Skye, ein Fahrrad-Webstuhl, Dino-Spuren und eine Kajaktour zu schwimmenden Kühen – Orkney/Hebrides Teil 23

Zurück auf Skye

Heute Morgen in der Nähe von Tarbert aufgewacht – wieder von einer Kuhherde umringt. Die Kälbchen, die neugierig um das Wohnmobil standen: sehr niedlich. Ich bin noch eine Runde mit der Drohne geflogen, denn die Gegend eignet sich wunderbar zum Wandern. Tiefe Täler, Seen, typische Harris-Küste, Berge. Ein tolles Wandergebiet – aber dafür hätten wir mehr Zeit gebraucht.

Vor der Fähre in Tarbert gewartet. Die Fähre ist in den letzten Tagen mehrfach ausgefallen – wir hatten Glück. Sie kam, wir kamen drauf, und ohne Probleme nach Uig auf Skye. Das Wetter zunächst bescheiden. Aber es lockerte auf.

Skye!

Wir hatten Bedenken, dass es auf Skye inzwischen furchtbar voll sei – alle Welt hatte uns das erzählt. Fanden wir aber nicht. Im Vergleich zu 2018, als wir das letzte Mal hier waren, kam uns die Insel eher leerer vor. Die Straßen sind heute deutlich besser ausgebaut, viel mehr Infrastruktur für Entsorgung und Versorgung ist möglich. Viele Single Track Roads sind heute breiter als damals – gerade zum Neist Point ist es inzwischen viel einfacher zu kommen. Auch die Parkplätze sind deutlich erweitert worden.

Ein Webstuhl, den man tritt

Unterwegs bei den Skye Weavers vorbeigefahren – dort waren wir schon 2018. Es hat sich etwas verändert. Die Stoffe sind weicher geworden, mehr Lammwolle dabei. Nett. Und ich durfte mal auf den Webstuhl – Nadja hat das 2018 schon gemacht.

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Skye Weavers ist eine kleine, traditionelle Weberei und Manufaktur in Glendale im Nordwesten der schottischen Isle of Skye. Das Familienunternehmen wurde von Andrea und Roger Holden gegründet und ist weltweit für seine nachhaltige Textilproduktion bekannt. Das Besondere: Sämtliche Tweedstoffe, Schals und Decken werden auf einem Webstuhl hergestellt, der ausschließlich durch Muskelkraft über Fahrradpedale angetrieben wird.

Der Webstuhl wird durch Fahrradpedale angetrieben – ein Motor ist nicht erlaubt, denn Harris Tweed und verwandte Stoffe müssen per Handwebstuhl hergestellt werden. Es läuft nicht rund wie beim Fahrradfahren, wo man einfach tritt und die Maschine gleichmäßig läuft. Es ruckelt immer mittendrin, und der Weber muss permanent aufpassen, dass alles richtig läuft. Ich habe angefangen zu treten – und sofort einen Faden gerissen.

Was einen nachdenklich stimmt: Für jeden Meter Stoff muss der Weber etwa 1,6 Kilometer pedalieren. An einem guten Tag schafft man bis zu 20 Meter – das entspricht rund 32 Kilometern auf dem Sattel, ohne Pause. Acht bis neun Stunden, sechs Tage die Woche. Das ist kein Handwerk – das ist Hochleistungssport.

ℹ️ Infobox: Was ist Harris Tweed eigentlich?

Harris Tweed ist der einzige Stoff der Welt, der durch ein eigenes Parlamentsgesetz geschützt ist, den Harris Tweed Act von 1993. Die Vorgaben sind streng: Der Stoff muss aus hundert Prozent reiner Schafwolle bestehen, ausschließlich auf den Äußeren Hebriden gefärbt, gesponnen und von Hand gewebt werden – jeder Weber in seinem eigenen Zuhause, nicht in einer Fabrik. Am Ende stempelt die Harris Tweed Authority jedes Stück mit dem Orb-Warenzeichen ab, einer gekrönten Kugel, die seit 1911 als Gütesiegel gilt.

