Zum Ende der Welt: Orkney und Hebriden Roadtrip mit dem Wohnmobil

Schottland 2026: Orkney und Äußere Hebriden im Wohnmobil –

In diesem Artikel geht es um unsere Planung, Fähren und das eVisum und die Tücken des Buchens, da kann man viel Geld verlieren.

Wochenlang hatten wir 12° Celsius, mal 14°, da sind die Schotten in der kurzen Hose herum gelaufen. Bei 16° hatten wir ein T-Shirt an und den leichten Nieselregen spürten wir nach 6 Wochen gar nicht mehr.
Nun sitzen wir bei über 41° in Deutschland und denken sehnsuchtsvoll an Schottland zurück.

Eilean Donan Castle

 

Sechs Wochen – 44 Tage. 5.613 Kilometer. 35 unterschiedliche Übernachtungsorte.
Orkney, die Äußeren Hebriden, der Norden des schottischen Festlands.
Das war unser Schottland-Trip 2026 – und er hat alles gehalten, was wir uns erhofft hatten. Und noch ein bisschen mehr.

Aber von vorne. Denn bevor das erste Mal die Fähre abgelegt hat, lagen Monate der Planung hinter uns. Mit Tücken, mit Wartelisten, mit einem eVisum-System, das einen in die Falle locken kann, und mit Fährbuchungen, die man besser nicht auf die lange Bank schiebt.

Vorfreude bei der Planung im Januar

Die Idee: Inseln, Steilküsten und Einsamkeit

Der Plan war schnell skizziert: Orkney und die Äußeren Hebriden standen schon lange auf unserer Liste. Zwei Inselgruppen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – Orkney mit seinen jahrtausendealten Steinzeitmonumenten, die Hebriden mit endlosen weißen Sandstränden und türkisfarbenem Wasser, das einen im ersten Moment glauben lässt, man sei irgendwo in der Karibik gelandet. Bis man die Wassertemperatur misst: 12 Grad. Dann geht man doch lieber am Strand spazieren.

Hùisinis Beach

Dazu der Norden des Festlands: der legendäre North Coast 500, Highlands, Whisky-Destillerien, Burgen in verschiedensten Verfallsstadien und eine Landschaft, die einen regelmäßig zum Stehenbleiben zwingt.

44 Tage haben wir gebraucht. Hätten wir noch mehr Zeit gehabt – wir hätten sie gefüllt.

Wir nehmen euch mit...

auf eine großartige Reise. Zu alten Burgen, traumhaften Strände, steilen Klippen.
Zu Vögeln, Delphinen und Ottern.
Zu herzlichen Menschen und abenteuerlichen Geschichten der über 5.000 Jahre alten Geschichte der Einwohner.
Regionen auf Höhe der Südspitze Grönlands, zu hohen Bergen, die wie Hügel erscheinen, aber Bedingungen wie im Hochgebirge bieten. Zu Wanderungen und Radtouren, mit dem Kajak allein auf dem Atlantik
In den nächsten Folgen findet ihr detaillierte Infos, Strecken viele Tipps.

Alle Straßen, alle Übernachtungsplätze ganz einfach als Übersicht in trackiwi

Route tracken und Sicherheit

🔵 Gut zu wissen: Trackiwi
Alle 5613 Kilometer dieser Reise – jede Übernachtung, jede Höhe, jede Sehenswürdigkeit – haben wir mit Trackiwi aufgezeichnet. Ein kleines Gerät, irgendwo im Wohnmobil versteckt, an 12 Volt angeschlossen. Einmal angeschlossen, läuft es einfach. Per App steuerbar für iOS, Android und Webversion. 10% Rabatt mit dem Code WOMOBLOG auf die Hardware. Und auch als Alarmanlage nutzbar.

Die Zahlen

  • Gesamtstrecke: 5.613 km
  • Davon mit dem Wohnmobil: ca. 4.400 km
  • Davon mit Fähren: ca. 1.200 km
  • Reisetage: 44
  • Übernachtungsorte: 35 unterschiedliche Standorte
  • Längstes Verweilen: 3 Nächte an einem Ort
  • Campingplätze: 4 klassische Stellplätze – der Rest: Wildstehen oder Donation-Parkplätze

Vorsicht Falle!

