So wird die Truma zur Komfort-Heizung

Siebzigtausend Euro für ein Wohnmobil ausgegeben und die Heizung lässt sich kaum vernünftig regeln?
Mal ist es zu heiß, mal zu kalt.
Der kleine Drehregler lässt eine Feinjustierung kaum zu.
Im Sommer mag das gar nicht auffallen, aber wehe es ist Frühjahr, Herbst oder gar Winter. Dann kommt schnell Frust auf.

Doch dem kann abgeholfen werden. Und noch dazu ist es so einfach, dass auch der engagierte Laie es schaffen kann.

Wir rüsten unsere schwarze Truma Combi 4 digital auf!

Wichtig dabei, ist zu wissen, welche Version der Truma Combi 4 man hat.
Am Gehäuse der Heizung kann man es erkennen: die ältere graue Truma Combi 4 benötigt noch den Austausch einer Steuerplatine,
die mittlerweile weit verbreitete schwarze Truma 4 Heizung sogar nur ein neues Steuergerät: Wer es genau wissen will, schaut hier nach

Aufgepasst: an unserer alten Truma C3004 ging das nicht! Es muss eine „Combi“ sein. Auch bei einer Combi 6 sollte die Umrüstung klappen.

Und noch ein Hinweis: Ganz ohne Grundkenntnisse, sollte man sich nicht ans Basteln wagen – im Zweifel immer den Fachmann die Arbeit machen lassen!

Mittlerweile haben wir an verschiedenen Mobilen einiges gebastelt und verändert. Aber die Umrüstung der Truma Combi 4 gehört zu den einfachsten Aufgaben. Und dafür auch noch mit dem maximalen Ergebnis: Behaglichkeit ab der ersten Minute!

Die Steuerung Truma CP Plus direkt beim Truma Händler gekauft oder im einschlägigen Fachhandel bestellt. Schon zwei Tage später kommt das Päckchen und es kann losgehen.

Die alte, manuelle Steuerung ist in unserem Wohnmobil geeignet platziert, an gleicher Stelle soll auch die neue, digitale Steuerung eingebaut werden.

Zu allererst: Hauptstromschalter ausschalten oder zumindest die komplette Heizung trennen (Ggfls. Sicherung lösen)
Da dies an jedem Wohnmobil in eigener Art und Weise gelöst ist, habe ich es mir einfach gemacht und einfach den Hauptschalter für die komplette 12V Versorgung ausgeschaltet!

Der äußere Rahmen lässt sich abnehmen – mit einem flachen Schraubenzieher vorsichtig zwischen Wand und Rahmen stechen und herausdrücken.

Vier Schrauben (Torx) trennen uns noch vom Glück.
Herausdrehen und  das Gehäuse herausnehmen. Auf der Rückseite befindet sich ein RJ-Stecker, wie man sie häufig in Telefon- oder Computeranlagen findet.

Da unsere Anlage schon montiert ist und auch die neue Steueranlage mit dem gleichen Kabel arbeitet, brauchen wir hier nichts ändern.

Die CP Plus benötigt nur noch zusätzlich 12 Volt, also von irgendwo her Plus und Minus. Auch dies ist natürlich in jedem Wohnmobil anders gelöst, da sich hinter unserer Blende aber gleich der Hauptleitungsschacht befindet, der auch die Hauptsteuerung füttert, werden wir rasch fündig.

Zur Sicherheit mache ich mit dem Handy ein Bild von der Rückseite:
Früher hat man für so etwas eine Spezialkamera gebraucht – heute geht das einfach per Smartphone:

Oben links im Bild ist schon die Stromversorgung mit der Sicherung.
Bitte dran denken: die Sicherung sollte immer im + Kabel eingebaut werden!
Offenbar ist genügend Platz hinter dem Brett, nur die Kabel sichern wir vorsorglich, damit wir beim Aussägen der Öffnung nicht aus Versehen ein Kabel verletzen:

Mit einem einfachen Klebeband sichern wir die Kabel außerhalb des Arbeitsbereichs.

Anschließend malen wir die neue Öffnung auf:

Die Halterung der CP-Plus dient dabei als Maß.
Sicherheitshalber noch zu den Kanten ausmessen, damit es am Ende nicht schief sitzt.

Wie kann es anders sein: an dieser Stelle ist es eng.
Vorsichtig säge ich die Öffnung auf. Lieber zu langsam, als am Ende Kratzer zu hinterlassen.

Wirklich kniffelig, denn um die Ecken kann man nicht fahren. Im Zweifel mit einer Handsäge arbeiten und wenn gar nichts hilft: ein Stichsägeblatt hilft auch ohne Stichsäge: einfach das Ende mit Klebeband umwickeln und sägen. Geht nur langsam, aber dafür sicher.

Ist der grobe Rahmen gesägt, kann man mit Raspel und Feile die Details ausarbeiten. Wichtig ist, dass die CP-Plus mit Abdeckung glatt durch die Öffnung geht.

Halterung mit vier Schrauben aufschrauben, testen, dass die CP-Plus immer noch passt. Erst danach schließe ich die Kabel an.

Die Verkabelung ist denkbar einfach:

12 Volt-Versorgung (Sicherung im Plus-Kabel nicht vergessen) anschließen und den RJ-Stecker der alten Steuerung einstecken.

Zu guter Letzt noch die Halteschraube einschrauben (fiel mir bestimmt ein Dutzend Mal herunter) und den Drehknopf aufstecken.

Und wie immer, wenn man bastelt, kommt der Zeitpunkt des Ausprobierens. Den Stecker einstecken oder den Schalter umlegen:
Wird auch alles gehen? Geht ansonsten etwas kaputt?

Bis hierhin war es so extrem einfach, dass ich tatsächlich die Luft anhielt: Hauptschalter ein und….

GEHT.

 

Die Bedienung des Geräts ist genauso einfach wie intuitiv. Rasch die CP-Plus die angeschlossenen Geräte suchen lassen.

Im Menü dazu das Schraubenschlüssel-Symbol anwählen und mit dem Knopf klicken, dann zu Reset springen und nach wenigen Sekunden ist CP-Plus und Truma Combi miteinander verbunden.
Noch schnell die Uhr eingestellt und erst einmal eine Temperatur vorgegeben. Nach einigen Sekunden springt die Heizung an und ich stelle das Gebläse auf High und das Warmwasser auf AUS.
Schon so einfache Dinge gingen mit der alten Steuerung nicht.

Wenn nun 21 Grad erreicht sind, hält die neue Steuerung einfach diese Temperatur. Traumhaft. Per Zeitsteuerung schalten wir die Heizung morgens etwas höher und wenn alle duschen wollen, wird der Erwärmung des Wassers  Vorrang eingeräumt.

Fazit: Wenn im Wohnmobil keine Truma CP-Plus eingebaut ist (und eine Combi 4 oder 6 vorhanden), dann ist es ein Leichtes sich ein wenig Luxus zu gönnen: der Einbau hat keine Stunde gedauert und es funktionierte alles auf Anhieb. So gut, dass wir als nächstes mit der iNet-Anbindung weitermachen werden.
Denn eine Fernsteuerung übers Smartphone dürfte heutzutage auch kein Hexenwerk mehr sein.

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