Dachzelt – Rauswurf vom Serengeti Stellplatz hat seinen Grund

Aufregung auf dem Stellplatz am Serengeti Park Hodenhagen
Ein Auto mit Dachzelt, Vater und zwei Söhne, werden am Abend vom Stellplatz verwiesen.
Dabei stehen dort sogar Wohnwagen zwischen den vielen Wohnmobilen.
Sollte man da nicht erwarten können, dass ein Dachzelt samt Insassen nach dem Besuch des Parks nicht zumindest eine Nacht geduldet werden?

Das war passiert:

Am frühen Abend erreicht mich folgende Mail:

„Wir wurden Zeugen eines sehr traurigen Vorfalls auf dem Stellplatz vom SerengetiPark Hodenhagen.
Ein Vater mit zwei kleinen Kindern wurde um 20:00 Uhr vom Nachtwächter vom Stellplatz verwiesen, da sie ein Zelt auf einem PKW benutzen wollten.
Wir wissen dass das auf Stellplätzen nicht erlaubt ist aber von Ihrer Rezeption wurde ihnen der Platz vermietet. Da vorher nach der Fahrzeugart gefragt wird, empfinden wir das unmöglich.
Zumal auf dem Stellplatz auch Wohnwagengespanne sind…
Der Vater bekam zu hören, er sollte draußen auf einem Parkplatz campieren und musste dann im Dunkeln auch den Platz verlassen.“

Natürlich ist so etwas erst einmal traurig und wir wollten es genauer wissen.
Sehr häufig sind ja nicht einmal Wohnwagen in Deutschland auf Stellplätzen geduldet. Dabei geht es um die Größe der Gespanne, die dann oft mehrere Plätze belegen. Aber bei einem Dachzelt? Das dürfte kleiner sein, wie jedes Wohnmobil.
Daher haben wir beim Serengeti Park nachgefragt:

Nichts für Dachzelte

Denn, was die unbeteiligten Zuschauer nicht mitbekommen haben, es hat seinen Grund, warum auf dem Stellplatz keine Zelte, auch nicht Dachzelte bleiben dürfen.
Und das erklärt uns der Serengeti Park ausführlich:

Jambo Herr Rode,

 

dankend haben wir Ihre Mail erhalten. Vielen Dank dafür, dass Sie uns die Sachlage erklären lassen.

 

Da sich unsere Mobilstellplätze innerhalb der Masai Mara Anlage befinden, kann die Übernachtung in einem Zelt gefährlich werden.

 

Auf dieser Anlage befinden sich auf der angrenzenden Insel, an den Masai Mara Lodges, wilde Tiere, die unter Umständen auf die andere Seite des Wasserlaufes gelangen können und sowohl das leibliche Wohl gefährden, als auch Sachschaden verursachen könnten.

 

Daher ist seit Öffnung unseres Mobilstellplatzes die Übernachtung in jeder Art von Zelten nicht gestattet. Auch Vorzelte sind bei uns nicht gestattet. Beides wird auf unserer Internetseite beschrieben, Gäste unterschreiben unsere Hausordnung, auf der Internetseite und in der Buchungsbestätigung gibt es einen Link zu dieser Hausordnung, in der dies ebenfalls eindeutig steht.

 

Da es sich bei uns nicht um einen üblichen Campingplatz oder Mobilstellplatz handelt, gelten bei uns leider diese von der Leitung festgelegten Sicherheitsmaßnahmen. Unsere Nachtwächter sind angehalten den Mobilstellplatz zu überprüfen, Verletzungen unserer Hausordnung anzuzeigen,  die Einhaltung durchzusetzen und in nicht änderbaren Fällen Gäste leider auch des Platzes verweisen.

 

Wir bedauern natürlich sehr, dass die betreffende Familie nicht bei uns übernachten konnten.

 

Die von Ihnen angesprochenen Wohnwagengespanne dürfen bei uns auf dem Stellplatz nur übernachten, wenn das Gespann verkuppelt bleibt um jederzeit mobil zu sein.

