Auf dem Weg nach Cornwall: So gelingt der Start in UK – Cornwall #1

Cornwall Roadtrip
– enthält Werbung –

Tunnel oder Fähre

Diese Frage stellt sich eigentlich immer, wenn man auf die Insel will und bislang haben wir sie immer mit „Fähre“ beantwortet. Und das liegt am Preis. Denn der war bislang für den Tunnel immer teurer.
Wir nehmen DFDS ab Calais. Es ginge auch ab Dünkirchen. Freunde sagten uns, dass das Fährterminal dort einfach zu durchschauen war. In Calais ist alles sehr groß und unübersichtlich und schlecht beschildert. Am besten einfach fahren, bis es nicht mehr weiter geht und ein Einweiser einen in die richtige Richtung schickt. 
Bei der Fähre gibt es immer einen günstigen Tarif, der sich dann nicht umbuchen lässt und einen teuren, den man umbuchen kann. Da wir schon Tage vorher gebucht haben, wählen wir den Tarif, der sich umbuchen lässt. Wer direkt vor Ort oder kurz vorher bucht, kann sich ein paar Euro sparen.

Ankunft in Dover - Linksverkehr

Mit der Ankunft in Dover wechselt man die Spur. Das ist einfach, wenn man erst einmal dem ersten Laster, der in die gleiche Richtung fährt, hinterherfährt. Tempo runter, erst einmal begreifen. Die gewohnten Automatismen überwinden – zuerst nach rechts schauen an einer Kreuzung zum Beispiel. Und die ersten Roundabout, also Kreisverkehr, erfolgreich bestehen. Moderne Navis schalten in UK automatisch auf Meilen um. So lässt sich die Geschwindigkeit gut am Navi kontrollieren. Wobei wir selten auf die angeschlagenen Geschwindigkeiten kommen. Steht 60 auf dem Schild, sind wir meist froh, 40 fahren zu können – und das ist dann auch schnell genug.

 

Seitenspiegel schützen!

Peng und es ist passiert: Der rechte Außenspiegel ist bei uns Linkslenkern am meisten gefährdet. Und ist er erst kaputt, merkt man erst, wie schwer es ist in UK einen neuen zu bekommen.
Uns ist das in Schottland passiert.
Daher fahren wir nun mit einem Schutzschild. 
Außerdem verhindern diese aufgeklebten Kunststoffschalen das Verkratzen an Hecken und Büschen.

Produktdetails:

Spiegelprotektoren-Set für Fiat Ducato ab Bj. 06

Preis ca.: 66 Euro

Zudem haben wir den rechten Außenspiegel mit rotem und gelben Klebeband auffällig markiert, in der Erwartung, dass der entgegenkommende Verkehr dann eher ausweicht.

Auf unserem diesjährigen Roadtrip war diese Strategie erfolgreich!

Wir orientieren uns in Richtung Westen. Die Kreidefelsen von Dover sind nicht unser erstes Ziel – das heben wir uns getrost für das Ende der Reise auf und werden unterwegs noch auf viel schönere weiße Felswände treffen, die man auch besser erwandern kann.

Unser erstes Ziel ist das kleine Städtchen Rye. Dort wollen wir erst einmal ankommen und den typisch britischen Kleinstadtflair genießen.

Rye -

Die Kleinstadt Rye in East Sussex ist bekannt durch die im Internet weit verbreitenden Bilder der Mermaid Street.
Und zu früheren Zeiten sicher für den Schmugglertreffpunkt Mermaid Inn. 
Dazu die Parish Church St. Mary derren Turm wir besteigen, um einen Überblick über die Stadt zu bekommen, den Ypres Tower, den wir nicht besuchen, der aber mit seinen Kanonen vor der Tür, sehenswert ist und natürlich durch unsere erste National Trust Sehenswürdigkeit:Das Lamb House in der West Street war in den Jahren 1898–1916 der Alterswohnsitz des US-amerikanischen Schriftstellers Henry James.  