Ist das nun echter Mehrwert oder gutes Marketing? Vermutlich beides. Der Stoff selbst ist tatsächlich robust, wärmend und wetterfest – über Generationen für das raue hebridische Klima entwickelt. Gleichzeitig lebt die Marke stark von ihrer Geschichte und dem Bild vom einsamen Weber im Cottage, das sich hervorragend verkaufen lässt. Für die Weber selbst bleibt davon, wie wir später noch erfahren sollten, oft nur ein kleiner Teil des Verkaufspreises übrig.

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Neist Point

Weiter zum Neist Point – dem westlichsten Punkt von Skye. Und dann hatten wir Glück: Die Wolkendecke riss auf. Wir haben den Neist Point in schönem Abendlicht gesehen. Dieser Aussichtspunkt, dieser Leuchtturm – einfach toll. Eines der meistfotografierten Motive auf Skye, und das zu Recht.

Neist Point

Was diesen Ort besonders macht, ist nicht nur der Leuchtturm selbst, sondern die ganze Stimmung dort oben: Man steht auf einer hohen Klippe, unter sich das offene Meer, vor sich der schmale, geschwungene Pfad, der hinunter zum Leuchtturm auf seiner eigenen kleinen Landzunge führt. Kein Verkehrslärm, keine Menschenmassen an diesem Abend – nur Wind, Wellen, und dieses besondere schräge Licht, das hier abends über dem Atlantik hereinbricht. Es ist einer dieser Orte, an denen man sich einfach ein Plätzchen sucht und aufs Meer hinaus schaut und schweigt und sich nicht sattsehen kann. Manchmal stundenlang.

ℹ️ Infobox: Neist Point

Der westlichste Punkt der Isle of Skye. Der Leuchtturm wurde 1909 von David Alan Stevenson erbaut – wieder ein Mitglied der berühmten Leuchtturm-Ingenieurfamilie, die uns auf dieser Reise schon mehrfach begegnet ist. Von hier aus sieht man bei klarem Wetter bis zu den Uist-Inseln – denselben Äußeren Hebriden, von denen wir gerade gekommen sind. Wale und Delfine werden hier regelmäßig gesichtet.

Wir übernachten direkt am Parkplatz, wie viele andere auch.

Am nächsten Morgen schüttet es, in der Nacht war ein Sturm durchgezogen, wir wurden ziemlich durchgeschüttelt und haben irgendwann das Auto mit der Nase in den Wind gedreht, das Geschaukel hörte auf und wir konnten gut weiterschlafen.

Auch die nächste Nacht werden wir hier bleiben. Wir brauchen dringend einen Tag Pause.

Aber dafür bietet sich Neist Point einfach an. Es gibt bei jedem Wetter etwas zu sehen. Und sei es einfach von den Fahrersitzen des Campers aus. Ein heißer Tee in der Hand und den Wellen und Möwen zuschauen.

Ein Zelt im Sturm

Nach dem Frühstück riss dann der Himmel, wie so oft in Schottland, urplötzlich auf und die Sonne meldete sich zurück. Also raus aus dem Wohnmobil, wir wollen endlich einmal bis zum Leuchtturm wandern.

Der Weg ist beschwerlicher als er aussieht: erst runter, dann über einen Hügel drüber, auf der anderen Seite wieder hoch und runter – erst dann kommt man zum Leuchtturm. Warum man das macht? Einfach um da gewesen zu sein. Und es hat sich gelohnt.

Wir konnten eine Stunde lang unten sitzen und den Wellen zuschauen, wie sie gegen die Felsen schlagen. Nadja hat eine Robbe entdeckt. Der Leuchtturm ist sehenswert, auch wenn man nicht direkt dran kommt – die Tore sind verschlossen. Ich habe Wellenbilder ohne Ende gemacht, weil ich eine neue Bearbeitungsmethode ausprobieren wollte und dafür Material brauchte. Das hatte ich.

