Neu-Camper und alte Deppen

Das wollte ich schon lange Mal loswerden.
Und es richtet sich an die, die Schubladen mit sich herumtragen.
Schubladen, in die man schön einsortieren kann.

Seit Corona ist so eine Schublade „Neu-Camper“!

Dabei gibt es auch die Schublade „Alte Deppen“.
Was unterscheidet die eine Schublade von der anderen?
Eigentlich nichts. Denn es gibt sie einfach nicht.
Sie existieren nur in unseren oder einigen verschrobenen Köpfen.
Was es aber gibt sind Camper, die sich nicht so verhalten, wie wir es gerne hätten.
Und auch da hat nun natürlich jeder seine eigene Vorstellung, wie der für ihn ‚gute‘, ja ‚perfekte‘ Camper auszusehen hat.

Perfekt

 

 

Anständig natürlich. Leise und rücksichtsvoll. Und doch auch Lebemann und lustig und am besten noch Trinkfest, ja, ein Feierbiest. Und das bis in die Nacht hinein. Zusammen mit den Nachbarn und neuen Freunden.
Obwohl. Ab 22.30h ganz still. Quasi unhörbar, bloß niemanden stören wollen. Und immer ganz leise die Türen zu machen. Und natürlich nachts keine hellen Lampen vorm Zelt, Wohnwagen und Wohnmobil.
Und schon gar keine Musik oder TV.
Am Tag dann soll er einem nicht ständig auf die Finger schauen und beobachten was man so tut. Aber schnell zur Verfügung stehen, wenn Hilfe benötigt wird. Überhaupt: am besten immer schon Hilfe anbieten, wenn die Gelegenheit sich ergibt.

Und ist er allein irgendwo, dann stört er niemanden und sucht sich nur einen Platz, an dem er ganz sicher auch keinem Anwohner ein Ärgernis ist und auch die Parkplatzbesucher nicht stört. Und das es bloß nicht nach Camping aussieht.
Und wenn dann schon Stuhl und Tisch, dann doch nur kurz zum Essen oder Schläfchen und dann wieder verschwinden. Quasi unauffällig, am besten unsichtbar.
Den Platz verlässt er sauberer, als er ihn vorgefunden hat, damit der nach ihm kommende sich auch wohlfühlt und alle Anwohner froh wären, wenn öfters solche Menschen vorbeikämen.

Ja, so sieht der gute Camper aus.
Das manches sich nicht miteinander vereinbaren lässt, merkt zwar jeder schnell.
Aber in diese Schublade würde ich gerne einige alte Deppen und Neu-Camper stecken.
Wie schön wäre es, wenn sie sich gemeinsam in dieser Schublade wiederfänden.

Dann wäre es auf dem Stell- und Campingplatz paradiesisch.

Die Realität sieht anders aus

Ist es Egoismus?
Oder der Hang zum Protzen?
Zu zeigen, dass man etwas hat oder kann oder sich von der Masse abheben will?

Feiern, Party, Ballermann. Lautsprecher wie zuhause, TV mit Heimkinolautsprecher und Subwoofer. Am besten draußen montiert. 
Unter dem Wohnwagen und Wohnmobil wechselnde Lichterstreifen und um die Markise herum einzeln vom Computer angesteuerte Leucht-LEDs (nachhaltig, weil stromsparend), die die Nacht zum Tag machen.
Wenn dann gefeiert wird, dann aber richtig.
Der Smoker hat schon am Nachmittag den halben Campingplatz in Rauch gehüllt und am Abend freuen sich die Angehörigen. Nachbarn werden nicht für so etwas gebraucht. Man bleibt unter sich und will seine Ruhe haben.

 

Treibt es dann in der Nacht den Mann, der schwachen Blase wegen aus dem Bett, reicht ihm schon der nächste Baum. Gestern erst meinte er, dass es auf der anderen Seite an einer Hecke unangenehm nach Pisse riecht. Einfach unmöglich, was sich die Leute erlauben. Und wird er auf sein Verhalten angesprochen, heißt es: „Ist doch Natur. Wir sind doch Camper und Naturburschen“
Schon früh am Morgen wird mit der direkt neben ihm stehenden Frau oder den Kindern in einer Lautstärke gesprochen, die den einen oder anderen eher an einen Kasernenhof erinnern dürfte. Aber wir sind ja im Freien, da darf man einfach alles.

Aber richtig Camper ist ja nur der, der FREI steht.
Also nur, wer sich fern von Campingparzellen und Stellplatzstrichen die Freiheit nimmt zu übernachten und zu leben, wie es ihm gefällt. Caravaning!

Das Freistehen früher bedeutete, am besten nicht gesehen zu werden, ja, niemanden aufzufallen – das scheinen nur noch wenige zu leben.

So sucht man sich den schönsten Fleck. Am besten, wie in der Werbung.
Direkt am Fluss, am See. Die Schranke wird umfahren, oder der Zaun mal kurzerhand zur Seite gedrückt. „Der hielt eh nicht mehr“.

Selbstverständlich macht man dann ein Lagerfeuer. Und das Holz findet sich manchmal sogar fein aufgeschichtet zwischen Bäumen am Waldrand. „Das muss jemand vergessen haben. Wir nehmen ja auch nur ein paar Scheite.“
Oder in Gegenden mit Wanderhütten, wie in Polen oder Schweden: „Da kommt heut eh keiner, das braucht niemand“

Und ist das verbraucht, dann liegt da ja auch noch der olle, umgefallene Zaun. „Der hielt eh nicht mehr“ Brennt aber gut
Oder die Winterstangen an der Landstraße.

Hauptsache es brennt.
Der Platz wird markiert und mit Bildern ins Internet gestellt und schon am nächsten Tag finden sich zwei neue Schlau-Camper. Nicht dass sie sich nun gemeinsam ans Feuer setzen, nein, zwei Feuer flackern nun am See. Und demnächst sind es noch mehr. Jeder für sich alleine. Caravaning
Und als sei das nicht genug hat der erste Camper am nächsten Wanderparkplatz seinen Müll in den Mülleimer gestopft, anstatt ihn mitzunehmen und fair zu entsorgen.
Einmal die Woche wird geleert, bis dahin haben die Krähen die Reste gerochen und ordentlich alle Teile aus dem Eimer gepickt und überall verteilt. Der Rest macht der Wind.
Kommen die nächsten, sehen, dass überall Müll liegt, und stellen ihren Müllbeutel dazu.
Und wieder andere versuchen ihren Müll im Feuer zu verbrennen. Die halbverbrannten Reste bleiben liegen.