Sehenswürdigkeiten

Wer sich für Schlösser, Parks, Landhäuser, Kirchen und Gärten interessiert, der sollte Mitglied im National Trust und English Heritage werden!
Die Mitgliedschaft gilt in der Regel für ein Jahr und man kann dann kostenlos die Sehenswürdigkeiten besuchen, wird oft bevorrechtigt behandelt („You’re Member – don’t wait, come in“)
Die Kosten sind nach dem Besuch weniger Sehenswürdigkeiten meist schon wieder drin.

Gerade in Cornwall konnten wir uns dank der National Trust Mitgliedschaft viele Parkplatzkosten sparen – immerhin 4-7 Pfund kostet ansonsten der Parkplatz. Und nicht selten besuchten wir das eine oder andere Landhaus, die Kirche, den Strand, weil es uns nichts mehr kostete. Oder gingen zum Mittagessen in einen Park und bleiben dann doch wieder länger. Diese Mitgliedschaften sind nicht nur für uns ein Gewinn, ermöglichen es den Stiftungen erst, die vielen Sehenswürdigkeiten im ganzen Land zu erhalten. Allein dafür unterstützen wir gerne.
Am Ende war es dann aber tatsächlich ein gutes Geschäft für uns: Nadja hat alle Einzelpreise der von uns besuchten Sehenswürdigkeiten addiert und wir waren durch die Mitgliedschaft am Ende deutlich günstiger.
Aufpassen: Eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeiten sind nicht durch diese Mitgliedschaften abgedeckt:
Zum Beispiel: Arundel Castel, Salisbury Cathedral, Eden Projekt kosten extra.

Lamb House - National Trust

Und dann erwartet uns die erste National Trust Sehenswürdigkeit. Wir besichtigen das Wohnhaus und den wunderschönen Garten des Lamp House.
Auch hier würde der Besucher vielleicht ohne Membership auf den Besuch verzichten. Von Außen sieht es unspektaklär aus. Und so ist es gut, durch die Mitgliedschaft ohne weitere Kosten schnuppern gehen zu können. Und tatsächlich: Das Lamp House ist ein Besuch wert. Der Garten wunderschön angelegt, in der engen Altstadt von Rye kann man sich gar nicht vorstellen, dass so ein großer Garten hinten den Mauern wartet. Und die Ausstellung im Haus führt uns ein, in ein Leben aus längst vergangener Zeit.

Irgendwie schräg

Natürlich ist England anders. 
British. Die Menschen ziehen sich anders an, sehen anders aus. Lockerer, individueller. In den Geschäften hängt Mode, die ihresgleichen sucht und die Menschen sind selbstbewusst genug sie auch zu tragen.
Und ebenso überraschen uns die kleinen Läden, Bäckereien, Cafés.
Dazu begrüßen uns die Menschen, oft fragen sie, woher wir kommen. Dann reden wir über den Brexit genauso, wie über unsere Urlaubsziele.
Die Menschen sind unglaublich nett und zuvorkommend. Wir sind angekommen.

Campingplatz

Wir hatten schon zuhause gehört, dass es quasi unmöglich ist, irgendwo frei zu stehen. Auch Stellplätze sind Mangelware. Auf einem Parkplatz zu übernachten ist verboten, außer es ist ausdrücklich erlaubt und man bezahlt dafür oft nicht viel weniger, wie auf einem Campingplatz.
Mit diesem Wissen suchen wir einen Campinglatz oberhalb von Rye – ungeplant und nicht gebucht – und haben Glück. Ein riesiges, schräges Wiesengelände an einem Wohnhaus und einer Brauerei.
Oberhalb des Wohnhauses eine große ebene Fläche mit phantastischem Blick über ein Tal, wie wir es typisch für England halten.
Erstaunt nehmen wir zur Kenntnis, dass der komplette Campingplatz mit 5 Wohnwagen oder Wohnmobilen ausgebucht ist. Auch der große, ebene Platz über dem Tal steht nur zwei Einheiten zur Verfügung. Dann gilt er als voll.
In Deutschland, Frankreich, Italien hätte man allein dort 6 bis 8 Wohnmobile oder Wohnwagen eingeplant.
England ist anders: Hier gibt es die Regel, das zwischen den Wohnmobilen mindestens 5 Meter Platz sein muss. In beide Richtungen sind das dann 10 Meter. Und dementsprechend ist unsere große Wiese mit zwei Wohnmobilen voll.
Das ist kein Einzelfall oder eine Besonderheit dieses Campingplatzes, wir werden dies in ganz Südengland und Cornwall so erleben.
Bezahlt haben wir pro Nacht 20 Pfund. Entsorgung war hinter einer Lagerhalle möglich – ein Deckel im Boden und ein Ablauf. Frischwasser gibt es am Eingang. Müll wird getrennt entsorgt. Alles irgendwie heimelig, unorganisiert und familiär.

