Verschweißer-Trenntoilette – Das gabs noch nie

Trenntoiletten gibt es schon seit langem am Markt,
mit der Clesana wurde die Verschweißertechnik ein Massenmarkt, auch wenn das ursprüngliche Patent von LooSeal kommt.
LooSeal ist auch die Basis einer Toilette, die ein Tüftler genutzt hat, um beide Systeme mit einander zu kombinieren.
Die Verschweißer-Trenntoilette its da – oder heißt es Trenn-Verschweißertoilette – wir werden sehen

Das Beste aus zwei Welten

Die übliche Kritik an Verschweisstoiletten, wie der Clesana oder der LooSeal, sind regelmäßig die großen anfallenden Müllmengen. Man verschweißt Fäkalien und Urin in Plastikbeutel.
Bei einer Trenntoilette werden Fäkalien und Urin getrennt. Um Gerüche zu vermeiden, werden Einstreu und Ventilatoren im Fäkaleimer benutzt. Der Urin kurzfristig ausgeleert, die Behälter für die Fäkalien ermöglichen es (je nach Größe der Eimer), das die Toilette erst nach 10 – 14 Tage geleert werden muss. 
Das Trennen von Urin, um Liner (Plastikbeutel) zu sparen, war schon früh eine Idee der Benutzer und hat die Hersteller Clesana und LooSeal auf die Idee gebracht, einen Urinbehälter zu entwickeln, der in die Toilette gestellt wird und nach dem Uriniren entsorgt werden muss.
Das wiederum führt die ursprüngliche Idee der Verschweißertoilette ad absurdum und erhöht für manche Benutzer den Ekelfaktor (den Trenn- Urinbehälter aus der Toilette zu nehmen).

Schon früh gab es Ideen und Forderungen aus der Community, nur die Fäkalien einzuschweißen.
Warum die Idee von den großen Herstellern nicht forciert und umgesetzt wird, bleibt ein Geheimnis.
Umgekehrt wollen die Trenntoilettenhersteller, die die ökologischen Vorteile in den Vordergrund stellen, nicht noch mehr Plastikmüll produzieren.
Also wirtschaftlich kein Interesse an diesem Projekt?

Viele Camper würden aber genau das begrüßen:
Eine Trenntoilette, die den Urin in einem Kanister sammelt und die Fäkalien werden bei Bedarf einschweißt.
Und genau diese Idee hat Daniel Barbu in seinem außergewöhnlichen und selbst ausgebauten Camper perfekt umgesetzt.

Trenntoilette selbst gebaut

Für den Selbstbau einer Trenntoilette gibt es viele Trennschüsseln am Markt zu kaufen.
Daniel hat keinen Urinkanister, sondern unter dem Auto einen Urintank, der es ihm ermöglicht, wochenlang nicht entleeren zu müssen.

Dabei wird der Ablauf der Urinschüssel beim Aufsetzen in den Ablaufschlauch zum Tank gesteckt.

Zudem ist ein Ventilator an der Rückseite montiert, der Gerüche nach außen befördert.

Aus einer handelsüblichen LooSeal wird die Verschweißereinheit ausgebaut.
Leider gibt es diese nicht als Ersatzteil.

Daniel hat die Verschweißereinheit passgenau zu seiner Toilette gebaut.
Geschaltet wird der Verschweißer direkt an der Toilette, die Beutel landen dann in einer Schale, die nach hinten zur Entsorgung entnommen werden können.

Die Umsetzung ist einfach und funktionell. Daniel sagte mir, dass weder Urin in die Nähe der Elektronik kommt, noch es bislang Ausfälle beim Verschweißen gab.

Falls ihr Fragen habt:
Daniel Barbu findet ihr auf Instagramm unter vanwerker.4.fun

Viel Erfolg beim Basteln und lasst doch einen Kommentar da: Wie gefällt euch die Idee einer Verschweißer-Trenntoilette?

Bild von Jürgen Rode

Jürgen Rode

schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.

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15 Kommentare

  1. Ich finde, dass das eine sehr gute Idee ist vom Daniel. Für seine spezielle Situation hat er das perfekt umgesetzt. Was die Industrie zwecks Ersatzteilbeschaffung angeht, da wird noch zu oft nur kurzfristig kommerziell gedacht und nicht nachhaltig. Nun, vielleicht wird sich das ändern, wenn vermehrt Anfragen nach den Einzelkomponenten an die Hersteller herangetragen werden.

  2. Das Bessere ist auch hier der Feind des Guten. Glückwunsch an den Tüftler. Patentieren, Hersteller finden und verkaufen. Perugia non Oldtimer!!!
    Ich würde gern auf dieses System wechseln.