„Der Kastenwagenfahrer wars!“, sagt die eine, als sie morgens in einen fetten Haufen tappt.
„Die haben ja alle keine Klos eingebaut.“
Aber nein, es war das Pärchen mit dem vollausgestatteten Wohnmobil, die ihre Toilette nicht benutzen, um sie nicht leeren zu müssen. Und der Junge mit dem Fahrrad und Zelt kommt gerade mit dem Spaten aus dem Wald. Vielleicht muss man minimalistisch anfangen, um die Basics zu begreifen.

Alles nicht so schlimm. Ist doch Natur.
Wenn es einer macht, mag das so sein, nur leider kommt die Flut direkt dahinter und wenn es dann alle machen, wirds nimmermehr besser.

Kritik kommt nicht gut an

Fehler macht keiner gern und kritikfähig sind wir nicht immer.
Schlimm wirds, wenn man sich immer bemüht und dann das eine Mal sich bei irgendetwas selbst ertappt oder noch schlimmer: ertappt wird. Statt inne zu halten und es besser zu machen, neigen immer mehr von uns dazu, sich zu rechtfertigen oder gleich aggressiv zu reagieren.

Deswegen halten die einen sich zurück und schauen weg und die anderen fühlen sich nicht zuständig, mit der Folge, das sich mancher in seinem Tun bestätigt fühlt.
Statt also den erhobenen Zeigefinger, versucht man es mit einem Gespräch.
Und erstaunlicherweise gibt es etliche, die die Kritik annehmen. Ja, die Guten gibt es nach wie vor!
Aber die meisten reagieren heutzutage Pampig. „Was geht sie das an?“
Oder man wird als Hausmeister, Sheriff oder Stasi verunglimpft. Und das dann nicht von Jungen, sondern auch von ganz Alten. Und nicht nur Männer, auch Frauen können in einem solchen Fall richtig vom Leder ziehen.
Eigentlich immer kommt der Hinweis, dass „die anderen“ das auch so gemacht haben. „So wie das hier aussieht.“

Wer jetzt meint, dass seien alles unwissende Neu-Camper gewesen, der verkennt, dass es gerade in dieser Gruppe viel mehr Menschen gibt, die alles richtig machen wollen und sich ganz besonders bemühen.
Nein, oft sind es die, die schon lange dabei sind und denen es mittlerweile egal ist, was andere denken. Sagen tut ja keiner was. Ich bin hier der Platzhirsch, komm mir nur nicht quer!

Widerstand regt sich

Doch so langsam bekommen wir spanische oder portugiesische Verhältnisse. Alles wird verrammelt und abgesperrt.
Die Gemeinden laufen Sturm gegen die Verschmutzung ihrer schönsten Ecken, die Einheimischen gründen Interessensgemeinschaften. Parkplätze werden abgeschottet, Streifen fahren Abends viele Parkplätze ab. Verbotsschilder werden an den entlegensten Plätzen aufgestellt.
Auf Campingplätzen findet sich immer häufiger Security, die schon am Tage für Ordnung sorgen müssen und Stellplätze werden geschlossen, statt neue zu eröffnen. 

 

Und wenn es neue Stellplätze gibt, dann mit täglichen Kontrollen, denn Gebühren-Prellerei ist zu einem Volkssport geworden und das wird in einigen Orten nun streng geahndet, nachdem sie festgestellt haben, dass es nicht selten 100 bis 200 Euro pro Tag und Stellplatz waren, die der Kasse am Ende fehlten, weil man Hund und Mitfahrer aus Versehen vergessen hat.
Und da mit der Stellplatzgebühr auch die Erwartungshaltung steigt, meint mancher Besucher seinen Frust mit Zerstörung der Infrastruktur, wie Duschen und Toiletten befriedigen zu müssen. Ein Kreislauf, der wiederum im Widerstand der Gemeinde und der Einwohner endet. 

Der gern gesehene Gast, der Geld in die Kasse der Geschäfte und der Gemeinde spült, wird zur Belastung, ja zum Ärgernis und so das Wort Camper schon immer häufiger zum Unwort.
Noch mehr Verbote und Parkplatzschließungen werden die Folge sein.
Und vieles, was andere Gruppen an Müll und Fäkalien in der Landschaft hinterlassen wird ungerechterweise dann den Campern auch noch zugeschustert.

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Es gibt sie nicht: perfekte Camper

Ihn gibt es leider nicht. Und sie genauso wenig.
Denn wir sind nicht perfekt!
Aber vielleicht liege ich völlig daneben: Es sind mehrheitlich Männer, die sich vom Idealbild weit entfernen.

Dabei ist es so einfach, ein guter Camper zu sein.
Ein wenig gesunder Menschenverstand hilft immer.
Man muss sich nur vorstellen, dass ein fremder Kastenwagen oder ein fremdes Wohnmobil vorm eigenen Haus parkt.

 

„Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu. “

(Tobias 4,16).

Universell gültig und in fast allen Religionen zu finden. Von Konfuzius, Buddhismus bis zum Bahai. Ähnlich lautende Grundsätze: Eine Universalidee

So vielleicht:

Was denke ich, wenn dann Tisch und Stühle herausholt werden. Angefangen wird zu grillen. Man nichts wegräumt und seinen Müll einfach liegen lässt. Oder direkt an die eigene Hauswand gepinkelt wird. 

Oder wie ist es, auf einen Parkplatz zu kommen, auf dem die Mülleimer überquellen, hinter jedem Busch ein Haufen und Toilettenpapier liegt, dass man Angst haben muss, beim wandern irgendwo hinein zu laufen.

Wenn man Abends müde ist und schlafen möchte und von nebenan es laut bis in den Morgen herüberschallt. Leider nicht der eigene Musikgeschmack. Mitfeiern geht nicht, weil einfach nur noch Schlaf hilft.

Man an einen Aussichtspunkt kommt, die Bank mit der Aussicht aber heute keine Aussicht hat, da sich jemand mit dem Kastenwagen direkt davor gestellt hat.

Man Freisteht auf einem großen Platz und der nächste Camper sich direkt neben einen stellt.

Das Spülwasser oder das Nudelwasser statt zum Ablauf oder in den eigenen Abwassertank zu kippen, in der nächsten Hecke entsorgt wird.

Immer wenn ihr etwas tut: denkt mal darüber nach, was ihr davon halten würdet, wenn es jemand anderes macht.

