Das Wohnmobil als Smart Home durch Truma iNet

Wer es noch nicht mitbekommen hat: Das Zuhause kann schon heute mit dem Handy gesteuert werden: Heizung an oder aus, warm oder kalt, die Klimaanlagen, die Rollläden, die Waschmaschine, der Rasenmäher und die Stereoanlage.

Warum soll es dann nicht auch mit dem Wohnmobil gehen?
Wenn schon digital, dann richtig, haben wir uns nach dem Einbau der Truma CP Plus gedacht und gleich noch das iNet System geordert. Im Bundle bekommt man beide schon um die 450 Euro und somit deutlich günstiger, wie zwei einzelne Geräte.

Nachdem der Einbau der Truma CP Plus schon so einfach war, folgte die Erweiterung mit dem iNet nur wenige Tage später.

Über die iNet Box lassen sich verschiedene Geräte von Truma via Smartphone App fernsteuern. Ist man in der Nähe des Gerätes nutzt man dabei kostenfrei Bluetooth. Aus der Ferne lässt sich die iNet Box durch SMS steuern. Dies bedeutet natürlich, dass die iNet Box eine eigene Telefonkarte bekommt, somit eine eigene Telefonnummer hat.

Welchen Anbieter man dabei wählt ist sicherlich Geschmackssache, bedacht werden sollte, dass die Box aber auch SMSe zurückschickt und Kosten verursacht. Das sind bei uns 9 Cent pro SMS – also keine große Geschichte, denn täglich werden wir nicht Dutzende SMS senden. Aber bei einigen Anbietern verfallen zwar nach einiger Zeit nicht mehr die Guthaben, aber bei fehlender Aufladung wird dann schon einmal die Karte gesperrt.

Daher verwenden wir für solche Zwecke, wie in unserem Rasenroboter und nun auch der iNet Box, eine SIM Karte von Netzclub.net
Die Karten sind dort kostenlos, man muss nur monatlich einige Mails ertragen. Da wir noch die eine oder andere ungenutzte Mailadresse haben, laufen diese bei uns ins Leere. Aufgeladen haben wir die Karte mit 10 Euro, das sollte einige Zeit reichen.

Zurück zum Einbau:

Die iNet Box steuert nicht nur die Heizung, sondern kann auch Truma Klimaanlagen bedienen. Da wir nur die CP Plus und die Heizung haben, ist der Anschluss wieder denkbar einfach:

Der Stecker der Heizung an TIN1 und vom anderen Stecker TIN1 der iNet Box ein Kabel zur CP Plus. Das Kabel der Heizung liegt schon, das Kabel zur CP Plus liegt der Packung bei.
Fast schwieriger, wie der Einbau ist es, den passenden Ort für die iNet Box zu finden. Wir haben uns für ein Staufach in der Nähe der CP Plus entschieden, da man vielleicht an die SIM-Karte oder den Bluetooth Schalter herankommen muss.

Wie immer, bevor es los geht: Strom abschalten!
Stecker einstecken, Stromkabel analog der CP Plus anschließen, mit vier Schrauben die Box an einer Wand festschrauben.
SIM Karte einstecken.

Fertig!

Das wars schon? Und jetzt soll alles gehen? 
Nicht ganz, denn jetzt benötigt man natürlich noch die Anbindung an das Smartphone und muss die Geräte konfigurieren.
Etwas, was mich schon immer zum Wahnsinn treiben konnte, wenn es nicht so funktionierte, wie es sollte.
Ich bin gespannt, wie Truma das gelöst hat:

Ok, erst einmal wieder den Strom einschalten. Die CP Plus geht nicht mehr. Eigentlich logisch, die weiß ja noch nicht, dass sich ihr Leben verändert hat. Also erst einmal, wie beim ersten Anschluss, die angeschlossenen Geräte suchen lassen:

Einstellungen>>Reset>> PR Set.
Nun sollten alle Geräte gefunden worden sein. Im Servicemenü tauchen nun H für Heizung und T für die iNet Box auf.

Nun die Truma App im Store laden
Bluetooth am Smartphone einschalten

App starten und Einrichten auswählen.
Die App führt uns über alle Klippen und wir haben im nu eine stabile Bluetooth Verbindung. Wie bei Bluethooth üblich, mussten wir an der iNet Box länger die Bluetooth Taste drücken, der Rest ging automatisch.

