So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 3

Im dritten Teil gehen wir noch weiter in die Details. Noch sollten man weder nach dem Budget schauen oder persönliche Vorlieben in den Vordergrund stellen:

Wie groß oder klein soll das Wohnmobil sein?
Wie hoch darf das Wohnmobil sein?
Wie schwer darf das Wohnmobil sein?

Wo steht es, wenn man nicht unterwegs ist?

Hier geht es zu den einzelnen Teilen:

So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 1
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 2
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 3
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 4
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 5
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 6
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 7
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 8
So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 9

Einige werden vielleicht denken, wir übertreiben jetzt, aber die Frage nach der Größe des Wohnmobils hat einen guten Grund.
Wir kauften vor viele Jahren einen Wohnwagen, der mit vielen anderen Wohnwagen schön in Reih und Glied stand.

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Wenn Platz keine Rolle spielt!

Wir kamen in den ersten Wohnwagen und wussten sofort: Das ist er! Eigenes Kinderzimmer, Stockbett. Perfekt. gekauft.
Als wir ihn dann aus der Reihe zogen, haben wir das erste Mal geschluckt. Das zweite mal, als der Wohnwagen vor der Haustür stand und in den Garten geschoben werden sollte. Auch heute sind wir der Meinung, es war der richtige Wohnwagen – nur eigentlich zu lang. Ein kürzerer hätte es für unsere Sommerurlaube auch gereicht und wir wären mobiler gewesen.

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klein, wendig für den Sommerurlaub ideal- dafür weniger Stauraum und beengtes Innenleben: Der Kastenwagen

 

Daher die Frage:
Wie groß oder klein soll das Wohnmobil sein?

Nur zum Übernachten? Quasi ein Zeltersatz und das Leben findet draußen statt? Oder ein stattlicher Reisebus mit Slide-Out, der das Wohnzimmer doppelt so breit macht?
Beides ist möglich.
Wobei natürlich auch die Frage gestellt werden muss: Welche Größe kann ich mit meinem Führerschein fahren.
Und geht es eher auf großzügige Campingplätze oder sollen es auch kleine Stellplätze und Parkplätze werden?
5 Meter – 6 Meter – 7 Meter – 8 Meter oder gleich 11 Meter?

Diese Frage kann  natürlich nur ganz persönlich beantwortet werden. Der eine mag es großzügig, der andere liebt das Spartanische am Camping. Loslassen. Konzentration auf das Wesentliche. (Anmerkung eines Lesers: Bei Fähren zahlt man ab 6 Meter deutlich mehr. Siehe Kommentar)

Dazu passend die Frage:

Wie hoch darf das Wohnmobil sein?
Meist heißt die Grenze: 3 Meter, aber natürlich können es auch 3,15, 3,50 oder 4 Meter sein.
Erst kürzlich erfuhren wir, dass der Unterschied nicht erst an Unterführungen wichtig wird. Der ADAC hat in seinen Vertragsbedingungen für den kostenfreien Abtransport eine Höhe von 3,20 Meter. Ist das Wohnmobil höher, muss man den Transport selbst bezahlen und das kann teuer werden!
Auch bei Fähren kann die Höhe eine Rolle beim Preis spielen.

Wie schwer darf das Wohnmobil sein?
Wirklich wichtig wird die Frage, wenn man einen neuen Führerschein hat. Die älteren Semester können meist mit ihrem Schein bis 7,5t fahren. Wobei ‚können‘ da mit einem Fragezeichen versehen sein sollte. Denn ein wenig Erfahrung sollte man da schon haben oder noch ein paar Fahrstunden freiwillig machen. Also unbedingt checken, ob der Führerschein auch das Wunschmobil beinhaltet.