Wenn ihr es dann hin bekommt, den Platz schöner, wie vorgefunden, auch zu verlassen, mit den Anwohnern, den Ladenbetreibern und Gastwirten noch ein nettes Gespräch hattet und ihr es vielleicht sogar schafft, dass sie euch gerne wieder begrüßen würden – dann hat Camping für alle eine Zukunft.

Jürgen Rode

Jürgen Rode

schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.

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51 Antworten

  1. Toller Artikel, stimmt leider ALLES. Ich bin nun als Rentner vermehrt auf Stellplätzen bei meinen Ausfahrten und habe mehr schlechte als positive Erfahrungen machen müssen. Insbesondere die Vermeidung der Nutzung eigener Toiletten, Duschen und Grauwassertanks etc. ist dermaßen ärgerlich. Die Leute wollen – Originalton einiger Camper – beim Wiederverkauf höhere Werte erzielen…
    Ich hoffe nur, dass der Artikel von vielen Womobilisten gelesen und auch zum Nachdenken anregen wird. Bitte zum Saisonbeginn nochmals bringen, sonst haben die Meisten es wieder vergessen. ;-(
    Ich habe bei, meiner Meinung nach freundlicher, Kritik an einige Standplatzkollegen bisher leider nur wütende Gegenrede gekommen.
    Trotzdem freue ich mich wieder auf den Saisonbeginn 2022.

    1. Stimmt, es gibt Wohnmobilisten, die in ihrem Mobil nicht kochen, außer ihren Kaffee. Keine Bratpfanne, kein Gemüse oder gar Fisch. Ich selber koche unheimlich gerne in meinem Wohnmobil, egal was. Fertiggerichte kommen dabei nicht in Frage.

  2. Eine sehr gut beobachtete Darstellung der aktuellen Situation! Aber was kann man tun, um das ganze nicht zu verschlimmern, ausser sich selbst vernünftig und rücksichtsvoll zu verhalten?
    Viele Grüße
    Klaus

    1. Genau Klaus! Das hilft schon sehr viel, denken Nadja und ich! Wobei wir es auch nicht immer richtig machen. Jedem Menschen recht getan, ist eine Kunst die niemand kann…

      1. Möchte niemandem zu nahe treten, aber meine 45 Jahre als Camper möchte ich nicht missen.
        Jeder hat gehört, die Verkäufe von WoWa und vor allem WoMo gehen durch die Decke begünstigt durch Corona und den damit verbundenen Regeln.
        Nur, die „Neucamper“ und deren Eingliederung in die Camper Modalitäten ist bedingt durch die Menge kaum möglich. Niemand ist perfekt, aber wir haben einem Neucamper gezeigt und geholfen beim schieben auf der Parcelle, aufbauen des Zelts. Heute erhebt sich kaum einer aus seiner Sonnenliege hierfür, höchstens die Hand mit dem Handy um zu Filmen wie sich der Nachbar quält.
        So mir geschehen, als mir beim Aufstellen der Markise eine Windböe diese über den Wagen schlug. Man filmte, half aber nicht.
        Selbst in den Spülküchen ist ein Moin moin, guten Tag oder Grüß Gott die Ausnahme geworden.
        Schade eigentlich

        1. Dem kann ich auch voll zustimmen… wenn man laut und deutlich die Tageszeit sagt, wird man teilweise nur blöd angeschaut und bloss nicht hingucken, vielleicht erwartet jemand von mir Hilfe oder ein Wort…. bin seit über 40 Jahren Camper und kann nur sagen , was jetzt mal wieder überheblich klingen mag, aber früher war da vieles anders…wir verhalten uns jedenfalls so,, dass wir überall wieder hinkommen dürfen und jeder, der uns schon mal irgendwo begegnet ist, sich freut dass man sich wiedertrifft..

  3. Super Einschätzung! Ich werde Neucamper. Bis jetzt gemietet, hoffentlich im nächsten Jahr mit dem eigenen WoMo unterwegs. Ich finde es furchtbar wie Menschen sich verhalten können. Ich zähle aber auch zu denen die Fehlverhalten ansprechen. Man kann ja mal nett nachfragen ob das so richtig sein soll. Alle sollten helfen diese Freizeitgestaltung für die Zukunft zu sichern, für Alle Neu- wie Altcamper !

  4. Hallo Jürgen,

    sehr guter Blogpost. So ist es! Jeder fasse sich an die eigene Nase. Camper sollten auch zusammen halten und sich nicht gegenseitig und den Einheimischen das Campen madig machen. Hätte so einige Erlebnisse beizutragen, aber ich habe die Hand gerade an der eigenen Nase!

    Gruß Hannes

  5. … wie wahr wie wahr … und mit Zunahme der Wohnmobile auf den Straßen, wird es leider auch immer schlimmer …. wie wahr wie wahr !! Danke Jürgen!

  6. Servus Jürgen,

    Du sprichst mir und bestimmt vielen Anderen aus der Seele. Nur das groteske daran ist, das eben genau wir alle es sind, die sich daneben benehmen. Vergleichbar mit einem Comedian, über den alle Anwesenden lachen, obwohl Sie es sind, die die Steilvorlage für die Verarsche den ganzen Abend geben.
    Mich macht seit einiger Zeit sehr traurig, wie vor allem wir Deutschen miteinander um gehen. Vielleicht sollten wir uns alle mal an der eigenen Nase packen, bevor wir die Schuld immer beim Gegenüber suchen. Dazu bedarf es aber einem gewissen Grad an Kritikfähigkeit. Diese gehört heute aber leider nicht mehr zur Erziehung. Das Ende vom Lied, wir sind eine Brutstätte von Egoisten geworden. Ich jedenfalls stelle mich jetzt gleich vor den Spiegel und versuche heraus zubekommen, ob das von mir geschriebene auch auf mich zu trifft.

    Gruß an Alle Camper, die sich zu benehmen wissen, oder die es zumindest in Zukunft versuchen werden.