Ihr Serengeti Resort Team

Rezeptionsleitung
Übernachtungen


Tel.: +49 5164 9799 90
Fax: 05164 / 9799 – 399
eMail: uebernachten@serengeti-park.de
Webseite: www.serengeti-park.de

Und deswegen ist es gut, zu reden!

Bevor so eine Geschichte ins Internet gelangt, ist es gut, miteinander zu reden.
Das haben wir gemacht, eine sehr (!) vernünftige Erklärung bekommen und hoffen nun, dass dies nun viele Dachzeltnomaden lesen und sich darauf einstellen.
Danke an den Serengeti Park für die rasche Aufklärung der ganzen Geschichte!

Jürgen Rode

Jürgen Rode

Womo.blog
Jürgen Rode schreibt seit 2012 auf Womo.blog
Der gelernte Wertpapierspezialist ist in der elterlichen Maschinenbaufirma groß geworden und arbeitet noch heute gerne in seiner Werkstatt. Als Sportler wurde er 1991 Bumerang-Europameister
- Creative Content Creator -

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15 Antworten

  1. Hi!
    Ich gehöre auch zu den Gespannfahrern aus Überzeugung. Meine Beobachtung geht allerdings in die Richtung, dass die WoMo’s immer größer werden und mehr Platz beanspruchen als Gespannfahrer. Mein Gespann hat eine Länge (PKW+Eriba Troll) von knapp 10 Metern. Ein Blick auf die Stellplätze genügt, um zu sehen, dass die Mega-Liner von Consorde, Morello (über 10 m!) plus Trailer (für den Kleinwagen!) deutlich länger sind. Tendenz zunehmend.
    Mich ärgert schon länger die Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Campern. Völlig unverständlich wird es dann, wenn ein ehemaliger Campingplatz zum Stellplatz umfunktioniert wird und dort nur Wohnmobile stehen dürfen. Mit Trailer. Und einem Platzbedarf von 14-15 Metern in der Länge. Und das alles zum Einheitstarif ohne Differenzierung.

    Schöne Grüße

  2. Es ist im Leben immer von Vorteil, wenn man lesen kann bzw. sich etwas genau vorher durchliest. Das trifft besonders auf Reisen zu. Es gibt auf fremden Plätzen immer eine Art Hausordnung.

  3. Da frage ich mich wieso ein Stellplatz vermietet wurde, etwa Geld stink nicht? Ich hoffe das der Vater sein Geld zurückbekommen hat. Das Dachzelt ist sehr schnell zu und dann ist es ein ganz normaler PKW der genau so schnell beweglich ist wie ein Gespann, wenn nicht sogar noch schneller. Der Vorfall ist für mich ein Grund dort nicht hinzufahren, wie ich es zum Einkaufen mit Orte halte die ihre kostenlosen Parkplätze mit Sperrbalken versehen damit man 50 Meter weiter für viel Geld auf der gleichen Fläche stehen kann. Aber erst nach der Bezahlschranke.

  4. Finde ich gut, dass du nachgefragt hast. Dies gibt gleich ein ganz anderes Bild. Würde vielen Leuten gut tun, erst die Fakten zu prüfen, bevor man in den Medien vom Leder zieht. Vielen Dank!

  5. Nachvollziehbare Argumente,
    Ich stelle mir aber vor, wie ich gerade im Wohnwagen schlafe, von einem wilden Tier überfallen, ich aus dem Wohnwagen herausgehe dem wilden Tier verklickere, dass ich nur in mein Zugfahrzeug muss um wegzufahren. Ich hoffe, die Tiere kennen auch die Hausordnung. 😀

    1. Komisch das man in Südafrika in der echten Wildness auf Safari auch im Dachzelt schläft! Weiß nicht was daran gefährlich sein soll. Ich liege in 2m Höhe und weiß nicht was da passieren soll?

  6. Hallo Jürgen,

    vielen Dank für die Info. Wir haben zwar selbst kein Dachzelt, aber Freunde von uns. Da ist sowas schon interessant.

