Wohnmobil festgefahren – Und nun?

Eigentlich wollte ich schon längst einen Artikel über das Festfahren und Eingraben auf der Wiese oder am Strand schreiben. Dafür habe ich zuletzt sogar schon Bilder gesammelt, als wir in St. Peter Ording waren. Mit dem PKW ist das schon unschön, wenn es aber mit dem Wohnmobil passiert, hat man ein echtes Problem!

Tja, und nun ist es mir selbst passiert.
Nicht irgendwo, nein, auf dem letzten Meter vor unserem Carport. Der einzige Meter, der keine Rasensteine als Grundlage hat und nur fetter Rasen.
Nach der Trockenheit im Sommer war dieser bombenhart. Aber durch den vielen Regen der letzten Tage ist zumindest die Oberfläche der Wiese weich wie Butter.
Und schwups ist es passiert: Eingegraben.



Noch dazu stand das Wohnmobil quer vor der Ausfahrt, ein Abschleppen nicht möglich.
Aber dank meiner Matten und Sandbleche hat sich unser Sternchen wieder aus dem Dreck gewühlt.
Jetzt sieht der Vorplatz zwar aus, als sei eine Rotte Wildschweine durchgepflügt, aber wir stehen wieder trocken unter der Carport.
Und das Wohnmobil sieht endlich aus, wie ein echter Off-Roader.

Gut, wenn man sich zu helfen weiß!

Zuerst habe ich ich die Matten von Froli unter die Vorderreifen gelegt und versucht anzufahren. Doch die wurden sofort unter den Reifen durchgezogen.
Als ich mir dann die Hinterräder anschaute, wusste ich warum: Ich versuchte nach vorne zu fahren, aber VOR den Hinterrädern ist natürlich der steilste Anstieg. Das kann nicht gehen.

Also habe ich die Matten wieder vor den Vorderrädern platziert und die harten Matten (von Amazon) hinter die Hinterräder.
Ziel: Nach hinten auf die festen Matten schieben und dann aus den Löchern.


Jetzt ganz feinfühlig arbeiten. Die Räder dürfen nicht durchdrehen. Erster Gang, Kupplung ganz leicht kommen lassen und wieder Kupplung treten, das Womo schwingt wieder zurück. Das Wohnmobil quasi aus dem Loch unter den Vorderrädern herausschaukeln! Ganz wenig nur und jedes Mal ein wenig mehr.
Nach dem 5te, 6ten Mal hin- und herschaukel habe ich in der Rückwärtsbewegung rasch den Rückwärtsgang eingelegt und die Kupplung stärker kommen lassen, um auf die Matten zu kommen und so den Schwung genutzt, um aus den Löchern zu kommen.
Dank der Matten hat das super geklappt, ich stand aber immer noch auf weichen Boden.
Glücklicherweise waren Sandbleche zur Hand, die ich über die wieder zugeschaufelten Löcher legte, um dann auf harten Grund darüber hinweg zu fahren.
Jetzt ging alles gut!

Damit klappts, wenn ihr euch festgefahren habt:

Das Wohnmobil steht wieder, wo es hin gehört, völlig eingesaut, da lohnt sich wenigstens die nächste Wäsche.



Was lernen wir daraus?
Immer die Matten mitnehmen, dann kann man sich zumindest etwas helfen.
Wenn das mit dem Herausschaukeln nicht geklappt hatte? Wagenheber raus, Holzbalken drunter, Wohnmobil hochleiern, bis die Matten oder Sandbleche unter die Reifen passen und dann der nächste Versuch.

Oder die russische Variante: Mit Spanngurten Holzstücke am Reifen befestigen, um die Auflage zu vergrößern. Geht nur, wenn man noch Platz zum Radkasten hat!

Habt ihr so etwas auch schon erlebt?
Wie habt ihr es gelöst?

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3 Gedanken zu „Wohnmobil festgefahren – Und nun?“

  1. Hallo Jürgen,

    uns ist das einmal auf einem Stellplatz am Meer in Italien passiert. Die Wiese sah ganz normal aus, war aber ein einziger Sumpf. Uns musste dann der Abschleppwagen herausziehen, wie auf einem Deiner Bilder. War kein schönes Erlebnis und macht vorsichtiger mit unbekannten Untergründen. So ein Wohnmobil ist schwer und hat keinen Allrad.

    1. Ich stand vor dreißig Jahren auf der Hardangervidda und kam keinen Meter weiter. Zumindest hatte ich ein Sandblech dabei, damit kam ich Meter für Meter weiter.
      Seitdem habe ich mehre Matten dabei. Und wenn ich weiß, es wird abenteuerlich, wie in Schottland oder Rumänien, kommen auch die Sandbleche mit.

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