Produktest Dashcam/Actioncam Qumox SJ5000+ – Licht und Schatten, trotzdem Daumen hoch

2016-05-20_08-21-49_Beregnung_20160520_082149-1600Seit einigen Jahren sind sogenannte Dashcams sehr beliebt. Insbesondere aus gruseligen Videos aus Russland mit üblen Unfällen, sind die kleinen Autokameras auch einer breiten Bevölkerung bekannt geworden und spätestens mit den Meteoriteneinschlägen, die durch Dashcams dokumetiert wurden, kamen die Bilder auch in die Nachrichten.

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Der Gedanke ist nett: Man fährt Auto, jemand bedrängt einen, baut einen Unfall und dann steht nicht Aussage gegen Aussage, sondern man kann seine Sicht der Dinge durch Videomaterial belegen. Soweit so gut. Ob das Material vor Gericht dann wirklich anerkannt wird, ist eine andere Frage. Und ob jeder Videoschnipsel ins Internet gehört eine ganz andere. Aber das soll nicht unser Thema sein.

Für ganz private Zwecke hatte ich schon vor drei Jahren ein ausgemustertes Smartphone im Norwegenurlaub dabei, um die Route zu dokumentieren. Die Zeitraffer daraus sind extrem langweilig geworden – und trotzdem schön! Immer wieder schauen wir uns mal einen Clip davon an.

Da das Smartphone spätestens mit Einbruch der Dunkelheit kaum noch vernünftige Bilder brachte, bin ich auf die Suche nach einer Dashcam gegangen. Nach endlosen Recherchen im Netz, bekam ich den Hinweis, dass eine reine Dashcam fürs Auto zwar nett ist, aber getoppt werden kann: Es gibt Actioncams à la GoPro, die eine Dashcamfunktion besitzen. Damit schlägt man zwei Fliegen: Im Auto die Dashcam und im Sport oder Hobby noch eine kleine Kamera.

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Die weitere Suche war dann nicht weniger einfach. Eine ganze Reihe Kameras bieten sich da an: Am Ende habe ich mich für die Qumox SJ5000+ entschieden.
Mit rund 140 Euro etwas teurer als eine gute Dashcam, dafür mit wasserdichtem Zusatzgehäuse, Bildschirm und eigenem WLAN, um die Videos sofort auf dem Smartphone anschauen zu können.

Wie heutzutage üblich, kann man die Kamera bei Amazon und Co oft noch günstiger aus dem Ausland bestellen. Das dauert dann zwar einige Tage bis Wochen (!), dafür ist der Preis unschlagbar.
Dies hat Vor- und Nachteile: Den Nachteil habe ich gleich ausprobiert. Die erste Kamera kam und funktionierte nicht. Da mein Gerät aus Groß-Britanien kam, dauert es mit Zurücksenden und Neuverschicken weitere drei Wochen, bis ich ein funktionierendes Modell in Händen hielt. Und die Kommunikation mit dem Händler gestaltete sich manchmal als sehr unbefriedigend.

Zum Gerät selbst: Die Kamera ist winzig! Etwa so groß und aufgebaut wie die bekannten GoPros, jedoch zusätzlich mit einem gut lesbaren Bildschirm ausgestattet. Mit dabei sind eine wasserdichte Hülle, eine zweite Rückwand und etliche Halterungen und Verlängerungen. Geliefert wird die Kamera mit einem Akku. Geladen wird über normale USB Anschlüsse. Externe Ladegeräte und Akkus sind für kleines Geld erhältlich.

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Zum Schutz habe ich eine kleine Zusatzlinse dauerhaft auf das Objektiv gesetzt. So verkratzt nichts und die Linse verändert auch nur wenig die Bildqualität.

