Traumhaftschön Normandie – Teil 2 – Étretat und Honfleur

Zwei Orte, die Künstler seit fast zwei Jahrhunderten anziehen: Étretat mit seinem berühmten Felsbogen und Honfleur mit Hafenbecken, Fachwerk und Galerien. Im Film "Traumhaftschön Normandie – Teil 2 – Étretat und Honfleur" zeigen wir dir beide Orte. Hier im Blog findest du die Details dazu, mit Preisen, Öffnungszeiten und Tipps zum Nachfahren. 

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Étretat: Felsbogen, Monet und ein armes Fischerdorf

Étretat hat vermutlich den bekanntesten Felsbogen der Welt, die Falaise d'Aval. Gegenüber, ganz oben auf der Klippe, steht die kleine Kapelle. Lange war Étretat ein armes Fischerdorf. Dann kamen die Maler. Um 1850 wurde der Strand mit seinen Booten und dem Felsentor gemalt. Claude Monet hat die Klippen immer wieder gemalt. Nach einer Ausstellung in Paris wollten plötzlich alle hierher: Maler, Touristen, die feine Gesellschaft. Monet war so etwas wie der Influencer seiner Zeit.

Anreise und Parken

Sogar im Oktober sind die Parkplätze in Étretat knapp. Wir haben am Bahnhof geparkt: 7,50 Euro für vier Stunden. Das verkürzt dir den Anstieg zum ersten Ziel.

Gut zu wissen: Parken in Étretat
Wo: Parkplatz am Bahnhof ACHTUNG: Der Parkplatz am Bahnhof ist für Wohnmobile mittlerweile gesperrt: Einfahrt verboten!

Jardins d'Étretat: Kunst auf der Klippe

Zu den Jardins d'Étretat geht es ansonsten steil bergauf, oder du nimmst die kleine Touristenbahn. Der Garten liegt oben auf der Klippe rund um eine Villa, und immer wieder hast du einen Blick auf den Felsenbogen. Berühmt sind die Köpfe, an denen man den Park sofort erkennt. Dazu kommen Hecken, die zu Figuren geschnitten sind. Und die süße Katze hatte sich den besten Platz im ganzen Garten ausgesucht.

Gut zu wissen: Jardins d'Étretat
Eintritt: 12,90 € (Stand Oktober 2026).
Öffnung: täglich von 10 bis 17:30 Uhr, von Anfang März bis Ende Oktober.
Tipp: Plane Zeit für die Aussichtspunkte ein, der Blick auf den Felsbogen ist von oben besonders schön.

Chapelle Notre-Dame de la Garde und die Fischköpfe

Die Chapelle Notre-Dame de la Garde wurde 1856 geweiht, für Fischer und Seeleute. Im Krieg wurde sie zerstört, 1950 wurde sie wieder aufgebaut. Schau oben am Dach: Die Wasserspeier haben die Form von Fischköpfen. Uns erinnern sie an Belugas.

Kiesel, Waschplatz und Ankerwinden

Unten am Strand gibt es keinen Sand, nur Kiesel, glattgeschliffen vom Meer. Perfekt für eine Sammlerin wie Nadja. Mitnehmen darf man sie leider nicht. Im Städel Museum in Frankfurt haben wir gelernt, dass die Wäscherinnen von Étretat ihre Wäsche an einer Süßwasserquelle direkt am Meer gewaschen haben. Hier an dieser Stelle vermuten wir die Quelle, Süßwasser, das direkt am Ufer entspringt. Bei Ebbe soll man das Wasser dort noch herauslaufen sehen. Vielleicht findest du es. Auch über die Ankerwinden gibt es alte Bilder. Nur mit ihnen konnten die Fischer und ihre Frauen die Boote an Land ziehen. Ein ausgedientes Boot wurde einfach zum Lagerhaus, das Boothaus gibt es auf alten Gemälden auch. Und die Rampe war einmal der Badesteg der Reichen. Von hier aus sind sie ins Wasser gesprungen.

Vom Fischerdorf zum Badeort

Aus dem Fischerdorf wurde ein Badeort der Reichen. Das sieht man den Häusern an. In den Gassen gibt es viele nette Geschäfte, Calvados darf natürlich nicht fehlen. Und im Schaufenster stehen die Badenden von damals.

Pont de Normandie: Auf nach Honfleur

Wir verlassen Étretat bei schönstem Wetter und machen uns auf nach Honfleur. Auf dem Weg liegt die Pont de Normandie. Sie wurde 1995 eröffnet, eine Schrägseilbrücke über die Seinemündung. Sie ist wirklich extrem steil, hoch und weit. Und sie ist mautpflichtig.

Honfleur: Stellplatz am Ortsrand

Honfleur liegt an der Seinemündung. Der Stellplatz ist gleich am Ortsrand und kostet 20 Euro. Den solltest du nehmen. Kein Stress, kein verkrampftes Parkplatzsuchen, denn Parkplätze gibt es hier ohnehin kaum. Wasser, Strom und Entsorgung sind vorhanden, und die Altstadt erreichst du zu Fuß. Der Platz ist riesig, trotzdem ist es ruhig. Wir haben uns hier wohlgefühlt. Bei Festen und Festivals ist er aber übervoll. Wir haben Bilder gesehen, auf denen wirklich jeder Platz belegt war, auch mittendrin. Früh anreisen ist deshalb sinnvoll.

Gut zu wissen: Stellplatz Honfleur
Preis: 20 € pro Nacht.
Ausstattung: Wasser, Strom und Entsorgung.
Lage: am Ortsrand, die Altstadt ist zu Fuß erreichbar.
Tipp: Bei Festen und Festivals früh anreisen, dann ist der Platz voll.

