Wie funktioniert die Toilette im Wohnmobil? – WOHNMOBIL FÜR BEGINNER – DIE EINSTEIGER-REIHE

Ja, so etwas gibt es wirklich.
Man kauft oder mietet ein Wohnmobil und geht irgendwann auf das stille Örtchen und bemerkt: Das funktioniert ja ganz anders, wie zuhause.
Und während die Notdurft in der Schüssel langsam riecht, krabbelt man um die Toilette und versucht zu verstehen, wie sie funktioniert.

Hier erklären, wir, auf was man achten sollte und wie es funktioniert

Aber fangen wir erst einmal mit dem Aufbau einer normalen Campingtoilette an. 
Im Regelfall sind die Toiletten in den modernen Wohnmobilen aus
dem  Haus Thetford oder Dometic.

Schüsselprobleme

Im Grunde ist die Campingtoilette nicht viel anders, wie der berühmte Stuhl aus dem Mittelalter: Ein Sitz mit einem Loch drin und darunter stand ein Eimer. Schon Könige haben so ihren Stuhlgang erledigt.
Damals war man noch nicht so zart besaitet und der Geruch den Menschen wohl noch vertrauter.
Heute will man so natürlich nicht mehr auf die Toilette gehen.

Daher haben die Hersteller dem Eimer einen Deckel verpasst. Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern, da stand ein solcher Eimer im Vorzelt, damit man nachts nicht über den Campingplatz wandern musste.

Heute ist der Eimer eine Kassette und der Deckel ein durchdachter Verschluss. Zwar gibt es auch ganz andere Systeme, doch am verbreitesten dürften diese Varianten sein. Egal, ob es sich dann um eine Kassette mit 15-20 L Fassungsvermögen oder einen fest eingebauten Tank handelt – unten an der Schüssel gibt es einen Schieber, der die Notdurft in den Tank fallen lässt. Wobei es auch Festtanktoiletten gibt, die der normalen Toilette zuhause entsprechen. Diese finden sich aber selten in den günstigen Wohnmobilen oder Mietmobilien, eher in den Dickschiffen und Landyachten.

Im Regelfall sitzt man also auf der Toilette und greift rechts oder links außen an der Toilette einen Griff, der den Schieber öffnet.
Plumps und weg – und schnell den Schieber wieder zu, damit es nicht riecht.
Damit erst gar kein Duft in das Wohnmobil entweichen kann, gibt es Absaugsysteme, wir haben eine SOG (Und dazu die passende Einbauanleitung verfasst SOG C250SOG C200).
Im Moment der Öffnung beginnt ein Ventilator die Luft in der Kassette nach außen zu ziehen. Durch einen Kohlefilter riecht es dann auch außerhalb nicht nach Fäkalien. (Sofern der Kohlefilter jährlich gewechselt wird!)

ausgefeilte Technik sorgt für einen dichten Verschluss und sorgt dafür, dass keine Gerüche ins Wohnmobil oder Wohnwagen gelangen

Es gibt aber auch Zeitgenossen, die öffnen schon vor dem Geschäft den Schieber, damit erst gar nichts in der Schüssel und auf dem Schieber landet – das es dann bei einer längeren Sitzung riecht, ob mit oder ohne SOG, dürfte jedem klar sein.
Die Toiletten sind so konstruiert, dass der Schieber durch eine Dichtung sauber bleibt – und ansonsten sollte man wie zuhause eine Toiletten-Bürste dabei haben und seine Toilette reinigen.

Die Campingtoiletten haben ebenfalls eine Wasserspülung. Diese funktioniert aber nicht wie gewohnt, sondern dient eher dazu, Papier usw. in die Kassette zu spülen und das Becken zu säubern. Das sind dann keine großen Wassermengen – funktioniert aber erstaunlich gut.

Vorsichtig sollte man mit dem Toilettenpapier sein. Zuviel, zusammengefaltet oder geknüllt, kommt vielleicht alles noch in die Kassette, verstopft aber gerne bei der Entleerung!

Weniger ist mehr und als Tip: Ein Blatt feuchtes Toilettenpapier kann in solchen Fällen viel helfen und vermeidet Papierberge in der Kassette.

Chemie braucht man Dank einer SOG übrigens überhaupt nicht. Die ganzen Mittelchen, die angeblich die Fäkalien rascher auflösen und deren Duftbomben, den Geruch nur übertünchen, sind unseres Erachtens ihr Geld nicht wert.
Auf einem Campingplatz an der Nordsee waren sie zudem verboten und man empfahl Essig in die Kassette zu tun. Löst die Fäkalien auch auf und mindert den Geruch.

Viel sinnvoller ist u.E. folgende Vorgehensweise: SOG und regelmäßig entleeren. Am besten täglich, spätestens nach zwei Tagen.

Mit vier Personen sind wir die letzten Jahre bei einer C200 (16l) nur einen Tag weit gekommen.
Zu zweit reicht es eher zwei Tage. Wir haben immer zwei Kassetten dabei, falls es einmal nicht möglich ist die Kassetten zu leeren.

Ein alter Camper hat mir mal seine Lösung erzählt: Er hat einen Weithalsbehälter in der Garage, in dem er den Inhalt der Kassetten sammelt, bis er nach ein, zwei Wochen wieder einmal an eine Entsorgung kommt. Ok, nicht jedermanns Sache, aber auch ein Weg seine Standzeit zu verlängern.

Wer auf einem Campingplatz oder Standplatz mit Entsorgung steht, wird es gar nicht so weit kommen lassen. Einfach täglich entleeren und man hat Ruhe. Insbesondere zur Hauptsaison ist einem das eigene Klo doch lieber als ein überfülltes Sanitärhäuschen am Campingplatz. Da gehe ich lieber Kassetten entleeren.

Wie das geht, können sie hier nachlesen: Toilettenentleerung.

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