Neue Matratzen braucht das Land: und so kannst du Geld sparen – Saarschaum

Matratzen. Das klingt erstmal langweilig, ist es aber nicht. Denn schlechte Matratzen bedeuten schlechten Schlaf und schlechter Schlaf bedeutet schlechten Urlaub. 

Mit dem Wissen aus diesem Film könnt ihr bares Geld sparen.

Und euch perfekt beraten lassen:

Tina erklärt in diesem Interview mit so viel Praxiswissen und Geduld, dass wir den Wissensteil einfach hintenangehängt haben. Er ist lang – aber er lohnt sich. Wer das Probeliegen im Showroom nicht scheut und sich telefonisch oder persönlich beraten lässt, wird mit einer Matratze nach Hause fahren, die wirklich passt.

Der Film besteht aus zwei Teilen:

 

  • Die ersten rund 7 Minuten: Kurzfassung mit dem Wichtigsten – Besuch im Werk, Probeliegen, unsere neue Matratze und warum wir überhaupt hierher gefahren sind.
  • Danach folgt ein rund 40-minütiges Interview mit Tina Uhl, Schaumstoffexpertin bei Saarschaum. Wer nach diesem Film noch nicht weiss, welche Matratze er braucht, dem ist nicht mehr zu helfen.

Saarschaum – Kontakt & Anfahrt

 

Firma

Saarschaum GmbH & Co. KG

Adresse

Heliumstrasse 3, Industriegebiet Am Zunderbaum, 66459 Kirkel-Altstadt

Telefon

06841 / 93 48 30

E-Mail

info@saarschaum.de

Website

www.saarschaum.de

Werksverkauf

Nur mit Terminvereinbarung! Vorher anrufen oder online anfragen.

Showroom

Verschiedene Schaumstoffe zum Anfassen und Probeliegen vorhanden

Anfahrt

Von A6, Abfahrt 9 (AS Homburg) – Bexbacher Str. ca. 1 km – rechts ‚Am Zunderbaum‘ – links Heliumstrasse

 

Tipp: Wenn der Bezug noch gut ist - Nur den Kern tauschen spart deutlich Geld.

Matratze mit Keil Unterbau gegen Reflux

Warum wir neue Matratzen wollten

Wir haben vor einigen Jahren den klassischen Fehler gemacht: Beim Bestellen nicht richtig aufgepasst und am Ende die Matratze zu dünn gekauft. Beim ersten Mal gar nicht aufgefallen – aber Nadja wollte es bequemer. Und da man bei Matratzen nicht lange fackeln sollte, sind wir jetzt bei 14 cm gelandet. Das sind fünf Zentimeter mehr als vorher und drei Zentimeter mehr als der Wohnmobilhersteller verbaut hat.

Ja, wir verlieren etwas Kopffreiheit im Alkoven. Aber wir gewinnen Schlafqualität. Und das ist der bessere Deal.

 

Was wir bei Saarschaum gelernt haben

Hier folgen die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch mit Tina Uhl – in sinnvoller Reihenfolge, nicht chronologisch nach Interview.

 

1. Polsterschaum ist keine Matratze

Der häufigste Fehler: Leute kaufen online oder im Baumarkt Schaumstoff und glauben, das sei eine Matratze. Polsterschaum – also der Schaum, der in Sofas und Gartenstühlen steckt – hält unter dauerhafter Körperlast keine zwei bis drei Monate. Er gibt nach, bildet Mulden und ist danach unbrauchbar. Eine Palettenauflage aus dem Baumarkt fürs Wohnmobil: Bitte nicht.

 

2. Raumdichte – die wichtigste Zahl

Vergiss Härtegrade wie H1, H2, H3. Die sind nicht genormt – jeder Hersteller definiert sie selbst. Was zählt, ist die Raumdichte (kg/m³). Sie bestimmt, wie lange ein Schaumstoff hält.

  • Unter 30 kg/m³: Verpackungsschaum – nicht für Matratzen geeignet
  • Ab 40–50 kg/m³: Mindeststandard für Sitzflächen
  • Ab 50 kg/m³ aufwärts: Empfehlung von Tina für alle Matratzen im Wohnmobil

Die Raumdichte steht immer auf dem Schaumstoff – als erste Zahl. Zum Beispiel: 55/60 bedeutet Raumdichte 55 kg/m³ und Stauchhärte 6,0 kPa. Diese Zahlen sind normiert und vergleichbar.

