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Wir erleben Bruch bei Peggy Peg Schraubheringen

In unserem Schottlandurlaub kamen die Schraubheringe von Peggy Peg häufig an ihre Grenzen. Mehr als einer kam in Bruchstücken wieder aus dem Boden. Die Platte für die Markise sieht zwar gut aus, aber mit den Kontermuttern Peggy&Stop haben wir eher die Schraubheringe wieder herausgedreht. Das Gewinde ist so steil, dass sich die Kontermutter schnell wieder löst. Insbesondere wenn Wind an der Markise zerrt.
Und als wir versuchen Schraubheringe zu zerbrechen, gelingt das erstaunlich einfach. Der Yton-Test ist ganz sicher nicht geeignet, um ein Bodenprofil zu simulieren, zeigt aber, was im Boden passiert, wenn sich ein Schraubhering festbeißt.

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Eine Horde Kinder am Eingang fällt uns noch auf. Ein Gaukler und ein Ritter haben sich je ein Teil der Kinder geschnappt und diese ein wenig verkleidet und erzählen ihnen vom Burgleben. Das tun sie mit viel schauspielerischem Geschick und nicht nur die Kids, auch wir hören ihnen begeistert zu. Wir werden sie noch öfter während unseres Besuchs treffen.

Stirling Castle ist eine gewaltige Burg oberhalb einer weiten Ebene.
Und wie im besten Ritterfilm der 50er Jahre hat direkt unterhalb der Burg die wichtigste Schlacht der Schotten stattgefunden.

Endlich hat sich der Zauderer Robert the Bruce entschlossen zu kämpfen und mit Tücke und Geschick schafft er das Unmögliche: die Schotten besiegen das übermächtige englische Heer!
Kein Wunder, dass die Schotten so stolz auf diese Burg sind.
Vieles ist im Original erhalten und für damalige Verhältnisse waren die Halle und Räume riesig, hochmodern und der Einfluss Frankreichs unübersehbar.

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Im Schloss geht es weitestgehend um die Geschichte von Maria Stuart und die wird eindrucksvoll erzählt. Eine starke Frau, die in vielen Historienromane ganz anders dargestellt wird. Uns hat die Ausstellung und insbesondere die lebendige Audioguidegeschichte hervoragend gefallen. Fast, wie ein Hörspiel führt es durch das Schloss und die bewegte Geschichte. Macht Spaß. Lohnt sich, wenn man gerne historische Romane liest.

Mittlerweile haben sich die Wolken verzogen und wir sitzen an einer Burgmauer und lassen uns von der Sonne verwöhnen. Das Wallace Monument auf der anderen Seite thront über den Ausläufern der Highlands. Dorthin hinauf wollten wir auch, aber nach so viel Heldenverehrung sparen wir uns das. Im Wallace Monument werden noch einmal alle Helden der Schotten gepriesen und nur der Aussicht wegen, ist uns der Aufstieg zu anstrengend.

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Auf dem Heimweg fahren wir durch die Einkaufsmeile von Stirling (wer shoppen möchte, hier gibt es viel Auswahl) und machen Station an der Brücke.
Diese Brücke verhinderte vielleicht den Erfolg von Bonnie Prince Charly. Eigentlich wollte er Stirling Castle erobern, schaffte es aber nicht, da die Kanonen des Schlosses es unmöglich machten über den Fluss zu gelangen. Und da die Brücke zudem gut bewacht und im Dauerfeuer lag, gab es keine Möglichkeit für die Highlander und ihren Stuart König.

An jeder Ecke trifft man hier ein Stück schottische, ja europäischer Geschichte.
Zurück am Parkplatz finden wir Schilder mit „no overnight parking“ und halten uns daran.
Alle bei Park4night gemeldeten Plätze in der Umgebung, haben Einschränkungen, so gehe ich mit dem Rad auf Entdeckungsfahrt und finde am nahe gelegenen Industriepark ein Plätzchen direkt am Wald. Witziger weise übernachten wir nun hinter der Firma Merck, deren Stammsitz nur wenige Kilometer von unserem Zuhause ist.

