Schweden 2015: Kullaberg

2015-08-13_13-22-36_Südschweden - Kullaberg_3996-1600Kennt wer Kullaberg?
Und die meisten antworten „Nö“.

Ich kenne ihn auch nur, da ich irgendwo las, man kann dort klettern, aber je mehr ich las, desto mehr wollte ich einmal zum Kullaberg.
Vor 100 Jahren wohl schon ein bedeutendes Ausflugsziel der Berliner High Society, durfte man doch schon zu Kaisers Zeiten gemeinsam hier baden. Männlein und Weiblein nicht getrennt. Unfassbar!

Seit dem hat sich zwar viel geändert, aber den mondänen Charme hat sich die Region erhalten.
Überall feine, alte Häuschen mit viel flair, wunderschöne Gärten und überall Wanderwege und Ausflugslokale.

Wir kommen relativ früh am Kullaberg an.2015-08-13_13-21-08_Südschweden - Kullaberg_3994-1600
Wobei Kullaberg die gesamte Halbinsel bezeichnet und nicht nur einen Berg.
Erst überlegen wir am Campingplatz einzuchecken, aber das schöne Wetter reizt uns, wir fahren direkt bis zum vordersten Parkplatz. Am Eingang des Naturreservats kaufen wir dem netten Herren einen Führer mit Karte ab – Eintritt kostet der Park seit einigen Jahren schon nicht mehr.
Die Schilder am Eingang weisen darauf hin, dass ab 23 Uhr der Park verlassen sein muss.

Die Straße zieht sich durch dichte Wälder und an einem Golfplatz vorbei, der große Parkplatz ist erweitert durch eine Wiese und wir fahren bis zu einer Bank auf der Wiese und machen ein zweites Frühstück.

Also erstes steuern wir den Leuchtturm und die Felsen an. Das Kletterzeug lassen wir noch im Wagen, es ist – für schwedische Verhältnisse – unglaublich heiß (also 28 Grad).
Wir orientieren uns erst einmal, erfahren, dass es Bootsfahrten zu Schweinswalen gibt, Kajaks zu leihen, Klettertouren und ansonsten viele Kilometer zum wanderen, mit Höhlen und Bademöglichkeiten.

Wir genießen die Fernsicht, bis nach Dänemark kann man schauen und entdecken von oben eine Bucht, die uns zum baden einlädt.
Der Weg dorthin ist mühsam und wie oft in Skandinavien und ganz anders, wie in Deutschland: Naturwege! Da ist gutes Schuhwerk Pflicht!

Bis wir am Meer sind, sind wir naßgeschwitzt und genießen die 16 Grad WARME Ostsee. Am Anfang ist es kalt, aber nach ein paar Minuten planscht es sich ganz gut. Wir tauchen im glasklaren Wasser und liegen dann müde in der Sonne auf den Felsen.

Wir suchen länger, bis wir eine ausgeschilderte „Höhle“ finden. Die ist dann nur wenige Meter tief und sehr eng. Mir tun die Leute leid, die nur deswegen, den steilen Weg vom Leuchtturm herab gekommen sind.
So vergeht der Tag wie im Fluge und zurück auf der Wiese, grillen wir, lesen und genießen die Sonne.
Wir fahren zurück zum Campingplatz und sind sehr erstaunt: Ab 18 Uhr geschlossen – wir sind nur wenige Minuten zu spät. Und noch besser: Der Platz schließt morgen. Wir können leider auch niemanden erreichen und so ent- und versorgen wir per Kassette und Kanister und fahren zuück auf die Wiese im Naturreservat.


Zum Sonnenuntergang wandern wir wieder zu den Felsen am Leuchtturm und lassen den Tag ausklingen. Zwei Wohnmobile bleiben auch die Nacht – trotz Verbot – am Parkplatz stehen. Wir machen es anders. Wir wollen vor dem Campingplatz übernachten.

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