Nach der berühmten Küste jetzt das Hinterland: Beuvron-en-Auge im Pays d’Auge gehört zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Dazu kommt ein Tag in Caen, der Stadt Wilhelms des Eroberers. Im Film „Traumhaftschön Normandie – Teil 3 – Beuvron-en-Auge und Caen“ zeigen wir dir beides. Hier im Blog findest du die Details dazu, mit Preisen, Öffnungszeiten und Tipps zum Nachfahren. Die ersten beiden Teile findest du hier: Teil 1 – Fécamp und Teil 2 – Étretat und Honfleur.
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Beuvron-en-Auge: Drei Reiseführer, eine Meinung
Die Küste kennt jeder. Aber die Normandie hat noch eine andere Seite. Drei Reiseführer, drei Verlage, eine Meinung: Michael Müller, Reise Know-How und der Womo Verlag loben Beuvron-en-Auge. Aber ist es wirklich so besonders?
Anreise und Stellplatz
Von der Küste fahren wir ins Pays d’Auge: Hecken, Obstwiesen, kleine Straßen. Der Stellplatz liegt im Ort, nur ein paar Minuten zu Fuß vom Zentrum. Es gibt 35 Plätze, nur für Wohnmobile, höchstens 48 Stunden. Eine Nacht kostet 10 Euro. Bezahlt wird nicht am Automaten, sondern im Dorf: Auf dem Schild stehen zwei Läden im Ort.
Gut zu wissen: Stellplatz Beuvron-en-Auge
Lage: im Ort, wenige Minuten zu Fuß vom Zentrum.
Plätze: 35, nur für Wohnmobile.
Dauer: höchstens 48 Stunden.
Preis: 10 € pro Nacht (Stand Oktober 2026).
Bezahlen: nicht am Automaten, sondern in einem der Läden im Dorf (laut Schild am Platz).
Link zum Stellplatz: Aire de camping-cars Beuvron-en-Auge · park4night
Métiers d’art und der Laden für das Stellplatz-Ticket
Durch eine Lindenallee gehen wir ins Dorf. Gleich am Anfang liegt der Espace des métiers d’art, die ehemalige Dorfschule. Hier arbeiten Handwerker mit Keramik, Leder und Messern. Im Reiseführer stand, man müsse bei der Töpferei bezahlen. Also fragen wir dort nach. Man schickt uns weiter zum Laden „Les petites merveilles d’Alice“. Dort zahlen wir bar die 10 Euro.
Fachwerk, so weit man sieht
Beuvron-en-Auge gehört zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Die meisten Häuser stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Damals brachten Gerberei und Weberei Wohlstand. Es gibt Cafés, Crêperien und ein Café beim Friseur. Aber es leben hier nur noch 203 Menschen. Man hat das Gefühl, hier sei die Zeit stehengeblieben.
Der Brand von 1920 und der Wiederaufbau
Aber stehengeblieben ist hier nichts. In der Nacht zum 3. Oktober 1920 brennt der Dorfplatz ab. Das Feuer beginnt auf dem Dach des Bäckers und greift auf Korbmacher, Schuster, Modegeschäft und Schneider über. Achtzig Jahre bleibt die Lücke. Erst am 3. Oktober 2000 wird der Grundstein für „Aux Trois Damoiselles“ gelegt. In den 1970ern drohte das Dorf auszusterben. Bürgermeister Michel Vermughen ließ die alten Häuser restaurieren, und 1972 wurde der ganze Ort unter Schutz gestellt. Was wir hier bewundern, ist kein Museum, sondern ein gerettetes Dorf.
Läden, Mittagessen und die Markthalle
Und dann die Läden: Schnickschnack, Keramik, Tee, Bücher, Kleider, Trödel. Jeder Laden ist ein kleines Schaufenster und jeder ist anders. Zum Mittagessen gehen wir zu Chez Claire: Quiche und Cidre, das passt zur Cidre-Region. Der Croustillant Chaud de Camembert war sehr, sehr lecker. Auf dem Platz steht die Markthalle. Sie wurde 1975 gebaut, aus Material von Häusern, die für die Autobahn abgerissen wurden, oder von benachbarten Höfen. Das Besondere: Erhalten statt neu bauen. Deswegen hat das Dorf seinen Charme bis heute bewahrt.
Rosen, Bienen und kleine Dinge
Hier gibt es einfach so viel Schönes zu sehen: Rosen, Bienen, Milchkannen, die kleinen Dinge am Wegesrand. Man kann sich nicht sattsehen.