Ein letzter Drohnenflug um das Wallace Monument und wir haben einen weiteren ereignisreichen Schottlandtag erlebt.

Schottland: Sagenhafte Erlebnisse in und um Edinburgh

Traumhaftes Wetter. Wir sind wirklich jeden Tag aufs Neue erstaunt. Jeder, wirklich jeder hat uns vor dem Urlaub gesagt: Es regnet in Schottland oder es regnet immer wieder.
Bislang haben sie alle Unrecht.

Der Botanische Garten ist unser erstes Ziel. Seit Jahrhunderten werden hier aus allen Herren Länder Pflanzen gesammelt. Der Park an sich ist kostenlos, wenn man in die Glashäuser möchte, bezahlt man einen kleinen Betrag.

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Der ist es uns wert und überhaupt macht es Spaß, die Schotten im Park zu beobachten. Viele Familien picknicken auf den Wiesen und genießen das schöne Wetter.

Gegen Mittag folgt dann unser nächstes Highlight:

Die Harry Potter Tour.
Kostenlos und nur gegen Spende (5 Pfund werden erwartet) – eine Studentengruppe hat das vor Jahren eingeführt, mittlerweile ist es Kult und wir haben davon erstmals im deutschen Fernsehen erfahren.

Wir sind gespannt uns warten am Greyfriars Platz.
Die Skulptur eines Hundes steht auf einer Säule und ich frage die anwesenden Engländer, um was es bei dem Hund geht. Und schnell sind wir im Gespräch und sie erzählen uns von Greyfriars Bobby, der 14 Jahre lang jeden Tag zum Grab seines Herrchens wanderte und damit die Herzen der Menschen auch heute noch berührt. So hat er nicht nur ein Denkmal, selbst das Cafe, an dem er täglich etwas zu essen bekam, trägt heute seinen Namen und jeder, wirklich jeder Schotte kennt seine Geschichte. Sein Leichnam wurde dann tatsächlich – heimlich – auf dem Friedhof begraben, und so steht heute auch ein Grabstein für den kleinen Hund auf dem Friedhof.

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Dann kommt unser Harry Potter.
Nein, Will versucht gar nicht Harry Potter zu sein, aber durch seine dunkle Brille, die dunklen Haare und seine sympathische Art ist er am heutigen Tag unser privater Harry.
Und dann geht es los. Zuerst bekommen wir einen Zauberstab und verzaubern eine Ampel, auf das sie grün wird.
Alle wedeln wir mit unseren Zauberstäben, rufen „Rosio Lumos“ und tatsächlich, die Ampel wird grün.
Alle jubeln, ein Autofahrer hupt freundlich und wir merken rasch, wir werden einen Heidenspaß miteinander haben.
Auf dem Friedhof zeigt uns Will von „Pottertrail“ das Grab von Thomas Riddell genauso wie das Bildnis des schlechtesten schottischen Dichters MacGonagall.

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Überall finden sich Details, die J.K.Rowling wohl in ihre Bücher übernommen hat. Zum Beispiel hat das neben dem Friedhof liegende Internat vier „Häuser“ und es gibt eine gemeinsame große Halle.

Natürlich spinnt man sich so einiges zusammen, aber der Rundgang sei jedem Harry Potter Fan, und nicht nur diesen, empfohlen.

Bei einem guten Mittagessen in einem der unzähligen Pubs erzählt uns eine junge Frau am Nachbartisch, dass unweit der schönste Stadtteil liege. Und dorthin fahren wir dann als nächstes:

Dean Village.
Ein wunderschöner Spazier- und Fahrradweg entlang des Flusses Water of Leith.
Nehmt euch Zeit und wandert mit: Spätestens am alten Gericht haben wir uns verliebt: hier ist für uns die Zeit stehen geblieben. Der Fluss plätschert leise vor sich hin, wir sitzen in der warmen Sonne und genießen einfach nur.