Schritt 1: Das eVisum – und die Falle im Internet

Das Erste, womit wir uns beschäftigt haben: das britische Einreisesystem. Seit Ende 2023 brauchen auch EU-Bürger für die Einreise nach Großbritannien eine ETA (Electronic Travel Authorisation) – eine elektronische Reisegenehmigung.

Das klingt nach einer Formalie, und im Prinzip ist es das auch. Kostet 10 Pfund, gilt zwei Jahre und ist in wenigen Minuten beantragt. Wenn man weiß, wo man das machen muss.

Google Suche birgt Gefahren!

Das Original - Nur per App

Das Problem: Im Internet gibt es unzählige Drittanbieter-Seiten, die einem den eVisum Antrag gegen satte Gebühren abnehmen wollen. Namen und Aufmachung sind oft täuschend offiziell. Bezahlt man dort, zahlt man für eine Dienstleistung, die man selbst in zehn Minuten erledigen kann – oft deutlich mehr als den offiziellen Preis, manchmal ein Vielfaches davon. Bei uns waren es über 100 Euro!!!

ℹ️ Infobox: UK ETA – nur über den offiziellen Weg

Die einzige offizielle Stelle für das UK ETA ist die britische Regierung: www.gov.uk/guidance/apply-for-an-electronic-travel-authorisation-eta

Kosten: 10 GBP pro Person. Bearbeitungszeit: in der Regel wenige Stunden bis maximal drei Werktage.

Der Antrag läuft über eine App, in der man das Dokument per Scan erfasst. Klingt unkompliziert – ist es auch, sobald man einen entscheidenden Punkt kapiert hat: Die App meint mit „Dokument“ den Reisepass, nicht den Personalausweis. Einen Hinweis darauf gibt es in der App nicht. Wir haben eine Weile gerätselt, bis uns die Lösung gedämmert ist. Mit dem Reisepass in der Hand war es dann tatsächlich einfach und schnell erledigt.

Und jetzt die Warnung, die ich gerne vorher gehabt hätte: Bei der Google-Suche nach „UK ETA beantragen“ erscheint als erstes Ergebnis eine Seite, die täuschend offiziell aussieht. Ich bin darauf hereingefallen. Im Warenkorb stand zunächst ein Betrag von 37 Pfund – irritierend, aber noch im Rahmen. Ganz unten, klein gedruckt: eine zusätzliche „Servicegebühr“ von über 100 Euro. Pro Person. Ich habe auf OK geklickt, bevor ich das richtig wahrgenommen hatte.

Das Gute: Nach 14 Tagen und einem formellen Widerruf hatte ich das Geld zurück. Das Schlechte: Es war unnötiger Stress, unnötige Wartezeit – und die Falle schnappt täglich bei ahnungslosen Reisenden zu.

Merke: Alle Anbieter außer gov.uk sind Drittanbieter. Sie leiten den Antrag weiter und kassieren dafür Gebühren, die in keinem Verhältnis zum Aufwand stehen. Das ETA selbst bleibt das gleiche. Direkt über gov.uk beantragen, fertig.

Im nächsten Teil geht es um das Buchen der Fähre(n), die beste Reisezeit und ob man Campingplätze vorab buchen sollte und über Land und Leute.

Weiter geht es in Teil 2: 

Inhaltsverzeichnis:

2026-05-26_14-31-52_Schottland - Lewis Callanisch Stones__T5A3654-Bearbeitet-3840

#

Titel

Themen

1

Die Planung – Route, eVisum und die erste Falle

Reiseidee, Zahlen, eVisum, ETA-Falle

2

Was man wissen sollte – Fähren, Straßen, Diesel und mehr

CalMac, Anreise, Campingplätze, Linksverkehr, Single Track, NC500, Diesel, LPG, Tesco

3

Anreise: Amsterdam – Newcastle – Schottland

DFDS-Überfahrt, erste Kilometer, Jedburgh, Rosslyn und die Kelpies

4

Lallybroch, Inverness und Delfine im Cromarty Firth

Outlander, Midhope Castle, Inverness, Nigg, Cromarty

5

Ein Märchenschloss, Papageientaucher im Kajak und das Ende der Welt

Dunrobin Castle, NC500, Latheronwheel, Whaligoe Steps, John O’Groats

6

Das Schloss, das Queen Mum rettete und Duncansby Stacks im Sturm

Castle of Mey, Duncansby Stacks, Puffins, Gills Bay

7

Die Orkneys: Wo Steinzeit-Wunder und Wikinger-Erbe auf überwältigende Natur treffen

