Stromversorgung – so funktioniert es im Wohnmobil

Stromversorgung  – WISSEN-REIHE
Neu 2021

Auch im Wohnmobil kommt der Strom aus der Steckdose. Wenn er kommt. Denn im Normalfall sind nur die 12V-Steckdosen aus der Batterie versorgt.
Die normalen 230V Steckdosen funktionieren nicht. 

Erst wenn man das Wohnmobil an den Strom des Campingplatzes oder Stellplatzes angeschlossen hat, gehen auch die 230 Volt Steckdosen. Wir nennen deswegen auch den Strom von außen: Landstrom

Das bedeutet: Während des Fahrens oder des Freistehens  funktioniert alles nur über die 12V Aufbaubatterie.
Das Wohnmobil hat mindestens 2 Batterien. Eine für den Motor und eine für das Wohnmobil. Die Aufbaubatterie (Der Name kommt von der Kabine oder dem ‚Aufbau‘ auf das Basisfahrzeug).
Beide sind voneinander getrennt. Sonst könnte es passieren, dass der Aufbau (das Wohnmobil) die Batterie leert und man den Motor nicht mehr starten kann.

Die Batterien werden, wenn der Motor läuft, über die Lichtmaschine geladen. Hängt man am Landstrom, wird oft nur die Aufbaubatterie geladen. 

In einem anderen Artikel habe ich einmal die täglichen Verbrauchswerte im Wohnmobil beziffert.
Zusammengefasst: Wenn man sein Smartphone lädt, TV schaut, abends liest, ist spätestens nach zwei Tagen Schluss mit dem Batteriestrom. Der TV und die SAT-Antenne ziehen dabei sehr viel und auch die Heizung und das Gebläse verbrauchen Strom. Im Winter naturgemäß mehr, wie im Sommer.

Faustformel:

Ein Wechselrichter sollte nie mehr Leistung als der 10fache der Ah Angabe an Watt liefern, um die Batterie nicht zu ruinieren: Bei uns 2000 Watt. (Faustformel: 200 Ah * 10 = 2000)
Die Solaranlage sollte dann mindestens 200 Watt leisten können (mehr ist immer gut)

Um unabhängig vom Landstrom zu sein, lohnt sich eine Solaranlage, die bei Sonnenschein die Batterie schnell wieder auflädt. Entsprechend dimensioniert kann man dann völlig autark werden. Alternativ gibt es z.B. eine leise EFOY Brennstoffzelle oder ein Benzin-Stromaggregat, was ich aber des Lärms wegen ablehne und m.E. nicht mehr zeitgemäß ist.

Produktdetails:

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Landstrom, wenn Strom da ist?

Bleibt das 230 Volt Problem und das Nutzen der normalen Ladegeräte, wie man sie zuhause benutzt.
Denn im Wohnmobil funktionieren ohne Landstrom, nur 12 Volt Geräte. 
Manche neueren Mobile haben schon eingebaute 12V / 5V Wandler mit USB Steckdose.
Dort kann man zumindest direkt sein Handy anschließen. Für alle anderen gibt es Adapter. Wir verwenden diese, da billigen Teile oft schnell defekt wurden oder nicht genug Leistung brachten 

Aber aufgepasst: Immer eingesteckt verbrauchen diese Geräte IMMER Strom. Wenn auch nur einen geringen, das zieht über lange Zeiten die Aufbaubatterien leer. Daher haben wir unsere USB Steckdosen mit einem Schalter versehen, um sie komplett ausschalten zu können!!!

TV und Co sollten unbedingt auch über 12 Volt betrieben werden, dass spart Umwandlungsverluste.

 

Das 230 Volt Problem

Für alle 230 Volt Geräte (die man nicht ersetzen kann) gibt es sogenannte Wechselrichter oder Konverter. Die Besonderheiten und den Einbau habe ich hier beschrieben.
Ein Wechselrichter wandelt die 12 Volt der Aufbaubatterie in handelsübliche 230 Volt um. Auch hier haben wir die Erfahrung gemacht, dass günstigere Geräte durchaus funktionieren, aber unser teures Gerät im Standby so gut, wie nichts verbraucht und somit nicht ausgeschaltet werden muss.
Andere Geräte müssen vom Strom getrennt werden, sonst ziehen sie langsam aber stetig die Batterie leer.
Einmal vergessen, sitzt man abends schnell einmal im Dunkeln und die Heizung geht dann auch nicht mehr.

