Norwegen 2016: Stabkirche Kaupanger und der längste Tunnel Norwegens

Es regnet. Heftig.
Nebel überall. Man sieht nicht das Ufer auf der anderen Fjordseite. So wählen wir doch Tunnelroute statt der Fähre Kaupanger-Gudvangen. Eigentlich soll diese Fährfahrt eine der schönsten in ganz Norwegen sein. Bei gutem Wetter. Heute aber sicherlich nicht.

Wir entsorgen an der nächsten Tankstelle. Eine XY in Hafslo. Die Entsorgung ist an der Straße ausgewiesen, aber wir finden sie erst einmal nicht. Nach einigen Minuten entdecken wir dann die Entsorgungsstation!

Man muss als Camper manchmal schon hartgesotten sein. Aber, wenn wir ehrlich sind: Wir haben schon weit schlimmeres gesehen.
Einen Wasserhahn finden wir nicht (Er soll in der Halle sein), so bunkern wir am nächsten Stop Wasser. Irgendwo findet sich immer ein Wasserhahn. Da sind die Norweger sehr freizügig!

Wie gerne wären wir nun auf die Fähre gefahren, aber mittlerweile regnet es Bindfäden und so bleiben wir auf der E55.
Dafür kommen wir noch in den Genuss einiger Stabkirchen und die nette junge Frau bei der Führung in Kaupanger nimmt sich zudem viel Zeit uns in die alte Geschichte der Kirche mitzunehmen. Das war sehr eindrucksvoll! Überhaupt hat uns noch niemand so viel über die alten Kirchen erzählt und über ihre Geschichte und die kleinen Geschichtchen, die sich in den Jahrhunderten so sammelten. Interessant auch zu erfahren, wie die Norweger heute über ihre Stabkirche denken und in den letzten Jahrzehnten sich der Blick auf die Bewahrung ihrer alten Schätze änderte. Kaupanger war einen Besuch wert!

Nach einer kurzen Fährfahrt reiht sich dann Tunnel an Tunnel.

Nach dem ersten langen Tunnel taucht das schöne Städtchen Laerdal auf. Wir überlegen ins Lachsmuseum zu gehen, das sehenswert sein soll. Aber zum einen angeln wir nicht, zum anderen haben wir eine Veganerin und einen Vegetarier an Bord – nein, wir entscheiden uns stattdessen die malerischen Holzhäuschen in der alten Stadt anzusehen.
Kurzzeitig reißt der Himmel auf und wir bekommen sogar die Sonne zu sehen, als wir am Hotel und den kleinen Läden vorbei schlendern.

Nach einem Mittagsimbiß geht es dann weiter in Richtung Flam. Bei schönem Wetter böte sich nun ein Abstecher zur Stabkirche Borgund an, für uns geht es weiter auf der E16. Ab in den Tunnel. 25 Kilometer mit drei Wendemöglichkeiten sogar für LKWs. Wir waren vor drei Jahren schon einmal hier, aber immer noch ist die Leistung der Tunnelbauer für uns sehr beeindruckend.

Als wir endlich wieder das Tageslicht erblicken, hat sich an der Grundhelligkeit scheinbar nichts geändert. Düster und grau und es regnet wieder heftig.  Im Aurlandsfjord stehen drei große Kreuzfahrtschiffe – immer wieder eindrucksvoll. Am Ende des Fjords das Städtchen Flam. Im Bewusstsein, dass tausende Besucher der drei Kreuzfahrer dort gerade einfallen und es dazu noch regnet, halten wir nur kurz an der Landstraße an, um sofort weiter zu fahren. Vor drei Jahren hatten wir Sonnenschein in Flam und es war überfüllt, aber ganz nett. Bei Regen müssen wir nicht noch einmal dort hin.

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Hinein in den nächsten Tunnel. Fast wären wir an der Abfahrt direkt nach dem Tunnel vorbei gefahren: Der Abzweig zur Stabkirche Undredal.

Wir mühen uns 6 Kilometer steil den Hang hinab, erkämpfen einen Parkplatz (sehr klein, kaum eine Wendemöglichkeit), nur um dann nicht in die Kirche zu kommen, da wir kein Bargeld dabei haben. Das allererste Mal, dass man in Norwegen nur mit Bargeld zahlen kann. Etwas verschnupft, und auch, weil die „Stabkirche“ nun wirklich sehr klein ist (Das hätte man auch ohne ‚Stäbe‘ bauen können), ziehen wir wieder ab. Es regnet munter weiter. Mal ist es heller, mal dunkler, mal neblig, aber immer regnet es.

Tunnel reiht sich wieder an Tunnel und als wir dann Eidsfjord erreichen, haben wir die längste Tagesetappe fast geschafft. Am Voringfossen übernachten wir sehr ruhig hinter dem Parkplatz.

Der letzte Tunnel hat es in sich, aber dazu mehr, wenn wir wieder wach sind.

An dieser Stelle auch mal Kritik über unseren Norwegen-Urlaub:
Wieder einmal erkenne ich, dass bei all der Fahrerei die Erholung auf der Strecke bleibt. Einige hundert Kilometer in Norwegen zu fahren kosten viel, viel mehr Zeit und Nerven. Wie schön muss es sein, einige Monate für dieses tolle Land Zeit zu haben. Aber drei Wochen sind sogar für Südnorwegen zu kurz. Man hetzt von Ort zu Ort, hält kurz an, und weiter geht es.
Wenn man dann, wie wir in diesem Jahr, einige ‚Pflichttermine‘ oder ‚Highlights‘ erfüllt haben möchte, kann es wirklich stressig werden. Das sollte man nicht unterschätzen!

 

 

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