Ankunft, Bob Evans, Churchill Barriers, Italian Chapel, Ring of Brodgar, Yesnaby

8

Zeitsprung 5.000 Jahr zurück: Orkney war ein Hotspot

Skara Brae, Skaill House, Maeshowe, Ness of Brodgar, Unstan, Stenness, Marwick Head, Brough of Birsay

9

Kirkwall: Wikingerfürsten, ein gemordeter Heiliger und zwei Flaschen Whisky

Broch of Gurness, St. Magnus Cathedral, Earl’s Palace, Highland Park Destillerie

10

Panik am Old Man of Hoy

Stromness, Franklin, Sturm, eBike gegen den Wind, Rucksack weg, Dwarfie Stane

11

Kühlschrank kaputt – und nun?

Thetford N3112, Notkühlschrank, Plastikkiste, Kompressor vs. Absorber

12

NC500 – Traumstraße hoch im Norden

Deerness, Dunnet Head, Flow Country, Smoo Cave, Handa Island, Scourie

13

Hirsche im Nebel, Kylesku und millionen Jahre alte Urlandschaften

Kylesku Bridge, Rotwild, Geopark, Lochinver, Ardvreck Castle, Stac Pollaidh

14

Willkommen auf Lewis

Ceilidh Place, Fähre, Stornoway, Schlager-Opa, Honesty Box, Garry Beach, Bridge to Nowhere

15

Die Mutter aller Steinkreise – Callanish Standing Stones

Callanish Standing Stones, Lewisian Gneiss, Ausrichtung Sonne/Mond, Eilean Fraoich

16

Black Houses – Leben wie im Mittelalter? Das war noch 1976 so!

Arnol Blackhouse, Gearrannan, Whalebone Arch, Norse Mill, Harris-Tweed-Weber

17

Butt of Lews – der nördlichste Punkt und eine unglaubliche Geschichte

Butt of Lewis, Eoropie Beach, Clach an Trushal, Zeitzeugin aus dem Blackhouse

18

Sea Stacks – Ursula, die einsame Wanderin und Nebel überall

Mangersta Sea Stacks, Dun Carloway, Ursula, Bosta Beach, Huisinis

19

Eine gefährliche Kajaktour, eine gefährliche Wanderung

Kajak Huisinis, Secret Beach, Traigh Mheilein, Highland Cattle

20

Der Anzug, der nicht passte, und die Rückkehr nach Harris

Tarbert, Isle of Harris Distillery, Stornoway, Harris Tweed Hebrides, Luskentyre

21

Der beste Strand Großbritanniens – ganz allein für uns

Luskentyre, weißes Pferd, Honesty-Hütte, Kajak Taransay, Machair, Tourismus-Gespräch

22

Demnächst: Golden Road und St. Clement’s Church

 
Dunrobin Castle
Bild von Jürgen Rode

Jürgen Rode

schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.

*Die hier verwendeten Links sind Provisions-Links, auch Affiliate-Links genannt. Wenn Sie auf einen solchen Link klicken und auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter oder Online-Shop i.d.R. eine Vermittlerprovision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.


Entdecke mehr von Womo.blog

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Share:

Facebook
Twitter
Pinterest
LinkedIn

12 Kommentare

    1. Richtig. Aber die ist einfacher zu beantragen.
      Die UK App ist schon echt nicht einfach zu verstehen. Aber mot Geduld und Deepl zur Übersetzung haben wir es dann ganz einfach hinbekommen, nachdem wir kapiert hatten, dass der Reisepass und nicht der Perso gemeint war.
      Eigentlich logisch, wir haben aber einfach nicht drüber nachgedacht.

  1. Hallo,
    ja Schottland it toll.
    Wir waren 2014 da, sind wegen unser Hündin durch de Eurotunel gefaren.

    Es reichte noch der Reisepass, aber unsere Angie war oft ein Türöffner.
    Wir hatten nur tolle Erlebnisse, standen ausscließlich auf ausgewiesenen Stellplätzen, sind autark mit Klimaanlage ud Solarpanele auf dem Dach.

