Nicht ohne meine SOG! Einbauanleitung für Thetford C250

Wir haben es versucht! Aber es ging nicht.
Nach nur einer Nacht im neuen Wohnmobil haben unsere verwöhnten Nasen ungewollten Geruch im Bad wahrgenommen.
Die 250er Toilette von Thetford hat keine eingebaute Entlüftung und da es keine Absaugung gibt, landen die Dämpfe über kurz oder lang im Fahrzeug.
So musste so schnell wie möglich eine neue SOG eingebaut werden.

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Wie das geht habe ich ja schon einmal anhand der Thetford 200 erklärt, bei der 250er gibt es ein paar Veränderungen:

Der Packungsinhalt ist wieder erschreckend für den Preis. Aber das Resultat rechtfertigt die Anschaffung am Ende auf jeden Fall.

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SOG Bausatz 

Es hört sich nun völlig trivial an: Aber zu Beginn solltet ihr euch versichern, welche Toilette ihr habt. Erst wenn ihr die Marke und den genauen Typ kennt, könnt ihr euch die passende SOG kaufen.
In unserem alten Wohnmobil hatten wir eine C200 (Einbauanleitung) und im neuen Wohnmobil eine C250 von Thetford!
Dann muss man klären: Möchte ich einen Türvariante, eine Boden- oder Dachlösung. Für alle Möglichkeiten gibt es gute Gründe.
Wir haben uns für die Türvariante entschieden, da sie einfach zu realisieren ist. Kritiker werfen SOG-Nutzern vor, dass es an der Auslassöffnung stinkt – davon haben wir nie, nicht einmal im Sommer, etwas mitbekommen. Hängt aber vielleicht auch damit zusammen, dass wir jährlich den Kohlefilter wechseln!

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Starten wir mit dem Projekt: In die Toilettenklappe wird ein kleiner Lüfter eingebaut. Dieser darf natürlich bei geschlossener Klappe nirgendwo anecken. Die Firma Dahmann empfiehlt daher für den Lüfter den oberen Bereich zu wählen. 

Um diesen auf die Tür zu übertragen, sollte man ein Lineal oder flaches Holzstück auf die Kassette legen und die Höhe ausmessen:

Achtung: Frau Dahman von SOG hat mich dankenswerterweise darauf hingewiesen, dass sich in meiner ersten Anleitung ein Fehler eingeschlichen hatte. Im Gespräch mit SOG auf der CMT haben wir dann festgestellt, dass die Originalanleitung nicht ganz eindeutig ist, daher hier noch einmal die Erläuterung:

In der Orginalanleitung steht: „Messen sie vom Boden bis Unterkante Flachmaterial“
Gemeint ist hier der Fußboden! 
Ein kleines Brettchen oder Lineal auf die Oberseite der Kassette stecken:

Am Brettchen nun das Maß ablesen:

Nun die Klappe schließen und das ermittelte Maß bei geschlossener Klappe übertragen :

Zum ermittelten Wert sollen 2 cm hinzugerechnet werden:


Also liebe Bastler: noch einmal ganz genau nachmessen!

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Jetzt wird es spannend. Als erstes lösen wir die Heckklappe und bekommen das erste Problem. Die Scharniere werden durch einen Kunststoff-Stift fixiert. Dieser wird durch einen kleinen Plastikpunkt am Herausfallen gehindert. Im Winter ist das Material sehr spröde und so brach an einer Seite der Stiftkopf ab. Am besten etwas mit dem Heißluftföhn erwärmen oder den Stift von der anderen Seite über den Plastikpunkt hinaus drücken.

Man kann sicherlich auch das Loch für den Ventilator in die Klappe bohren, ohne die Klappe abzunehmen, jedoch arbeite ich lieber ordentlich am Tisch und mit dem geeigneten Werkzeug.

