Wohnmobil mieten – aber richtig

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben.
Der Volksmund tut es kund, aber auch schon vorher kann man was erleben. Und beim Wohnmobil geht das schon beim Mieten eines Vans oder Wohnmobils los. Auf was man achten sollte und einige Tipps von Menschen, die regelmäßig mieten, haben wir euch hier zusammengestellt.

Mieten?

Gute Freunde von uns machen es richtig: Sie mieten jedes Jahr ihr Wohnmobil, da sie voll berufstätig sind und außer dem großen Sommerurlaub (noch) nicht regelmäßig weg kommen – da lohnt kein eigenes Wohnmobil.
Aber bald ist es soweit und sie haben viel Zeit und dann werden sie ein Wohnmobil kaufen.
Und da sie in den letzten Jahren jedes Jahr einen anderen Wohnmobiltyp mieteten, wissen sie jetzt genau, was zu ihnen passt: Alkoven, Van, TI  groß und klein – sie haben jede Typ über Wochen ausgiebig getestet.

Dementsprechend haben sie viel Erfahrung mit dem Mieten eines Wohnmobils.
Verschiedenste Anbieter waren dabei – von billig bis hochwertig, kompliziert und unfreundlich bis herzlich und flexibel.
Gemeinsam haben wir zusammen getragen, auf was man achten sollte und wo sich die Spreu vom Weizen trennt.

Urlaub

Planung und Buchung

Bevor du ein Wohnmobil mietest, ist es wichtig, deine Reisepläne im Voraus zu planen. Überlege, wie viele Personen mitreisen, welche Strecke du zurücklegen möchtest und welche Art von Wohnmobil am besten zu deinen Bedürfnissen passt. Buche dein Wohnmobil rechtzeitig, besonders in beliebten Reisezeiten, um sicherzustellen, dass du die gewünschte Fahrzeugkategorie bekommst.

Falle: Führerschein

Führerschein und Versicherungen:
Stelle sicher, dass du im Besitz eines gültigen Führerscheins bist, der für das Fahren deines Wohnmobils der gewählten Größe geeignet ist. Informiere dich über die Versicherungsoptionen des Vermieters. In der Regel bieten Vermieter Basisversicherungen an, aber du kannst auch zusätzliche Deckungen wie Diebstahlschutz und Haftpflichtversicherung in Betracht ziehen. Vorsicht bei Reisen ins Nichteuropäische Ausland: Gilt dort die Versicherung und der Führerschein? Unbedingt vorab auch dem Vermieter mitteilen, wohin die Reise gehen soll!

Auswahl des Vermieters

Die wohl schwierigste Aufgabe. Ein Wohnmobil mieten hat viel mit Vertrauen zu tun.
Auf jeden Fall sollte man den Vermieter nach diesen Kriterien auswählen:

– Kaution

– Versicherung (Vollkaskso, Selbstbehalt etc.)

– Freikilometer

– Zusatzfahrer – darf der Partner auch fahren?

– Auslandsfahrten versichert?

– Mindestbuchdauer

– Rüstkosten

 

Zusatzausstattung im Preis dabei oder kostets extra?

– Camping Stühle + Tisch

– Geschirr

– Bettzeug / Überzüge

Übergabe des Wohnmobils

Die Übergabe des Wohnmobils ist ein entscheidender Moment. Nimm dir ausreichend Zeit, um das Fahrzeug gründlich zu inspizieren. Der Vermieter wird mit dir den Zustand des Wohnmobils dokumentieren, und es ist wichtig, alle vorhandenen Schäden oder Mängel zu notieren. Überprüfe auch den Tankstand, die Funktionen der elektronischen Geräte und die Ausstattung des Wohnmobils.
Dazu viel Zeit einplanen, Vorschäden später anzumelden, führt oft zu Streitigkeiten. Am besten viele Bilder machen, auch von unten und vom Motorraum.
Unbedingt die Technik ausprobieren: Geht die Heizung, der Kühlschrank. Läuft das Wasser, funktionieren alle Stauklappen. Ist ein Wagenheber an Bord, Warnwesten, Erste-Hilfe-Set. Gibt es Ersatzräder oder einen Kompressor mit Reifenhilfe. Hat die Windschutzscheibe Schäden?