Nadja hat sich schon auf den Rückweg gemacht – der steile Anstieg zurück braucht seine Zeit, und sie wollte sich die nehmen. Ich bin noch geblieben.

Ich wollte noch ein kurzes Video für die Firma Vango machen, in ihrem Notzelt – so nennt man das hier: Shelter. Vango ist eine der größten Outdoor-Firmen Großbritanniens, jeder kennt die Marke, sie steht für Qualität und Langlebigkeit zu einem fairen Preis – keine Billigware, aber das Geld wert.

Ihr Notzelt ist eine kompakte Notfallunterkunft ohne Stangen, in die man zu zweit kriechen kann – es gibt auch größere Varianten für bis zu vier Personen. Keine Heringe, keine Stangen – einfach reinsetzen, und man hat Schutz. Sogar eine Belüftung ist eingebaut, damit es nicht stickig wird. Eine schottische Firma – die weiß, was man hier braucht, oder auch im Hochgebirge.

Heute teste ich das mal und mache ein Video dazu – so mein Gedanke – und habe nicht bemerkt, dass hinter mir der Himmel schon dunkel wurde. Dann ging es los. Sturm, Regen, heftigst.

Ich packe schnell das Shelter aus, suche mir einen trockenen Untergrund, und in wenigen Minuten war vom schönen Wetter nichts mehr zu sehen und ich steckte mitten in einem Sturm. Ich saß in meinem kleinen Notzelt und war froh, es dabei zu haben. Kein Gedanke mehr an die Kamera draußen, hoffte nur, sie fliegt nicht weg. Mit Blick durch das eingebaute Fenster konnte ich sehen, dass ich länger ausharren musste.

Mit dem Vango Shelter konnte ich dem Sturm trotzen - trocken und warm!

So schnell wie der Sturm kam, war er auch wieder verschwunden. Ein Gutes hatte es: Alle Touristen waren nun fort, ich ganz allein auf der Halbinsel. Noch einmal zum Leuchtturm zurück, und viele schöne Bilder gemacht. Sonne, perfektes Licht. Ich habe mich umgedreht, und war ziemlich verblüfft, als die nächste schwarze Wand anrauschte.

Diesmal noch schlimmer, sagte Nadja später, die mittlerweile im Wohnmobil saß und sich Sorgen machte. Ich saß hinter der Mauer am Leuchtturm in meinem Shelter und habe davon kaum etwas mitbekommen. Diesmal im Windschatten, nutzte ich meine Wanderstöcke als Zeltstangen und hatte eine gute Zeit. Da oben bei den Wohnmobilen muss es gefegt haben. Ich saß trocken.

Als es aufhörte, bin ich zurückgelaufen. Wenn wir Glück haben, gibt es noch einen schönen Sonnenuntergang.

Der Trotternish Loop

Am nächsten Morgen bei erstaunlich gutem Wetter vom Neist Point losgefahren – die Prognosen waren eigentlich eher mäßig. Wir sind um die Nordspitze von Skye gefahren, den Trotternish Loop – die A855, die als Rundstrecke um Skyes nördlichste Halbinsel führt und zu den schönsten Küstenstraßen der Insel zählt. An Uig vorbei, wo wir vor zwei Tagen mit der Fähre angekommen sind, und dann weiter entlang der Nordküste.

Unsere Route virtuell mitreisen

Trotternish Loop

Duntulm Castle – wir sind wieder mal nicht reingegangen. Vor acht Jahren sind wir die gleiche Strecke in umgekehrter Richtung gefahren, damals auch nicht. Vielleicht beim nächsten Mal.