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Eigentlich haben wir noch ein Date mit dem Musiker Jim Tripple. Er gibt ein Konzert mit großem Orchester. Doch wir entscheiden den Abend auf einem der Hügel der Stadt zu beenden. Und so nutzen wir die eBikes, um uns die steilen Straßen zum Calton Hill hinauf zu bringen. Oben auf dem Hügel belagern viele Touristen die griechisch anmutenden Säulen, wir ziehen den Ausblick über die Altstadt vor.
Dort treffen wir zwei deutsche Mädels. Die eine studiert hier und erzählt uns begeistert von ihrem Auslandsemester. Die Schotten sind den ausländischen Studenten gegenüber sehr aufgeschlossen und freundlich. Und so überlegt sie, später in Schottland zu bleiben.

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Es gibt noch viel zu sehen in Edinburgh, doch uns zieht es weiter und da wir nicht noch einmal in einer kleinen Straße übernachten wollen, fragen wir unsere Stellplatz-Lieblings-App Park4night nach einem Übernachtungsplatz auf unserer Strecke.

 

Und siehe da, in Falkirk, bei der nächsten Sehenswürdigkeit, den Kelpies, gibt es einen Parkplatz auf dem man auch übernachten darf.

Da die Sonne spät untergeht, haben wir noch viel Zeit. Wir finden den Parkplatz und ich wandere noch vor dem Abendessen zu den monumentalen Kunstwerken. Der Parkplatzwächter vor Ort rät uns dann sogar noch, auf dem Parkplatz, einen Kilometer entfernt zu übernachten: Dort sei es ruhiger und man stehe vor der Schranke und es sei offiziell erlaubt!

Im Buch Outlander ‚Feuer und Stein‘ von Diana Gabaldon bin ich erstmals auf die Kelpies gestossen. Dort taucht im ersten Band ein Pferd aus den Fluten eines Flusses auf und verschwindet wieder.
Und als es Nacht wird, erkenne ich, dass das Kunstwerk dieser Schilderung bis ins Detail entspricht.
Die gigantischen Pferdeköpfe scheinen plötzlich aus dem Boden aufzusteigen.

Bis es stockdunkel ist, laufen wir um die Pferde herum und stehen immer wieder staunend davor.
Wir sind fast alleine, nur einige andere Wohnmobilisten sind noch da.
Am Mittag wäre das anders. Tausende Touristen stehen sich dann gegenseitig auf den Füßen.
Also kommt besser am Abend – es sieht einfach traumhaft aus!

 

Schottland – Edinburgh mit dem eBike?

Für Edinburgh kann man auch einen ganzen Urlaub einplanen.
Es gibt so viele Museen, schöne Plätze, Kulturorte, das Schloss, Geschichte und Geschichtchen.

Wir haben nur zwei Tage eingeplant. In einer Vorstadt finden wir an einem Park einen Parkplatz für unser Sternchen und nun machen sich das erste Mal die neuen eBikes bezahlt.
Edinburgh hat mächtige Hügel und so manche Straße geht steil nach oben.
Und so sind wir richtig happy, mit den eBikes an den Touristenmassen vorbei den steilen Weg vom Princes Park  zum Edinburgh Castle zu rauschen.6

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Heute tauchen wir tief in die schottische Geschichte ein und beginnen, wo die Ehren Schottlands und der Krönungsstein liegen.

Am Eingang werden wir sofort als „Member“ erkannt und zu einem zweiten Eingang gebracht. Dort nimmt uns eine nette Dame in Empfang, fragt nach unserem Wohlbefinden und spricht über das Wetter und sagt uns, was es tolles auf der Burg zu sehen, gibt, was wir unbedingt uns anschauen sollten. Dann bekommen wir kostenlos zwei Audioguides und dürfen an der Warteschlange vorbei zum Eingang gehen. Vielleicht nerve ich euch Leser: Aber Member sein in Schottland lohnt sich!

Mit dem eBike durch Edinburgh zu fahren
ist eine der besten Ideen, die wir hatten. So lassen sich die zum Teil steilen Straßen gut bewältigen und auch ferne Ziele sind schnell erreichbar. Denn häufig liegen die Sehenswürdigkeiten weit auseinander.