Das Hafenbecken und die Lieutenance

Schau dich ruhig erst einmal um. Das Hafenbecken wurde 1685 angelegt. Honfleur war eine reiche Handelsstadt, mit Schiffen nach Afrika und Kanada. Salz wurde hier gelagert, damit hat man Fisch haltbar gemacht. Das Steintor ist die Lieutenance, einst Sitz des königlichen Statthalters, aus dem 16. Jahrhundert. Sie erinnert an die alte Stadtbefestigung. Von hier ist Samuel de Champlain 1603 nach Nordamerika aufgebrochen. Er hat später Québec gegründet.

Fachwerk und Piratenstadt

Wohin du in der Altstadt schaust: Fachwerk, dunkles Holz, Schiefer an den Fassaden, enge Gassen. Viele Häuser stehen ein bisschen schief. Das gehört dazu. In vielen Gassen braucht man nur die modernen Schilder abzumontieren und könnte sofort einen Piratenfilm drehen. Wunderbar. Nein: traumhaftschön.

Galerien, Boudin und Kunst überall

Honfleur kam Anfang des 19. Jahrhunderts bei Malern und Schriftstellern in Mode. Eugène Boudin wurde hier 1824 geboren, ein Wegbereiter des Impressionismus. Später kam auch Monet hierher. Bis heute gibt es Galerie an Galerie. Das Musée Eugène Boudin zeigt über 100 Werke von Boudin. Kunst gibt es hier überall, sogar in einem Garten hängen Fotos. Dort hing ein Bild, das wir kannten: Étretat, mit dem roten Boot, das wir dort auch gesehen haben.

Gut zu wissen: Musée Eugène Boudin
Werke: über 100 Werke von Eugène Boudin.
Eintritt: ab 6,50 € (Stand Oktober 2026).
Ruhetag: dienstags geschlossen.

Sainte-Catherine: Holzkirche der Schiffbauer

Die Kirche Sainte-Catherine ist etwas Besonderes. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert, ist ganz aus Holz gebaut und die größte Holzkirche Frankreichs. Gebaut haben sie Schiffbauer. Innen stehst du unter einem umgedrehten Schiffsrumpf. Der Glockenturm steht frei daneben.

Samstag ist Markttag

Heute ist Samstag, und Samstag ist Markttag in Honfleur. Wir lieben die französischen Märkte. Alles, was das Herz begehrt: Fisch, Muscheln, Hummer, Obst, Gemüse, Pilze, Knoblauch, Käse, Wurst, frisches Brot. Und Kleidung gibt es auch, oder handgeschnitzte Holzlöffel in allen Größen. Entsprechend voll ist es in der Stadt. Kreuzfahrtschiffe und Busreisen bringen noch mehr Menschen, dann kommt der Autoverkehr mehr oder weniger zum Erliegen. Wir haben eine Vorstellung bekommen, wie voll es hier bei einem Fest wird.

Zwei Tipps für Honfleur

Unser Tipp Nummer eins: Fahr nicht mit dem Auto nach Honfleur. Vom Stellplatz gehst du zu Fuß oder nimmst das Fahrrad. Tipp Nummer zwei: Samstag ist Markttag. Es lohnt sich, einen Tag länger zu bleiben. Das haben wir getan.

Tipp: Nicht mit dem Auto nach Honfleur
Die Stadt ist am Markttag und bei Festen völlig überfüllt, der Autoverkehr kommt fast zum Erliegen.
Besser: Vom Stellplatz zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Altstadt.

Tipp: Samstag ist Markttag
Wer am Samstag da ist, erlebt Honfleur von seiner lebendigsten Seite.
Bleib einen Tag länger, es lohnt sich.

Galette, Läden und kleine Schätze

Zur Stärkung gab es eine Galette, dazu eine Suppe und einen Kaffee. Die Galette ist hier fast Pflicht. Obst und Gemüse gibt es nicht nur auf dem Markt, auch die Läden sind überfüllt mit frischen Sachen. Dazu Produkte aus der Gegend und natürlich wieder Calvados. Dazu Souvenirs, Keramik, alles, was man nicht braucht und trotzdem mitnimmt. Und dann gibt es diesen einen Laden: Von außen siehst du gar nicht, was alles drinsteckt. Lauter kleine Schätze.

Gegenüber: Le Havre und die Seinemündung

Gegenüber liegt Le Havre, einer der größten Containerhäfen Europas. Über die Seine kamen die Normannen mit ihren Schiffen bis nach Paris. Le Havre wurde übrigens gegründet, weil der Hafen von Honfleur versandet ist. König Franz I. wollte einen neuen Hafen.

Achtung: Am Deich warnt ein Schild vor Lebensgefahr ("Digue interdite"). Bitte halte dich daran.

Unser Fazit zu Étretat und Honfleur

Zwei Orte, die Künstler angezogen haben. Étretat mit dem Felsenbogen und den Klippen, die Monet gemalt hat. Und Honfleur mit seinem Hafenbecken, dem Fachwerk und den Galerien. Beide sind traumhaftschön. Wie es weitergeht, zeigen wir im nächsten Teil. Abonniere Womo.blog, damit du ihn nicht verpasst.

Bild von Jürgen Rode

Jürgen Rode

schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.

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2 Kommentare

  1. Hallo Fam. Rode. Ich will mich einmal ganz herzlich bedanken. Ihre Reiseberichte sind super. Man bekommt sofort Fernweh und möchte sein WO MO starten. Lieben Dank. Hellmut Patzelt

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