Front und Seitenrollo Einbauanleitung

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Wir bauen uns ein Rollo in das Fahrerhaus unseres Wohnmobils ein.
Da wir einen Fiat-Ducato fahren, dürfte diese Einbauanleitung für viele Wohnmobile funktionieren.
Geliefert wird das System von Dometic in drei Paketen. Eins für jede Seitenscheibe und ein sehr langes mit dem Frontrollo. Warum wir uns für das Dometic Rollo entschieden haben, beschreibe ich euch weiter unten.

Jahrelang sind wir ohne Frontrollo glücklich gewesen, warum nun also der Wunsch nach einem perfekten System?
Im Winter haben wir der Kälte wegen immer unsere Silberfolie über die Scheiben gelegt, damit war es gleichzeitig auch dunkel im Wohnmobil.
In der Übergangszeit genügte uns der eingebaute Vorhang, der aber eher Sichtschutz ist und nicht wirklich abdunkelt.

Kälte- und Hitzefolie


Im Sommer dann war die Silberfolie wieder wichtig, um die Sonneneinstrahlung zu vermindern. Mit der Folie war es deutlich kühler im Fahrerhaus.
Noch besser wurde es, wenn wir zusätzlich das Fahrerhaus mit einer einfachen Decke an unserem Alkoven abhängten. Eine Minute Aufwand und schon bleiben Kälte oder Hitze in der Fahrerkabine. Und Dunkel war es noch dazu! Klappt überraschen gut.

Jedoch fällt dann das Fahrerhaus als Aufenthaltsort weg. Wir haben ja den Beifahrersitz drehbar gemacht und so kann man sich es auf dem Beifahrersitz als Leseecke gemütlich machen.
Ein kleiner Raum für einen allein. Wenn die Familie dann im Wohnmobil tobt (oder schläft) hat man da vorne sein eigenes, kleines Reich.

Die Einbauhilfe als Video:

Nur blöd, wenn dann die Silberfolie aufgelegt ist.
Dann sitzt man im Dunkeln. Oder muss hinaus und die Folie weg machen, damit man ein wenig von der Landschaft sieht. Und sollten bis dahin die Lieben im Wohnmobil noch geschlafen haben, sind sie spätestens mit dem Öffnen und Schließen der Fahrerhaustüren wach.

Und so wurde der Gedanke geboren, doch ein Rollo einzubauen.
Von verschiedenen Herstellern gibt es unterschiedliche Ansätze:
Da gibt es welche, die von den Seiten zur Mitte hin gezogen werden. Oben und unten ist ein Seil gespannt, an dem das Rollo geführt wird.
Dies bedeutet aber, dass an den Seiten die Säulen breiter werden und die Sicht beschränkt wird. Nicht viel, aber es reicht.
Und durch die Löcher, durch die die Spannschnüre gezogen sind, dringt recht viel Licht herein, die durch eine mehr oder weniger breite Blende abgefangen werden muss. Das Fenster wird damit noch kleiner.

Bei Dometic lässt sich das Rollo…
auch nur ein Stück öffnen, ohne dass Passanten hinein schauen können.


Verdunklung ist ein Aspekt der Kaufentscheidung, der andere, das Hinausschauen. Bei den „Seitenschiebern“ treffen die beiden Teile in der Mitte der Windschutzscheibe zusammen. Will man einen Spalt offen lassen, sieht man von draußen natürlich alles.

Von Dometic gibt es ein Frontrollo, der von unten nach oben gezogen wird.
Und dieser lässt sich auch stufenlos feststellen. So bleibt von oben kommend ein Spalt, durch den man hinausschauen kann, ein Passant, der draußen steht, aber nicht hineinschauen kann. Zumindest sieht er nur, was oben im Wohnmobil passiert.
Und das hat uns neben der sehr guten Verdunklung am besten gefallen!

Egal von welchem Anbieter: so ein Seiten- und Frontrollo kostet zwischen 400-500 Euro. Dazu kommt noch der Einbau.
Aber den könnt ihr euch sparen, denn der Einbau des Dometic Rollos ist wirklich einfach.

Der Einbau – jetzt geht es los…

Zuerst einmal muss der Rückspiegel abgenommen werden. Einfach am Mittelteil festhalten und drehen, dann lässt er sich abnehmen.
Da ich am Rückspiegel einen Monitor für die Rückfahrkamera angebracht habe, werde ich später noch eine Halterung für diesen Monitor nachreichen. Bislang nur aus Holz funktioniert er schon, ich will ihn aber noch ein wenig besser gestalten. Das kommt dann in einem späteren Bericht.

Wir beginnen mit dem Frontrollo. In der Bedienungsanleitung findet sich eine Schablone für die Bohrungen.
Einfach ausschneiden, die unteren Stege umknicken, die Löcher durchsteche ich mit einem Bleistift und dann an den Kunststoffblenden der A-Säulen an der Windschutzscheibe anlegen und die Löcher markieren.
Mit einem kleinen Bohrer zwei Löcher vorbohren und auf der anderen Seite wiederholen.