Die Burg ist für die Schotten nicht nur ein Wahrzeichen und Aufbewahrungsort ihrer Kronjuwelen, Andachtsort für die Opfer der Weltkriege, sondern auch Symbol ihrer Unabhängigkeit. Dazu noch Kaserne und so wird auf Sicherheit sehr stark geachtet.

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Immer wieder erstaunlich kommt dabei der schottische Humor bei uns an: Zum Beispiel die 13 Uhr Kanone. Täglich um 13 Uhr gibt es einen Schuss Salut und zeitlich fällt der „Zeitball“ am Nelson Monument auf dem gegenüberliegenden Calton Hill nach unten, als sei er abgeschossen worden – früher, damit man seine Uhr genau stellen konnte – heute nur noch als Touristenattraktion.

Wir tauchen ein in die alten Zeiten und treffen dabei auch viele liebenswert verrückte Menschen.
Jim Tribble ist so einer: In der großen Halle gibt er eine Vorführung über historische Musikinstrumente. Und die hat es in sich. Nicht nur, dass er ein begnadeter Erzähler ist, er singt auch noch und beherrscht die alten Instrumente meisterlich. Es macht einfach Spaß ihm zuzuhören. Ob Drei-Finger-Flöte oder Hurdy Gurdy, die Drehleier – wir sind begeistert.

Einen Eindruck davon kann man sich auf Jim Tribbles YouTube Kanal holen:

Und nun schließen wir uns den Touristenhorden an und wandern die Royal Mile nach unten. Die vielen Läden mit den wichtigsten schottischen Produkten reihen sich wie Perlenketten aneinander: Whisky, Merinowolle, Strickmoden, Schottenröcke, Dudelsäcke, Schals und Kappen – hier findet man alles, was das Schottenliebhaberherz begehrt. Natürlich dürfen auch Dudelsackspieler an den Straßen nicht fehlen. An einer Straßenecke stehen drei Schuljungen und geben ihr Bestes, später werden sie von gestandenen Highländern abgelöst, die virtuos ihr Repertoire herunterspielen. Die Busgruppen sind begeistert und geben reichlich. Als Dudelsackspieler in Schottland, kann man offenbar ein gutes Auskommen finden.

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Auch wenn ihr für Massentourismus genauso wenig übrig habt wie wir: Lasst euch auf Edinburgh ein, dann werdet ihr viel Spaß haben.
Wandert in den Prinzess Park oder zum Grassmarket, setzt euch in oder vor ein Pub und schaut dem Treiben zu. Redet mit dem Wirt, den Leuten von Nachbartisch, den Einheimischen – und ihr werdet viel, viel Spaß haben.

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Vom Grassmarket müsst ihr unbedingt die Victoria Street hinauf laufen und am besten noch einmal hinunter und dann wieder hinauf. Es ist einfach nur schön, an und in den kleinen Läden zu stöbern, die bunten Fassaden im Gegenlicht anzuschauen oder die verrückten Typen, die hier ein und ausgehen zu beobachten.
Oberhalb der Läden gibt es eine Terrasse, die man leicht übersieht, auch dort solltet ihr einmal entlanglaufen.

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Wir nutzen unsere eBikes und fahren noch einmal durch die halbe Stadt zum Palace Hollyrood – die Royales sind wohl gerade angekommen, weswegen wir das Schloss nicht näher betrachten können, der nahegelegene Hollyroad Park macht aber auch so Spaß und lädt ein, im Schatten eine Pause zu machen. Mittlerweile scheint auch wieder die Sonne und Edinburgh zeigt sich von seiner schönsten Seite.

Die Nacht verbringen wir übrigens einfach in einem Wohngebiet an der Straße – es ist ruhig und so können wir am nächsten Tag uns schon früh morgens erneut ins Gewimmel stürzen.

