Fiat Ducato Auflastung – jetzt geht’s los

Natürlich ist es nicht so einfach, wie wir gehofft haben.
Kaum stehen wir bei der Firma Goldschmitt im schönen Walldürn über der Grube kommt die erste Ernüchterung:

Video-Blog: Auflastung

Mit einer Erklärung der Technik am Ende

Die Halterungen der Sicherheitsgurte der hinteren Bänke sind durch den Unterboden fest mit dem Fahrzeugrahmen verbunden.
Solide gelöst – doch befindet sich die Halterung zu nah an der Stelle, an dem später die Luftfeder ihren Dienst tun soll.

Anstelle der Gummipuffer werden normalerweise die Luftfedern eingebaut. Doch die Halterung der Sicherheitsgurte sind im Weg.

Doch die Profis von Goldschmitt haben schnell eine Idee, wie sie das Problem lösen können. Dank einer Hilfskonstruktion wird die Luftfederung etwas nach hinten verschoben:

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Und um es deutlich zu sagen: Hier geht es um Fahrzeugtechnik und das überlassen wir lieber den Profis! Hier selbst Hand anzulegen wäre fahrlässig gewesen!
Abgesehen davon bedarf es am Ende zur Eintragung der baulichen Veränderungen am Fahrzeug eines Teilegutachtens und natürlich einer TÜV Begutachtung und Eintragung der Einbauten in die Fahrzeugpapiere. 

Wie einer der Monteure beiläufig sagte: „Kein Herrsteller hat zwei Modelle, die identisch sind! Da muss man immer auf alles gefasst sein!“

Also lasst das bitte nur die Profis machen!

Nach dem Einbau der Luftfedern wird ein kleiner Kompressor eingebaut. Trotz seiner Größe schafft er 13 Bar und hält ein Fahrzeugleben lang. 

Ins Fahrerhaus wird noch ein kompaktes Steuergerät eingebaut und das System mit Schläuchen verbunden.
Dank der individuellen Lösung hat der Einbau am Ende doch einen halben Tag gedauert. 
Doch das Ergebnis ist all den Aufwand wert.
Wir können nun das Heck unseres Wohnmobils deutlich anheben:

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Auf einem Stellplatz können wir nun durch Anheben einer Seite das Wohnmobil ausrichten. Aber darüber werden wir später einmal berichten.

Über die Vor- und Nachteile einer Auflastung haben wir schon im vorherigen Artikel berichtet.
Darüber hinaus hat eine Luftfederung aber noch ganz andere Vorteile:
Das Wohnmobil steht viel stabiler in den Kurven, nickt nicht mehr, fährt insgesamt viel ruhiger.
Zwar braucht es dazu ein wenig Übung, wir experimentieren noch mit der richtigen Einstellung des Drucks. Bei 2 bar neigt unser Wohnmobil auf welligen Boden zum mitschwingen, bei 4 bar spürt man jedes Schlagloch. 
Bei ungefähr 3,5 bar erscheint es uns derzeit am ausgewogensten: In der Kurve steht der Aufbau sehr stabil, neigt sich nicht so weit nach außen, Schlaglöcher und Unebenheiten nehmen wir kaum wahr.

Übrigens gibt es für die verschiedensten Fahrzeugtypen und Wohnmobilhersteller ganz unterschiedliche Lösungen für Luftfederungen. Ob Zusatz- oder Vollfederung: Die Technik scheint zwar ähnlich zu sein, aber wir haben so unterschiedliche Systeme bei Goldschmitt kennen gelernt, dass ihr unbedingt euch beim Hans und nicht beim Hänschen über eure Auflastung informieren solltet.

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Weiterlesen: Wohnmobil überladen? Wir erklären das Thema „Auflasten“ oder

So wiege ich mein Wohnmobil mit einer Fahrzeugwaage

3 Gedanken zu „Fiat Ducato Auflastung – jetzt geht’s los“

  1. Hallo Womo.blogler,

    sehr interessanter Artikel. Bin auch gerade dabei mein Fahrzeug aufzulasten. Hoffe das es beim meinem Fahrzeug ohne bauliche Veränderung geht. Fahre einen Knaus Boxstar Street 600 auf Ducato Maxi Fahrwerk. Wünsche euch allzeit Gute Fahrt.

  2. Haben unseren Boxstar Freeway 630 mit Luftfedern nachgerüsten lassen. Frage mich warum der Hesteller das nicht automatisch machte. Fahrverhalten deutlich besser. Die Blattfedern hatten kaum noch Wirkung. Jetzt lassen wir noch die Auflastung (3,85 t) eintragen. Dann gibt es kein schlechtes Gewissen mehr 🙂 Die Vorteile überwiegen gegenüber der 3,5 t.

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