So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 7

Natürlich kann man ganze Bücher über das Thema schreiben und wahrscheinlich nie zu einem eindeutigem Ergebnis kommen. Am Ende sollte man seinem Bauchgefühl trauen.

Nun haben wir die wichtigen Fragen geklärt, uns viele Grundrisse angeschaut und mit unseren Urlaubsgewohnheiten abgeglichen.
Wir haben nun vier Grundrisse gefunden, die uns zusagen und die wir uns jetzt bei Händlern anschauen wollen.

Aber neben den Fakten und Grundrissen gibt es noch einige Dinge, über die man sich Gedanken machen sollte. Ich berichte einfach einmal, was uns weiterhin bewegt hat:

Neu- oder Gebrauchtwagen.

Das hat natürlich direkt oder indirekt mit dem Budget zu tun.
Bekanntlich verliert ein Neuwagen in den ersten 12-24 Monaten am meisten an Wert. Auf der anderen Seite verliert man an Garantie- und Gewährleistungszeit, wenn man gebraucht kauft. Dazu können versteckte Schäden kommen. Aber auch Neuwagen sind nicht ohne Mängel – der Ärger mit Hersteller und Verkäufer oft vorprogrammiert.

Aber auch ein richtig altes Mobil kann trotzdem eine gute Wahl sein: Alle Kinderkrankheiten sind behoben, der Motor eingelaufen und wie mir einmal ein Werkstattmeister sagte: ‚Wenn er 100.000 km gelaufen ist, läuft er meist auch nochmal 100.000 km.
Eine Garantie, dass alles funktioniert hat man nie.‘

Daher prüfe, wer sich ewig bindet

Hier geht es zu den einzelnen Teilen:

So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 1
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 2
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 3
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 4
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 5
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 6
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 7
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 8
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 9

Keine schlechte Alternative könnte ein Mobil aus einer Mietflotte sein. Zwar besteht immer die Angst, dass die unterschiedlichen Fahrer den Motor oder das Getriebe ruiniert haben könnten, jedoch erscheint das bei modernen Motoren und 20.000 Kilometern pro Saison eher übertrieben. Da würde uns eher interessieren, ob alle Schränke, Türen, Klappen funktionieren und ob es Probleme mit der Dichtigkeit gibt. Es ist ja immer wieder erstaunlich, wie alt manches Wohnmobil auf einem Stellplatz ist und treu seine Dienste tut. 10, 20, 30 Jahre sind da keine Seltenheit.

Überhaupt wird das Thema Dichtigkeit bei einem Verkaufsgespräch oft klein geredet. Erst wenn man mit Wohnmobilisten drüber spricht, stellt sich heraus, dass sehr viele Wohnmobile schon einmal einen Wasserschaden hatten.

Regen in Schweden? Oft ganz schnell auch wieder vorbei
Regen in Schweden? Oft ganz schnell auch wieder vorbei

Wer schon einmal im Haus einen tropfenden Wasserhahn hatte,  der weiß, dass man auch Tage nach der Reparatur noch meint, irgendwo einen Tropfen fallen zu hören und man sieht an jedem Fenster und jeder Dachluke Wasser eindringen.
Und wehe, dem ist so.
Insbesondere die älteren Modelle hatten im Wand- und Deckenbereich Holz zur Stabilität verbaut. Und das fault dann langsam aber stetig vor sich hin. Nicht selten haben Bastler Wände frei gelegt bei denen die Latten und Balken zerfallen waren. Torf nennt man das in Foren oft abwertend.
Einige Händler haben deswegen schon seit einigen Jahren auf Holz verzichtet oder auf Leichtmetallrahmen umgestellt oder bauen nur mit GFK und Schaum und Aluprofilen. Schwörte man vor einigen Jahren auf Aluminium für die Außenhaut, hat man auch hier eine Schwachstelle gefunden: Alufraß schwächt das Material und ermöglicht es dem Wasser einzudringen. Die Lösung heißt bei vielen Wohnmobilen GFK. Glasfaserverstärkter Kunststoff.
Jedoch kann auch GFK brüchig werden und Mikrorisse bekommen  und es wird sich erst in Jahren zeigen, welches Material am Ende besser ist. Aludächer haben zudem den Nachteil bei Hagel Beulen davon zu tragen. GFK ist flexibel genug um die meisten Schläge auszugleichen.

Egal für was man sich entscheidet, die Dichtigkeit sollte vor dem Kauf geprüft werden. Sogar beim Neukauf, wenn der Wagen schon einige Zeit auf dem Hof des Händlers stand, zeigen sich manchmal Schwachstellen . Und beim gerade vom Band gelaufenen Neuwagen ist man oft Testfahrer und merkt erst nach der ersten Regenphase, das man eine fahrende Badewanne gekauft hat. Eine einzige Stelle, in die kein Kleber gelaufen ist reicht.