ℹ️ Infobox: Duntulm Castle

Die Ruine thront auf schroffen Basaltklippen an der Nordspitze der Trotternish-Halbinsel, auf drei Seiten von Steilklippen geschützt, auf der Landseite einst von einem tiefen, in den Fels gehauenen Graben. Ursprünglich von den MacLeods gehalten, ging das Castle 1539 an die MacDonalds über und wurde für fast zwei Jahrhunderte deren Hauptsitz auf Skye. 1732 zogen die MacDonalds aus – angeblich wegen der Geister. Die Steine des Castles wurden kurzerhand für den Bau des neuen Herrenhauses Monkstadt verwendet. Seitdem verfällt es. Ein Turm ist 1990 schlicht ins Meer gestürzt.

Von dieser Ecke aus haben wir die Äußeren Hebriden nochmal gesehen – Harris und Lewis, nur 25 Kilometer entfernt laut Maps. Und die Berge waren ausnahmsweise nicht in Wolken. Ein paar Bilder aus der Distanz – immerhin.

Und wie kann es anders sein: Wir sehen tatsächlich das erste Mal, dass Harris hohe Berge hat. Ein wenig gemein ist das schon. Jetzt sind wir so weit weg und die Gipfel liegen nicht in den Wolken.

Berge auf Harris

Die Trotternish Loop ist eine tolle Strecke, man sollte sich Zeit nehmen und immer mal anhalten und die Natur genießen. Den Ausblick, das Meer, die Fauna. Die Single Track Road war nicht übermäßig stark befahren, trotzdem braucht man für die Strecke in diesem Teil Skyes herum einige Stunden.

Diese Telefonzelle haben wir schon vor Jahren bewundert, liegt sie doch fern aller Orte oder Häuser mitten in der Landschaft und zeugt von einer Zeit, als es noch kein Smartphone gab.

The Quiraing

Wer Zeit hat und gut zu Fuß ist: Nicht nur ein Berg, ein ganzes Massiv wartet hier auf einen – The Quiraing.

ℹ️ Infobox: The Quiraing

Der Quiraing ist Teil des Trotternish Ridge und entstand wie der Old Man of Storr durch gewaltige Erdrutsche – die größte noch aktive Rutschmasse in ganz Großbritannien. Ständig in Bewegung: Die Straße darunter muss regelmäßig neu asphaltiert werden, weil der Untergrund buchstäblich weiterrutscht. Markante Felsformationen prägen die Landschaft, darunter „The Prison“, ein gefängnisartiger Felsblock, „The Needle“, eine schlanke Felsnadel, und „The Table“, eine überraschend flache, grüne Ebene mitten im zerklüfteten Gelände, die einst Hirten zum Verstecken ihres Viehs vor Räubern nutzten. Der komplette Rundweg dauert etwa drei bis vier Stunden und gilt als eine der spektakulärsten, wenn auch anspruchsvollsten Wanderungen auf ganz Skye.

Wir fahren nur am Quiraing vorbei, wandern ein kurzes Stück über die Moorlandschaften und genießen das Wetter: Die Wolken rasen über den Himmel, und die Landschaft verändert sich dramatisch in diesem Licht. Dazu eine Weite, das Auge kann sich kaum sattsehen. Erst spät fahren wir weiter zu unserem eigentlichen Ziel: den Dinospuren von Skye.

Weiter nach An Corran Beach – der Strand mit den Dinosaurierspuren. 2002 entdeckte eine Spaziergängerin beim Gassigehen mit ihrem Hund einen Satz Fußabdrücke, die ein Sturm freigelegt hatte. Dinosaurierexperten fanden danach 17 weitere – 18 insgesamt, alle zwischen 30 und 50 Zentimeter groß, von einem dreigehigen Megalosaurus, einem gefährlichen Raubtier des Mittleren Jura, das vor über 168 Millionen Jahren durch die seichten Lagunen hier streifte. Bei Ebbe sieht man sie im Sandstein – einen ganz deutlich, die anderen brauchen etwas Fantasie und einen guten Blick. Es gibt außerdem Spuren langhalsiger Sauropoden.