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Ewa und Steve

Wir sind gerade angekommen und es dauert keine 30 Sekunden – ungelogen, das ist rekordverdächtig – und Ewa aus dem Nachbar-Wohnmobil hat uns zu einem Glas Wein eingeladen. Ich fahre noch die Hubstützen aus, schnappe die Stühle, Nadja kommt mit den Weingläsern und nach höchsten fünf Minuten sitzen wir zusammen vorm Wohnmobil und lassen uns von unseren neuen walisischen Freunden beraten. Hier und dort und das solltet ihr ansehen und manches auch lassen. Dass das was hier gerade erleben kein Einzelfall ist, wissen wir schon von unserem Schottland Roadtrip, und es wird uns noch einige Male auf dieser Reise so ergehen.
Die Menschen, insbesondere die Camper sind ungemein herzlich!
Danke Ewa und Steve!
Wir besuchen euch ganz sicher einmal in Wales.

Sieben Schwestern

Der Weg ist das Ziel. Und obwohl unser Nachbar auf dem Campingplatz der Meinung war, man könne in vier, fünf Stunden in Cornwall sein, lassen wir uns Zeit. Denn in so kurzer Zeit schaffen es vielleicht Briten mit dem PKW. Wir wollen nicht rasen, dafür viel sehen.
Genießen die Küstenstraße, fahren auch mal einen ‚falschen‘ Weg, um einen Blick aufs Meer zu erhaschen.
Die großen Küstenstädte lassen wir aus, denn wir müssen die Zeit im Blick behalten. Der Weg nach Cornwall zieht sich durch die kleinen, schmalen Straßen länger, wie erwartet.

So heißt unser nächstes Ziel: Seven Sisters zwischen Eastbourne und Seaford: Kreidefelsen wie aus dem Bilderbuch
Aber dazu erzählen wir im nächsten Teil.

Reisroute Cornwall

Von Dover zieht sich der Weg an der Küste entlang und es lässt sich viel entdecken – doch aufgepasst, dass die Zeit am Ende in Cornwall nicht fehlt!

Picture of Jürgen Rode

Jürgen Rode

schreibt seit 2012 für Womo.blog und hat das Camping-Gen quasi mit der Muttermilch bekommen.
Im Wohnwagen seit 1968, später mit dem eigenen Zelt, im Auto durch Norwegen mit viel Regen, musste anschließend ein Kastenwagen her, der 1990 selbst ausgebaut wurde, mit den Kindern kam der Wohnwagen und als die fast aus dem Haus waren, 2012 die erste Weißware.

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4 Responses

  1. Nach einem Spiegelbruch ist es extrem schwer Ersatz zu bekommen. Extrem kritisch ist auch die Weiterfahrt mit einem angeschlagenen Spiegel, weil der in immer mehr Mosaike zerfällt.
    Wir haben seit dieser Erfahrung immer selbstklebende Spiegelfolie dabei. Im Fall des Spiegelbruchs können wir ein Stück zurechtschneiden und über die Spiegelreste kleben. Ist zwar nicht Zulassungskonform aber man sieht deutlich mehr als in den Spiegelresten.

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