Welche 230 Volt Geräte nutzen wir im Wohnmobil?
In allererster Linie den Föhn. Denn der Föhn ist nicht mit 12 Volt zu betreiben und die Geräte auf 12 Volt Basis bringen keine Leistung und sind unseres Erachtens ungenügend.
Dann einige Foto-Ladegeräte, für die es keine 12V Ladegeräte gibt und unser 19 V Notebook.
Nach vielen billigen Versuchen habe ich aber auch für dieses ein Universalladegerät gefunden. Damit klappt es endlich auch ohne Umwandlungsverluste direkt aus der 12V Steckdose!
Aber dank Wechselrichter lassen sich Problemlos der Milchaufschäumer oder die Kaffeemaschine betreiben. Soagr ein Thermomix darf in manchem Urlaub nicht fehlen – aber aufgepasst: Dann muss die Batteriekapazität schon sehr groß sein und nur Lithium (LiFePo4) Batterien liefern den Strom auch schnell genug.

Fazit:
Strom ist nicht gleich Strom im Wohnmobil. Und der Batteriestrom ist nicht unendlich lang verfügbar.
Schaut euch eure Batterie an: Bei 80Ah AGM und weniger sollte man sich überlegen, ob man nicht eine zweite oder gleich größere Batterie einbaut. LiFePo4 ist nicht mehr teuer. Wir haben eine 280Ah Lithium eingebaut.

Ein Wechselrichter sollte nie mehr Leistung als der 10fache der Ah Angabe an Watt liefern, um die Batterie nicht zu ruinieren: Bei uns 2000 Watt. (Faustformel: 200 Ah * 10 = 2000)
Die Solaranlage sollte dann mindestens 200 Watt leisten können (mehr ist immer gut)

So gerüstet kann man auch längere Zeit auf den Landstrom verzichten.

Noch ein TIP: Wann immer es geht, den Kühlschrank auf GAS laufen lassen. Gas ist günstiger als Landstrom (besonders am Campingplatz). Mehr zum Thema GAS findet ihr hier.
Da wir schon erlebten, dass wir für den Strom am Ende fast mehr bezahlen sollte, wie für den Platz, stehen wir im Sommer auf dem Campingplatz meist auch ohne Strom: Der Sonne sei Dank!

Mehr zum Thema: Batterie aufrüsten: Wie viel Strom braucht man im Wohnmobil?

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Jürgen Rode

Jürgen Rode

Womo.blog
Jürgen Rode schreibt seit 2012 auf Womo.blog
Der gelernte Wertpapierspezialist ist in der elterlichen Maschinenbaufirma groß geworden und arbeitet noch heute gerne in seiner Werkstatt. Als Sportler wurde er 1991 Bumerang-Europameister
- Creative Content Creator -

Faustformel:

Ein Wechselrichter sollte nie mehr Leistung als der 10fache der Ah Angabe an Watt liefern, um die Batterie nicht zu ruinieren: Bei uns 2000 Watt. (Faustformel: 200 Ah * 10 = 2000)
Die Solaranlage sollte dann mindestens 200 Watt leisten können (mehr ist immer gut)

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8 Antworten

  1. Ein nützlicher Artikel, auch für Wohnmobil Neulinge wie uns.
    Als wir unser ersten Wohnmobil geliehen hatten, wurde uns kein Konverter mitgegeben. Dann kam die Ernüchterung als die ersten Akkus leer gingen. Zu dem Zeitpunkt waren wir bereits in Norwegen und dann in diesem schönen großen Land mit wenig Einwohnern und Läden. Vor Ort ein passenden Konverter zu finden, hat uns 3 Tage gekostet und der Umwandler war doppelt so teuer wie hier in Deutschland ?

    Liebe Grüße
    Andreas&Regina

  2. HALLO DANKE FÜR DEN BEITRAG ÜBER STROM FÜR EINSTEIGER… ICH BRAUCHE DRINGEND HILFE BETR. AUFBAUBATTERIE SOLARANLAGE USW. LEBE AUF STRASSE IM KASTENWAGEN UND HABE NICHT VIEL GELD UND EGAL WO ICH BIS JETZT HINGEGANGEN BIN UND UM AUSKUNFT HILFE GEBETEN HABE FRAGE ZB WIEVIEL AH MEINE BATTERIE HAT DIE WOLLTEN IMMER GLEICH GELD FÜR NACHSCHAUEN VOR ORT AM BUSS VIELLEICHT KÖNNTE ICH BITTE MAL MIT EINER PERSON AUS DEM BLOCK TELEFONIEREN DASS WÄRE SEHR NETT. DANKE IM VORRAUS MIT FREUNDLICHEN GRÜSSEN

  3. Hallo,
    brauche Hilfe.
    Wir haben einen Knaus Sky TI.
    Leider funktioniert der Stromversorgung nur über Mandate im 12 Volt funktioniert nicht.
    Können wir das Womo trotzdem nutzen wir vermuten das die Batterie nicht mehr funktioniert.