Jetzt kommt schon das Frontrolle auf die Frontablage. Das anhängende Gummiteil hatte sich beim Ausprobieren gelöst, mit ein wenig Geduld lässt es sich aber wieder in die Halterung drücken. Dieser Gummi deckt die Unebenheiten ab, so kommt kein Licht unter dem Rollo ins Wageninnere.

Nun das Frontrollo mit zwei Schrauben in den vorher gebohrten Löchern festschrauben. Das fällt mir als Rechtshänder auf der rechten Seite wirklich schwer, aber mit etwas Geduld bekomme ich es hin.

Am Himmel der Fahrerkabine wird nun eine Kunststoffblende mittels zweier Schrauben befestigt.
Die Blende anhalten – gut, wenn ihr hier einen Helfer habt – durch das Loch in der Blende eine Marke setzen und mit einem Bohrer Löcher bohren.

Die zwei Plastikschrauben halten die Blende ausreichend fest, später wird diese Blende noch mit den Seitenteilen verschraubt, also keine Angst, das wirkt nur auf den ersten Blick laienhaft.

Die Seitenteile zuerst unten in das Frontrollo einstecken und dann oben mit der Blende verclippen. Wenn es richtig sitzt, macht es regelrecht „Klick“.


An der alten Seitenblende findet ihr eine Gummilippe, die legt ihr nun über das neue Seitenteil und deckt den kleinen Spalt sauber damit ab.
Nun kann das Seitenteil mit drei Schrauben fixiert werden und eine weitere verbindet oben die Blende mit dem Seitenteil.

Ist auch das zweite Seitenteil eingebaut, können oben die Schnüre eingehängt werden und das erste Mal fährt das Fronrollo nach oben.
Hält nicht?
Das Rollo rutscht von alleine wieder nach unten?

TIPP:

Dann schaut euch mal oben an den Seitenteilen die Haken an. Zum einem könnt ihr die Schnur an unterschiedlichen Stellen reinhaken, dann rutschte bei uns schon weniger, zum anderen kann man die Klemme am Seil aufschrauben und so die Schnur ein wenig kürzen. Zur Zentimeterweise probieren, bei uns waren 3 Millimeter ausreichend, um nun das Rollo von alleine überall halten zu lassen.

Das Frontrollo ist damit fertig eingebaut und ich widme mich den Seitenteilen.
Die sind noch einfacher zu befestigen.
Zuerst einmal legen ich die Seitenteile an Seitentürfenster. Sie passen exakt in die Form. Ein wenig ausrichten, damit sie schön anliegen und nicht zu weit vom Fenster stehen, zwei Löcher anzeichnen und mit einem passenden Bohrer vorbohren.
Die Metallschrauben festschrauben.
Bei geöffneter Tür lässt sich die letzte Blende einfach einbauen.
Auch hier wieder die Blende anlegen, noch mal überprüfen, die Löcher markieren, vorbohren und die Blende festschrauben.

So einfach sind die Seitenteile verbaut.

Jetzt solltet ihr genauso begeistert sein, wie wir.
Front- und Seitenrollo sind wirklich durchdacht konstruiert und auch der engagierte Laie bekommt den Einbau meines Erachtens hin.

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5 Gedanken zu „Front und Seitenrollo Einbauanleitung“

  1. Hallo!
    Habe heute in deinem Kanal den Einbau vom Frontrollo gesehen, super bin begeistert würde es auch bei meinem WOMO machen wollen. Hätte da noch einige Fragen, wie ist es denn mit Schwitzwasser an der Frontscheibe von innen was ja ein ganz großes Problem darstellt?
    Des Weiteren, wie verhält Es sich beim fahren, klappert Es?????

  2. Hallo,
    sehr schönes Video. Ich hätte noch eine Frage zum Frontrolle. Da ich ein Mobileye an der Windschutzscheibe montiert haben müsste die Montage des Frontrollos mit einem gewissen Abstand zur Windschutzscheibe erfolgen. Ist dies möglich?

    Viele Grüße
    Dieter

    1. Hi Dieter, ich weiß nicht, wie dick so ein Mobileye ist und wo es sitzt, aber für meinen Rückfahr-Monitor ist noch genug Platz, also denke ich, dass das auch bei dir geht. Kommt halt drauf an, wo das Teil sitzt.
      Die Lage des Rollos zu verändern ist nur marginal möglich, aber wie geschrieben, das sollte reichen.
      Zeig mal, wo das Teil sitzt und wie dick es ist und ich geh mal un messe an der Stelle bei mir aus.

    1. Hallo Jürgen,
      inzwischen habe ich das Front- und Seitenrollo montiert und es hat alles (Mobileye) wunderbar gepasst.
      Nochmals vielen Dank für deine Unterstützung.
      Viele Grüße
      Dieter

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