„Pauli“ braucht neue Kleider – Aufpolstern eines Wohnmobils

„Pauli“ braucht neue Kleider – Aufpolstern unseres WoMos

Pauli, so heißt das Wohnmobil unseres Lesers Rene Isau. Er beschreibt in loser Folge über den Fortgang seines Projekts:
"Pauli" braucht neue Kleider

Beim Kauf unseres gebrauchten WoMo im Sommer 2016 war ausschlaggebend war, dass es ein Alkoven-Modell sein sollte mit Raumgefühl, also einem guten Zuschnitt des Innenraums. Daneben dann noch die Größe und in etwa das Alter des Fahrzeugs. Nicht so wichtig war uns damals, ob auch wirklich alle Details nach unserem Geschmack waren, da wir sonst ewig hätten suchen müssen.

Wir sind mittlerweile das dritte Jahr sehr glücklich mit unserem „Pauli“ unterwegs und lieben ihn, wie er ist. Ab und an kommt auch schon auch mal der Gedanke auf, ob wir wirklich dauerhaft den Terracotta-Farbton der Polster behalten wollen und ob uns die eine ausgedellte Stelle an der Dinette wirklich nicht stört.

Foto1: aktuelle Polsterung Sitzgruppe

Was also tun?

Als erstes machen wir von allem ein paar Fotos und messen die Kissen aus: Länge, Breite, Dicke. Bei den Lehnen vermessen wir unten und oben, da diese sich nach oben hin verjüngen. Am Ende verpacken wir Fotos und Abmessungen in ein PDF, welches wir den Sattlereien zumailen wollen, für ein erstes Angebot.

Wir fragen direkt nach Stoff und Leder, da wir schon ahnen, dass es einen erheblichen (Preis-)Unterschied geben wird. An sich sind wir uns aber sicher: einfache, meist viereckige Kissen –  das kann nicht die Welt kosten, wenn man auf den Homepages der Sattler sieht, was die sicher für eine Mühe haben, einen vollkonturierten Sportsitz aus einem Porsche neu zu beledern.

Die Reaktionen sind überraschend: eine Manufaktur meldet sich am Folgetag sofort mit einem schriftlichen Angebot und bedankt sich superfreundlich für unsere toll gemachte Anfrage. Sie bietet uns folgende Versionen und Preise an:

Angebot Stoff neue Kerne Stoff Arbeit Gesamt
Sitzbank 240 318 202 760
Dinnette links 171 259 294 725
Dinnette rechts 163 254 294 710
Summe (netto)       2196
Summe (brutto)       2613
Angebot Leder neue Kerne Leder Arbeit Gesamt
Sitzbank 240 819 231 1290
Dinnette links 171 669 338 1178
Dinnette rechts 163 669 338 1170
Summe (netto)       3638
Summe (brutto)       4332

Zwei andere schreiben mir, ich soll bitte anrufen. Ok, ich hab zwar alles feinsäuberlich aufgemalt, aber das tu ich dann eben. Das Ergebnis:  Eine Dame aus der Nachbarstadt polstert normalerweise eher Möbel, aber sie kann das WoMo machen. Nur Zeit hat sie keine. Eilig dürfen wir es nicht haben. Nach einer halben Stunde telefonieren möchte sie uns ein Angebot machen. Nur eilig darf es nicht sein. Wir sind gespannt…

Drei andere melden sich nach einer Woche immer noch nicht. Offensichtlich haben alle gut zu tun.

Nun sind wir an einem Punkt, wo wir entscheiden müssen. Tun wir das und haben praktisch für unter 5.000 Euro ein „nagelneues Wohnmobil“, oder lassen wir das und machen von dem Geld drei bis vier Mal schönen Urlaub?

Genau an diesem Punkt würde uns nun eure Erfahrung und Meinung interessieren: was habt ihr gemacht und was für eine Empfehlung gebt ihr uns zu den Angeboten, die wir haben?

9 Gedanken zu „„Pauli“ braucht neue Kleider – Aufpolstern eines Wohnmobils“

  1. 5000 Euro. Das scheint mir zu viel zu teuer.
    Habt ihr einmal beim Herrsteller nachgefragt. Die bieten doch oft Polster in aktuellen Designs an.

  2. Wir haben 100 Euro pro Polster für neuen Stoff und die Arbeit bezahlt. Wobei der Schaumstoff nicht ausgetauscht wurde.
    Haben wir bei einer Polsterei (Google) machen lassen. Unser Raumausstatter hätte es auch gemacht, hatte aber erst spät im Jahr Termine frei.

  3. Hallo Bernd,
    mit Fa. Eura Mobil habe ich gestern (1.2.2018) telefoniert. Man hat mir dort mitgeteilt, dass man mir zwar helfen kann, aber das würde sehr teuer werden. Grund: unser Zuschnitt ist nicht mehr im aktuellen Produktionslauf und der Haus-und-Hof-Lieferant daher das Anfertigen als SOnderauftrag behandelt (Umrüsten der Anlagen für nur 1 Auftrag). Man rechnet dort mit mindestens 3500 Euro und rät mir daher, doch lieber zu einem Sattler in der näheren Umgebung zu gehen.
    Gruß Rene

  4. Die Kosten sind doch recht hoch, will auch mir scheinen. Es gibt irgendwo so eine Dame, die näht den Stoff auf Maß für kleines Geld, leider habe ich das nicht mehr gefunden. Bleibt die Frage der Polster. Vielleicht müssen ja nicht alle erneuert werden, oder so.

