Es geht’s um die Bluetti Apex300 — und um eine Frage, die mich schon eine Weile beschäftigt. Kann man eine Powerstation sinnvoll ins Wohnmobil integrieren?
Bluetti Apex 300 im Wohnmobil — was geht, was nicht, und worauf man unbedingt achten muss
Die Bluetti Apex 300 verspricht, die Anbindung ans Wohnmobil neu zu denken. Wir haben das genau angeschaut — und die Antwort ist: Es kommt sehr darauf an, wie man es macht.
Die Apex 300 ist der Nachfolger der AC300 und vereint erstmals alles in einem Gerät: Steuerung, Wechselrichter und Ladeelektronik. Die Kapazität liegt bei 2.764 Wattstunden, die Dauerleistung bei 3.840 Watt. Die verbauten LiFePO4-Zellen der zweiten Generation sollen über 6.000 Ladezyklen halten — rechnerisch bis zu 17 Jahre. Gesteuert wird alles per App, die übersichtlich und einfach zu bedienen ist. Das Gerät wiegt 38 Kilo, was im Wohnmobil nicht unerheblich ist. Preis: ab 1.499 Euro, verschiedene Bundles verfügbar.
Wer noch eine alte B300-Batterie aus der AC300-Zeit hat, kann sie direkt weiterverwenden — sie ist kompatibel. Zusammen mit der Apex 300 kommt man auf fast 5.840 Wattstunden Gesamtkapazität.
Aufpassen: Sehen fast gleich aus, funktionieren aber komplett anders:
sicheres Powerstation Einspeisekabel
normales Anschlusskabel mit Fi
Zum Ökosystem gehören zwei wichtige Erweiterungen.
Der Hub D1 clippt sich direkt auf die Apex und liefert 700 Watt DC-Leistung über sieben Ausgänge, darunter einen 12-Volt-50-Ampere-Anderson-Port sowie USB-C, USB-A und DC-Buchsen — für 299 Euro.
Der Charger 2 sitzt im Fahrzeug, verbindet sich mit der Lichtmaschine und lädt die Apex während der Fahrt mit bis zu 1.200 Watt, kann gleichzeitig Solar anzapfen und bei stehendem Motor automatisch umschalten — für 399 Euro.
Wie lässt sich die Apex 300 ins Wohnmobil einbinden?
Wer kein 230-Volt-System an Bord hat, findet in der Apex 300 die einfachste Lösung der Welt: hinstellen, Verlängerungskabel in den Innenraum, fertig. Das Bordnetz bleibt komplett unangetastet. Wichtig: keine Mehrfachsteckdosen, immer ein Gerät pro Ausgang — Powerstations liefern kein geerdetes Netz, und der FI-Schutzschalter kann daher unter Umständen nicht korrekt auslösen.
Wer die Apex an den Landstromanschluss des Wohnmobils einspeisen will, muss einen entscheidenden Unterschied kennen: Powerstations liefern ein IT-Netz ohne Erdung. Das Wohnmobil erwartet ein TN-Netz mit geerdetem Neutralleiter. Verbindet man beides ohne Schutzmaßnahme, funktioniert der eingebaute FI-Schutzschalter nicht mehr — mit potenziell gefährlichen Folgen. Die Lösung ist ein spezielles Einspeisekabel, das das IT-Netz durch eine integrierte Nullung in ein TN-Netz umwandelt. Gibt es fertig zu kaufen. Niemals Powerstation und Landstrom gleichzeitig anschließen, und das Kabel unbedingt kennzeichnen.
Als Notfallreserve zum Nachladen der Bordbatterie lohnt sich die Apex 300 nicht — die Umwandlungsverluste liegen bei 25 bis 30 Prozent, und auf jedem Campingplatz gibt es Landstrom. Wer investieren will, steckt das Geld lieber in mehr Batteriekapazität.
Fazit:
Für das voll ausgestattete Wohnmobil ist eine zusätzliche Powerstation in den meisten Fällen nicht nötig — schon allein des Gewichts wegen. Wer aber mietet, kein 230-Volt-System hat, oder die Apex sowieso schon zuhause oder im Gartenhaus nutzt, bekommt ein vielseitiges und ausgereiftes Gerät, das sich mit dem richtigen Wissen auch sinnvoll ins Wohnmobil einbinden lässt.
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Jürgen Rode
schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.
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16 Kommentare
als wir vom teilintegrierten umgestiegen sind auf einen Kasten, habe ich mich das auch gefragt.Ich bin sehr schnell davon abgekommen, da es zu unserem Campingverhalten nicht gepasst hat. Ich hatte zudem keine Lust, immer so einen Klotz mitzuschleppen.
Wir haben eine Ecoflow delta2 mit 100 ah. Für die habe ich zwei Steckdosen im Bad und in Küche eingebaut, die nur davon gespeist werden. Ideal für Kaffeemaschine und Fön. Im vorherigen Auto hatten wir einen Wechselrichter und eine AGM Batterie. Das war lange nicht so flexibel wie die jetzige Lösung.
Jepp, und wenn man es so macht ist es die einfachste Lösung für die meisten Aufgaben
Danke für das Video!
Es bestätigt meine Vermutung.
Für viel Geld bekomme ich ….. keine überzeugende Leistung.
Für den einen oder anderen, der mit der Elektrik auf Kriegsfuss steht, sicherlich eine Lösung.