Wir haben uns dazu entschlossen, den Ventilator mittig zu platzieren. Dies hat eher ästehtische Gründe, auch rechts oder links wären möglich, da unsere Kassette weit genug im Inneren sitzt und wir ausreichend Platz für den Ventilator haben.
Nun bohren wir am vorher festgelegten Punkt das Loch für den Ventilator:

Der große Augenblick ist da: Wir bohren das erste Loch ins Wohnmobil:

Nun den Ventilator mit Silikon eindichten und festschrauben:

Auf der Außenseite legen wir den Platz für die Filterhalterung fest.
Diese wird mit Silikon festgeklebt und zusätzlich festgeschraubt. Dabei darauf achten, dass rundum geklebt wurde und keine Dämpfe entweichen können.

Damit sind wir mit der Klappe fertig und können uns der Verkabelung und dem Schalter widmen.

Als wir unsere SOG einbauten, war es kalt. Sehr kalt. und dementsprechend starr waren alle Kabel und Plastikteile. Daher eher im warmen arbeiten, das macht es leichter und nur dann kleben auch alle Halterungen vernünftig! 

Die SOG wird durch einen kleinen Schalter gesteuert: Öffnet man an der Toilette den Schieber, schaltet der Ventilator an, erzeugt so einen Unterdruck in der Kassette und die unangenehmen Gerüche werden durch einen Schlauch nach außen geleitet und können somit nicht ins Wohnmobilinnere.
Manch einer fragt sich, warum der Ventilator nicht auch sonst läuft und die sich bildenden Gase nach außen zieht. Die Antwort ist einfach: Mr. SOG, alias Herr Dahmann erklärte es mir mit einem Satz: „Versuchen sich mal aus einer leeren Flasche die Luft herauszusaugen. Irgendwann ist Schluss.“
Und da der Schlauch dauerhaft nach außen führt, finden Überdruck oder Gase, ganz ohne stromfressenden Ventilator ihren Weg aus der Kassette.
Dem zu Folge braucht es keinen laufenden Ventilator, um die unangenehmen Gerüche zu verhindern.

Als erstes sollte man die Kabel einmal ordnen und sich dann dem kleinen Schalter in der Mitte widmen.
Dieser wird so an den Verschlußdrehknopf angelegt, dass im geschlossenen Zustand der Drehknopf den Schalter erreicht. Bei Öffnen des Schiebers, schaltet der Konatakt  und der Ventilator läuft.

Die Kabel verlegen und an Plus und Minus der Toilette anschließen.
Dazu eignet sich bei uns rechts unten der Kabelschlauch. In diesem findet man Dauerplus und Minus.

Nun haben wir den Ventilator und auch einen Schalter. Die elektrische Anlage sollte also schon funktionieren. Nun muss nur noch die Kassette an den Ventilator angeschlossen werden. Das geht an der SOG F via Auslaßöffnung. Der Deckel muss modifiziert werden.
Mit einem Forstnerbohrer bohren wir vorsichtig ein passendes Loch in den Deckel, bis die innere Schale sich löst. Diese benötigen wir nicht mehr. 
Den Gummiring in die Öffnung UND die Stopfenhalterung zu bringen , erweist sich dann als Geduldsspiel.
Nach dem xten Fluch, sprühe ich einfach WD40 auf und plötzlich flutscht alles wie von selbst ineinander:

Aber Achtung: Nicht vergessen, die Original Bodenplatte zu entfernen!

Als letztes noch den Schlauch auf den Ventilator aufziehen und alles zusammenstecken:

Eigentlich war es nicht schwer, insgesamt hat der Einbau knapp eine Stunde gedauert und das auch nur, weil ich immer wieder Bilder gemacht habe und mehr als einmal alle Schritte überprüfte.

Noch ein Hinweis: Ich übernehme keine Haftung, sollte sich in der Anleitung ein Fehler eingeschlichen haben. 
Und noch eins: Ich stehe in keiner Verbindung zu SOG oder der Fa. Dahmann und habe keine wirtschaftlichen Vorteile erhalten.

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