Mit dem Rad nach Victot
Aber die Region hat noch viel mehr zu bieten. Hast du Fahrräder dabei? Dann geht es raus ins Pays d’Auge, zu Kühen, Landhäusern und Apfelbäumen – und zum Château de Victot, mit Wassergraben und bunten Dachziegeln. Besichtigen kann man es leider nicht, nur von außen anschauen.
Unser Fazit zu Beuvron-en-Auge
Dieses Dorf könnte jederzeit Kulisse in einem Historienfilm sein. Aber es ist keine Kulisse. Es ist ein Dorf, das um sein Aussehen gekämpft hat und in dem Menschen leben und arbeiten. Wir sind froh, auf unsere Reiseführer gehört zu haben. Beuvron-en-Auge solltest du auf deine Liste der zu besuchenden Orte setzen.
Link zu Beuvron-en-Auge: Les Plus Beaux Villages de France · Dorfrundgang
Link zu Victot: Victot-en-Auge
Weiter geht es nach Caen.
Caen: Er eroberte England – und wollte hier begraben werden
Wilhelm der Eroberer. Wegen seines Grabs sind wir in die Stadt gefahren. Nach dem Dorf jetzt die Stadt: ein Tag in Caen. Mit dem Wohnmobil in die Stadt zu fahren ist normalerweise schwierig. Aber heute ist Montag. Viele Geschäfte haben zu, der Parkdruck ist niedrig – und wir finden tatsächlich einen Platz nahe der Abtei. Und dann der Parkautomat: Total witzig, wir verstehen nicht, wie er funktioniert, und es kommen zwei Politessen und erklären es uns. Wir haben viel gelacht dabei.
Tipp: Montags nach Caen
Viele Geschäfte haben zu und der Parkdruck ist niedrig. Dafür sind die Museen im Schloss geschlossen: Montags haben beide Häuser zu.
Link zu Caen: Stadt Caen · Abbaye aux Hommes
Abbaye aux Hommes: Wilhelms Buße
Die Abbaye aux Hommes, die Männerabtei, hat Wilhelm der Eroberer gegründet. Der Anlass: Er heiratete um 1050 seine Cousine Mathilde von Flandern. Dem Papst war die Ehe zu nah verwandt. Zur Buße gründeten beide je ein Kloster in Caen: er Saint-Étienne, sie die Abbaye aux Dames. Die Klostergebäude, die du hier siehst, sind aus dem 18. Jahrhundert. Heute sitzt darin das Rathaus von Caen. Ein Kreuzgang mit Garten, eine Ehrentreppe – und im Kapitelsaal wird heute geheiratet.
Die Kirche Saint-Étienne
Nebenan steht eine gigantische Kirche: Saint-Étienne, 1077 geweiht, im Beisein Wilhelms. Die Westfassade mit den beiden Türmen war um 1090 fertig. Romanisch, streng, symmetrisch. Um 1120 bekam sie ein Rippengewölbe – laut Quellen das erste in Frankreich. Im 13. Jahrhundert kamen die neun Türme dazu. In den Religionskriegen stürzte der Vierungsturm ein. Innen: Orgel und Uhr von 1744 und ein Raum voller Licht.
Das Grab Wilhelms
Und da liegt er. Oder besser: da lag er. Eine schlichte weiße Marmorplatte im Chor. Auf Latein steht dort: Hier liegt der unbesiegbare Wilhelm, Eroberer, Herzog der Normandie und König von England. Gestorben 1087. Schon die Beisetzung ging schief: Ein Bürger erhob Einspruch, das Grundstück gehöre seiner Familie. Und der Sarg war zu klein für den großen Wilhelm. 1562 plünderten Hugenotten das Grab. Nur ein Oberschenkelknochen blieb – dessen Echtheit bezweifelt wird. In der Revolution wurde auch das spätere Grabmal zerstört. Mathilde ruht dagegen vollständig in der Abbaye aux Dames. Die besuchen wir ein andermal.
Gut zu wissen: Das Grab Wilhelms
Wo: im Chor der Kirche Saint-Étienne.
Inschrift: auf Latein, gestorben 1087.
Erhalten: eine Platte und, laut Überlieferung, ein Oberschenkelknochen. Seine Echtheit wird bezweifelt.