Zu den normalen Funktionen möchte ich nicht viel erzählen: Das findet sich alles in den Herstellerangaben. Wichtig für mich war die Dashcam Funktion!
Die Kamera lässt sich so einrichten, dass immer, wenn sie am Stromkabel hängt, unmittelbar die Aufnahmefunktion startet. Das Video wird alle fünf Minuten gespeichert (man kann auch kürzere Zeiträume wählen) Meine Kamera ist mit einer 32 GB Speicherkarte bestückt, so können rund vier Stunden Videos in 5 Minuten Stücken aufgenommen werden. Warum so kurze Clips? Zum einen: Fällt überraschend der Strom aus (und der Akku) speichert die Kamera nichts mehr: Der gesamte Video wäre dann verloren. So geht höchstens der letzte 5 Minuten Video verloren.
Noch wichtiger: Ist die Speicherkarte voll, löscht die Kamera immer den ältesten und nimmt weiter auf. So hat man auf der SD-Karte quasi immer die letzten 4 Stunden gesichert und braucht sich nicht um Speicherplatz kümmern. Also Ideal für eine Dashcam.

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Eingebaut habe ich die Kamera derzeit in die früher beschriebene Halterung am Wohnmobil und da ich das Gerät im PKW auch manchmal benutze, mit einer einfachen Klemme am Spiegel. Das soll sich noch ändern, tut bislang aber brav seinen Dienst.

Angeschlossen an die Zündung, startet die Kamera quasi mit dem Motor und schaltet ab, wenn der Motor ausgeschaltet wird. Das ist sehr komfortabel (und bei reinen Dashcams eine Selbstverständlichkeit)

Jetzt kommt wieder einmal eine Schattenseite: Um diese Funktionen einzurichten braucht man etwas Zeit: Die Menüführung ist zum Teil eine Katastrophe und mangels vernünftiger Übersetzung schwer zu verstehen. So wird „Ja“ immer mit „Auf“ übersetzt. Man gewöhnt sich trotzdem nur schwer daran. Im Netz gibt es zwar eine besser übersetzte Firmware, ich fahre trotzdem aus Garantiegründen noch das Original.

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Die Kamera habe ich in einem kleinen Gehäuse versteckt, so ist von außen nicht gleich ersichtlich, dass hier eine Kamera hängt. Die Kamera nehme ich dann nicht ab, beachte sie mittlerweile auch gar nicht mehr und sehe mir die Videos allerhöchstens mal an, wenn eine brenzlige Situation eingekehrt war oder wir eine besonders interessante Strecke gefahren waren.

Schattenseite: Bei einer achtstündigen Fahrt hatten wir mehrere Ausfälle. Die Kamera war entweder überhitzt oder unser Ladestecker ist nicht geeignet. Auf Strecken < zwei Stunden hatten wir noch nie einen Abbruch. Dies habe ich auch schon dem Verkäufer gemeldet, er empfahl, die neueste Firmware aufzuspielen.

Was die Kamera auszeichnet, ist die Actioncam.2016-05-20_06-28-24_Beregnung_Screenshot_20160520-082823-1600

Nur im Auto, das wäre mir zu langweilig. Da unsere Kinder Fußball spielen, habe ich die Kamera nun mehrfach als Hintertorkamera benutzt. Ein komplettes Spiel nimmt das Gerät locker mit zwei Akkus auf. Wirklich klasse dabei ist, dass über die WLAN-Funktion auf die SJcam-App das Bild sofort übertragen wird: So kann man sehr gut die Kamera ausrichten.

Und bei einer Kajakfahrt haben wir einen Video für unseren Hometrainer aufgenommen. So werden wir nun auf dem Trockenen paddeln und die letzten Touren genießen.

Zuletzt beobachteten wir die Vogelbrut eines Falkenpaares bei uns im Garten. Kamera vors Nest gestellt, WLAN-Übertragung eingeschaltet und ab und an ein Bild via Smartphone in hoher Qualität aufgenommen.

Fazit: Die Kamera erfüllt unsere Erwartungen. Preis/Leistung sind sehr gut. Die Bedienung ist einfach – wenn alles eingerichtet ist. Und das ist der Schwachpunkt: Die Menüführung ist grottig, manchmal kaum zu verstehen! Wenn dann alles steht, ist die WLAN-Anbindung an die Smartphone App sehr einfach. Die Kamera ist dank der wasserfesten Hülle und der vielen Adapter vielseitig einsetzbar und dementsprechend zu schade, um als reine Dashcam zu verkümmern.

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