Fécamp liegt an der Alabasterküste, zwischen Dieppe und Le Havre. Weiße Kreidefelsen, ein Kieselstrand, ein alter Fischerhafen und ein Wohnmobil-Stellplatz mit Meerblick. Hier hat unsere Normandie-Reise begonnen. Fünf Tage sind wir geblieben, und jeder davon hatte sein eigenes Licht. Im Film "Traumhaftschön Normandie – Teil 1 – Fécamp" zeigen wir dir, was wir erlebt haben. Hier im Blog findest du die Details dazu, mit Preisen, Adressen und ein paar Tipps zum Nachfahren.
Warum Normandie im Oktober?
Wir sind ganz bewusst im Oktober in die Normandie gefahren. Entweder bekommt man milde Tage mit viel Sonne, oder es stürmt an der Steilküste und die Wellen rollen heran. Beides hat seinen Reiz. Wir hatten Glück: Sonne, Nebel am Morgen und Abende, die man nicht vergisst. Die Sommerferien sind vorbei, die Plätze sind ruhiger, und das Licht an der Küste ist im Herbst besonders schön. Empfohlen hat uns Fécamp übrigens Annette und Franz-Peter, die Autoren des Normandieführers im Womo Verlag. Wenn die beiden einen Platz loben, lohnt sich die Fahrt.
Camping de Reneville: Meerblick vom Wohnmobil
Der Platz liegt oben an der Steilküste. Vom Stellplatz schaust du direkt aufs Meer. Draußen zieht ein Segelschiff vorbei, am Horizont drehen sich die Windräder. Zum Kieselstrand sind es nur hundert Meter, zum Hafen etwa fünfhundert. Das ist ideal, denn von hier erreichst du fast alles zu Fuß.
Die Zufahrt ist ein Thema für sich. Wenn du den längeren Weg nimmst, ist sie nicht steil. Wir haben uns danach gerichtet und hatten keine Probleme. Am Abend wird der Platz zur Loge: Sonnenuntergang, Glas Wein, Blick aufs Wasser. Das beste Kino weit und breit.
Normandie – Werbung
Gut zu wissen: Camping de Reneville
Preis: 20 € pro Nacht (2 Personen, Wohnmobil), Strom 4 € extra.
Lage: Chemin de Nesmond, Fécamp. 100 m zum Strand, 500 m zum Hafen.
Saison: 28.3. bis 11.11.2026.
Ausstattung: Strom, Wasser und Entsorgung.
Tipp: Fahr den längeren Weg zum Platz, der ist nicht steil.
Strand, Strandhäuschen und Fachwerk
Der Strand besteht aus Kieseln. Nicht aus diesen kleinen, die jeder kennt, sondern faustgroß bis fußballgroß, rund und abgeschliffen. Darüber steht die weiße Kreide, und mittendrin reihen sich bunte Strandhäuschen auf. Im Ort selbst wechseln Backstein, Fachwerk und schiefergraue Dächer. Manche Häuser sehen aus wie aus dem Bilderbuch. Und überall wird Boule gespielt, ganz selbstverständlich. So stellen wir uns Frankreich vor.
Hafen, Neufundland und Wilhelm der Eroberer
Der Hafen von Fécamp war einmal ein ganz großer. Von hier sind die Fischer bis nach Neufundland gefahren, zum Kabeljau. Das letzte Schiff, die Dauphin, hat Fécamp am 9. November 1987 verlassen. Für immer. Geschichte hat der Ort noch weiter zurück: Im Jahr 1067 hat Wilhelm der Eroberer hier seinen Sieg bei Hastings gefeiert. Heute liegen im Hafen Freizeitboote und Fischerboote nebeneinander, und beim Bummel an den Kais merkst du, dass die Stadt vom Meer lebt.
Am Leuchtturm, der die Einfahrt zum Hafen markiert, trifft man sich jeden Tag zum Angeln. Jeder scheint seinen festen Platz auf den Molen zu haben. Die Holzstege sind derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt. Am Ende der Mole stehen Frauenfiguren aus Bronze, mit Blick aufs Meer. Ein schöner Ort für einen Spaziergang am späten Nachmittag, wenn die Sonne tief steht. Danach lohnt der Weg in die Läden: gestreifte Pullover, Mützen, gelbes Ölzeug, alles, was nach Küste aussieht.
Palais Bénédictine: Märchenschloss für einen Likör
Von oben sieht man, wie eng die Stadt am Hafen liegt. Mittendrin ragt der Kirchturm. Ein paar Schritte weiter steht das Palais Bénédictine. Ein Bau wie ein Märchenschloss, rot und weiß, voller Türmchen und Verzierungen. Gebaut wurde es für einen Likör, den Bénédictine, der bis heute eine Spezialität von hier ist. Die Führung mit Verkostung kostet inzwischen 25 Euro. Wir fanden das Haus von außen schon sehenswert.