 

3. Stauchhärte – das normierte Pendant zum Härtegrad

Die zweite Zahl (kPa / Kilopascal) ist die Stauchhärte – das, was ihr bisher als Härtegrad kanntet. Auch hier gilt: Nie mit den Fingern drücken, immer Flächendruck nutzen. Wer mit Fingerdruck testet, täuscht sich systematisch.

 

4. Matratzenhoehe im Wohnmobil: Was realistisch ist

Die meisten Hersteller bauen Matratzen mit 10 cm Hoehe – das ist laut Tina zu wenig, entspricht eher einem Topper. Ab 14 bis 16 cm lasse sich wirklich etwas erreichen, auch langfristig. Wo Fenster oder Schrankelemente im Weg sind, bleibt oft keine Wahl – aber wer die Moeglichkeit hat, sollte sie nutzen.

 

5. Kaltschaum, Viskoschaum – was passt wann?

Kaltschaum (HR-Schaum) ist die Standardempfehlung fuer Wohnmobilmatratzen: stabil, langlebig, gut unterstuetzend.

Viskoschaum (Memory Foam) ist thermoelastisch – er wird durch Koerperwaerme weich. Im warmen Sommer angenehm, im kalten Fahrzeug morgens jedoch steinhart. Tinas persoenliche Meinung: fuer den Camper eher nicht ideal. Wer eine gute Matratze hat, braucht keinen Topper obendrauf – weder aus Visko noch aus anderen Materialien.

 

6. Der Lattenrost – ein unterschätztes Problem

Bei normalen Hausbetten betraegt der Lattenabstand 2 bis 3 cm. In vielen Wohnmobilen sind es 5, 6, 7 oder sogar 8 cm. Das Ergebnis: Der Schaum haengt durch, bildet Mulden im Bauch-Becken-Bereich und verliert dauerhaft seine Stabilitaet – egal wie hochwertig er ist.

Kostenguenstige Loesungen:

  • Zusaetzliche Latte einschieben (wenn der Rahmen es erlaubt)
  • Gurtband oder Rollladenband durch den Lattenrost flechten – schliesst die Luecke zuverlaessig
  • Meshgewebe unterlegen oder integrieren
  • Froli-System oder aehnliche Federelement-Systeme

Tipp: Schaut euch euren Lattenrost heute noch an und messt den Abstand zwischen den Latten.

 

7. Das Froli-System

Froli (und vergleichbare Systeme, z.B. von Fritz Berger) sind Federelement-Systeme als Lattenrostersatz. Tina bestaetigt: Grundsaetzlich vernuenftig, vor allem wenn die Elemente nicht zu stark nachgeben. Kein Allheilmittel, aber deutlich besser als ein zu grosser Lattenabstand ohne weitere Massnahmen.

 

8. Zonenschnitt, Wuerfelschnitt, Y-Schnitt

In Schaumstoffe koennen Muster eingeschnitten werden – Sieben-Zonen-Schnitt, Y-Schnitt oder Wuerfelschnitt – um den Druck zu verteilen und den Liegekomfort zu erhoehen. Besonders sinnvoll fuer Seitenschlafer und Menschen mit hoherem Gewicht.

Allerdings gilt: Zonenschnitte funktionieren erst ab ca. 16 cm Matratzenhoehe sinnvoll. Darunter empfiehlt Tina den Schnitt nur bei ausdraeucklichem Kundenwunsch.

 

9. Eine Matratze aus einem Stueck – immer besser

Modulmatratzen (mehrere austauschbare Zonen) klingen praktisch, haben aber immer eine Sollbruchstelle. Wer genau an dieser Kante liegt, spuert es – und der Schaum gibt dort als Erstes nach. Tinas klare Empfehlung: Vollschaum aus einem Stueck ist langlebiger und stabiler als jede Kombination.

 

10. Unterschiedliche Schlaeferprofil im Doppelbett

Zwei Personen mit verschiedenem Gewicht oder verschiedenen Schlafpositionen brauchen theoretisch verschiedene Matratzen. Ein gross gewachsener Mensch mit 85 kg und eine kleinere Person mit 85 kg haben denselben Gewicht, aber ganz andere Druckpunkte und Flaechen. Tina empfiehlt in solchen Faellen, auf die Person einzugehen, die empfindlicher schlaeft – und dafuer leicht Abstriche bei der Langlebigkeit einzukalkulieren.