Morgen geht es übrigens in den Botanischen Garten, zur Harry Potter Tour und in die schönste Vorstadt Edinburghs

Unsere bisherige Reiseroute:

 

 

 

 

Schottland – Bass Rock – mit den Basstölpeln auf Du und Du

Die Kajaks haben wir immer mit dabei. Wohnmobilurlaub ohne Spielzeug wie Kletterausrüstung, Kajak oder Drohne ist bei uns nicht denkbar. Und daher lassen sich immer wieder tolle Sachen erleben. 
Wie zum Beispiel eine Kajaktour zum Bass Rock. Einem Felsen nur wenige Kilometer vor der Küste von Edinburgh, der die größte Basstölpel Kolonie Europas beherbergt. Abertausende der großen und eleganten Vögel nisten auf dem Vulkanberg und so konnte ich gar nicht anders, als in die Urlaubsplanung einen Tag zum Kajakfahren einzuplanen.
Da noch dazu im Fernsehen die königliche Hochzeit übertragen wurde, konnten Nadja und ich an diesem Tag einvernehmlich getrennte Wege gehen. 
Vom Campingplatz Tantallon Caravan Park aus lasse ich – nach einer Wanderung mit dem Kajak auf unserem Wägelchen durch (!) den Golfplatz – das Kajak ins Wasser. Wieder haben wir blauen Himmel und das Meer ist spiegelglatt. Der neue, dickere Neoprenanzug bleibt im Wohnmobil, die Strecke sollte kein Problem sein.
Unweit vom Bass Rock, am Seacliff-Beach, werden wohl auch Kajaktouren zum Bass Rock angeboten. Von dort aus sind es gerade einmal 3 Kilometer zum Felsen.
Auf meiner Tour von North Berwick aus bringe ich es am Ende immerhin (oder gerade mal) auf 13 km. Auch dort lassen sich Boote mieten.

Unterwegs zum Felsen hält ein kleines Fischerboot neben mir an. Der Mann hatte mich verwechselt, wir kommen trotzdem ins Gespräch und er erklärt mir eine Stelle unterhalb der Seacliff-Beach, die ich unbedingt nach dem Bass Rock noch ansteuern soll.
Das ist das Tolle an den Schotten: sie helfen gerne und geben hervorragende Tipps!

Nach zwei weiteren Kilometern stehe ich unterhalb des Leuchtturms von Bass Rock und es stinkt erbärmlich.
Gott sei Dank habe ich an einen Hut gedacht, denn über mir fliegen hunderte von Vögeln durch die Luft und lassen ab und zu auch etwas fallen!

Die nächsten Stunden (!) umrunde ich den Felsen und liege dank kaum spürbaren Seegangs bewegungslos vor der Basstölpel Kolonie im Wasser. Um mich herum schwimmen Toralke und Trottellummen und lassen sich nicht von mir stören. In aller Ruhe kann ich eindrucksvolle Bilder schießen.

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Irgendwann muss ich dann doch einmal weiter und so steuere ich die Felsen unterhalb der Seacliff Beach an.
Und tatsächlich, als würden sie auf mich warten: Robben.
Ganz langsam nähere ich mich ihnen und so komme ich auf wenige Meter an sie heran, ohne dass sie sich gestört fühlen.

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Total geflasht merke ich erst spät, dass mittlerweile Wind aufgekommen ist und die Wellen zunehmen. Aber alles unter einem Meter Welle.
Gemütlich fahre im Küstensaum entlang, an Tantallon Castle vorbei.
Es ist erst Mittag und am Nachmittag werden Nadja und ich die eBikes schnappen und der alten Burg einen Besuch abstatten.

Zurück am Strand kommt der härteste Teil meines Ausflugs. Jetzt muss ich das Kajak viele Höhenmeter auf die Klippe des Campingplatzes zurück bringen. Einfacher ließe sich das Kajak  an der Strandpromenade von North-Berwick einsetzen, dafür wollte ich aber nicht noch einmal das Womo bewegen.

Kleiner Hinweis am Rande: unterhalb des Campingplatzes 
gibt es einen Parkplatz, den viele Wohnmobile trotz der Kennzeichnung „no overnight Parking“ auch nachts nutzen.

