Frankreich – Ab in den Süden

2014-07-26_10-24-00_Frankreich__MG_5399-1600Der Urlaub fing leider auf dem Friedhof an. Bevor wir los fuhren, mussten wir Abschied von einem 48 jährigen Bekannten auf dem Friedhof nehmen. Er war mit dem Motorrad unterwegs und übersehen worden.
Dementsprechend war unsere Urlaubsstimmung und die ersten 800 km bis Pont St. Esprit, unserer französischen Partnerstadt, gingen ziemlich leise vorüber.
Mitten in der Nacht kamen wir in dem beschaulichen Städtchen im Rhonetal an. Vor 10 Jahren waren wir schon einmal mit unserem Chor hier gewesen und so war nicht alles völlig fremd. Und dank unseres Reiseführers aus dem Womo-Verlag, der uns auch den ganzen weiteren Urlaub gute Tips geben sollte, wussten wir, dass auf dem Parkplatz zwischen den beiden alten Kirchen die Möglichkeit zum übernachten gegeben sein sollte. Ohne diesen Hinweis wären wir nie auf die Idee gekommen, in diesen Teil der Altstadt zu fahren.

Pont St. Esprit war wohl im Mittelalter eine bedeutenden Stadt, die einzige erhaltene Steinbrücke über die Rhone zeugt noch immer davon. In vielen Bögen zieht sie sich durch das breite Flussbett, direkt am Zusammenfluss der Ardeche und der Rhone. Offenbar hat es in letzter Zeit gut geregnet, denn die Rhone ist ein breiter Fluss mit starker Strömung.

Am Morgen nehmen wir frech unser Stühle und bauen unseren Frühstückstisch direkt auf der Terasse zwischen den Kirchen. Im ersten Moment nehmen wir noch an, dass hier wohl die abendliche Boulebahn sein könnte, später erleben wir, dass die Anwohner den schönen Platz mit seiner Kiesdecke nur noch als Hundeklo benutzen.
Schön aussehen tut es dort trotzdem.

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In der Nacht noch hatte ich das erste Mal mit einer französischen Kartentankstelle Bekanntschaft gemacht und es war abenteuerlich, bis ich verstand, wie man die Abbuchung funktioniert. Leider konnte man keine andere Sprache auswählen und so hangelte ich mich durch das Menü und gab mehrfach vergeblich meine Karten-Geheimnummer ein, bis ich kapierte, dass die Zapfsäule längst frei geschaltet war und nur darauf wartet, dass ich mit dem Tanken begänne.

Mit vollem Tank, Wasser- und leerer Entsorgung ließ sich so innerorts gut stehen. Da Samstag war, konnten wir von hier aus direkt zum sehenswerten Wochenmarkt im Ortskern wandern. Aus Nah und Fern kommen die Menschen Samstag, um hier einzukaufen und dementsprechend üppig sind die Stände bestückt und eben keine Touristenfallen, sondern haben Landmarktcharakter.

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Das Angebot erstreckt sich von Sommerkleidern über Gemüse, Messer, heimischen Käse, Salami, Schinken, Haushaltswaren und Gewürze.

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Insbesondere der Gewürzstand hat es mir angetan und die Verkäuferin erklärt uns mit Händen und Füßen die Unterschiede ihrer gut gefüllten Auswahl.

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So verbringen wir den halben Tag im engen Gewimmel der Stände und fangen die ersten Eindrücke Frankreichs ein, testen unser Schulfranzösisch und genießen die fremden Eindrücke und Gerüche.

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Am Nachmittag genießen wir wieder einen Kaffee auf „unser“ Terasse und erobern anschließend noch einmal die Altstadt und die Umgebung:

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Das sehenswerte Hotel de Ville – nein, kein Hotel, sondern das Rathaus, finden wir inmitten eines schönen Parks am Rande der Stadt direkt über der Ardechemündung.
Hier hatten uns einst Folkloregruppen empfangen und volkstümliche Musik begrüßt.

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Das Wetter ist sonnig, aber der Mistral kündigt sich an, ein kräftiger Wind kommt aus Norden und es wird deutlich kühler. Die Einheimischen erzählen, dass es heftige Gewitter geben kann mit Sturmböen weit über 100 km/h. Und tatsächlich, am späten Nachmittag wird es plötzlich grau und dunkel und binnen Minuten tobt ein heftiges Gewitter über das Tal. Äste brechen ab, später sehen wir viele Bäume die umgekippt sind. Doch so schnell, wie das Gewitter kam, ist es auch vorüber und die Sonne scheint wieder und nach kurzer Zeit ist wieder alles trocken und vergessen.

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Wir überlegen, ob wir noch eine Nacht auf dem schönen Parkplatz verbringen, doch die Dorfjugend erobert offenbar am Samstagabend die Stufen der Kirche und so dröhnt aus Handylautsprechern zunehmend Musik und da wir befürchten, dass könnte die ganze Nacht so bleiben, entscheiden wir uns weiter zu ziehen.

 

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