ABER, will ich während der Fahrt boostern – brauch ich extra Gerät
Will ich Solar haben – brauch ich Extra Gerät
Will ich 12V – schon wieder ein Extra Gerät.
Summa Summarum für nicht einmal 5kWh fast 4.000 Euro.
(und da fehlt jetzt noch kräftig Solar, damit die Kiste wieder voll wird)
Und das geht sich mit dem Charger2 nicht einmal aus, der kann „nur“ 20A (max. 600Wp)
Und ich brauche einen Fachmann, der an der Lima fummelt.!!!!!!
Wer ordentlich Saft braucht, kommt um eine vernünftige Einbaulösung nicht herum.
Wir haben 8kWh Leistung, einen Ladebooster, 510Wp Solar auf dem Dach und das hat alles zusammen keine 2k gekostet.
Ich brauche kein D+-Signal das kann der VICTRON auch ohne,
Du hast vergessen zu erwähnen, dass die gezeigten 4 Steckdosen ZUSAMMEN max. 16A können.
Nicht jede für sich alleine!!!!!
In diesem Sinne eine schöne Reisesaison 2026
Georg
Hallo Jürgen, soweit mir bekannt, hat ein Wechselrichter auch nur ein IT-Netz ohne Erdung. Hier muß man auch eine Änderung in eine TN Netz herstellen, was über eine Brücke von Blau auf GrünGelb funktioniert. Ich vermute, das macht das von dir hier gezeigte Kabel auch so.
Hi Henriko!
Hab ich Film angesprochen.
Man sollte dieses Kabel dann aber entsprechend markieren, dass man es nicht aus Versehen als normales Kabel verwendet.
Hallo Jürgen, ich habe das in unserem WoMo mit dem Wechselrichter so realisiert. Wir sind heute erst aus dem Urlaub zurück, hatte das Video noch nicht gesehen, nur gelesen. Sorry
Die beiden ersten Erweiterungen im Beitrag sind als Einspeisekabel und als Anschlusskabel bezeichnet, haben beide Kabel die gleiche Funktion, also Einspeisung von der Bluetti zum Wohnmobil Landstrom?
Nein, das eine ist ein normales Anschlusskabel.
Das sieht zwar gleich aus, kann den FI aber nicht unterstützen.
Vielleicht sollte ich es im Text noch präzisieren
Ich denke, nur das teure der beiden Kabel erfüllt den Schutz über den FI Schalter. Ist bei Amazon aber zu finden, was den Unterschied betrifft
Prima und danke, dann bestelle ich das dedizierte FI Schutzkabel
Aber nur mit dem APEX verwenden. Nicht ans normale Netz, sonst knallt es.
Hallo Jürgen,
danke für das informative Video. Wir suchen eine Lösung, um auch bei längeren Reisen ohne Campingplatz, unser E-Bike -Akkus laden zu können. Das Wohnmobil ist ein Teilintegrierter ohne Wechselrichter und mit den zwei Standardbatterien. Da ist dieses Gerät aus meiner Sicht überdimensioniert bzw. auch viel zu schwer. Über was sollten wir nachdenken?
Liebe Grüße M&M
Es gibt auch kleinere und Bluetti ist für mich in diesem Film als Beispiel zu sehen.
Ich bin auch mit meiner Jackery 1000 zufrieden oder schau dir mal
die Bluetti Elite Serie an.
Rechnen wir die E-Bikes einmal durch.
Ich kenne Eure Räder nicht und gehe jetzt einmal von mir bekannten Zahlen aus.
E-Bike Akku 36V/13,4A = 482,4Wh (Wert steht aufdem Typenschild)
E-Bike Ladegeräte 36V/4A = 144W Ladeleistung (detto, Werte sollten auf den Typenschildern stehen)
Nehmen wir jetzt einmal an, Ihr fahrt eine Woche in Urlaub und fahrt jeden Tag mit dem Rad.
Nehmen wir weiters an, Ihr verbraucht 75-80% des Akkus auf Euren Ausflügen.
2 E-Bikes – also alles doppelt.
482Wh – davon 80% Verbrauch = 386Wh // 2 Bikes, also 772Wh
5 Tage = 772Wh x 5 Tage = 3.860Wh
Rechnen wir mit 20% Verluste durch das Umwandeln, so kommen auf 4.632Wh
Das sollte jetzt, wenn Ihr keine Möglichkeit zum Nachladen haben, Eure Powerbox groß sein.
Der Wert des Ladegerätes sagt dann aus, wie lange das Ladegerät braucht, um den Fahrradakku wieder aufzuladen.
In diesem Fall 13,4Ah davon 80% Verbrauch = 10,72Ah : 4A = knapp 3 Std., bis der Akku wieder voll ist.
Das Problem wird sein, die Box über eine Solartasche wieder aufzuladen, wenn Ihr am Tag unterwegs seid.
Da ist halt die Gefahr, dass die Solartasche beine bekommen könnte.
Ich hatte dazu mal einen Beitrag gemacht: https://womo.blog/2022/08/12/soviel-strom-brauche-ich-beim-camping-mit-diesem-trick-kalkuliert-ihr-ganz-einfach/
und hier geht es explizit um eBikes: https://womo.blog/2021/11/23/ebike-richtig-laden-im-wohnmobil-das-braucht-ihr-dazu/