Wenn man die unterschiedlichen Gesteinsschichten ringsum sieht, lädt das geradezu dazu ein, sich vorzustellen, was hier vor Jahrmillionen los gewesen sein könnte.

Man sieht sogar die Krallen an den Zehensptzen - gruselig - dem will ich nicht begegnen

Es regnet leicht, bestes Wetter also, das Kajak ins Wasser gesetzt, Nadja ist am Strand spazieren gegangen.

Kelpwälder und Quallen

Von An Corran aus geht es an der Ostküste der Trotternish-Halbinsel entlang, unter den Klippen von Kilt Rock hindurch.

Das Wasser war an diesem Tag angenehm klar und ruhig – man sah gut hinunter auf den Meeresboden, wo sich ganze Wälder aus Kelp und anderen Braunalgen im Wasser wiegen. Aus dem Kajak heraus hat man einen Blick, den man von den Klippen oben nie bekommt: direkt hinein in diese Unterwasserlandschaft.

Dazwischen trieben immer wieder Quallen – große, durchsichtige Exemplare, die im klaren Wasser fast schwerelos wirkten, wie Kronleuchter, die langsam durchs Wasser schweben. Ich habe ein paar von ihnen fotografiert, so nah es ging, ohne dass das Kajak sie berührt.

Kilt Rock von unten

Weiter zum Kilt Rock mit den Mealt Falls – ein Wasserfall, der gut 30 Meter direkt ins Meer stürzt. Von oben kommen die Busladungen Touristen, von unten sieht er deutlich beeindruckender aus. Beim letzten Besuch vor acht Jahren war mehr Wasser drin – heute war es etwas weniger. Trotzdem schön, da unten entlangzupaddeln.

ℹ️ Infobox: Kilt Rock

Beim Abkühlen der Basaltlava zog sich das Gestein zu hohen, senkrechten Säulen zusammen, die wie die Falten eines schottischen Kilts aussehen. Spätere Einschübe von Dolerit schufen die dunkleren horizontalen Bänder – zusammen ergibt das ein erstaunlich Tartan-ähnliches Muster. Die Klippe ist gut 90 Meter hoch. Der Wasserfall speist sich aus dem Loch Mealt, einem Süßwassersee direkt hinter der Klippe, der unter der Straße hindurchfließt und dann direkt ins Meer stürzt – selten, einen Wasserfall zu sehen, der so unmittelbar ins Meer fällt, und noch seltener einen dieser Höhe.

Kilt Rock mit mir im Kajak 🙂

Robben keine, Delfine keine, Wale keine – an diesem Tag jedenfalls. Dabei ist genau diese Küste eigentlich bekannt dafür. In den Gewässern rund um Skye tauchen regelmäßig Schweinswale und Gewöhnliche Delfine auf, und sogar eine kleine, bekannte Gruppe Orcas – die Tiere mit Namen wie „John Coe“ und „Aquarius“, die von Walbeobachtern seit Jahren immer wieder identifiziert werden – zieht gelegentlich an der Westküste der Insel vorbei. Wir hatten an diesem Tag einfach keins der Tiere vor die Linse bekommen. Das Wasser war ungewöhnlich ruhig, fast flach. In Summe 11 Kilometer.

Die Insel, auf der Kühe schwimmen lernen

Auf dem Rückweg noch um eine kleine Insel herumgepaddelt – Staffin Island. Nadja erinnerte sich, dass es darüber mal einen Filmbericht gegeben hat: Kühe schwimmen im Frühjahr auf die Insel, verbringen den Sommer dort und schwimmen im Herbst zurück. Ob das wirklich noch passiert, weiß ich nicht. Die Insel ist nicht groß. Vielleicht wird sie irgendwann abgeweidet und die Kühe kehren dann zurück. Ich bin einmal rundherum gepaddelt – Kühe habe ich keine gesehen.