Gut zu wissen: Palais Bénédictine
Adresse: 110 rue Alexandre Le Grand, Fécamp.
Eintritt: 25 € mit Führung und Verkostung (Stand Oktober 2026).
Öffnung: ganzjährig, Buchung empfohlen.
Besonderheit: Die einzige Benediktiner-Destillerie der Welt.
Abtei Sainte-Trinité: Riesig und kostenlos
Gleich daneben liegt die Abteikirche. Sie ist riesig: 127 Meter lang, nur wenig kürzer als die Kathedrale Notre-Dame in Paris. Der Turm über der Vierung ragt über 60 Meter in die Höhe. Um das Jahr 990 hat Herzog Richard I. hier den Grundstein gelegt, sein Sohn gründete 1001 die Benediktinerabtei. Beide Herzöge liegen hier begraben. Lange war die Abtei ein Wallfahrtsort, denn hier wird eine Reliquie aufbewahrt, das Kostbare Blut Christi. Im Inneren geht der Blick nur nach oben. Und dann hängt dort die astronomische Uhr von 1667, die schon damals auch die Gezeiten anzeigte. Der Eintritt ist frei.
Gut zu wissen: Abtei Sainte-Trinité
Eintritt: frei.
Maße: 127 m lang, Turm über 60 m hoch.
Geschichte: Benediktinerabtei seit 1001, Reliquie des Kostbaren Blutes Christi.
Tipp: Schau dir die astronomische Uhr von 1667 an, sie zeigt auch die Gezeiten.
Mit dem Rad nach Valmont
Mit den Rädern sind wir ins Hinterland gefahren. Die alte Bahntrasse ist heute ein Radweg, die Véloroute du Lin. Wir sind bis Valmont gefahren, rund 15 Kilometer einfach. Mit ein paar Schleifen sind daraus an dem Tag 54 Kilometer geworden. Fast alles läuft auf eigenem Radweg, und es ist kaum Verkehr. Unterwegs warten ein Teich, Wiesen und in Valmont das Café Maison Caillet. Kaffee in der Sonne, dazu Kuchen und Schokolade. Besser geht es kaum. Sehenswert sind die Fachwerkhäuser mit Gärten und das kleine Schlösschen mitten im Ort. Das könnte für den nächsten Wednesday-Film Kulisse sein. Kein Stress. Genau dafür sind wir hier.
Gut zu wissen: Radweg Fécamp – Valmont
Strecke: rund 15 km einfach, ehemalige Bahntrasse.
Untergrund: fast durchgehend eigener Radweg.
Sehenswert: Abtei Notre-Dame-du-Pré, Fachwerkhäuser mit Gärten.
Einkehr: Café Maison Caillet in Valmont.
Tipp: Wer mehr will, fährt den Weg weiter bis Cany-Barville, der gesamte Radweg hat 25 km.
Nebel, Cap Fagnet und der Wasserfall von Grainval
Am Morgen liegt Nebel über dem Meer. Ein einzelnes Segelboot, dahinter ragen die Windräder aus dem Dunst. Später fahren wir hinauf aufs Cap Fagnet, 105 Meter über dem Meer. Die Küste zieht sich weit nach Westen, unten liegen Hafen, Strand und die ganze Stadt. Ein Stück weiter wartet die Plage de Grainval. Dort fällt das Wasser direkt von der Klippe auf den Kies. Wir stehen dahinter, mit der Sonne im Rücken.
Sonnenuntergänge zum Abschluss
Fünf Tage waren genug, um richtig anzukommen. Das Meer, die weißen Klippen und jeden Abend ein anderer Himmel. Zum Abschluss ein Glas Weißwein direkt am Wohnmobil, mit dem weltbesten Meerblick. Die letzten Minuten des Films gehören den Sonnenuntergängen, ohne Text, nur mit Bild und Musik.
Reiseführer: Normandie vom Womo Verlag
Unsere Reise orientiert sich am Normandieführer aus dem Womo Verlag. Annette und Franz-Peter beschreiben dort Stellplätze, Campingplätze und Touren so, dass du sie direkt nachfahren kannst. [ LINK ZUM BUCH ]
Unser Fazit zu Fécamp
Fécamp hat uns überrascht. Es ist kein reiner Urlaubsort, sondern eine lebendige Hafenstadt mit Geschichte. Der Platz ist ein Traum, der Hafen und die Abtei sind sehenswert, und das Radwegnetz im Hinterland macht Lust auf mehr. Die Normandie fängt gut an. Im nächsten Teil geht es weiter die Küste entlang. Abonniere Womo.blog, damit du ihn nicht verpasst.
Jürgen Rode
schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.
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