Klettern hoch über Baden-Baden – der Battert

2016-04-08_12-04-51_Bodenseetrip_20160408_120451-1600Baden-Baden kennt man als Bäderstadt, als Festspielstadt, vom Großen Preis von Baden auf dem Rennplatz Iffezheim, und vielleicht durch seine Spielbank.
Vom alten Schloß Hohenbaden habe ich gestern schon berichtet, dass es aber ein großes Klettergebiet direkt über Baden-Baden gibt, dürften die wenigsten wissen.
Das Naturschutzgebiet Battert  ist natürlich auch für Wanderer ein lohnendes Ziel, uns interessiert aber heute nur die Kletterei. Und die hat es in sich.

Über verschiedene Wege kommt man entweder zum Wandfuß oder gleich auf den Gipfel. Und als wir am Abend auf dem Gipfel standen und nach unten spähten, waren wir schon beeindruckt. 60-70 Meter geht es steil nach unten. Da wollen wir hinauf.
In Anbetracht der Tatsache, dass wir das Gebiet und den Fels nicht kennen, starten wir erst einmal sehr einfach. Für den Nicht-Kletterer: Jeder Fels, jedes Gestein hat seine Eigenarten. Dazu kommen noch regionale Unterschiede in der Absicherung. Und da wir schon lange dabei sind und auch noch lange leben wollen, tun wir gut daran, in einem unbekannten Gebiet nicht gleich an die Leistungsgrenze zu gehen.

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Der Fels selbst ist erstaunlich fest. Nicht wie in der gegenüberliegenden Pfalz, wo der Sandstein einem unter den Fingern wegrieseln kann. Der Fels ist hart und griffig, nur die gebohrten Sicherungen sind manchmal rar. Und so muss des öfteren entweder selbst mobile Sicherungen anbringen, oder den Kopf ausschalten und auch mal fünf, sechs oder acht Meter ungesichert sein. Das ist jetzt nicht lebensgefährlich, aber bei einem Sturz fällt man immer die doppelte Strecke. Und ein Sturz von 10 Metern kann dann schon einmal ein paar Blessuren hinterlassen.

 

Der Battert bietet zudem viele Mehrseillängen. So lässt es sich wie den Alpen klettern. Einer bleibt unten, der andere baut irgendwann einen Standplatz und holt den anderen nach. Dann geht es von dort weiter, bis man den Gipfel erreicht hat. So gingen wir die erste Route mit drei Seillängen und waren am Ende glücklich am Ziel zu sein. Unterwegs hatten wir uns in Unkenntnis der einfacheren Route sicher verlaufen und waren dann doch schwerer geklettert. (5/6/7- statt 5/5/6). Aber bei Kaiserwetter alleine in der Wand zu hängen, ist ein Traum für jeden Kletterer.
Die zweite Mehrseilroute fing dann schon so schwierig an, dass wir uns die letzte Seillänge schenkten. Aber immerhin waren wir schon vier Stunden geklettert und das reicht für einen Klettertag.

Direkt nach dem Sport geduscht und beim Kaffee im Wohnmobil die Aussicht genossen. Das Leben kann so schön sein.

Gegen Abend fuhren wir dann über Frankreich das kurze Stück in die Pfalz.
Beim Winzer unseres Vertrauens wollten wir in Gimmeldingen bei Neustadt an der Weinstraße unseren letzten Urlaubstag verbringen.
Schade, dass für einen Stadtbesuch der Weg von oben zu weit war. Beim nächsten Mal bleiben wir sicherlich länger.

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