Kaum steht die Verbindung, fordert uns die App auf, das neuste Update der iNet Box zu starten. 

Das tun wir natürlich, bekommen aber nach kurzer Zeit einen Abbruch. Wir sind in unserem Garten und das WLAN ist dort – noch dazu im Wohnmobil – eher schwach. So wandere ich vor die Tür und starte das Update erneut und diesmal läuft es komplett durch. Aber es dauert einige Minuten – also Geduld!

Nun noch den Sicherheitshinweis akzeptieren und siehe da: 
Die App-Steuerung läuft schon.
Natürlich haben wir erst einmal die Heizung aufgedreht, den Lüfter stark und wieder eco eingestellt und uns in der App umgeschaut und an allem herumgespielt.

Solange man im Bluetooth Bereich ist, funktioniert auf Anhieb alles.
Ich bin begeistert! Ursprünglich hatten wir vor, die CP Plus in der Nähe des Bettes zu installieren. Das ist dank iNet nun gar nicht mehr nötig. Einfach genial.

Fehlt nur noch die GSM Anbindung, also die Steuerung via SMS.
Aber dank entsprechender Assistenten in der App gelingt das ebenso einfach.
Wir vergeben unserer Steuerung den Namen Sternchen, so haben wir unser Wohnmobil getauft, und begeben uns außerhalb des Bluetooth Bereichs, um die erste Fernsteuerung zu testen:

Auch das klappt sofort, die iNetBox antwortet sofort und wir wissen, die Heizung läuft.

Ein tolles Gefühl!
Man ist unterwegs, schaltet schon einige Zeit vor der Ankunft die Heizung an, das Warmwasser hoch oder checkt einfach nur, dass alles funktioniert.

Hey, Truma! Wirklich klasse gemacht! 
Aber wenn das schon so perfekt geht, hätte ich noch ein paar Wünsche. Könnte man nicht auch die aktuelle Temperatur in der App ablesen? Oder über die iNet Box weitere Funktionen steuern?

Was ihr unbedingt einbauen müsst, ist eine Uhrzeitsynchronisation mit dem Smartphone. Es ist unsinnig, dass man nach einem Stromausfall die Uhr händig neu programmieren muss. Das kann man viel einfacher durch die App erledigen. Klasse wäre auch eine Anbindung an Amazon Echo. Zuhause geht das dank Skills ja auch schon: „Alexa, stell die Heizung auf 23 Grad“ und Alexa regelt alles notwendige.
Ok, dass ist dann doch noch ein wenig Zukunftsmusik fürs Wohnmobil – aber schon heute machbar!

Fazit: Der Einbau und die Inbetriebnahme ist überraschend einfach, wohl durchdacht und beschränkt sich auf das allernötigste: Respekt Truma, dass habt ihr wirklich.

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9 Gedanken zu „Das Wohnmobil als Smart Home durch Truma iNet“

  1. Klasse Anleitung, hat richtig Spaß gemacht Sie zu lesen. Das mit dem Smart Home oder Smart WoMo ist ne tolle Sache. Eine ähnliche Idee hatte ich auch schon, nur noch nicht das Konzept und auch die Muße sie umzusetzen. Mit der tollen Technik klappt es manchmal auf Anhieb und es funktioniert alles. Aber ab und an klappt es auch nicht. Mir vergeht dann immer recht schnell die Lust. Der Gedanke an ein schön warmes und vorgeheiztes WoMo ist schon sehr verlockend, so dass ich mir bestimmt die Zeit mal nehmen werde. Gerade jetzt wo der Sommer doch langsam aber sicher zu Ende gehen scheint. Ich habe in schon viel gebastelt und günstiges Material immer hier (www.steckplatz.de) bestellt. Kabel und alles gibt’s dort recht günstig und schnell, wenn ich mal wieder eine spontane Idee hab.

    1. Hallo Arno,
      leider ohne Bild, da alles unter einer Verkleidung liegt.
      Gemeint ist, dass im Stromkabel noch eine Sicherung verbaut ist. Wir haben in den Kabelkanälen unseres Eura Mobils an vielen Stellen 12V – Dauerplus Kabel. Daher brauchten wir kein neues Kabel von der Batterie zur iNet / CP Plus verlegen.
      Wichtig ist, dass in das Plus-Kabel die mitgelieferte Sicherung eingebaut wird.