Link zu Saint-Étienne: Abbaye aux Hommes und Saint-Étienne
1944: Die Stadt, die er gründete
Von dem Mann, der ein Königreich eroberte, bleibt eine Platte und ein Knochen. Und die Stadt, die er gründete, wäre 1944 fast mit untergegangen. Nach der Landung wurde Caen bombardiert. 73 Prozent der Bausubstanz waren zerstört, fast 2000 Menschen starben. Die Abtei blieb verschont: Das Rote Kreuz nutzte sie als Zuflucht, das Refektorium war ein Krankenhaus.
Das Schloss von Caen
Wir sind auf dem Weg zum Schloss, das Wilhelm um 1060 bauen ließ. Eine der größten Burganlagen Europas: fünf Hektar, 13 Türme. Nach den Schäden von 1944 wurde sie wiederhergestellt, aber nicht wieder aufgebaut. Von den Mauern sieht man bis zu den Türmen der Abbaye. Leider ist das Museum heute geschlossen – montags haben beide Häuser zu. Das ist der Preis für einen freien Parkplatz.
Gut zu wissen: Château de Caen
Gebaut: um 1060 unter Wilhelm dem Eroberer.
Größe: 5 Hektar, 13 Türme.
Zutritt: Das Gelände ist frei zugänglich, die Museen sind montags geschlossen.
Link zum Schloss: Château de Caen und Musée de Normandie
Bummel durch die Fußgängerzone
Danach ein Bummel durch die Fußgängerzone: Bäckereien, Cafés, Läden. Auch hier ist der Montag zu spüren, vieles hat zu. Ein paar Fachwerkhäuser haben den Krieg überstanden. Wirklich nett anzusehen, in der Art müsste es mehr zu sehen geben.
Raus aus der Stadt: La Maison Blanche
Irgendwann hatten wir genug von der Großstadt. Also zurück aufs Land: Auf einem Bauernhof bekommen wir einen Stellplatz für zwei Nächte. Dort gibt es Wiese, Ruhe und Weite. La Maison Blanche, ein tolles Landhaus, Pferdekoppeln, Ziegen und viele tolle Ecken, an denen man übernachten darf. Wir bleiben zwei Nächte auf dem kleinen Farmcampingplatz. Sehr nett!
Gut zu wissen: La Maison Blanche
Was: kleiner Farmcampingplatz auf einem Bauernhof.
Preis: 11 € pro Nacht, plus 4 € Strom (Stand Oktober 2026).
Umgebung: Wiese, Pferdekoppeln und Ziegen.
Link zum Platz: La Maison Blanche auf Google Maps
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Mehr InformationenMit dem Rad ans Meer
Dann geht es mit den Rädern los, ins Vogelschutzgebiet an der Orne-Mündung, die Réserve ornithologique du Gros Banc. Weiter zum Strand von Merville-Franceville-Plage. Und dann nach Cabourg, mit der Promenade Marcel Proust. Viele Häuser unterwegs sind sehr sehenswert. So eine Radtour macht einfach immer wieder Spaß.
Gut zu wissen: Cabourg
Promenade: Die Promenade Marcel Proust ist 3,6 km lang.
Besonderheit: Laut Tourismusbüro ist sie die längste Fußgängerpromenade Europas.
Link zu Cabourg: Promenade Marcel Proust
Link zum Vogelschutzgebiet: Réserve ornithologique du Gros Banc
Unser Fazit zu Beuvron-en-Auge und Caen
Zwei Seiten der Normandie, und beide gefallen uns: ein Dorf, das um sein Aussehen gekämpft hat, und eine Stadt, die von Wilhelm dem Eroberer erzählt. Wilhelm hat ein Königreich erobert. Uns reicht ein Stellplatz auf der Wiese. Morgen geht es weiter. Wenn du keinen Teil verpassen willst, abonniere den Kanal.
Weitere Teile der Reihe
Teil 1 – Fécamp
Teil 2 – Étretat und Honfleur
Links zu den Orten dieses Teils
Stellplatz: Aire de camping-cars Beuvron-en-Auge (Tourismusbüro) · Beuvron-en-Auge bei park4night
Beuvron-en-Auge: Les Plus Beaux Villages de France · Dorfrundgang des Tourismusbüros
Victot: Victot-en-Auge
Caen: Abbaye aux Hommes · Château de Caen und Musée de Normandie
Radtour: Réserve ornithologique du Gros Banc · Promenade Marcel Proust in Cabourg
Weitere Teile der Reihe: Teil 1 – Fécamp · Teil 2 – Étretat und Honfleur
Der Short zum Film: Zu groß fürs Grab? Wilhelm in Caen
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Jürgen Rode
schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.
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