  7. Genau so! Super geschrieben und bringt es perfekt auf den Punkt!!! Leider sind Respekt vor dem Eigentum anderer, der Umwelt und den Mitmenschen sowie Rücksicht bei vielen heute Fremdwörter, nicht nur beim Campen…

  8. Sehr gut geschrieben , sehr wirklichkeitsnah. Bin Campingplatzbetreiber und habe da schon sehr viel erlebt so wie es hier beschrieben wird. Ohne Sicherheitsmitarbeiter geht es schon nicht mehr. Jedes Jahr sind es mehr Länder in Europa die das Frei-stehen verbieten. ( nachzulesen beim ADAC , hier bietet man eine Broschüre an über Freistehen in Europa . ) In Ungarn habe ich selbst noch am Balaton auf Parkplätzen frei-gestanden . Heute ist es sogar bei Privatleuten mit deren Genehmigung verboten . Warum ist das so ? Mein Campingplatz liegt direkt neben einem Heil u. Thermalbad . Auf dem großen Parkplatz vor dem Bad hat man schon vor Jahren das Frei-stehen verboten. Es war keine Seltenheit: Nach der Abreise des Freistehers musste die Müllabfuhr anrücken und die Hinterlassenschaften beseitigen. Es ist eine kleine Minderheit der Camper die dafür verantwortlich ist . Leider müssen dann auch die vorbildlichen Freisteher dann darunter leiden . SCHADE

  9. Tja – wenn ich die Hilfs-Wohnmobile sehe, ohne WC, mit nur Minimalwassertank usw., dann ahne ich doch schon was da an schlimmen Dingen ablaufen wird….

    1. Hallo………nicht nur die. Von meinem Balkon sehe ich auf einen großen Parkplatz. Dort stand Abends ein etwas älteres WoMo. mit einem älteren Päarchen. Also; so nehme ich an; eingefleischte Camper. Am nächsten Morgen lehrt der gute Mann seine Grauwassertank. Dann setzt er sich in sein WoMo und stellt es ein paar Parkplätze weiter wieder ab. Zurück bleibt eine unerklärliche braune Wasserpfütze.

    2. Leider gibt es immer noch Welche und Zuviele, die kein eigenes WC an Bord haben. Sollte Pflicht sein, zB bei jeder Womo HU Prüfung.
      Mein Porta Potti kostete nur 20 Euro (gebr.) Bei Fritz Berger gibt es Nachbauten, neu, ab 40 Euro.
      Und für 20 Euro baue ich mir eine Trenntoilette.

      In GB oder den USA finden Manche es leider nicht anstößig, das Grauwasser vom Waschbecken gleich auf deren Parkplatz ablaufen zu lassen. Oder es findet sich hierzulande an manchen Wohnwägen. Hoffentlich mit einem Auffangbehälter oä.

  10. Wir kauften uns in Juni diesem Jahres einen neuen Kastenwagen, und unsere erste Aktion war, eine Trockentrenntoilette bereits vor der ersten Nutzung einzubauen. Viele Wochen waren wir freistehend, auf Stellplätzen und Campingplätzen unterwegs und achteten immer darauf, so wenig wie möglich unsere Spuren zu hinterlassen. Leider nimmt der Unrat rings um Parkplätze (aber auch auf Wanderwegen) immer mehr zu, wird nicht nur von Campern hinterlassen. Es ist traurig, dass der Egoismus der Menschen immer mehr zunimmt und jeder nur sich sieht. Wir selbst haben die schmerzliche Erfahrung gemacht, dass wir direkt „angepöbelt“ wurden, als wir freundlich darauf hinwiesen, den Sack mit Müll doch mitzunehmen und nicht auf dem Stellplatz einfach abzulegen.

  11. Danke für die traurige Bestandsaufnahme!
    Ich erlebe es seit Jahren zunehmend genauso. Zum Leidwesen meiner Frau halte ich jedoch meinen Mund nicht, wenn da so ein „Naturliebhaber“ sich auslebt. Zweimal sind mir dafür schon Prügel angeboten worden – von den „Naturfreunden“, nicht von meiner Frau. 😉
    Ich befürchte, dass in unserer immer egoistischer werdenen Gesellschaft diese rüde Ellenbogenmentalität weiter überhand nimmt.
    Auch den Unmut von Gemeinden und Anrainern kann ich nachvollziehen.
    Aus eigenem Erleben kann ich von der Übernachtung auf einem abgelegenen Friedhofsparkplatz in der Toscana berichten – wir waren leise, haben nicht gegrillt und natürlich keinen Müll liegenlassen – aber am nächsten Morgen stellten wir überrascht fest, dass wir vor der Weiterfahrt erstmal ein Fuder Sand beiseiteschaufeln mussten, das und die fröhlichen Landbewohner uns nächtens unbemerkt vor das Auto gekippt hatten.
    Wir hatten zum Glück einen Klappspaten dabei…….und waren schon gegen Mittag mit der Arbeit fertig – kein Wunder, das sowas passiert – die Zeit des Freistehens geht wohl dem Ende zu.

  12. Hallo Jürgen,
    dem kann auch ich nur uneingeschränkt zustimen.
    Auch wir ärgern uns sehr über die Zeitgenossen, die durch ihr Verhalten die Camper generell in Mißkredit bringen.
    Das ist wie bei den Hundehaltern: Die wenigen, die die Hinterlassenschaften liegen lassen sorgen dafür, dass alle Hundehalter Ferkel sind.
    Leider wird sie in Werbung suggeriert, die „große Freiheit“ beim Caravaning (auch von diesem „Verband“), die es doch schon längst nicht mehr gibt.
    Wir bemühen uns schon seit vielen Jahren, den Platz, auf dem wir waren so zu hinterlassen, wie wir ihn vorfinden möchten.
    Ich will sagen, außer evtl. unserer Reifenspuren sollte niemand merken, dass wir da waren.
    In diesem Sinne eine schöne Zeit.
    Wünscht
    Eugen

  13. „Man Freisteht auf einem großen Platz und der nächste Camper sich direkt neben einen stellt.“
    … scheinbar ist das bei etlichen Wohnmobilisten noch nicht angekommen … auf einem Platz mit 60 Stellplätzen wo gerade mal 4 besetzt sind, stellt man sich niemals nimmer nicht genau neben ein anderes Wohnmobil!!!
    Das ist so als wenn Du beim Urinal stehst und genau neben Dir einer ebenfalls sich erleichtern will obwohl alle anderen Urinale frei wären!!!

  14. Wie wahr, wie wahr.

    Als Altcamper, in jungen Jahren mit Kind&Kegel und jetzt nach langer Pause als Jungcamper mit neuen Womo erlebt man ein Dejavu des öfteren. Wer ändert die Gesellschaft? Wir! Wir alle sind die Gesellschaft! So muss im kleinen angefangen werden um im ganzen die „Verrohung“ zu stoppen. Wie waren die Worte? … „Wir schaffen Das!“

  15. Welche wahren Worte! Ich campe nun seit 50 Jahren und zähle also zu den „Ollen Deppen“ 😊
    Natürlich gibt es eine Veränderung, die bezieht sich jedoch nicht auf das Campingverhalten von neuen Campern. Vielmehr spiegelt es in meinen Augen eine Gesellschaft wieder, in der es andere Werte gibt als jene, mit denen ich aufgewachsen bin.