Eine Grenze beim Gewicht wird oft bei 3,5t gezogen. Über 3,5t sind manche Strecken gesperrt, Brücken nicht erlaubt. TÜV steht (ab dem 7ten Jahr) jährlich an und auf der Autobahn ist Tempo 100 Maximalgeschwindigkeit, Maut wird teuerer, z.B. benötigt man in Österreich auf Mautstraßen die sogenannte Go-Box und es gelten alle Einschrankungen und Fahrverbote, wie bei LKWs.

Und vielleicht die wichtigste Frage:

Wo steht das Wohnmobil, wenn man nicht unterwegs ist?

Für den einen oder anderen die alles entscheidende Frage. Denn nicht jeder hat ein Grundstück vor oder hinterm dem Haus oder eine Scheune oder Carport.
Am besten steht das Wohnmobil natürlich direkt am Haus oder Wohnung. So kann man rasch und kurzentschlossen einladen und losziehen. Daher ist das Abstellen beim Bauern oder einem gesicherten Abstellplatz nur bedingt zu empfehlen. Oft muss man dann erst das Wohnmobil abholen, Termine einhalten und das trübt doch die Entschlussfreudigkeit.

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Und wenn das Wohnmobil am Haus geparkt werden kann, ist es um so wichtiger sich vorher über die Dimensionen im klaren zu sein. Kann man das Wohnmobil überhaupt am gewünschten Platz abstellen? Das Internet ist voll von Streitigkeiten mit den Nachbarn oder Behörden, weil das Wohnmobil zu breit ist oder mit der Nase den Gehweg verengt. Ganz abgesehen davon, dass es Menschen gibt, die bei der ersten Heimfahrt merkten, dass sie weder vorwärts noch rückwärts in ihre Einfahrt kamen. Oder auch nicht schlecht staunten, als die Bogenlampe im Hof gleich bei der ersten Einfahrt dran glauben musste. Steht regelmäßig auf der anderen Straßenseite der Einfahrt Autos, kann es passieren, dass man vielleicht nicht mehr ausparken kann. Und als Jugendlicher habe ich selbst erlebt, dass das Wohnmobil nicht weit entfernt auf einem öffentlichen Parkplatz geparkt, zum Objekt der Begierde für böse Buben wurde.

Insofern gilt auch hier: Drum prüfe, wer sich (ewig) bindet…
…und zwar frühzeitig vor dem Kauf!

Bange machen gilt nicht!
Weiter geht es. Wir wissen nun, wie lang oder hoch unser Wohnmobil maximal werden soll oder darf. Wir haben uns unsere Urlaubsvorlieben bewusst gemacht und nun wagen wir uns im dritten Teil an das Thema „Grundrisse“ mit seinen Vor- und Nachteilen.

Und so haben wir die Fragen übrigens für uns beantwortet:
Unser Wohnmobil soll deutlich kleiner als 7 Meter sein, da wir gerne in kleinste Orte fahren oder gerne freistehen, es darf ruhig höher sein, dass hat uns bislang nicht gestört. Trotzdem hätten wir gerne ein großzügiges Raumangebot, dass auch eine mehrtägige Schlechtwetterphase ohne Lagerkoller ermöglicht, da wir oft auch im Herbst und Winter unterwegs sind.
Das Wohnmobil steht ansonsten im Hof oder Garten direkt am Haus. Um von der Straße dorthin zu gelangen darf es keinesfalls länger als 7 Meter sein, da wir schon mit einem 6 Meter Wohnmobil nur rückwärts in die Einfahrt fahren konnten. 7 Meter wären überhaupt nur möglich, wenn die gegenüberliegende Straßenseite frei von PKWs ist. Wir möchten unter 3,5t bleiben.

 

4 Gedanken zu „So findet man das richtige Wohnmobil – Teil 3“

  1. Irgendwie bin ich mir sicher dass Du das weißt, aber genannt hast Du es nicht: Bei norwegischen Inlandsfähren fahren Wohnmobile bis 6m (noch meinem Kenntnisstand i. d. R.) im PKW-Tarif, der Tarif bis 7m kann dann auch schon mal das doppelte kosten.