 

11. Reflux / Sodbrennen

Gar nicht so selten: Reflux ist auch im Wohnmobil ein Thema. Loesung: Der Kopf- und Schulterbereich sollte hoeher liegen als der Magenbereich. Das laesst sich mit einem Schaumstoffkeil unter der Matratze umsetzen, der nach hinten auf ca. 2 cm auslaeuft. Wer nur den Kopf hochlagert, riskiert Probleme in Halswirbel und Schultern.

 

12. Hohe Koerpergewichte – Grenzen und Loesungen

Ab sehr hohem Koerpergewicht (Beispiel im Interview: 180 kg) wird die Wahl des richtigen Schaumstoffs noch wichtiger – und der Kerntausch kommt frueher. In extremen Faellen (z.B. Elephantiasis) empfiehlt Tina eine Kombination aus Meshgewebe, festem Topper und Keilen. Keine Wunderloesung, aber deutlich besser als eine normale Haushaltsmatratze.

 

13. Dachzelt – Sonderfall mit wenig Platz

Dachzelte erlauben meist nur 6 bis 8 cm Aufbauhoehe. Tinas Empfehlung: 2 cm Meshgewebe (Abstandsgewirke) verkleben mit 6 cm Schaumstoff, dann ein ungesteppter Bezug drueber. Das Meshgewebe uebernimmt dabei gleichzeitig die Lattenrost- und die Belueftungsfunktion. Ergebnis: 8 cm Gesamthoehe, gute Luft- und Druckverteilung.

 

14. Der Bezug – mehr als nur Stoff

Ein guter Bezug verlaengert die Lebensdauer der Matratze erheblich:

  • Gesteppte Bezuege mit 300–400 g Fuellung schaffen einen Puffer zwischen Koerper und Schaum – Schweiss gelangt langsamer ans Material
  • Meshgewebe am Rand des Bezugs sorgt fuer Belueftung und verhindert Stockflecken
  • Baumwoll- oder Tencel-Anteil ist wichtig – reines Elastan/Kunststoff ist schlechter
  • Rundum-Reissverschluss: ideal fuer Waschmaschine und einfaches Wechseln

Wenn der Bezug noch gut ist: Nur den Kern tauschen spart deutlich Geld. Bezüge ab ca. 180 Euro (Standardmass). Matratze komplett mit Bezug: 400–500 Euro pro Teil (10 cm, ohne Sonderanfertigung).

 

15. Haltbarkeit und Alterung

Schaumstoff altert – auch ohne Benutzung. Kealte- und Waermebruecken sowie Feuchtigkeit beschleunigen den Prozess. Schaumstoff vergilbt im Laufe der Zeit, das ist normal und sagt nichts ueber die Qualitaet aus. Wer viel im Wohnmobil schlaeft, wird den Kern frueher tauschen muessen als jemand, der zwei bis dreimal im Jahr wegfaehrt.

 

16. Massanfertigung und Lieferzeiten

Saarschaum fertigt alle Matratzen individuell zu – von einfachen Rechtecken bis zu Schraegen, Rundungen, Heizkoeperaussparungen. Zum Beratungsgespraech am besten die Masse mitbringen oder das Wohnmobil vor Ort zeigen.

  • Nur Kern (inkl. Zonenschnitt): ca. 1 Woche
  • Mit Bezug und Sonderanfertigung: 3 bis 4 Wochen
  • Kern vorab mitnehmen und Bezug nachliefern lassen: moeglich

Wichtig: Bitte nicht in der Hauptsaison spontan erscheinen und auf Express-Fertigung hoffen. Lieber im Fruehjahr planen.

 

Unser Fazit

Was uns Tina hier in einem Nachmittag beigebracht hat, hat uns grundlegend veraendert, wie wir ueber Matratzen denken. Das ist keine Uebertreibung. Haertegrade sind irrelevant. Raumdichte ist alles. Polsterschaum hat im Wohnmobil nichts zu suchen. Und wer meint, er braucht keinen Rat, der irrt sich.

Der Showroom bei Saarschaum ist eine Reise wert – wer verschiedene Schaumstoffarten anfassen, vergleichen und probeliegen kann, weiss am Ende genau, was er will. Und Tinas Beratung ist, wie Nadja es auf den Punkt gebracht hat: eine ganz andere Liga.

Bild von Jürgen Rode

Jürgen Rode

schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.

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