  16. Hallo Jürgen
    Du hast genau ins Schwarze getroffen mit deinem Beitrag.
    Dank der Rücksichtslosigkeit vieler Wohnmobilfahrer kommt es immer mehr zu Einschränkungen. Was ich natürlich verstehen kann. Wenn ich auf meinen Reisen wirklich einmal frei stehe, wirst du nach meiner Abreise nicht merken, dass hier jemand war. Das bin ich als Gast dem Gastgeber schuldig. Wir standen in Spanien am Campingplatz und in Sichtweite parkten viele Wohnmobile auf der Straße. Verwundert stellten wir fest, dass die so wie wir mindestens eine Woche unbewegte und bewohnt herum standen. Wir die ver- oder entsorgten ist und bis heute schleierhaft. Wir haben in Portugal einige Plätzchen die wir gerne auf unseren Reisen für ein oder zwei Nächte anfuhren bevor wir wieder einen Campingplatz aufsuchten. Dank der vielen „Billigurlauber“ und dem Mist die diese hinterließen ist es nun verboten auf Parkplätzen zwischen 19 und 7 Uhr zu übernachten. Man darf jetzt nur mehr auf Stellplätzen und Campingplätzen über Nacht stehen. Ich fürchte, wenn sich das Verhalten der Reisenden nicht bessert werden wir in Zukunft immer mehr Beschränkungen erleben. Spätestens dann gebe ich mein geliebtes Hobby auf.

  17. Hallo. Ich erinnere mich an einen wahnsinnig schönen Urlaub mit dem Wohnmobil in GB. Zwar konnte man schon vor 23 Jahren auf der Insel nirgendwo freistehen, dafür aber auf super gepflegten Campingplätzen stehen, die mehr Parks glichen und auf den es locker aber kultiviert zuging. Wir waren damals auf sehr vielen Plätzen und durchfuhren die Insel einmal komplett, aber solch asozial Erlebnisse haben wir damals niemals gemacht. Mit dem Zelt in Portugal kamen übrigens auf einem Platz damals ein Schwung Männer mit Holzschlagstöcken zu einer Gruppe die „etwas laut“ wurden und sorgten mit einer freundlichen Ansprache für himmlische Ruhe. Wenn ich das hier so alles Lese, vergeht mir die Freude auf mein Wohnmobil, welches im Juni geliefert werden soll.

  18. Unser Jahresabschlusscamping war leider des nachts recht laut, zwei Reihen hinter uns waren welche der Meinung, sie könnten Malle nach Kalle..l importieren. Von Sonntag nachts bis Mittwoch nachts Theater bis des morgens halb 2. Freundlich fragen, ob sie jetzt mal Ruhe geben (ca 23.oo) wurde bierselig ignoriert, bis ich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um ca halb zwei die Fete mit einem Eimer Wasser beenden habe. Die Verwaltung des Platzes hat sich offensichtlich nichts davon angenommen.
    Schade…

  19. Toller Beitrag, sehe ich genauso.
    Manchmal ärgere ich mich doch so sehr über diese “ Camper „, dass ich dann doch das Gespräch suche. Leider meistens ohne Erfolg, wei man dann tatsächich als Sheriff oder Hilfspolizist verunglimpft wird. Das ist dann etwas was einen noch mehr Ärger bereitet und so kann man sich so manchen schönen Tag “ versauen“.
    Im übrigen fahren wir auch einen “ Kastenwagen“. Dieser Begriff klingt für uns aber eher abwertend. Den Begriff Geschlossener Kasten, gibt es eigentich nur im Nutzfahrzeug und Anhängerbereich. Für ist es vielmehr ein Reisemobil, im wahrsten Sinn des Wortes.
    P:S: Klingt vielleicht nach Klugsch…., bin ich aber gewiß nicht.
    Macht weiter so mit Euren Beiträgen

    1. Detlef, ich betitele mich gerne mit „Weißwarenfahrer“ und war sehr stolz meinen Kastenwagen 1990 selbst ausgebaut zu haben :-).
      Aber auch da finde ich es Schade, dass es Schubladen gibt: Die Kastenwagen, die Dachzelte, die Weißware. Sitzen wir nackig in der Sauna, sind wir alles „Camper“!

  20. Camping, mit Zelt Anhänger oder Womo ist, wie FKK, eine Lebenseinstellung. Oft über die Eltern gewachsen und als Lebensstil vererbt. Im Zuge der geänderten Bedingungen, oft durch Corona, fühlen sich so einige Zeitgenossen förmlich genötigt, der propagierten Freiheit zu entsprechen und en Vogue zu sein. Sie kaufen sich, mehr oder weniger auf pump, einen Camper. Stopfen es mit allem möglichen Mist, den sie aus der Werbung kennen, voll und meinen, mit der Karre für 50, 60 90, 100T€, oder mehr, gehört ihnen die Welt und der Rest hat sich zu fügen. Sie sind die Sonne und der Rest umkreist sie. Sie verstehen den tiefen Sinn des Lebens nicht. Geblendet von einer verlogenen Womo Industrie, glauben sie den Heilsversprechungen der einfallslosen Produzenten. Da sind Knöpfe an Schränken, LED Blinke Blink, ……. wichtiger als ordentliche Toiletten. Der blöde Spruch am Heck wichtiger als ein ordentlich dimensioniertes Frisch, und Abwassersystem. Und vieles mehr. Völlig falsche Vorstellungen von Camping trifft auf unerfüllbare technische Vorstellungen von so manch einem Zeitgenossen. All dass erzeugt Frust. Frust der nicht die eigene Unzulänglichkeiten und Fehleinschätzung reflektiert, sonder sich in verdreckte und zugeschissene Stellplätze, Rücksichtslosigkeit …… entlädt. Nicht zu vergessen die teilweise grenzenlose Gier. Eine Wiese, ein Zahlautomat, 20€ für 24 Stunden. Da kann einem schon einmal der Gedanke kommen, „3 Nächte 60€, da können sie wenigstens meinen Müll wegräumen“ Aus all diesen Gründen bin ich nur noch im Ostblock unterwegs. Wenn ich da 7 Tage im Nichts stehe, erinnern nur meine 6 Reifenabdrücke, dass da einmal jemand stand.