ℹ️ Infobox: Die schwimmenden Kühe von Staffin

Diese Tradition gibt es tatsächlich, und sie gilt als eine der letzten ihrer Art in ganz Schottland. Der Crofter Iain MacDonald trieb seine Rinder früher persönlich schwimmend zur Insel, heute begleitet er die Tiere mit dem Boot: im zeitigen Frühjahr hinüber nach Staffin Island zum Grasen, im Oktober wieder zurück nach Skye. Die BBC hat das im Rahmen von „Grand Tours of the Scottish Islands“ gefilmt – den Ausschnitt gibt es auf Facebook zu sehen. Genau das war vermutlich der Bericht, an den Nadja sich erinnerte.

Dafür hätte mich bei einem kleinen Abenteuer fast eine Welle in der Durchfahrt stecken lassen. Man beachte meinen überraschten Gesichtsausdruck. Was muss ich auch immer so einen Blödsinn machen …

Genug gesehen für heute. Das reicht bei anderen Leuten für eine ganze Woche.

Inhaltsverzeichnis:

2026-05-26_14-31-52_Schottland - Lewis Callanisch Stones__T5A3654-Bearbeitet-3840
#TitelThemen
1Die Planung – Route, eVisum und die erste FalleReiseidee, Zahlen, eVisum, ETA-Falle
2Was man wissen sollte – Fähren, Straßen, Diesel und mehrCalMac, Anreise, Campingplätze, Linksverkehr, Single Track, NC500, Diesel, LPG, Tesco
3Anreise: Amsterdam – Newcastle – SchottlandDFDS-Überfahrt, erste Kilometer, Jedburgh, Rosslyn und die Kelpies
4Lallybroch, Inverness und Delfine im Cromarty FirthOutlander, Midhope Castle, Inverness, Nigg, Cromarty
5Ein Märchenschloss, Papageientaucher im Kajak und das Ende der WeltDunrobin Castle, NC500, Latheronwheel, Whaligoe Steps, John O’Groats
6Das Schloss, das Queen Mum rettete und Duncansby Stacks im SturmCastle of Mey, Duncansby Stacks, Puffins, Gills Bay
7Die Orkneys: Wo Steinzeit-Wunder und Wikinger-Erbe auf überwältigende Natur treffenAnkunft, Bob Evans, Churchill Barriers, Italian Chapel, Ring of Brodgar, Yesnaby
8Zeitsprung 5.000 Jahr zurück: Orkney war ein HotspotSkara Brae, Skaill House, Maeshowe, Ness of Brodgar, Unstan, Stenness, Marwick Head, Brough of Birsay
9Kirkwall: Wikingerfürsten, ein gemordeter Heiliger und zwei Flaschen WhiskyBroch of Gurness, St. Magnus Cathedral, Earl’s Palace, Highland Park Destillerie
10Panik am Old Man of HoyStromness, Franklin, Sturm, eBike gegen den Wind, Rucksack weg, Dwarfie Stane
11Kühlschrank kaputt – und nun?Thetford N3112, Notkühlschrank, Plastikkiste, Kompressor vs. Absorber
12NC500 – Traumstraße hoch im NordenDeerness, Dunnet Head, Flow Country, Smoo Cave, Handa Island, Scourie
13Hirsche im Nebel, Kylesku und millionen Jahre alte UrlandschaftenKylesku Bridge, Rotwild, Geopark, Lochinver, Ardvreck Castle, Stac Pollaidh
14Willkommen auf LewisCeilidh Place, Fähre, Stornoway, Schlager-Opa, Honesty Box, Garry Beach, Bridge to Nowhere
15Die Mutter aller Steinkreise – Callanish Standing StonesCallanish Standing Stones, Lewisian Gneiss, Ausrichtung Sonne/Mond, Eilean Fraoich
16Black Houses – Leben wie im Mittelalter? Das war noch 1976 so!Arnol Blackhouse, Gearrannan, Whalebone Arch, Norse Mill, Harris-Tweed-Weber
17Butt of Lews – der nördlichste Punkt und eine unglaubliche GeschichteButt of Lewis, Eoropie Beach, Clach an Trushal, Zeitzeugin aus dem Blackhouse