Einweisung des Vermieters

Der Vermieter sollte dir alle wichtigen Funktionen des Wohnmobils erklären. Dazu gehören das Handling des Fahrzeugs, das Bedienen der elektronischen Geräte, die Verwendung der sanitären Einrichtungen und die Gasversorgung. Frage nach, wenn etwas unklar ist, und lass dir gegebenenfalls eine Bedienungsanleitung geben. Verlasse den Vermieterstandort erst, wenn du dich sicher fühlst, das Wohnmobil zu bedienen.
Teste alle Geräte, teste Dusche und Toilette. Gerade bei der Toilette ist es wichtig zu wissen, wie der Schieber funktioniert, wie die Kassette entnommen und entleert wird.
Wo kann man den Schieber des Abwassertanks betätigen. Mechanisch oder Elektrisch?
Gibt es einen Wechselrichter oder funktionieren die 230V Steckdosen nur mit angeschlossenen Landstrom?
Wo ist der Sicherungskasten, gibt es Ersatzsicherungen. 
Ist Werkzeug an Bord, Wagenheber. Wie funktioniert die Markise und was muss bei ihr beachtet werden.
Fährt die Sat-Anlage automatisch ein, wenn der Motor gestartet wird (um zu verhindern, dass man die Antenne am nächsten Baum verliert).
Eine Einweisung kann dabei schon einmal zwei Stunden dauern. Vielleicht ein Video dabei machen, um es sich später anzuhören.
Moderne Vermieter bieten auf ihren Webseiten Erklärvideos an.
Aufgepasst: In kurzer Zeit kann man die vielen Informationen oft nicht aufnehmen – daher ist es gut, wenn man mit zusammen mit dem Partner die Einweisung erfährt.

Zeitplan für die Übergabe

Die Übergabe des Wohnmobils kann je nach Vermieter unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen. Plane neben der Einweisung mindestens 1 Stunde ein, um alle Formalitäten zu erledigen und das Fahrzeug zu inspizieren. Dies gibt dir ausreichend Zeit, um sicherzustellen, dass du mit dem Wohnmobil vertraut bist, bevor du deine Reise beginnst.

Tipp von Mietern: Vorher packen

Wer regelmäßig mietet, will keine Zeit mit dem Packen des Wohnmobils vergeuden. Denn jeder Tag kostet viel Geld.
So packen unsere Freunde in den Tagen vor dem Urlaub Kisten, die dann zum Start einfach in der Garage gestapelt werden. So ist die Zeit gut genutzt und alles schnell an Bord.
Während des Urlaubs ist dann oft genügend Zeit sich neu zu organisieren oder auch umzuräumen. Sinnvoll ist es, sich dann Listen zu schreiben, um beim nächsten Urlaub besser vorbereitet zu sein. Was sollte noch mit, was kann beim nächsten Urlaub zuhause bleiben.

Unfall vermeiden

Hört sich trivial an: Um Unfälle zu vermeiden, fahre vorsichtig und halte dich an die Verkehrsregeln. Beachte auch die Größe des Wohnmobils und passe deine Fahrweise entsprechend an. Achte darauf, genügend Abstand zu anderen Fahrzeugen zu halten und besonders beim Rangieren umsichtig zu sein.
Daher der Tipp: Schreibe einen Hinweiszettel mit den Maßen des Wohnmobil in großen Buchstaben und hänge sie dir ans Armaturenbrett:
Bei jeder Brücke und Unterführung musst du sicher sein, dass deine Fahrzeughöhe zu den Angaben der Brücke passen – ein Moment nicht aufgepasst und es ist passiert.
Es kommt häufig vor, dass ein 3 Meter Fahrzeug in einer 2,70m Brücke stecken bleibt!

LANGSAM fahren und sich nicht drängeln lassen.
Gerade in kleinen Ortschaften auf Hausvorsprünge und Balkone achten – Auch Straßenschilder stehen manchmal über den Straßenrand hervor und können das Fahrzeug beschädigen. Immer genug Abstand zu allen anderen Verkehrsteilnehmern und Schildern halten.