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Das Wohnmobil beim Händler zu kaufen ist immer eine gute Idee, hat man so doch einen Gewährleistungsanspruch. Aber auch hier gilt: Augen auf. Nicht selten sind hier reine Verkäufer unterwegs, denen der schnelle Abschluss wichtiger ist, als echte Kundenbindung. Auch das merkt man erst hinterher. Da wird gelogen was das Zeug hält, mit potentiellen anderen Interessenten gedroht, die quasi schon zugesagt haben und Nachbesserungen versprochen, die dann nicht erbracht werden. Und das sind nicht immer die ‚kleinen‘ Händler. Mit solchen Methoden arbeiten offenbar auch große Händler, die mit Niedrigstpreisen den Kunden anlocken. Da wird dann gerne das kleinste Zubehör noch obendrauf berechnet und vermeintliche Schnäppchen sind am Ende gar nicht mehr so preiswert.

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Ganz gefährlich wird es auf der Messe, wenn der Kaufrausch die Massen überkommt. Gegen den Kauf auf einer Messe – mit Messerabatt und Sonderangeboten – ist an sich nichts einzuwenden, wenn man genau weiß, was man sucht. Wer hingegen unbedarft und vielleicht sogar als Camping-Newbie den Reizen der Anbieter erliegt, den ereilt nicht selten ein großes Erwachen. Und sei es nur, das der Händler, um die Ecke, den Super-Sonder-Messe-Preis sogar noch unterboten hätte. Hoffen wir, dass es ihnen nicht so ergeht, wie den Eheleuten, die nach einem kurzen Urlaub ihr Wohnmobil verkauften, da sie merkten, dass Campingurlaub doch nicht ihr Ding ist. Das Wohnmobil stand dann erst noch zwei Jahre ungenutzt herum, bevor es verkauft wurde. Der Wertverlust war dementsprechend hoch.
Die Bilder vom leeren Strand mit Wohnmobil und untergehender Sonne, das Pärchen bei einem Gläschen Wein am schön gedeckten Esstisch, sind bei der ‚Caravaning‘ Werbung täglich vor den Nachrichten aber auch so unverschämt verlockend!

Mit dem Kauf des Wohnmobil endet nicht das Abenteuer Wohnmobilkauf. Was man vor dem Kauf noch bedenken sollte, folgt im nächsten Teil.

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2 Antworten

  1. Hallo Herr Rode, tolle Informationen, leider bei mir außerhalb der Entscheidung gefunden.
    Uns ist folgendes passiert:
    Nürnberger Freizeit, Weinsberg CaraLoft 6009 MF (Hersteller Knaus) im August 2017 bekommen. Nach Auslieferung bis Heute (26.12.2020) nur Schäden. 2019 Heckwand feucht, wurde wegen Dichtheitsgarantie erneuert. August 2020 linke Seitenwand in Höhe der Dinette komplett undicht, nehme an bis oben in das Dach. Nun Kanzlei, dann Forderung Rücknahme, jetzt auch zugestimmt für Rücknahme. Nur möchte der Händler von mir eine Nutzungswertentschädigung in Höhe von €uro 12030 haben. 3 Jahre haben wir das marode Wohnmobil, sind 9700 km und gesamt 99 Tage gefahren damit. Wir haben abgelehnt. Neue Forderung des Händlers immerhin noch 7870,00 €uro für die 9700 km und 99 Tage Nutzung. Für mich ist dies das 3. Wohnmobil und wir sind bestimmt keine Anfänger. Nur mit solchen Methoden verlieren sie alle einen Wohnmobilfreund. Nun sind wir am Überlegen, ob sich ein solches Draufzahlgeschäft überhaupt noch lohnt? Ganz gerne würde wir wenn überhaupt bezahlbar, nun einen Kastenwagen wie Pössl oder ähnliches kaufen. Vor allem, würde mich interessieren, was unser Wohnmobil im gerichtetem Zustand, also ohne Schäden eigentlich derzeit wert ist? Darüber bekommt man sehr schlecht Auskunft. Euer Blog ist sehr schön, danke dafür und ein gesundes Neues Jahr 2021 mit unfallfreiem Reisen, Helmut

    1. Puh, das sind natürlich die extremsten Erfahrungen und danke, dass ihr daran teilhaben lasst. Hoffentlich bekommt ihr das vernünftig geregelt. Denn das Geld ist nicht ganz so wichtig, die Nerven, die es einen kostet, wiegen viel schwerer!

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