  3. Ich habe eine Perfect Van und bin eigentlich sehr zufrieden, aber wenn der Feststoff, der ja normalerweise nur einmal am Tag anfällt, verschweißt würde, müsste ich kein Trockenstreu mitnehmen und die Geruchsbindung wäre sicherlich auch perfekter. Kurz gefasst: super Idee!

  4. Jetzt sollte der Urin nur noch direkt in den Adblue-Tank unserer modernen Dieselmotoren eingeleitet werden, dann könnte man sich sogar das Nachfüllen des Harnstoffs sparen. Das wäre dann die perfekte umweltfreundliche Lösung. 😉

  5. So neu ist die Idee doch gar nicht. Das Ganze gibt es doch schon in einfach…. heißt
    Flexaport. Warum teuer und kompliziert,wenn es einfach geht. Habe vom normalen Klo (nenne den Chemieklo so, da man ja keine Chemie nehmen muss). Auf dem Camping oder Stellplatz leere ich normal und wenn ich autark bin den Einsatz mit Beutel.Auch das beste aus zwei Welten, nur günstig

  6. Tolle Idee, wir haben eine Clesana mit Urineinsatz, wenn wir nicht schon eine Toilette hätten würde ich diese, sofern möglich, sofort einbauen. Mit den neuen kompostierbaren Beuteln von Clesana und dem Urineinsatz sowie einem sorgsamen Toilettengang (nicht immer im Womo) kann man die Umweltbelastung sehr stark reduzieren. Absolut Daumen hoch für diese Lösung!

  7. Perfekt Idee !! Wenn das einmal in Serie produziert wird wäre das auch für uns eine sehr gute Lösung!! Vielen Dank an den Tüftler und den Berichterstatter 😊

  8. Gibts doch schon länger in einer vernünftigen Art und Weise .Flexaport mit verschweiß Zusatzgerät.
    Immer wieder kommt eine neue Idee auf den Markt, worin die sich unterscheiden, mal abgesehen von privater Bastelarbeit, erschließt sich mir nicht außer durch recht hohe Preise. Das ist ein immer wieder hochkochendes Thema bei näherer Betrachtung gehts doch nicht wirklich um den Umweltgedanken, sondern meiner Meinung ,,“The trend is your friend“ Solange ich die Diskussion verfolge gehts doch nur um Stellplatz- und Freisteher Wohnmoralisten. Einfach mal schauen wie die Plätze aussehen, dann ist die Idee dahinter erkennbar.
    Plastiktüten, Exkremente und vieles mehr findet da seinen Platz und immer sind es die Anderen,

    1. Was willst du uns damit sagen?
      Das Teil ist doch in der Not geboren, weil viele gemerkt haben, dass so viel Urin einzuschweissen nicht sinnvoll ist

  9. Moin Herr Rode,
    ich habe eine negative Erfahrung gemacht, die wohl fast alle Camper betreffen könnte:
    Ich hatte meinen Weinsberg-Pepper für die Dichtigkeits- und Gasprüfung zum Händler gebracht. Anschließend bekam ich die Mitteilung, dass die Platine der Heizung Truma 6 einen Kurzschluss hat und getauscht werden muss, was einen ca. Betrag von EUR 950,– ausmacht. Was war passiert: Das Womo kam aus dem Winterschlaf, war zwar abgedeckt, jedoch hatten wir extreme Minusgrade über einen längeren Zeitraum. Die Platine war durch Kondenzwasser nass und beim Aktivieren gab einen einen Kurzschluss.
    Nun wird in den Foren viel darüber diskutiert, sollte man Entfeuchter im Womo nutzen oder nicht – ich habe mich auf die natürliche Durchlüftung verlassen, denn die Abdeckung im oberen Bereich war so gebaut, dass genügend Luft aus den Fenstern austreten konnte.
    Eigendlich weiß ich nicht, wie man die Kondenzbildung bei künftigen Wintern verhindern kann, aber der Womofahrer sollte seinen Händler anweisen, die Heizung erst einzuschalten, wenn Kondenzwasser abgetrocknet ist !!!

    1. Kondenswasser auf der Platine? Davon habe ich noch nie gehört. Und was viel wichtiger ist: Normalerweise sollten Platinen davor geschützt sein. Was sagt denn Truma dazu?

  10. Lt. Clesana und LooSeal bräuchte man ja nicht nach jedem Toilettengang ohne Exkremente verschweissen, sondern erst nach 2-3 mal.
    Kann das jemand bestätigen, der eine reine Verschweisser Toilette hat, ob das so realisierbar ist?
    Wenn der Absorber einmal die Flüssigkeit aufgesaugt hat, funktioniert der dann noch, wenn ein zweites- oder sogar dritte- Mal Flüssigkeit hinzu kommt ?

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