Was tun im Falle eines Unfalls

Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, ist es wichtig, ruhig zu bleiben. Überprüfe zuerst, ob alle Insassen in unbeschadet den Unfall überstanden haben. Rufe sofort die örtlichen Notdienste und informiere den Vermieter über den Vorfall. Dokumentiere den Unfallort, mache Fotos von eventuellen Schäden und sammle Zeugenaussagen, wenn möglich. Uns hat immer die ADAC Familienversicherung geholfen. Im Schadenfall hatten wir einen Übersetzer am Telefon und der ADAC hat uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Aufgeregt, wie man dann ist, vergisst man sonst gerne das eine oder andere zu tun. 
Daher auch hier: Ruhe bewahren.

Versicherung im Falle eines Unfalls

Die Versicherungssituation im Falle eines Unfalls hängt von der Art der abgeschlossenen Versicherung ab. In der Regel deckt die Basisversicherung Schäden am gemieteten Wohnmobil ab, jedoch gibt es oft eine Selbstbeteiligung, die du im Schadensfall zahlen musst. Zusätzliche Versicherungen, wie eine Vollkaskoversicherung oder eine Reduzierung der Selbstbeteiligung, können die finanzielle Belastung im Falle eines Unfalls verringern. Daher schon bei der Vermietung klären, wie ein möglicher Schaden gedeckt werden kann

Rückgabe des Wohnmobils

Bei der Rückgabe des Wohnmobils ist es wichtig, dies wiederum gemeinsam mit dem Vermieter zu tun.
Überprüfe das Fahrzeug erneut auf Schäden oder Mängel und dokumentiere diese.
Achte darauf, dass du das Wohnmobil im vereinbarten Zustand zurückgibst, insbesondere was den Tankfüllstand angeht. Die Kosten für die Grundreinigung sind den meisten zuviel und sie reinigen selbst: Aber aufgepasst: Das Reinigen dauert dann oft viele Stunden. Zwei, drei auch vier Stunden sind dann für den Laien keine Seltenheit.
Daher haben unsere Freunde zuletzt lieber die Reinigung bezahlt, um auch Ärger mit dem Vermieter aus dem Weg zu gehen, der vielleicht eigene Maßstäbe an eine Selbstreinigung anlegt.
Wenn du das Fahrzeug außerhalb der Geschäftszeiten zurückgeben musst, kläre im Voraus, wie dies ablaufen wird.
Vorsicht: Ein in ein Briefkasten eingeworfener Schlüssel ist kein Haftungsausschluss. Klären, wann die Haftung übergeht. Ist das Fahrzeug danach gestohlen, kann es ansonsten zu Regressansprüchen führen. Das kann man mit der entsprechenden Absprache verhindern.

Mieten oder besser kaufen

Kaufen ist nur für Menschen sinnvoll die regelmäßig ihr Wohnmobil nutzen.
Der Mietpreis erscheint erst einmal astronomisch hoch, bedenkt man aber, dass man regelmäßig ein neues, hochwertiges Fahrzeug bekommt, sich keine Gedanken um Inspektion und Reparatur machen muss und auch Fahrzeuggröße und Art dem jeweiligen Urlaubsziel und Reisezeit anpassen kann, relativiert sich der Mietpreis deutlich.

Noch dazu kann man oft 10, 15 Jahre lang mieten, bevor das gekaufte Fahrzeug günstiger wäre. Aber das ist oft eine Milchmädchenrechnung, wird dabei doch nicht berücksichtigt, dass die laufenden Kosten, Reparaturen, Dichtigkeitsprüfungen, Service und Verbrauchsgüter immer weiter auflaufen.

Ein eigenes Wohnmobil ist für viele ein Statussymbol,
das Mieten aber oft die preiswertere Möglichkeit, seinen Urlaub individuell zu gestalten.

Insofern: Es prüfe, wer sich ewig bindet
– das Mietmobil ist wahrscheinlich für die allermeisten Camper die bessere Wahl.

Und am Ende auch kostengünstiger, wenn man nur einen großen Jahresurlaub plant, allemal.

Jürgen Rode

Jürgen Rode

schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.

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