Doch wehe, wenn der Kühlschrank auf Gas nach wenigen Tagen stottert.
Und wehe man ist auf einem Roadtrip und kommt nur selten und wenn dann am Abend auf einen Campingplatz um mit Strom zu kühlen. Und mit 12 Volt den Kühlschrank zu betreiben, nutzt bekanntlich auch nur, wenn man fährt.
Glücklich, wer dann in einem Land unterwegs ist, dass auch im Hochsommer selten Temperaturen über 22 Grad bietet.
Wenn der Kühlschrank auf Gas nicht funktioniert, reicht es häufig aus, die Brennerdüse durchzupusten.
Schön, wenn man einen Kompressor hat, es geht tatsächlich auch mit einem Strohhalm.
Dazu gibt es gute Erklärvideos auf YouTube.
Bei uns ist der Fall aber anders gelagert.
Beim Thetford N3112 aus 2015 gibt es einen Zünder, der das Gas entflammt und gleichzeitig die Hitze misst, um zu erkennen, dass die Flamme brennt – ansonsten schaltet er die Gaszufuhr wieder ab.
Der Zünder zündet bei uns wunderbar, aber offenbar erkennt die Steuerung nicht, dass die Flamme brennt und schaltet zur Sicherheit die Gaszufuhr ab.
An der Stelle muss der Profi ran.
Aber wir sitzen gerade auf den Orkney. Der nächste Thetfordprofi ist 500 Meilen und zwei Inseln entfernt.
Ich versuche trotzdem mein Glück, versuche den Zünder mehr in die Flamme zu schieben, zu reinigen, alle Stecker der Steuerplatine überprüfen, damit mögliche Kontaktschwierigkeiten ausgeschlossen sind. Und tatsächlich. Eine Nacht lang läuft der Kühlschrank, bevor er sich endgültig verabschiedet.
Jetzt zündet er nicht einmal mehr.
Was tun?
Wir haben es nachts um die 12 Grad.
Tagsüber sind es im Wohnmobil um die 22 Grad.
Nach wenigen Tagen fängt der Kühlschrank an zu müffeln.
Also kaufen wir eine Kunststoffkiste und lagern alle verderblichen Sachen nun in der Kiste.
Nachts kommt sie auf den Fahrradträger oder unter das Wohnmobil – wir lernen schnell darauf zu achten, von von wo am nächsten Morgen die Sonne scheint.
Nadja kommt noch auf die Idee, drei große Wasserflaschen auch draußen zu kühlen (ich leg noch Bier und Cider dazu).
Am nächsten Morgen ist alles ungefähr 10-12 Grad kalt und dann wandert die Kiste in das kälteste Staufach im Unterboden.
Ein Thermometer, den wir in die Kiste packen, zeigt später, dass auch an warmen Tagen unser Notkühlschrank nicht über 16 – 18 Grad warm wurde.
Die Butter, die Milch, Joghurt, Aufstriche, Käse. Klappt gut.
Fleisch, Wurst muss schnell verzehrt werden.
Nur zweimal in 6 Wochen ist uns etwas geschimmel.
Wir mussten umplanen und umdenken.
Es wird eingekauft, was wir an diesem oder dem nächsten Tag verbrauchen.
Und was geöffnet wurde, würde zügig gegessen.
Keine drei unterschiedlichen Wurst- oder Käsesorten.
Eins nach dem anderen.
Nach wenigen Tagen ging uns das in Fleisch und Blut über und die anfängliche Panik und der Frust, lösten sich in Wohlgefallen auf.
Wir waren vor 40 Jahren im ersten Kastenwagen mit einer Kühlbox und 12Volt unterwegs.
Hat auch funktioniert und auf Campingplätzen versorgten wir uns täglich mit Kühlelementen. Konnte man damals sogar auf dem jugoslawischen Campingplatz leihen.
Nur funktioniert das auf den Orkneys nicht. Weder dort, noch später in den großen Supermärkten bekamen wir einen dieser kleinen Kühlboxen mit 12 Volt (meine in der Werkstatt geht sogar mit Akkus: https://amzn.to/3R6c2LI *)
Völlig unmöglich eine echte Kompressor-Kühlbox zu bekommen, wie diese: https://amzn.to/3SEoaUW *
Wenn die Chance bestanden hätte, hätten wir es vielleicht bei Amazon bestellt und auf einen Campingplatz schicken lassen können. Wenn ihr also länger irgendwo seid, ist das eine gute Möglichkeit.
Aber auf einem Roadtrip, der durch Termine fest getaktet ist, klappt das leider nicht.
Und was erstaunlich ist.
Nach zwei Wochen war es nicht nötig und nicht wichtig.
Das Bier hatte 10 Grad, weil es am Abend draußen stand, die Butter am Morgen war kalt.
Solange wir Nachts um die 10-15 Grad hatten, konnten wir damit leben.
Das änderte sich erst in Glasgow, als die Temperatur in der Nacht in Richtung 20 Grad stieg. Aber dort hätten wir dann auch eine bessere Kühlbox kaufen können.
Zuhause habe ich dann versucht Ersatzteile zu bekommen.
Den Zünder erneuert und der Kühlschrank lief wieder.
17,95 Euro – leider nur ein Tag.
Offenbar ist es doch die Steuerplatine, die gibt es jedoch für den alten Kühlschrank nicht mehr und die Platine vom Nachfolger ist nicht kompatibel.
Was bleibt?
Ein neuer Kühlschrank muss her.
Bisher habe ich mich immer gegen einen Kompressorkühlschrank gesperrt.
Zu laut, zu hoher Verbrauch.
Aber im Jahr 2026, wo Akkuleistung nicht mehr das Thema ist, wird es auf einen Kompressor hinauslaufen.
Allein schon, um anschließend beim Thema Geräuschentwicklung in der Nacht mitreden zu können.
Denn das scheint mir der Hauptkritikpunkt zu sein.
Und dann werden wir sehen, ob gerade im späten Herbst und Winter, wenn Solar Mangelware ist, der Absorber nicht vielleicht doch der bessere Kühlschrank ist.
Ich werde berichten…
Jürgen Rode
schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.
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