Zurück am Campingplatz schaue ich mir rasch eine Zusammenfassung der Hochzeit an und dann packen wir die eBikes, um zum Tantallon Castle zu fahren.
Schon nach wenigen hundert Metern ist uns klar, dass eBikes für Schottland wie geschaffen sind: ständig geht es ziemlich – zum Teil sehr steil – auf und ab. Außerdem haben wir mittlerweile heftigen Gegenwind.

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Tantallon Castle ist auch in unserer Membership Historic Scotland enthalten und so sparen wir die 6 Pfund pro Person für den Eintritt.
Die Burg wurde lange erfolgreich verteidigt, aber irgendwann war es dann soweit: Cromwell eroberte und schleifte sie.
Zurück blieb ein eindrucksvolles Zeugnis der bewegten Geschichte Schottlands.

Ein Besuch der Kleinstadt North-Berwick lohnt sich zum Abschluß:
Die preisgekrönte Eisdiele in der Mitte der Stadt ist schon umlagert und man muss sich hineinkämpfen. Aber das ausgezeichnete Eis lohnt die Anstrengung.

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Am Strand schauen wir dann den spielenden und schwimmenden (!) Schotten zu. Das Wasser ist unseres Erachtens viel zu kalt, aber die Menschen hier sind offenbar aus einem anderen Holz geschnitzt.

Schottland: Links fahren muss gelernt sein!

Endlich ist es soweit, es geht los: Schottland!
Seit vielen Jahren wollen wir dorthin, aber dann wurde es Schweden, Norwegen, Frankreich und wieder Schweden.
Diesmal geht es nun nach Schottland.
Dreieinhalb lange Wochen!
Wobei schon bei den Planung klar wurde, dass wir nie im Leben alle Highlights des Landes in drei Wochen sehen können – da braucht es eher drei Monate dafür.

Dazu muss man noch die An- und Abreise  rechnen, die ganz schnell schon vier, fünf Tage kosten kann.
Statt die günstige Fähre Dover – Calais oder ähnliches zu nehmen, um dann durch ganz England fahren zu müssen, haben wir uns für die lange und mit 800 Euro (Hin- und Rückfahrt) nicht billige Fähre von Amsterdam nach Newcastle entschieden. Im Preis inbegriffen waren Abendessen, Frühstück und eine kleine Außenkabine.
Durch die Fähre spart man natürlich Sprit und bekommt schon von Anfang an echte Urlaubsstimmung. Einfach sich irgendwo hinsetzen und lesen und sich fahren lassen – wer Lust hat kann sich in Kino, Disco, Bar vergnügen. Aber das ist unsere Sache nicht.

So sitzen wir auf dem Deck und lassen uns die Steife Prise um die Nase wehen.
Der Seegang ist heftig und die hohen Wellen schlagen mit solcher Wucht gegen das Schiff, dass die Bordwand unter uns jedes Mal einen dumpfen, hallenden Ton abgibt. Das Schiff schlingert und manch ein Gast sieht etwas grün um die Nase aus.
Vorausschauend wie sie nun einmal ist, hat Nadja Tabletten gegen Reisekrankheit im Gepäck und ich sage nicht nein. Lieber ein wenig müde und früh im Bett als am Ende seekrank werden.

Zum Frühstück auf See ist es immer noch ziemlich unruhig, aber je näher wir Newcastle kommen, desto ruhiger wird die Nordsee, der Himmel reißt auf und England begrüßt uns mit einem herrlich blauen Himmel.
Ach könnte es nicht den ganzen Urlaub so bleiben!

Wir haben in den letzten Wochen viele Regenklamotten dazu gekauft, einen langen Poncho, Regenhosen, Gummistiefel. Fürs Kajak noch einen dickeren Neoprenanzug – bei 12 Grad Wassertemperatur überlebenswichtig, wenn man ins Meer fällt.

Durch viele Reiseberichte haben wir uns gelesen und jeder berichtet von den Regentagen und Nebelschwaden, von Sturm, aber auch, dass in Schottland das Wetter sich binnen einiger Stunden völlig verändern kann. Und der Mai soll oft der beständigste Monat sein. Wobei uns gleich die Nachbarn der Nebenkabine auf dem Schiff erzählten, dass es vor einem Jahr im Mai ununterbrochen geregnet hat. Soweit zum Thema Statistik.
Aber heute ist der Himmel blau und wir fahren aus der Fähre hinaus zu neuen Ufern.

Etwas aufgeregt bin ich schon, denn noch nie bin ich im Linksverkehr unterwegs gewesen. Dazu noch mit einem Linkslenker. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen.
Die ersten Meter geht es im Hafengebiet noch auf der rechten Spur voran, irgendwann kommt dann eine Wechselspur und ab jetzt ist man in England angekommen: Linksverkehr.
Und jeder, wirklich jeder, hat mich in den letzten Wochen vor den Kreiseln in England gewarnt: bloß nicht in die falsche Richtung fahren. Oder aus der falschen Richtung die ankommenden Autos erwarten.

Alles gar nicht so schlimm.
Lasst euch einfach nicht stressen und auf gar keinen Fall schnell fahren.
Ganz locker hänge ich mich an einen Laster, der offenbar auch in Richtung Schottland fährt und fahre konsequent hinter ihm her.
Schon nach wenigen Metern der erste Kreisel und dann kommen die Kreisel wirklich im Minutentakt.

Irgendwann fährt mein Laster dann eine andere Richtung und ich bin wieder auf mich allein gestellt. In einem Kreisel drehe ich dann eine Ehrenrunde, weil ich nicht kapiere, welche Ausfahrt unser Navi meinte. Dank Baustellen sieht das manchmal aus.
Dann kommt schon die Autobahn in Richtung Edinburgh: und hier zeigt sich das erste Mal der große Nachteil eines Linkslenkers! Insbesondere bei Wohnmobilen, wo man nicht mal durch die (nicht vorhandenen) hinteren Fenster als Fahrer schauen kann.
Spitze Winkel nach rechts hinten sind absolut nicht einsehbar.
So muss Nadja diese Rolle ab jetzt übernehmen und wir sprechen ab, dass sie das Kommando zum losfahren gibt: auf ihr „LOS“ fahre ich sofort und ohne etwas nach hinten zu sehen auf die Autobahn.
SEHR gewöhnungsbedürftig.
Aber es klappt und dank klarer Absprache, klappt das nun jedes Mal. Der Beifahrer wird hier wirklich gut gebraucht. Ohne Nadja geht es nicht. Aber das weiß ich ja seit mehr als dreißig Jahren.

Wir sind auf der Hauptroute gen Schottland und als wir die Grenze erreichen haben wir auf dem Parkplatz Glück und stehen direkt am Grenzstein. Wenige Minuten später kommen Busse und PKW’s und überfluten den Platz, der von einem Imbisswagen und einem dudelsackspielenden Verkäufer beherrscht wird.

Kitschig, aber auch wieder irgendwie gut. Uns gefällt unser erste Blick auf unser Urlaubsland: ewige Weiten und in der Ferne erste Berge.


Nach einem Imbiss fahren wir weiter und stehen unversehens vor der ersten Sehenswürdigkeit:
Man kann sie gar nicht verpassen und sollte auf keinen Fall weiterfahren! Das hatte ich eigentlich vor:
Jedburgh Abbey

Jedburgh Abbey
TIPP: Historic Scotland - Membership

CovergestaltungWenn ihr länger als zwei Wochen unterwegs seid, holt euch an der ersten Sehenswürdigkeit von Historic Scotland die Jahresmitgliedschaft!
Dazu gibt es auch eine App und ihr könnt jederzeit sehen, welche Sehenswürdigkeit in der Nähe im Preis inbegriffen ist. Nach wenigen Besuchen hat sich die Mitgliedschaft schon gelohnt. Der Jahresbeitrag kostete uns £96,00 für 2 Personen - Bei Eintrittspreisen von 10-15£ pro Person bei einer Sehenswürdigkeit ist man ansonsten sehr schnell teurer.
Manche Sehenswürdigkeit ist im Privatbesitz und dementsprechend nicht im Preis enthalten. Es lohnt trotzdem.

