Ladegerät, Batterie und Wechselrichter einbauen

Platz ist in der kleinsten Hütte – oder eben nicht.
So gestaltet sich die Suche nach dem geeigneten Platz für die neue Stromversorgungstechnik schwieriger, wie erwartet. Im Vergleich dazu ist die spätere Verkabelung richtiggehend einfach.
Schließlich wollen wir uns den Lagerplatz für Stühle, Fressalien und Männerspielzeug nicht verbauen. Dazu sollten die einzelnen Komponenten möglichst beieinander stehen, um lange Kabelwege zu vermeiden.
Eine Nische im Unterboden scheint uns vielversprechend.

Bevor wir auch nur das erste Kabel überhaupt in die Hand nehmen, stellen wir Batterie, Wechselrichter und Ladegerät an Ort und Stelle. (Das schreibe ich nur, da ich den Fehler selbst schon einmal gemacht hatte)

Neue AGM Batterie mit 200 AH
 Neues Ladegerät von Fraron
 einen guten Sinus Wechselrichter von Fraron
 eine passende Vorrangschaltung 
 einen Batteriemonitor Victron BMV 700

Die schwere Batterie passt exakt zwischen zwei Streben. Und muss über deren Füße gehoben werden. Das sind nur 5mm, aber 60kg, von der Seite, in einem 40cm hohen Unterboden.
Nach einigen kräftigen Flüchen steht die Batterie an Ort und Stelle. Der Wechselrichter sollte in der Nähe der Batterie seinen Platz finden. Das hat einen guten Grund: Je weiter die Entfernung, desto dicker müssen ansonsten die Kabel werden! 
Auch für den Wechselrichter finden wir einen geeigneten Platz.
Dabei sollte man sich vorab schon Gedanken machen, ob genug Platz für die Kabel vorhanden ist, oder ob man sich gegebenenfalls irgendetwas verbaut. 


Aufgepasst: Alles sollte so verbaut sein, dass es später beim Verstauen des Urlaubsequipments keine Probleme gibt.
Nun noch den Platz für das Ladegerät finden. Und langsam wird es bei uns richtig schwierig. In direkter Nähe finden wir keinen Fleck. Zumindest keinen, der im Notfall auch zugänglich ist. Denn es könnte ja mal sein, dass man Einstellungen ändern will oder auch eine Sicherung auswechseln muss.
Und auch jetzt sollte man sich Gedanken über die Kabelführung machen. Ein Platz hinter einer Verkleidung scheidet schnell aus, denn an dieser Stelle könnte man später allenfalls mit einem Spiegel um die Ecke schauen, um die Einstellungen ablesen zu können.
Die zweite Stelle entpuppt sich als ungünstig für die Kabelführung.
Bleibt ein Platz, direkt neben dem 230 Volt Sicherungskasten in der Sitzbank der Dinette.


TIP: Alle Kabel einstecken, ohne sie mit der Batterie zu verbinden und das Gerät festschrauben. Desgleichen der Wechselrichter.
Mit eingesteckten Kabel passt das Gerät unter Umständen nicht mehr an die gewünschte Stelle. Die Batterie mit entsprechenden Winkeln gegen Verrutschen sichern!

Haben alle Geräte ihren endgültigen Platz gefunden, können wir uns der Verkabelung widmen.

Eigentlich ganz einfach

Aber aufgepasst: Während die Leitung vom Ladegerät relativ dünn sein kann (10mm²) ist das Kabel von der Batterie zum Wechselrichter eher zu groß zu dimensionieren, als zu klein. Bei uns sind es 38mm²! Hier fließen große Ströme, die ein dünnes Kabel stark erhitzen würden. (Stellen sie sich vor, sie pumpen mit einer Feuerwehrpumpe Wasser durch einen normalen Gartenschlauch)
Daher muss in das rote Kabel (Plus) zum Wechselrichter noch eine Sicherung:

Damit sind wir eigentlich schon fertig.

Henrik schreibt übrigens in den Kommentaren zum Thema Querschnitt:
38 qmm sind in dem Zusammenhang kein Unsinn sondern Sicherheit. Bei den abgerufenen Leistungen über die 12 V DC gehts schnell auf 200 A (P=U/I) – das ist Hochstrom. Kleinere Querschnitte werden da nicht nur warm, sie fackeln ab!
Also bitte nicht in den Kategorien der 230 V AC Verkabelung denken.
Grüße -Henrik

Die Sicherung ist auch nicht gerade klein:
Sicher ist sicher!

In der Praxis klemmen wir nun als erstes das alte Ladegerät und die alte Batterie ab.
Die alten Kabel verlängern wir in gleicher Stärke zur neuen Batterie.
Das ist bei uns sehr einfach gelöst, denn die alte Batterie und die Steuerung für das Panel befindet sich im Beifahrersitz. Von dort das Kabel zur neuen Batterie zu verlängern und zu verlegen ist einfach, da schon eine Kabeldurchführung vorhanden ist.

Wir lassen uns alle dicken Kabel vorkonfektionieren. Dazu haben wir bei Fraron.de eine gute Einkaufsmöglichkeit gefunden. Man kann sich jede Länge und Stärke und Öse oder Stecker vorfertigen lassen. Schon zwei Tage später kommt die Post mit den Kabeln und wir basteln weiter.