    Die Begründung vom Serengeti Park ist sehr gut nachzuvollziehen und auch sehr berechtigt. Einzig die Frage, warum der Platz denn überhaupt vermietet wurde, wo doch „vorher nach der Fahrzeugart gefragt wird“, bleibt unbeantwortet. Das wäre noch interessant gewesen, da ja durchaus in diesem speziellen Fall ein „Verschulden“ des Parks vorliegen könnte. Wir wissen aber nicht, wie die Kommunikation zwischen dem Park und dem Familienvater abgelaufen ist, deswegen bleibt hier noch Raum für Spekulationen…

    Viele Grüße,
    Frank

  7. Ich habe schon im Bezug auf gefährliche Tiere in wesentlich „gefährlicheren“ Gegenden mit dem Dachzelt übernachtet. Bisher habe ich immer überlebt, da ich ja nachts nicht hinunterklettere und ich nicht glaube, dass ein Tier über die Leiter hochklettert, den Reißverschluss öffnet und mich genüsslich verspeist. Das gefährlichste Tier war bisher eine Spinne, die ich resolut an die frische Luft setzte. Auch in Afrika sind regelmäßig Autos mit Dachzelten in den Nationalparks unterwegs, sogar an der Tagesordnung, sodass ich die Begründung ehrlich gesagt nicht verstehe, sofern die Besucher gut aufgeklärt werden.

  8. Ab nach Namibia!
    Da Leben die Wildtiere zumindest halbwegs in ihrer natürlichen Umgebung und in den Parks, wo es tatsächlich zu Begegnungen mit gefährlichen Tieren kommen könnte sind die Campsites gesichert.
    Dort sind Dachzelte die Regel, Womos die Ausnahme.

    1. Diese Frage habe ich mir auch gestellt, als ich die Begründung seitens des Betreibers gelesen habe … Zumal es ja nicht nur VW Busse mit Aufstelldach gibt, sondern durchaus schon richtige Reisemobile von Hymer, Pössl etc., die ab dem 3./4. Schlafplatz oben ein Aufstelldach haben. Ich vermute hinter der Regelung eine gewisse Absicht, solche „Art“ von Campern nicht zu gewähren.

  9. Mal gut das ich mit meinem Dachzelt schon in der Wildnis war und mir in Namibia von ein Freund einen Pick up mit Dachzelt geliehen hab und es dort keine wilden Tiere gab die noch nie Kontakt mit Menschen hatten.
    Top Argument vom Seringti Park.

  10. nanu? „wilde Tiere … gefährden …“:
    mitten in Deutschland Nähe Lüneburg und Hamburg würde man eigentlich nur wilde Ameisen am Campground erwarten (?)
    wenn da Grußraubkatzen Zutritt haben, sind doch auch Gespanne gefährdet?
    (Gang zum WC, vergessene Lampe vorn im Auto etc.)
    ??? sind die Kommentare deaktiviert? hier steht immer noch „keine Kommentare vorhanden“

  11. Ich Frage mich,warum nach deutschen Gesetzen ( Sicherheit ) überhaupt Tiere aus den Gehegen ausbrechen können.Da stimmt doch etwas nicht.

  12. An die Parkverwaltung,
    Wenn ich in Afrika in den Parks reise suche ich doch den Kontakt zu den dort lebenden Tieren. Ich habe mich nach der ersten Nacht in Namibia im Pickup mit Klappzelt auch über die großen Elefantenfladen vor meinem Zelt gewundert, aber bedroht fühlte ich mich Nachts nie. Am Tag schon eher wenn sie sich z.B. durch das Fahrzeug das ihre Route kreuzte gestört fühlten. Da bin ich einige Male gerne ein paar Meter zurück gefahren u habe gewartet. Lästig waren auch die kleinem Affen beim Frühstück, aber wenn die Lebensmittel verräumt waren war auch das kein Problem. Ich nehme an es gab Vorfälle mit Lebensmitteln aber das ist schlicht Dummheit. Bären z.B lassen sich auch durch schwere Eisentonnen nicht abhalten, aber das sie Dachzelt ohne Lebensmittel räubern habe ich nicht gehört.

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