    Gruß Niclas

    1. Hi Niclas,
      das doppelte hatten wir noch nicht. Vor drei Jahren waren wir mit dem 6 Meter Mobil mehrfach aufgrund des Fahrradträgers (!) in die 7 Meter Kategorie eingestuft worden. Das war zwar teurer, aber nicht wesentlich. Hat mich trotzdem geärgert. Danke für die Anmerkung, werde ich auch im Text noch einmal ergänzen!

      1. hier auch unsere Erfahrungen zum Thema:
        Wir haben seit 2004 einen t595(bürstner) und sind vorwiegend Nordlandfahrer.Die damaligen Fährpreise in der Kategorie 6-7m waren in der Tat heftig. Das fabrikseitig aufgeklebte t595 sollte uns vor allzuviel nachfragen bezüglich der Länge retten, d.h.jeder konnte lesen dass wir unter 6 m sind. Was natürlich Quatsch ist : mit Stoßstange und Fahrradträger kommen wir locker drüber. Aber : bis auf eineinziges Mal ist diese Rechnung aufgegangen.Und beim zitierten einzigen mal war es der aufmerksame ,im übrigen nette,“Einparker“ auf der Fähre nach England.
        Mittlerweile tätige ich die Buchungen vorwiegend online,muss also schon die korrekten Masse angeben. Aktuelle Preise von unserer Reise 16.8.-27.8.2017
        Rostock -Trelleborg :hin70€ , online zuhause gebucht;
        Trelleborg – Rostock :zurück 124€, vorort gebucht am Automaten ;
        jew.1 WOMO (kein Unterschied zw.6-6,50m)+2 Pers =~ 200 € (Bestpreis wäre 150€ wenn ich nicht gepennt hätte; anderes Thema :))).
        Fazit: wenn man -wie wir mittlerweile-zeitlich unabhängig ist und sowohl Saison als auch die Wochenenden meiden kann und dann noch die aktuell online gestellten Angebote der Fährlinien nutzen kann ,ist das Ganze mittlerweile bezahlbar.
        Richtig teuer wird es ,wer gaaanz spontan sein will/muss:
        obige Rückreise hätte gekostet:
        – online vor dem 16.8. -70 € (am 27.8. über Smartphone nicht mehr möglich da Kapazität ausgebucht:(( )
        – am Automaten im Gebäude der Fährline am 27.8 -124€
        – am Schalter selbst am 27.8. – 294€

        Auf die Preise der verschiedenen Fährlinien gehe ich mal lieber nicht ein -das ist ebenfalls ein anderes Thema.

  2. Hallo,
    witzig: wir hatten über all das überhaupt nicht nachgedacht, sondern uns nur um die optimale Innenaufteilung Gedanken gemacht. Das Rasenstück neben der Einfahrt war 2,40m breit und „sowieso lang genug“, das mit den 3,5to hatten air auch noch irgendwo aufgeschnappt – das wars! Nach langem theoretischem überlegen sind wir dann mal zu einem Reisemobil-Vermeiter gefahtren , wollten „nur mal gucken“ – und haben uns dann spontan in ein gebrauchtes Eura Mobil Profila A 580 LS verliebt und zwar genau wegen des perfekt aufgeteilten Innenraums. 🙂
    Erst im Nachhinein haben wir dann alles gelernt, wovon du hier schreibst, Länge, Breite, Gewicht… und auch das Thema „wie komme ich jetzt rückwärts in die Wiese, ohne die Hecke mit dem Briefkasten abzurasieren?“

    Wir hatten unterm Strich richtig „Dusel“ und haben im Nachhinein festgestellt, dass wir uns zufällig oder intuitiv exakt für das richtige entschieden haben – ich kann aber jedem Leser nur raten, das weniger intuitiv zu machen. Danke für diese tolle Artikelserie!

    Gruß, Rene

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