      1. Im September waren wir zu einer unvergesslichen Rundreise in Rumänien und genossen die Freiheit des Freistehen wann die Gelegenheit dazu da war und wir Lust dazu hatten, sahen uns aber auch genötigt, des Öfteren den Müll um unseren Stellplatz herum aufzusammeln und bei nächster Gelegenheit ordentlich zu entsorgen. Es passierte allerdings auch, dass uns bei dem Einwerfen des Müllsackes ein Wohnmobilist fragte, warum wir soviel Müll produzieren würden. Nach unserer Erklärung war es ihm peinlich und er endschuldigte sich für sein Misstrauen. Er nahm sich vor, das zukünftig auch so machen zu wollen!
        Ist das nicht schön?

    1. Du beschreibst da ein Phänomen, das ich auch schon beobachtet habe. Ich denke, in etwa zwei Jahren werden genau diese ihre WoMos wieder verkaufen, weil es doch nicht das Richtige für sie ist und sie doch lieber wieder mit dem Flugzeug verreisen. Wir bekommen dann wieder Wohnmobile zu normalen Preisen, aber viele Plätze sind geschlossen.
      Allerdings bewegen wir uns gerade in der Schublade Neucamper, und es ist bei allen zu finden, nicht nur bei den Neucampern.

    2. Ategomotte,

      da gebe ich Dir in allem Recht. Schade, das heute alles so ausufern muß. Hoffentlich kommt bald ein anderer Trend, dem halb Deutschland hinterher läuft. Dann wird es wieder ruhiger werden. Die Womos und Stell- und Campingplätze wieder billiger. Die Menschen friedlicher usw…. Mann wird doch wohl noch träumen dürfen.

  21. Ich bin normalerweise seit Jahrzehnten mit dem Motorrad und Zelt unterwegs. Seit einiger Zeit nehme ich mir lieber ein Hotelzimmer als mich über die Wohnmobil und Wohnwagenbesitzer zu ärgern, denen anscheinend alles egal ist.

  22. Teilweise recht unterhaltsam und auch zutreffend geschrieben. Allerdings frage ich mich immer noch, was das Gelesene mit „Neucampern“ oder „alten Deppen“ zu tun hatte.

  23. Leider ist es genau wie beschrieben, vielen Dank für den Bericht, sehr gut geschrieben!
    Es geht aber schon ohne WoMo los. In den Orten, wo sich Fast Food Ketten niedergelassen haben, sieht man es schon deutlich an jeder Straßenecke. Ich hatte in einem Instagram-Post einmal die Vermutung geäußert, dass Fast Food blöd macht.
    Mir fällt auch schon auf, dass es oft schon nicht einmal zu einem „Guten Morgen“ des Nachbarn reicht.
    Das grundlegende Problem ist meiner Meinung nach der immer stärker werdende Egoismus und der zieht sich nach meinen Erfahrungen durch alle Schichten. Nach mir die Sintflut…
    Viele verstehen den Ausdruck „Wildcampen“ wohl etwas falsch und das beschert uns allen geschlossene Parkmöglichkeiten für die Nacht.
    Ich gehöre auch zu den Freistehern und wir lassen nie etwas liegen, nehmen sogar manchmal noch etwas von anderen mit. Unsere Geschäfte erledigen wir grundsätzlich im Wohnmobil, draußen geht für uns gar nicht. An unserem Abwassertank ist kein steter Tropfen zu sehen und wir fahren rechtzeitig zum Entsorgen.
    Das ist für uns – und gottseidank noch für den Großteil der Camper – ganz normal. Aber wie man die Leute dazu bringt, sich vernünftig zu verhalten, dafür habe ich leider auch kein Rezept.

  24. Super klasse beschrieben.
    Beim Camping ist es doch ganz wichtig das jeder nach seinem Geschmack Camping betreibt. Egal ob mit Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil.
    Gegenseitige Rücksichtnahme halte ich für sehr wichtig.
    Auf dem einem Campingplatz hat man Kontakt auf einem anderen mal nicht.
    Schlimm finde ich aber das man die Gegend zustellt und zumüllt.
    Ein absolutes No go.
    Dann gibt es vor den Städten eine Bake in einer Höhe, so dass man auch mit einem kleinen Bus nicht mehr rein fahren kann.
    Lg
    Nobi

  25. Guten Tag, oder besser gesagt :Hallo Camper.
    Die meisten von Euch missverstehen den Begriff „Camping“.
    Ihr habt Euch von der gierigen Industrie verführenn lassen, Eure 70 m2 grossen Wohnungen durch die ganze Welt zu schleppen. Alles dabei in dem 10 bis 15 Meter langem Ungeheuer, von RiesenTV bis großem Badezimmer und am besten noch Kegelbahn. Und alles muss hochglanz veredelt sein, nicht wahr?
    Damit man Freunde und Bekannte beeindrucken kann. Und genau diese Eigentumswohnungsaufrädernbesitzer versuchen dann in engen Waldzufahrten an den Traumplatz direkt am See zu parken oder Ersatzzuwohnen.

    Ihr seid keine Camper!
    Wenn man mit einem Kastenwagen oder wie wir, mit einem alten Bulli die Welt bereist, auf engstem Raum organisieren und miteinander auskommen muss (will, sonst geht’s nicht) und selbst in der kleinsten Gasse eines winzigen französischen Dorfs einen ganz normalen Parkplatz nutzen kann und wenn man mit diesem CAMPER überall stehen kann, ohne andere Verkehrsteilnehmer mit protziger Größe zu belästigen, dann kommt man dem Campen schon sehr nahe.
    An den Kommentator, der schrieb: Wenn ich die Hilfs-Wohnmobile schon sehe. Ohne Toilette usw.
    Lass Dir eins gesagt sein: Ich verrichte mein Geschäft während der Fahrt aus dem Fenster. Das sorgt auf der Autobahn immer für ein grosses Hallo. Die Autofahrer hupen, gestikulieren und winken. Sie finden das unglaublich Nachhaltig, ökologisch wertvoll und Klimaneutral.
    Evtl. deute ich das auch falsch.

    Warum sollte ich meine Trenntoilette nutzen? Schließlich will ich den Wiederverkaufswert erhalten.

    Hier mein Tipp für Millionäre, die zeigen müssen, was sie haben: Kauft Euch zwei Gelenklinienbusse und schweisst diese zusammen. Dann noch eine Yacht hinten dran und fertig ist der optimale „Camper“.

    Liebe Grüße aus meinem 30 Jahre alten Bulli. (mit Dusche, Hochkantbadewanne und Sauna).

