Weserbergland: bei den Hugenotten in Bad Karlshafen

Mit offenen Mündern stehen wir am Hafenbecken in Bad Karlshafen.
Die Stadt hat schon bessere Zeiten gesehen, dass wurde uns schnell klar, die Touristenströme frührerer Zeiten ziehen dank Umgehungsstraßen und Autobahn mittlerweile an der ehemals mondänen Kurstadt vorbei. Aber am Hafenbecken bekommt man eine Vorstellung, wie es vor hundert oder zweihundert Jahren gewesen sein muss.

Aber kommen wir erst einmal an.
Erste Wahl in Bad Karlshafen ist der Campingplatz .

Wir finden einen schönen Platz auf dem Stellplatz, merken aber schnell, dass wir noch besser auf dem Campingplatz mit seinen ausgedehnten Rasenflächen gestanden hätten. Und viel teurer wäre es auch nicht gewesen.

Der Platz ist um diese Jahreszeit noch gut besucht, im Sommer dürfte er aber dank seiner sonnigen Lage sicher sehr voll sein. Ggfls. vorher reservieren.
In der Umgebung laden einige Wanderwege für kurze und längere Spaziergänge ein und man sollte die nahen Hügel nicht unterschätzen. Die Waldwege gehen manchmal ziemlich steil auf und ab.

Wir wandern über die Weserbrücke in die gegenüberliegende Stadt.
Am anderen Ufer gibt es Kurkliniken und die Wesertherme.
Während manche Kliniken durchaus aufgehübscht gehören, ist die Therme eine nette Ergänzung für unseren Kurzurlaub mit allem was eine moderne Therme zu bieten hat.

Bevor wir nun die Geschichte Bad Karlshafens komplett wiederholen, empfehlen wir die Geschichtsseite des Rathauses. 
Gegründet 1699 als politische Antwort auf das mächtige Hann. Münden wurde die Stadt auf dem Reißbrett entworfen und mit Hugenotten besiedelt. Ein genialer Schachzug in der damaligen Zeit. Nicht nur, dass man den Verfolgten eine Heimat gab, man holte erfahrene Handwerker und deren Expertise ins Land!

Ähnliches kennen wir von unserer Nachbarstadt Neu-Isenburg. Die französischen Protestanten waren ein Bereicherung für die Region und Deutschland und insbesondere das Handwerk und die Wirtschaft nahm einen steilen Aufschwung. Vielleicht sollten wir uns in der aktuellen Zeit an so etwas öfters mal erinnern.

Die kleine Stadt wuchs und gedieh prächtig und ein Hugenottischer Apotheker entdeckte dann auch noch eine Sole-Quelle, die der Stadt Reichtum durch den Salzverkauf brachte und die am Ende dem Ort auch nach das Bad im Namen einbrachte. 
Das Hafenbecken (das irgendwann tatsächlich wieder mit Schleuse versehen werden soll) sollte eigentlich Endpunkt für einen (nie fertig gebauten) Kanal sein. Schön anzusehen ist er trotzdem (wenn nicht gerade Touristenhorden ihre Plastikflaschen im Becken versenkt haben)

Die Barocke Stadtanlage ist auch heute noch ein Hingucker und wir wandern mehrfach durch die Gassen und genießen im kleinen Kaffee am Hafen leckeren Blechkuchen.

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Am Nachmittag sitzen wir faul in unseren  Liegestühlen an der Weser, die Sonne hat die Wolken vertrieben und genießen die herrliche Ruhe. 

 

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