    Nachfolgend ein paar Links, vielleicht ist ja ein unbekannter dabei: http://www.womo-blog.de/tag/polster/

  5. Hallo Jürgen,

    kleines update zur aktuellen Lage:
    wir haben mittlrweile 4 Angebote und das beste ist das, welches wir als erstes bekommen haben (siehe Tabelle oben im Artikel). Manche haben uns nicht mal ein gescheites Angebot geschickt, sondern z.B. einen Einzeiler mit der Aussage „200 je Polster, plus Material“ .
    Der vernünftigste Tipp am Rande kam von einer Dame, die normalerweise nur Möbel macht – sie sagte uns, es wäre durchaus ok, nur bei dem defekten Sitzkissen den Kern zu tauschen und alle anderen erstmal weiter zu verwenden, da die Priese für Schaumkerne derzeit extrem hoch seien.

    Am Ende haben wir uns nun dazu entschieden, das erste Angebot zu nehmen und hierbei die Stoff-Variante umzusetzen.

    Als nächstes gehen wir nun also dort mal hin, um uns über Farbtöne beraten zu lassen. Ich mache wenn es erlaubt ist, ein paar Fotos und melde mich dann wieder.
    LG Rene

  6. Hier kommt update Nummer 2 – „Es geht los!“
    Mittlerweile waren wir bei der Sattlerei/Polsterei „Königherz“ in Steinheim/Murr (https://koenigherz.de/) zu Besuch. An sich wollten wir dort „nur mal Stoffmuster auslegen“, so der Plan. Am Ende waren wir etwas über 2 Stunden dort – gleich zwei der Damen aus der Manufaktur haben sich die Zeit genommen und uns eine enorm Detail-interessierte Beratung gegeben, die uns sehr begeistert hat:
    Hierbei wurde nicht nur sehr genau auf unsere Wünsche eingegangen, man hat uns auch sehr ehrlich beraten und uns als Hundehalter eindeutig zu einem sehr fleckresistenten und feuchtigkeitsabweisenden Stoff statt der Leder-Variante geraten.
    Darüber hinaus hat die Inhaberin eine überaus pfiffige Idee erdacht, unsere inzwischen doch mehr als unschöne Frontblende des Alkovenbetts zu erneuern. Diese ist infolge Abnutzung durch einhängen der Leiter und dem ständigen Anfassen des Velourleder-Imitats bereits beim Kauf unseres WoMo deutlich abgegriffen gewesen und zudem auch noch mit Tape überklebt. Wir hatten gedacht, dass man da einfach ein neues Stück Stoff drum herum tackert und fertig.
    Die Lösung wird nun deutlich eleganter und darüber hinaus auch noch funktional: Das gesamte Brett wurde abmontiert, um farblich passend zu den neuen Polstern überzogen zu werden. Zuvor wird jedoch ein Moosgummi aufgezogen, um die mechanische Belastung durch die Leiter zu minimieren. Zusätzlich bringt man innen am Brett noch ein Stück passende LKW-Plane an, die herausgeklappt werden kann, sobald die Leiter eingehängt werden soll. Diese Lösung wird zukünftig beide Probleme beseitigen: der Stoff wird nicht schleichend zerstört und die „abgegrabbelte Oberfläche“ wird auch Vergangenheit sein. Zu unserer Überraschung ist diese Lösung auch noch kostengünstig, da sie größtenteils aus Verschnittmaterial gemacht werden kann (das mag Zufall sein).
    Am Ende lassen wir Brett und Polster da und fahren mit dem ausgeräumten Pauli zurück zu seiner Halle. Das Gespräch vor Ort hat uns alle Unsicherheiten genommen und uns sehr positiv beeindruckt. Noch beim Wegfahren werde ich von meiner Frau gefragt, ob wir das Fahrerhaus nicht auch noch machen wollen. Das nenne ich mal ein gutes Gefühl!
    Schon am Morgen des Folgetags erhalte ich die Auftragsbestätigung zugesandt, inklusive der Überarbeitung der Alkovenblende. Trotz dieser Sonderarbeiten befindet sich das Angebot noch auf demselben Niveau wie zuvor und das eingefasste Stück LKW-Plane sowie das Anbringen derselben wird auch noch eindeutig als Kundengeschenk auf der Auftragsbestätigung ausgewiesen. Ebenso meine spontan geäußerte Idee, ob man nicht den alten Schaumkern der Dinette auf das Maß des Fußraums unterm Tisch zuschneiden könnte, weil das der Liegeplatz für unseren Dalmatiner ist und alle im Handel erhältlichen Hundebett-Lösungen entweder zu breit oder zu kurz sind – wir staunen!
    Nun warten wir also ab, bis wir von der Manufaktur wieder hören und sind schon ganz gespannt auf das Ergebnis. Freundlicherweise wird man für uns auch noch ein paar Fotos in der Werkstatt machen, so dass wir demnächst bereits berichten können, wie die neuen Kissen entstehen und wie unser Pauli dann aussieht.
    Seid gespannt!

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