  26. Wir reisen schon 15 Jahre mit dem Wohnmobil, aber das was ich hier lese, hab ich so noch nie erlebt.
    Wir stehen immer auf bezahlbare Stellplätze. Es sind immer nette und zuvorkommende Leute. Mich ärgert es arg, wenn ich auf ein Stellpatz ankomme, den ich für 1 bis 2 Tage nutze um weiterzureisen und sehe dort Tisch, Stühle und Markise ausgefahren, dann sind es die jenigen, die dort meinen billig Urlaub machen zu dürfen und wahrscheinlich den Dreck hinterlassen. Das schlimmste was ich erlebt habe war, daß der Stellplatz noch Platz hatte. Es kam eine Fam. mit 3 Kindern im WOHNWAGEN. DIESE LEUTE, DIE SICH AUSGEBREITET HATTEN, haben WORT WÖRTLICH, diese Fam. Beschimpft, Worte die man garnicht wagt auszusprechen, heruntergejagt.
    WIR HABEN UNS SO GESCHÄMT
    WOHNMOBIL FAHRER ZU SEIN.
    WIE KANN MAN SO ETWAS TUN.
    Sie wollten nur 1 Nacht schlafen. SCHLAFEN UND KEIN URLAUB MACHEN.
    Darum bitte ich, habt auch ein Herz für Wohnwagen Fahrer.
    Danke

  27. Liebe Campingfreunde, wenn man das und die zugehörigen Kommentare liest, fragt man sich ja schon, wer denn die bösen Camper sind? Wir verhalten uns alle so unglaublich korrekt und sind natürlich auch besser als alle anderen. Könnte es aber auch sein, dass wir dem heutzutage beliebten Hobby frönen, alles über einen Kamm zu scheren und undifferenziert zu betrachten? Ich erlebe nämlich auch genau das Gegenteil: Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme, Empathie. Und ich weiß, wie es vor 30 Jahren war – ja, viel hat sich verändert und es ist enger geworden. Immer mehr Verbote, man wird auch mal misstrauisch beäugt. Aber das ist doch in allen Bereichen so. Helfen wir doch mit, dass die bösen, grummeligen Camper nicht die Mehrheit werden und gehen mit gutem Beispiel, Rücksicht und Empathie voran.

  28. Moin,
    Hier ist er, der Neucamper mit minimalistischem Bulli Beach.
    Gekauft am 23.12.19.
    Im Zuge des Kaufes gleich beim großen Fluß eine Trockentoilette und andere nützliche Sachen bestellt.
    Wir haben 12 Liter Frischwasser und genauso viel Grauwasser. Damit reichen wir knapp 3 Tage und stinken trotzdem nicht 😇
    Wenn wir weiterfahren, verbleiben Reifen-und Fußspuren.
    Den Restmüll kann man sehr gut beim örtlichen Entsorger abgeben.
    Ach wir haben schon mit anderen Freistehern diskutiert, von pöpeln bis „Mensch, ihr habt Recht“ war alles dabei.
    Egoisten und Arschlöcher gibt es hüben wie drüben.
    Gruß Martin

  29. Oh wie wahr, stand in Spanien auf einem kostenlosen Platz am Meer. Nebenan 3 WoMos als Wagenburg aufgestellt, Pary mit Disco Beleuchtung, Lautsprecher und Lärm bis 2 Uhr nachts. Nebenan auch noch Familie mit Kindern. Rücksicht Fehlanzeige. WoMo waren die höheren Preisklasse, da darf man sich alles erlauben.

  30. Aals fast oder bald „Neu WOMOBIL Camper“ liest man traurig solche Wahrheiten. Aber mit 80 denkt man zurück. 1956 ein selbst genähtes Zelt ohne Boden geliegen mit dem Kumpeln und nur den eigenen Lebensmittelmarken für 3 Tage, die böse Stiefmutter des Kumpel hat seine nicht rausgerückt, auf nach Plau am See. 80 km an einem Tag mit Gepäck, da ist man fix und alle. Kocher was ist das? Aber die Nachbarn haben den Spirituskegel. Kartoffeln in der HO sind alle, wo seid ihr fragte die blionde Verkäufering, na beim FDGB Heim. Da habt ihr doch den Kartofffelacker auf dem Heimweg vor Euch. Lagerfeuer ist schön aber auf der Liegewiese lagen die Urlauber und schimpften. Da kam der Heimleiter und fragte, obn wir dike Küche nicht nutzen wollen, wegen dem Qualm. Was haben wir uns da geschämt. Dann kam Prerow FKK soweit das Auge reichte. Mit 16 mit den Stdentionnin Skat im Zelt gesspielöt und sonst nix nich! Aber es gab die große Kameradaschaft, die Rücksicht, das Verjagen der „FLeischbeschauer“. Das alles bleribt bis heute. Dann kam die Invasion der großen Zelte mit den Sachsen. Lärm, Schmutz Gestand ujnd Sauefen. Sie benahmen sich so wie in den großen Wohnsilos. Später mit dem Segelboot die 1000 Seen laden ein. Ruhe, Kameradschaft, Ruhe alles war wieder da. Auch der Klappspaten und die Klorolle. Einfach das kleine Boot an Land ziehen und anbinden. Nach der Wende ging es rund. Alles ist verboten, nur noch die großen Millionen Yachten aus HH usw. haben nun in den teuren Häfen das Sagen. Naturverbundenheit ist ein Fremdwort – gibt es im Denglischen nicht.
    Noch später dann Nordamerika, Australien, NZ, das südliche Afrika, Thailand, Spanien, Frankreich über all stößt mann auf Rücksichtslosigkeit. Und heute sagt unsere 85 jährige allein Reisende Schweizerin:“ Mußte in Australien abbrechen. Um 18:00 h gehen die Türen zu und die Fernseher an. Geselliges bei Einandersitzen der Nationen alles ist vorbei!“ Und sie war frei arbeitende Profi!
    Mir graut es, wenn ich das nun alles lese. Der Fendt ist schon weg, der AUDI wird verschenkt und der 9 m Bürstner kommt nun , leider über 200 T Teuronen. Aber wir wollen autark in Strom und Toilette sein – für 7 Tage, daher der hohe Preis. Da bin ich nur noch gespannt. Haben wir einen Fehler gemacht, weil wir zu spät dran sind? Gerhard Kowalski, Scherin M-V, 80 Jahre alt, die Gattin 75.