    Da ich im Rollstuhl sitze musste mei Mann die ganze Strecke fahren
    Gesamtkilometer 8.537
    Dauer 7 Wochen
    Das teuerste war der Eurotunnel, aber in 35 Min ist ma von Calais in Greatbritan.

    Ich verfolge eure Reiseberichte immer wieder gern und in zwei Jahre wollen wir nacj Irland, da ist das mit dem Visum sehr nützlich.

    Danke, weiter so
    Petra Horndasch

  2. Super, wir möchten nächstes Jahr nach Schottland. n
    Nachdem wir schon oft mit den Motorrädern dort waren, ist der Wunsch mit dem Wohnmobil dorthin zu reisen, riesengroß
    . Bin gespannt, wie ihr die Single Tracks befahren habt. Mit den Motorrädern war das ja easy, aber nun mit 7m Länge und (zum Glück nur) 2,12 m Breite habe ich schon Respekt.
    Wir freuen uns auf euren Reisebericht. LG Klaus & Tina, aktuell nach 4 Wochen Südschweden und Öland z.Zt. in Dänemark

    1. Die Breite ist nicht das Problem. Auch mit unseren 2,30 sind die Achsen genauso breit. Die Länge ist das Problem. Mit 7 Metern bist du 60 cm länger, wie wir. 7 Meter sollten aber gehen, länger wird an manchen Orten schwierig. Schotten haben mir erzählt, dass sie deswegen auch nur 6,50 fahren.

    2. Witzig, unsere Erfahrung ist das Gegenteil von Jürgens Empfehlung.
      Mit den 7,30m unseres Alpa hatten wir selten Probleme (wobei kürzer natürlich immer auch stressfreier bedeutet). Aber Bodenfreiheit ist bei steilen Auffahrten ein Thema.
      Zur Breite hätte ich bis zu diesem Jahr das gleiche wie Jürgen gesagt, aber nachdem ich uns im Mai den Spiegel abgefahren habe (Begegnung mit anderem Womo an einer Steinbrücke) bin ich da anderer Meinung. Die schottischen Straßen sind nun mal teilweise schmal und da ist ein schmaleres Fahrzeug nicht verkehrt. Kannst du hier nachlesen: https://momoblog.de/2026/05/19/ein-gebrauchter-tag/

      Liebe Grüße
      Micha

      1. Das passiert dir auch mit einem Kastenwagen und gegen das Spiegel abfahren haben wir einen Tipp, der schon auf zwei Reisen hervorragend funktioniert hat. Schon in Cornwall sahen wir viele Kastenwagen und Wohnmobile ohne rechten Aussenspiegel und dieses Jahr wieder.
        Das liegt aber auch an der eigenen Fahrweise. Zu schnell.
        Ist mir übrigens auch 2018 passiert, der andere war zu mittig und ich zu schnell, um noch reagieren zu können. Langsamer und sowohl 4 Wochen Cornwall und 6 Wochen Schottland unbeschadet überstanden.
        Aber mehrfach lange Wohnmobile erlebt, die nicht wenden konnten.

        1. Und wenn es mit dem Spiegel passiert, sparr euch den Aufwand den anderen zu finden oder Die Versicherung zu bemühen.
          Beim Spiegel zahlt jeder seinen Schaden.
          Pech gehabt.

    3. Alles gut, ist kein Problem … Single Track Road fahren sollte mit einem 7m Womo gehen, wir hatten damals ein Mietfahrzeug mit 6,5m und wir haben die 3,5 Wochen auch überstanden außer der rechte Außenspiegel 🤣

  3. Liebe WoMo Blogger,
    vielen Dank für die Interessanten Details. Habt ihr Tipps zum asymmetrischen Abblendlicht eines Linkslenker Autos im Linksverkehr?
    Vielen Dank
    Ingrid und Volker Schuchhardt

    1. Ich kenne das natürlich, wir haben aber weder 2018, 2023 noch dieses Jakr in Uk Probleme damit bekommen, dass wir nicht abgeklebt haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Entdecke mehr von Womo.blog

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

LogoWomo-rund-MITTE300
Abonnenten
55000

Immer informiert sein!

Jetzt Womo.blog abonnieren:

Dabei sein: