Bad Staffelstein: Überschwemmung und Vierzehnheiligen

2013-05-27_11-30-11_Bad Staffelstein__MG_8299-1600Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, weswegen wir uns auf dem Campingplatz von Bad Staffelstein eingemietet haben. In der Hoffnung zumindest unter der Markise im trockenen zu sitzen. Für den Abend klappte das auch und der neue Grill ist erstmals im Urlaub im Einsatz. Da es morgen schlechtes Wetter geben soll, wollen wir eine Option für den Tag haben: Hallenbad am Campingplatz oder Thermalbad ein paar hundert Meter durch den Kurpark.

Doch natürlich kommt alles anders als man denkt. Die ganze Nacht regnet es in Strömen und wir verschlafen daher gerne den morgendlichen Bäcker. Nach dem späten Frühstück muss ich dann doch einmal hinaus: Der Platz steht schon ordentlich unter Wasser. Die Böden können nichts mehr aufnehmen und in jeder noch so kleinen Senke sammelt sich das Wasser. Wir entschließen zu fahren, solange es noch geht, denn ich befürchte: Der Platz säuft ab. Wir schaffen es gerade noch vor der Mittagsruhe und sind ein wenig vom Platz enttäuscht. Für Womos gibt es nur vor dem Platz eine Ver- und Entsorgungsstation. Da hätten wir auch nicht auf den Platz gemusst. Diese ist noch dazu miserabel in Schuss. Der Wasserhahn lässt sich nach dem Bezahlen nicht schließen und so fließen auf jeden Fall immer 100 Liter durch den Schlauch. Offenbar sind die Kanäle so voll, dass auch die Fäkalien nicht mehr abfließen und ich bin froh noch entleeren zu können und dann abzufahren.

Wir entschließen uns für das Thermalbad. 72 Euro kostet uns der Eintritt: Es gibt weder eine Kinder oder Jugendermäßigung, noch eine Familienkarte!
Dafür ist das Thermalbad wirklich eine Augenweide. Ok, an diesem regnerischen Sonntag in den hiesigen Pfingstferien hoffnungslos überfüllt und dann Dauerregen. Da braucht man ein wenig Fantasie, aber wir sind von der Anlage und den Außenbecken begeistert. Wie schön muss hier die Saunalandschaft bei Sonnenschein sein!

Den Tag beenden wir genauso faul wie wir ihn begonnen haben. Es regnet weiterhin und diesmal stehen wir auf einem festen Untergrund: dem Parkplatz des Thermalbads.

In der Nacht regnet es weiter. Entgegen allen Ankündigungen regnet es auch noch am Morgen. Und auch noch am Vormittag. Es regnet und regnet. Wir fahren zum Staffelstein. Der liegt im Nebel. Also fahren wir über die Höhenwege in Richtung Vierzehnheiligen und bleiben in einer Parkbucht mit toller Aussicht einfach stehen und frühstücken. Verkehr ist eh keiner, wir stören niemanden. Der Weg wird dann mit einer Abfahrt mit 15% Steigung spannend. Aber so etwas trifft man im fränkischen regelmäßig.

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Vierzehnheiligen besuchen wir dann, wie könnte es anders sein, ohne Regen. Zumindest die Wanderung vom Parkplatz bleibt trocken, jedoch kaum an der Kirche angekommen öffnet der Himmel wieder seine Schleusen.
Vierzehnheiligen ist auch für einen Protestanten eine Reise wert. Da kann man zur katholischen Kirche stehen wie man will, oder zur Heiligenverehrung, aber die Kirche ist schon großartig! Wir waren auf einer Fahrradtour dem Main entlang vor 20 Jahren schon beeindruckt und sind es heute wieder. Klare Linien, überfrachtet und protzig und reich. Gold überall Gold. Hier trifft die Verehrung auf eine tiefgläubige Gemeinde.

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Svenja fährt anschließend mit ihren 17 Jahren das erste Mal das Wohnmobil und macht ihre Sache sehr gut. Wir wollen nach Waischenfels. Doch das Wetter wird, je tiefer wir in die fränkische Schweiz kommen, um so schlechter. Und wenn es jetzt nicht aufhört zu regnen, haben wir für den kommenden Tag keine Chance klettern gehen zu können. Die Felsen brauchen einige Zeit um abzutrocknen. Kurz vor Waischenfels überqueren wir die Trubach und die allerletzte Hoffnung schwindet: Wir werden auch kein Kajak fahren. Der sonst kleine Bach hat sich in einen reißenden Fluss verwandelt. Und wenn der Trubach schon so aussieht, wie wird dann erst die Wisent aussehen?

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Es kommt, wie erwartet: Die Wisent ist rasend schnell und an manchen Stellen 10 mal so breit, wie wir sie kennen. Zu gefährlich für uns Freizeitkapitäne. Und wahrscheinlich auch für vermeintliche Profis. Der jetzt viel größere Fluss hat sicherlich gefährliche Strömungen bekommen und der Untergrund ist unbekannt.
Es regnet auch noch am Nachmittag und nach einem Blick auf den Niederschlagsradar müssen wir damit rechnen, dass in einem schmalen Band von der Nordsee bis zu den Alpen der Regen sich südlich verschiebt. Genau über die fränkische Schweiz.

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Wir flüchten. Fahren nach Herzogenaurach zu Adidas um nach Fußballschuhen für die Mädels zu schauen. Am Hallenbad finden wir einen Stellplatz und beschließen den Abend mit dem Relegationsspiel Lauterns gegen Hoffenheim.

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Morgen früh werden wir entscheiden, ob wir wieder zurück nach Gößweinstein fahren oder uns westwärts halten. Wo auch immer sich die Sonne zeigen wird: Dort wollen wir hin, denn am Mittwoch soll es schon wieder regnen. Und das dann bis Sonntag. Da sind Hochwasser vorprogrammiert. Mal sehen, was die Woche uns noch für Überraschungen bereit hält.

Hoffentlich nicht so:
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