Für den Wechselrichter haben wir zwei Batterieanschlusskabel (38mm²), für das Ladegerät 10mm². Dazu die jeweils richtigen Längen für die Anschlüsse an der Sicherung.
Wenn es im Unterboden nicht so eng wäre, hätte der Einbau in wenigen Minuten erledigt sein können, da man sich kaum bewegen kann, war ich nach rund einer Stunde fertig.

Da der Fraron Wechselrichter auch per Fernbedienung gesteuert werden kann, verlegen wir noch das mitgelieferte Kabel bis zu unserer Steuerpanele. Natürlich fehlt am Ende ein Meter Kabel, doch auch hier haben die Profis von Fraron einen Tip: Einfach eine Verlängerung einbauen. Das Kabel ist ein RJ Kabel, genauer ein 6P6C. Dazu gibt es passende Verlängerungen in vielen Längen.

Wenn der richtige Platz gefunden ist, nicht einfach bohren, sondern erst mal dahinter schauen: Bei uns liegen dort viele Kabel! Erst zur Seite schieben, bohren, sägen und die Fernsteuerung einbauen.

Perfekt ist es so noch nicht, aber für einen ersten Ausflug reicht es. Den Strom aus dem Wechselrichter entnehmen wir direkt mit einem Verlängerungskabel – für den Trip reicht das für den Föhn.

Übrigens: Unseren Fraron Wechselrichter brauchen wir nicht mehr komplett ausschalten: Er verbraucht so wenig Strom im Standby, dass das zu vernachlässigen ist. Mit der Fernbedienung wird dann einfach An- und Ausgeschaltet. Tolle Technik!

Im nächsten Schritt folgt der Batteriecomputer BMV 700 und danach die 230V Vorrangschaltung, dann passt das auch mit dem Föhn viel besser.

Vielleicht interessiert sie auch folgendes Thema: Batterien: Darauf kommt es an oder Solaranlage selbst einbauen

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11 Gedanken zu „Ladegerät, Batterie und Wechselrichter einbauen“

  1. Du hast vergessen zu erwähnen, dass man die Batterie beispielsweise mit Winkeln gegen wegrutschen sichern sollte. Bei einer Vollbremsung ist dies je nach Einbauort ziemlich wichtig.

    1. Gerne, habe auch jetzt erst gesehen, dass Du Deine Batterie mit einem Gurt gesichert hast. Auf dem Handydisplay hatte ich das nicht erkannt, weil zu klein.
      Und danke für Deinen Blog, ist immer wieder interessant und man kann viel lernen.

  2. 38mm² ist doch Unsinn!
    Ein normales Wohnhaus hat als Verbindung von der Hausanschlusssicherung zum Zählerschrank 16mm² Kupfer!
    Ich glaube nicht, dass auf das Wohnmobil 30kwp Photovoltaik installiert werden!

    1. Hallo Herbert,
      38 qmm sind in dem Zusammenhang kein Unsinn sondern Sicherheit. Bei den abgerufenen Leistungen über die 12 V DC gehts schnell auf 200 A (P=U/I) – das ist Hochstrom. Kleinere Querschnitte werden da nicht nur warm, sie fackeln ab!
      Also bitte nicht in den Kategorien der 230 V AC Verkabelung denken.
      Grüße -Henrik

      1. Bei 200 A wird es weitaus größere Probleme geben 😛
        Die Formel wäre richtig: P=U*I. Die Formel für den Widerstand ist R=U/I… Aber ja bei der Kabeldicke stimme ich dir völlig zu, es geht sehr stark einfach nur um die Sicherheit. Weil im Auto hast du im Gegensatz zum Haus, extreme Schwankungen was Wärme und Luftfeuchtigkeit und die Kabeln sind ständig Schlägen und Vibrationen ausgesetzt. Daher lieber einmal ein etwas dickeres Kabel nehmen und danach auf der sicheren Seite sein 🙂

  3. Hallo Jürgen,

    selbstverständlich kannst du das einbauen.
    Ich habe ehrlich gesagt schon manchmal Bedenken, mit welcher Einfachheit an das Thema Stromversorgung / Wechselrichter im Bereich Camping umgegangen wird. Da liest man in div. Foren, dass „einfach mal“ Wechselrichter bis 3 kW eingebaut werden (zum Bsp. für Kaffeemaschinen) – ohne die umliegenden Komponenten mit in die Betrachtung einzubeziehen …..

    Grüße – Henrik

  4. Hallo Jürgen,
    Lese Deinen Blog mit großer Begeisterung. Habe auch einen Activate ONE und überlege nun eine größere Batterie (100Ah LiFePo) in den Keller zu packen, da unter den Sitz ja wenig Platz für mehr ist. Denkst Du ich kann das Ladegerät an Ort und Stelle lassen? Würde es erst mal gerne weiter verwenden. Wie hast Du denn die neue Batterie an die bestehende Verkabelung angeschlossen?

    Viele Grüße
    Alfred

  5. Hallo Alfred,
    kommt darauf an, welche LiFePo du kaufen willst.
    Habe heute das Thema mit den Profis von Fraron erörtert und einfach ist eine Antwort nicht.
    Je nachdem, wie das Batteriemanagementsystem der LiFePo ausgestattet ist, kannst du dein altes Ladegerät weiter benutzen. Auch die Antwort auf die Verkabelung ist vom BMS und deiner LiFePo abhängig.
    Also: Einfach LiFePo anschließen kann funktionieren, kann aber auch nach hinten los gehen und kommt auf das BMS an

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