Die nette Frau am Empfang begrüßt uns, als seien wir alte Bekannte. Fragt nach unserem Wohlergehen, wo wir herkommen und wir üben das erste Mal wieder unser Schulenglisch. Es quietscht etwas, aber wir können uns verständlich machen und verstehen auch alles.
Als sie erfährt, das wir länger als zwei Wochen unterwegs sind und viele Sehenswürdigkeiten besuchen wollen, empfiehlt sie uns eine Mitgliedschaft im Historic Scotland.

Zwar gibt es auch ein Angebot 7 Tage in 14 Tagen. Dann darf man an diesen 7 Tagen in so viele Sehenswürdigkeiten wie man will, aber bei längerem Aufenthalt bekommt man für ein paar Pfund mehr unbegrenzten Zutritt.
Und das rechnet sich schon nach 5 Schlössern, Parks oder Museen.

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Und so werden wir MEMBER!
Und werden ab sofort auch so behandelt.
Wir bekommen kostenlos Audioguides, dürfen an den Warteschlangen einfach vorbei gehen und werden am Empfang oft herzlich begrüßt. Tolle Sache und sehr zu empfehlen.

Es gibt noch einen zweiten Verein, der sich ebenfalls lohnt, wenn man mehr im Norden und in Museen und Parks unterwegs ist. Dazu ein anderes Mal mehr.

Jedburgh Abbey ist somit für uns das erste Highlight und kaum sind wir weitergefahren, stehen wir schon vor Melrose Abbey.

Melrose Abbey

Und natürlich besuchen wir diese auch – wir sind schließlich Member.
Dürfen an allen vorbei an die Kasse, bekommen unseren exklusiven Stempel (sie dürfen erst aus Schottland heraus, wenn sie alle Kästchen mit Stempeln voll haben) bekommen einen Audioguide und los geht es.
Eindrucksvoll sind die Gemäuer und liegen im sanften Abendlicht direkt vor uns.
Wir fühlen uns wie zur Zeit von Robert the Bruce, dessen Herz hier begraben sein soll.

Überhaupt stoßen wir immer wieder auf unser Reise auf die Lichtgestalten Schottlands: Rob Roy, Maria Stuart, William Wallace und Robert the Bruce. Der liegt ja an verschiedenen Ecken Schottlands verteilt begraben. Das war damals halt so, wenn man beliebt war. Jeder sollte etwas zum Andenken bekommen.

Von Melrose fahren wir direkt an die Küste. Das Wetter verspricht schön zu bleiben und morgen ist die große Hochzeit in England. So kann Nadja in Ruhe die Hochzeit im Fernsehen anschauen und ich mit dem Kajak die erste Tour machen. In der Nähe von Tantallon Castle finden wir einen Campingplatz, von dem aus ich zum Bass Rock starten kann.

Und Leith gibt uns den Tipp zum „singing Sand“

Nach wenigen Minuten auf unserem Platz haben wir schon Kontakt zu den Schotten von nebenan uns. Leith und seine Frau Heather kommen aus dem wenige Kilometer entfernten Edinburgh und erzählen uns, dass das Wetter ungewöhnlich warm und sonnig sei – und ob wir schon auf Skye gewesen wären und ob wir da und dort und hier hin wollen. Im Nu haben wir eine ganze Liste guter Tipps und Orte beisammen und den Hinweis: sollte irgendwas passieren, wir könnten sie anrufen, sie würden helfen.
Leith ist Bauunternehmer und handfest und meint, was er sagt –  und sofort fühlen wir uns einfach nur gut aufgehoben: Danke Leith!

Unser erster Tag in Schottland war schon aufregend und ereignisreich.
Freut euch, wir haben noch 24 Tage vor uns!!

Schottland Reisebericht:
Grundsätzliche Tipps
Unsere Reiseführer
Vorbereitung
Reiseziele und Top 30
Schönste Bilder
01 - Anreise, Jedburgh Abbey, Melrose Abbey
02 - Mit dem Kajak zum Bass Rock, Tantallon Castle, Basstölpel und Robben
03 -