    1. Hallo Romy,
      überprüfe erste einmal alle Sicherungen! Hast du einen Batteriecomputer gibt es meist am Shunt auch eine Zentralsicherung.
      Dann solltest du unbedingt die Batterie einmal überprüfen. Ist sie wirklich tot? Ansonsten extra Ladegerät nehmen und versuchen sie wiederzubeleben.
      Was ist es für eine Batterie? AGM, Blei, Lithium?
      Geht die Batterie noch, könnte es auch das Ladegerät sein. Hatten wir auch einmal, dann haben wir uns mit einem normalen Batterieladegerät für ein paar Tage beholfen. https://amzn.to/2Uk2zQB

      Ist die BAtterie tot, bleibt nur der Austausch – für kurze Zeit hilft auch eine alte Autobatterie.
      Und ja, ihr könnt natürlich auch mit kaputter Batterie fahren, dann müsst ihr aber permanent an Landstrom und aufpassen, dass ihr die Batterie nicht grillt.

  4. Hallo zusammen, ich habe als Einsteiger da eine Frage zum Strom !
    Wenn ich richtig liege, habe ich ohne Landstrom 12 Volt !
    Wir haben uns nun eine 12 Volt Kaffeemaschine gekauft, nun zur Frage: hier haben wir einen Stecker für einen Zigarettenanzünder,
    es ist aber sehr ungeschickt, diesen über das Fahrerhaus anzuschließen.
    Eigentlich müssten doch meine Schucko Steckdosen auch mit 12 Volt versorgen können oder ?
    Gibt es hier einen Adapter, den ich zwischen meinen 12 Volt Stecker und der Schucko Steckdose im Wohnmobil stecken kann ?
    Vielen Dank für die Info !

    1. Mach das bloß nicht. Schuko ist für 230 Volt und wenn du 12 Volt haben willst, ziehe neue Kabel und setze Dosen. Abgesehen davon, bin ich der Meinung, das 12 Volt Kaffeemaschinen nix taugen.
      Am besten mit Gas und einem guten Espresso Kocher Kaffee machen, kostet einen Bruchteil und schmeckt besser.
      Ansonsten aufrüsten, Wechselrichter und richtige Kaffeemaschine mitnehmen.
      12 Volt Föhns sind auch so ein Unsinn, das taugt alles nix.

      Ach und noch mal zurück zum Schuko-Stecker: Du müsstest ja die gesamte Verkabelung ändern und hättest am Ende bei Landstrom auf den Schuksteckdosen keinen 230 Volt Strom.
      Es hat schon seinen Grund, warum du zwei Stromkreise hast. Du musst dir nur, wie gesagt 12 Volt Dosen selbst einbauen, von der Aufbaubatterie Kabel ziehen (Sicherung nicht vergessen) ist kein Hexenwerk.
      Aber wie gesagt, das funktioniert gut als USB Lader oder mit entsprechendem Netzteil fürs Laptop und das Foto-Ladegerät. Aber nicht für Föhn und Kaffeemaschine.
      So, zum Schluss noch unsere Lieblingsmaschine: https://amzn.to/3raQ1sV Bester Kaffee der Welt 🙂

  5. Hallo!
    Vermutlich rollen jetzt ganz viele die Augen über meine Frage, aber ich weiß es leider wirklich nicht:
    Kann ich ein WoMo irgendwie auch aus der normalen Steckdose laden und was brauche ich dafür? Gibt’s einen Adaper vom Camper-Kabel zur normalen Steckdose? Oder MUSS ich auf einen Camping-/Stellplatz, um aufzuladen?
    Wir wollen einfach losfahren und hoffen, Campingplätze zu finden. Aber wenn nicht, würden wir versuchen, irgendwo „privat“ zu laden. Gibt’s da eine Lösung für?

  6. Hallo,
    mich wundert etwas der Hinweis, den Kühlschrank auf dem CP vorzugsweise mit Gas zu betreiben.
    In unserem Fall ist es so, dass auf fast allen Campingplätzen die wir bisher besucht haben, der Strom inclusiv ist. In diesem Fall macht es meiner Meinung nach keinen Sinn den Kühlschrank auf Gas umzustellen, abgesehen davon, dass ein Absorber die beste Kühlleistung auf Gas hat. Bisher hatten wir damit jedoch noch nie Probleme.
    In einem einzigen Fall wurde auf dem CP der Strom nach Verbrauch (pro kw 60 Cent) abgerechnet. In diesem Fall würde ich Gas bevorzugen!
    Grüße aus Rheinhessen,

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