste Mal am Mittelmeer und hören den Wellen zu, wie sie an den Strand platschen.

Wir sind angekommen. Der Stellplatz Clos du Rhone ist unser erstes Quartier, weit weg vom Trubel der Zigeunerwallfahrt, ruhig gelegen an der Mündung der Petit Rhone
Und sehr gespannt, was die Camargue uns in den nächsten Tagen bieten wird.

Stellplatz Clos du Rhone
Stellplatz Clos du Rhone

Mehr Bilder von der Camargue in unserer kleinen DiaShow

und die Artikelbilder in hoher Auflösung:

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