Weihnachtsmarkt Esslingen

Tour de Weihnachtsmarkt

‚Schönster Weihnachtsmarkt Deutschland hat keinen Platz in der Herberge‘

Morgens beim Frühstück liest Nadja aus einer Nachricht vor: „Esslingen wurde heute zum schönsten Weihnachtsmarkt Deutschland gekürt.“
Lustig, dass wir gerade heute in Esslingen sind. Lustig auch dass wir aus der Nähe von Frankfurt kommen und die Ehrung in Frankfurt stattfand.

Weniger lustig war die Stellplatzsuche. Der einzige Stellplatz in Esslingen hat gerade einmal Platz für vier Wohnmobile! Dank Park4Night stehen wir ruhig im Industriegebiet direkt am Neckar vor der Firma Eberspächer (Sind das nicht die mit den Standheizungen? Passt ja auch irgendwie zum Thema Wohnmobil.) Hier sind merkwürdigerweise nur 4 Stunden Parken erlaubt, aber offenbar interessiert das niemand. Außer uns hat keiner der Betriebsangehörigen, die dort parken, eine Parkscheibe im Auto.

Zu Fuß laufen wir in die Stadt, wir könnten auch per S-Bahn fahren, die Haltestelle ist nicht weit entfernt. Auf dem Rückweg werden wir das nutzen.
Am Neckar entlang führt der Weg geradewegs in die Stadtmitte und nach kurzer Zeit stehen wir auch schon an den alten Brücken des Neckars und dem Klein Venedig Esslingens und tauchen ein, in den hochgelobten Weihnachtsmarkt von Esslingen.

Der Weihnachtsmarkt teilt sich in einen modernen und einen mittelalterlichen Markt auf.
Beginnend auf dem Marktplatz findet man schön dekorierte Stände mit vielerlei Auslagen. Handwerksgut, Ramsch, Glas und Kitsch. Aber, und das macht wirklich Spaß: Überall großartige dekorierte Stände. Man bekommt wirklich etwas geboten. Und das kulinarische Angebot ist erstklassig. Nicht die üblichen Würstchen und Pommes: Hier gibt es einheimische Küche bis hin zum Spanferkel.
Der Wein ist oftmals vom Winzer und die Stimmung ist überall spitze. Überhaupt ist es erstaunlich ruhig. Kein Auto oder Fluglärm, keine Dauerbeschallung. So wandern wir wieder alle (!) Stände ab und kommen zum zweiten Teil des Weihnachtsmarkts:

Der Mittelalter Markt

Sofort wünscht man sich eine andere Gewandung, gern einen langen Mantel mit Kapuze, denn die Stände und das Marktvolk sind eine Augenweide. Die Stände kunstvoll gezimmert, aufwendig dekoriert und allein sich das alles anzuschauen, lohnt die Anreise.
Für die Kinder gibt’s einen eigenen Bereich, das Zwergenland, wo sie Bogenschießen, Burgen erobern oder im handgetriebenen Riesenrad fahren können.


Und am Abend wird das Ganze nur durch Kerzen und Fackeln beleuchtet. Diese einzigartige Stimmung lässt uns in den nächsten Stunden nicht mehr los.
Wir lassen uns von einem Jongleur aus Wales (NICHT England!!! Die sind hässlich) in den Bann ziehen, der mit seinen Geschichten und seiner Kunst die Masse in den Bann zieht.

An vielen Ständen haben wir das Gefühl, nur Statisten zu sein. Die eigentlichen Mittelalter-Menschen ignorieren uns, sehen uns gar nicht. Wir sind Zuschauer in einem Historien Film.

Der dazu noch in einer Kulisse spielt, die seinesgleichen sucht!

Riesige Speicher- und Kaufmannshäuser finden sich in Esslingen, die die perfekte Bühne für den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt einrahmen.
In den achtziger Jahren sollten die Häuser abgerissen werden. Was haben die Menschen sich damals nur gedacht? Gut, dass vieles erhalten und erneuert wurde. Dieses kulturelle Erbe ist gar nicht hoch genug zu schätzen. Und hier in Esslingen passt einfach alles zusammen.

Und als wäre das alles nicht perfekt genug, arbeiten am Weihnachtsmarkt auch noch Steinmetze, Schmiede, Ärzte, Wahrsager, wie in alten Zeiten.
Man kommt aus dem Staunen gar nicht heraus.
Und das Angebot an Waren ist durchaus auch dem Mittelalter angelehnt. Aber der Bogen zu unserer Zeit wird gut geschlagen, so findet sich der eine oder andere schöne Nippes dann doch, der mit nach Hause genommen werden will.

Dazu der Glühwein, der Met, die Maronen, der türkische Kaffee. Alles will probiert werden.
Über allem schwebt ein historischer Zauber.
Im Badezelt kann man im Badezuber liegen (aber später wieder durch die Kälte? Ne, das haben wir uns nicht getraut). Im türkischen Kaffeezelt einen Mokka genießen und sich mit orientalischen Leckereien verwöhnen lassen und dabei ein wenig aufwärmen. Oder einfach an der nächsten Ecke dem Spielmann zuhören.

Zurück auf dem ‚normalen‘ Weihnachtsmarkt wünschen wir uns sogleich wieder zurück ins Mittelalter.
Esslingen hat es verdient, den Titel „Schönster Weihnachtsmarkt“ zu gewinnen!

Auf unserer eigenen Weihnachtsmarkt Ranking-Liste verdrängt Esslingen nun wahrscheinlich Goslar vom dritten Platz.
Aber jeder Weihnachtsmarkt ist etwas anders und ganz besonders. Wie will man die Burg Hohenzollern mit Quedlinburg vergleichen? Oder Quedlinburg mit Dortmund?

Egal, ich hole mir nun im Mittelalter, beim ‚wilden Hahn‘ einen weißen Glühwein, vielleicht auch noch ein, oder zwei und dann träume ich mich in die Zeit zurück, in der meine Vorfahren sicherlich mit einer Wohnmobil-Kutsche durch die Lande zogen. Ach wär das spannend…

Unsere Tour de Weihanchtsmarkt führt uns schon zu vielen Märkten. Diese möchten wir euch vorstellen:

Michelstadt
Quedlinburg Weihnachtsmarkt
Esslinger Weihnachts- und Mittelaltermarkt
Ravennaschlucht Weihnachtsmarkt
Burg Hohenzollern Weihnachtsmarkt
Nördlinger Weihnachtsmarkt
Ulmer Weihnachtsmarkt
Augsburger Weihnachtsmarkt
Innsbruck Weihnachtsmarkt
Neu-Um Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt
Rothenburg ob der Tauber
Michelstädter Weihnachtsmarkt
Erfurter Weihnachtsmarkt
Goslar – Waldweihnacht mitten in der Stadt
Wiesbaden – Sternschnuppenmarkt
Dortmund – der größte Weihnachtsbaum der Welt
Hameln
Stuttgart
Hildesheim
Ludwigsburg Barockweihnachtsmarkt

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