  2. Eine super Erklärung ab iNet Box.Mir fehlt der Hinweis woher die Stromquelle für die iNet Box und CP Plus kommt.Die müssen ja bekanntlich an Dauerplus angeschlossen sein.Woher nehmt ihr den Dauerplus ??? Und wie habt ihr das dann alles miteinander verbunden ???

    1. In unseren Kabelkanälen liegen an verschiedenen Stellen von Eura Mobil vorbereitete ‚Dauerplus‘ und Masse Kabel. Das ist ziemlich praktisch. Meist abgesichert über die Sicherungszentrale. Somit hat man wenig Arbeit. Ich habe einfach zu Beginn meiner Bastelarbeiten alle Kabelkanäle komplett geöffnet und mir den Kabelverlauf angeschaut. Da findet sich dann das eine oder andere Kabel, dass irgendwo endet. Durchmessen, Sicherungen nach einander abziehen und dann erkennt man schnell, für was das Kabel vorgesehen ist. Eine Aussenlampe ist z.B. an der Zentralsteuerung mit einem Schalter gesteuert. Da wir diese gar nicht haben, hängt da nun unsere Ambiente-Beleuchtung dran.

      Ansonsten musst du Kabel von der Batterie herbeiführen.
      Gruß
      Jürgen

      1. Danke für die schnelle Erklärung. Sicherlich ist das von Auto zu Auto verschieden.So daß ich wohl selber schauen muß,wo ich meinen Dauerplus herbekomme. Danke noch einmal und eine schöne Adventszeit.

  3. Hallo,
    Habe die Inet Box ebenfalls.
    Usability der Temperatureinstellung allerdings ist fraglich.
    Folgender use case.
    Man liegt des nachts etwas unterkühlt im Bett und freuts sich drauf, mit der App schnell und bequem malen die Temperatur hochzudrehen um ein/zwei Grad.
    Leider liegt die Brille grad nicht griffbereit und nun geht’s los im Alter von 50. Der Finger muss den Schieber treffen (der dabei mal soeben die Zahl der Temperatur schön abdeckt) und genau den Millimeter ziehen, der der neuen Zieltemperatur entspricht. Das ist ne ziemlich Frickelei, da man ja die Zahl nicht sieht.
    Man endet in einem Geschiebe, was ohne Brille so ne Sache ist. In der Nacht sollte man auch bedenken, daß der sehr! helle strahlendweisse Hintergrund der App doch eher zum zukneifen der Augen führt. Also noch schlechtere Erkennung der aktuellen Einstellung.
    Fazit. Ich lass es und kuschel mich eher zur Gattin oder drehe manuell das CPU plus hoch.
    Wünschenswert wäre eher dicke digitale temperaturanzeige mit nehmen plus und minus links./rechts davon und je druck drauf geht’s um ein Grad hoch/runter.
    Macht die Einstellung genauer möglich und stellt den aktuellen Wert sauber da.

    Welche Erfahrungen habt ihr da gemacht?

  4. Andreas, ich seh das auch so wie du. 🙂 Dann kommt bei mir noch eine grundsätzliche Skepsis dazu. Ich frag mich, wozu ich das überhaupt brauchen „muss“ – ob ich abends bei der Heimkehr einen warmen Innenraum brauchen werde, weiss ich schon bei der Abfahrt. Ich bin aktuell nicht bereit, 300 Euro oder mehr dafür auszugeben, dass ich das von unterwegs aus einstellen kann. Für das Geld geh ich lieber ne Woche länger in Urlaub.
    Allerdings gilt das bei mir auch für Solaranlagen (ich hab einfach eine zweite 95 ah Aufbaubatterie genommen, die hat keine 200 Euro gekostet und zusammen mit der vorhandenen reicht das bei uns 1 Woche) und für Fernseher (ich hab noch nicht verstanden warum das erste, was man am Urlaubsort tut, bei so vielen das Ausrichten der Sat-Anlage ist, um am Abend gleich im Camper den selben Kram zu gucken wie zuhause).
    Vielleicht sind wir da trotz Umstieg von Zelt auf WoMo noch zu puristisch unterwegs 🙂

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