18Sea Stacks – Ursula, die einsame Wanderin und Nebel überallMangersta Sea Stacks, Dun Carloway, Ursula, Bosta Beach, Huisinis
19Eine gefährliche Kajaktour, eine gefährliche WanderungKajak Huisinis, Secret Beach, Traigh Mheilein, Highland Cattle
20Der Anzug, der nicht passte, und die Rückkehr nach HarrisTarbert, Isle of Harris Distillery, Stornoway, Harris Tweed Hebrides, Luskentyre
21Der beste Strand Großbritanniens – ganz allein für unsLuskentyre, weißes Pferd, Honesty-Hütte, Kajak Taransay, Machair, Tourismus-Gespräch
22Golden Road, ein blauer Hase und der letzte Leuchtturm auf den Äußeren HebridenGolden Road, MacLeod Stone, Isle of Harris Brewery, St. Clement’s Church Rodel, Eilean Glas
23Skye, ein Fahrrad-Webstuhl und eine Kajaktour zu schwimmenden KühenSkye Weavers, Neist Point, Vango, Trotternish Loop, An Corran, Kilt Rock, Staffin Island
24Old Man of Storr im Nebel, Eilean Donan Castle in der SonneKilt Rock, Old Man of Storr, Eilean Donan Castle, Morvern, Lochaline
25Duart Castle und ein Clan, der noch lebt – auf nach MullFähre Lochaline-Fishnish, Duart Castle, Clan MacLean, Lady’s Rock, Highland Cattle, Fidden Farm
26Iona – seit 1.500 Jahren einer der heiligsten Orte EuropasBaile Mòr, St. Columba, Iona Abbey, White Strand of the Monks, Bay at the Back of the Ocean, Iona Nunnery, Knockvologan, Erraid
27Otter auf MullTobermory, Loch na Keal, Otter, McCaig’s Tower, Oban
28Pipes & Drums, die durch Mark und Bein gehen – unser Weg nach GlasgowOban Parade, St Conan’s Kirk, Kilchurn Castle, Glencoe, Drovers Inn, Glasgow
29Glasgow: Museum, Mackintosh und der Duke of WellingtonUniversity of Glasgow, Kelvingrove, Mackintosh, Willow Tea Rooms, Street Art, Wellington
30Bass Rock, eine Bank voller Süßigkeiten und Uhtred von BebbanburgDunbar, Bass Rock, Dunbar Castle, Community Bakery, The Sweetie Bank, Bamburgh Castle
31Das letzte Schloss, von 12 auf 44,5 Grad und 5.600 Kilometer späterAlnwick Castle, Percy Family, Harry Potter, Downton Abbey, Newcastle, Heimfahrt
Bild von Jürgen Rode

Jürgen Rode

schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.

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2 Kommentare

  1. Moin Jürgen ,

    danke für die Info mit dem Vango ,der ist super ,besser als Zelt umständlich aufbauen .
    Noch etwas ….welches Carbon Paddel benutzt du ?

    Weiterhin eine super schöne ZEIT

    1. Ja, das Teil ist seit dem dauerhaft im Rucksack.

      Das Paddel ist vom Neumann: https://www.neumann-boats.de/
      Ich hatte das Vergnügen mit dem alten Neumann mal am Lagerfeuer zu sitzen und wenn der Mann aus seiner Olympiazeit erzählt und mit wem er alles gepaddelt hat oder für wen er schon Boote gebaut hat, das war unglaublich. Und auch beim Paddel, warum, welches Paddel sinnlos und welches gut ist und warum nicht jeder mit unserem Paddel klar kommt (man muss den Druck aufbauen können – komisch, ich hab es nie extra lernen müssen. Benutzt und fand das Wing genial)
      Wer den Willy und seinen kleinen Laden kennt, der schwört auf ihn!

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