    1. Ganz sicher hast du nichts falsch gemacht. Genieße den Tag.
      Camping beginnt im Kopf.
      Wäre schön euch Mal irgendwo über den Weg zu laufen. Hört sich spannend an, was du so erlebt hast.
      Viele Grüße
      Jürgen

  31. Moinsen,
    mein erster Kontakt mit dem Zelten war in einer Jugendgruppe, ähnlich der Wandervögel. Wir zelteten im Wald und auf Wiesen, natürlich mit Erlaubnis der Eigentümer.
    Da war es selbstverständlich, das der Zeltplatz penibel sauber und ohne sichtbare Hinterlassenschaften an den freundlichen Bauern oder Waldbesitzer übergeben wurde, damit wir auch mal wiederkommen durften. Das Leben im Lager war selbstverstandlich so umweltfreundlich wie möglich organisiert. Es war Ehrensache immer in Einklang mit den Nachbarn und rücksichtsvoll zu sein.
    Das habe ich dann spater im Reisemobil mit eigener Familie so bei behalten.
    Wir fahren seit 1990 Wohnmobile, angefangen mit dem ausgemusterten VW LT 28 Rettungswagen, der weil viel zu klein für 4Personen, durch den LT 28 mit Explorer Hochdach und Schlafplatz für die Kinder ersetzt wurde.
    Danach kam der kompakte TABBERT 560E als vollintegrierter, mit Betten für 4 Erwachsene.
    Besonders klasse war die gold- mit bronce Lackierung, die im Dunkel völlig verschwand. Damit konnte man schon mal frei stehen, weil das Fahrzeug dann kaum noch zu erkennen war.
    Stellplatze gab es zunächst so gut wie nirgends. Allerdings kam regelmässig die Polizei oder das Ordungsamt um zu Kassieren, oder uns zur Weiterfahrt zu drängen.
    Die Probleme kamen erst mit den Massen, die plötzlich die wenigen, entstandenen Stellplätze überfluteten.
    Diese überfüllten Orte meiden wir konsequent und schöne Plätze behalten wir natürlich schön fûr uns 😉
    Das rücksichtslose Benehmen vieler (asozialen) Zeitgenossen ist nervig, aber nicht zu verhindern.
    Es gibt zu viele davon.
    Ich versuche mich aber eher an den netten, rücksichtsvollen und hilfsbereiten Wohnmobilisten zu erfreuen, als über die Nervensägen zu ärgern.
    Ganz unterirdisch ist, dass einige merkwürdige Zeitgenossen gegen angebliche „Gutmenschen“ in allen Bereichen hetzen.
    Diese selbst müssen ja demnach das Gegenteil von „Gutmenschen“ sein, – also … „Bösmenschen“??
    Das ist denen natürlich nicht klar. 😆

    Die Zeit wird es bringen, dass viele Neumobilisten ihre Wohnmobilzeit beenden und der Markt sich wieder in normale Preisregionen begibt.
    Aber dank Covid wird das noch dauern.

  32. Erst vor drei Jahren sind meine Frau und ich nach vierzig Jahren wieder zum Campen gekommen. Ein Jahr mit Dachzelt, dann ein Puck, dann ein älterer Ford Nugget und jetzt lassen wir einen Mercedes Vario ausbauen.
    Zum „Wildcampen“ kann ich nichts sagen. Aber unsere Erlebnisse auf Stell-und Campingplätzen waren nicht negativ. Klar gibt es mal Nachbarn, die nicht Guten Tag sagen, und eimal gab es auch eine Truppe junger Leute, die unweit bis spät in die Nacht gefeiert haben aber dann nach der Bitte, ruhiger zu sein, dies auch waren. Und wenn wir als Anfänger Probleme mir der Technik hatten, kamen uns Nachbarn auf den Plätzen oft zu Hilfe. Ein Nachbar hat mal unser Waschbecken im Nugget repariert und dann gemeint, die Flasche Wein wäre doch nicht nötig gewesen.
    Wir haben nur gute Erfahrungen gemacht.
    Und manchmal hilft es auch, sein Wohnmobil oder den Wohnwagen umzusellen, und schon ist alles gut.

  33. Ich bilde mir nichts drauf ein, mit meinen 60 J. und 50 Jahre mehr oder weniger Camping. Trotzdem immer noch nicht genug Erfahrungen, da haben Andere mehr.

    Ich behandle jeden Neu-Camper respektvoll, auch wenn seine Anfänge ggf. noch ungeschickt oder gar diletantisch erscheinen.
    Für so Manche ist es wichtig, die Erfahrungen selber zu machen. Anstatt „Belehrungen.“
    Und helfe, wenn Hilfe erwünscht ist. Aber ich dränge mich nicht auf.

    Müll, Abwasser oder Fäkalien kann ich nicht hinterlassen. Könnte ich nicht ertragen. Es gibt so viele korrekte Entsorgungsmöglichkeiten. Ich liebe es, wenn ich keine Spuren hinterlasse. Als ob ich nie dort gewesen wäre.

    Inzwischen nehme ich auch den Müll von Anderen mit. Was nicht (mehr) da ist, kann Keinen stören.
    Oder gar Vorurteile gegen Womo-Fahrer erzeugen. Denn wir sind die „Sündenböcke“, auch wenn es der Anwesende nicht ist.
    Oder der Müll nur von Tagesausflüglern oder jungen Leuten mit PKW stammt.

    Ich habe nie den Platzwart gerufen, oder mich beschwert. Ich bin sehr tollerant und verständnisvoll.
    Wenn mich wirklich was massiv stören würde, würde ich mit den Leuten selber sprechen.
    Ansonsten leben und leben lassen. Auch wenn Schlagermusik oder Heavy Metall vom Nachbarn tönt.

    Perfekt ? – Nö. Aber mit-menschlich. Wir wollen Alle unsere Freizeit UND Freiheit.
    Und Freiheit, ist auch die Freiheit des anders Denkenden. Solange Jeder seine Freiheit bekommt, und den Anderen dabei respektiert.

    Dazu zählt der Landwirt, oder der Förster. Der in seinem Areal weder Müll noch Fäkalien haben will.
    Aber auch der Nachbar auf dem Platz, der seine Mittags- oder Nachtruhe haben will. Es gibt auch Kopfhörer statt (Bluetooth) Boxen.

    Ich bekomme sehr viel Respekt von anderen Campern. Auch wenn Meines zu spartanisch oder eigen aussieht.
    Die sind froh, zB über ihren 50t Euro Camper. Und so manches (teure) Zubehör.
    Und ich bin froh, dass ich nicht soviel Geld dafür ausgebe.

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